Gedanken aus Österreich zum Thema Berufsarmee
"Nur sehe ich nicht ein, warum Ärzte, Techniker, Köche, Handwerker nicht genauso bereit sein sollten, innerhalb eines Berufsheers eine möglichst kurz gehaltene militärische Ausbildung zu absolvieren und es dort bis zum Reserveoffizier zu bringen, wenn dafür die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden.
Wenn das Berufsheer insgesamt den Ruf einer hochprofessionellen Elitetruppe besitzt, dann werden genügend „Zivilisten“ stolz darauf sein, dort im Rang von Reserve(unter)-offizieren zu stehen. Und natürlich kann man auch per Gesetz sicherstellen, dass ihr ziviler Dienstgeber sie für die nötigen Übungen freistellen muss. Er wird darüber, wenn es eine akzeptable finanzielle Regelung gibt, auch nicht wütend sein, sondern es im Gegenteil zu schätzen lernen, dass sein Mitarbeiter Führungsqualitäten trainiert und logistische Kenntnisse erwirbt.
Vor allem aber könnte ein Berufsheer selbst zu einer Spitzen-Ausbildungsstätte für die verschiedensten zivilen Berufe – vom Mechaniker über den Bautechniker bis zum Brunnengräber – werden. Es wäre sowieso unsinnig, wenn die Berufssoldaten Jahre hindurch den ganzen Tag „Sprung, vorwärts, decken“ übten. Vielmehr sollten sie nach einer militärischen Ausbildung durchwegs eine hochwertige Fachausbildung erhalten, die es ihnen darüber hinaus, wenn sie irgendwann für den Kampfeinsatz zu alt sind, ermöglicht, erfolgreich ins Zivilleben zurückzukehren.
Gleichzeitig bildete die Chance, eine solche doppelte Ausbildung zu erhalten (die das Bundesheer Offizieren ja schon in manchen Bereichen anbietet), den besten Anreiz dafür, dass eine positive Auslese aus der Bevölkerung sich um Aufnahme in ein künftiges Berufsheer bewirbt und dass beileibe nicht jeder aufgenommen werden muss."
http://www.profil.at/articles/1040/575/279398/peter-michael-lingens-mein-berufsheer
Gruß, Kurti