Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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OT/2: Politischer Kompass

Tätiger, Saturday, 16.10.2010, 00:15 (vor 5569 Tagen)

Hallo,
ich frage mich nach der Verteilung der politische Ausrichtung der Teilnehmer in diesem Forum.
Es gibt ja unter http://www.politicalcompass.org/ einen Versuch, diese zumindest grob in einem zweidimensionalen Koordinatensystem zu orten (deutsche Übersetzung der Fragen http://wiki.piratenpartei.de/Politischer_kompass_Fragen_auf_deutsch).
Könnte es sein, dass die intransparente Auswertung stets Richtung "links unten" verfälscht
(ähnlich wie es bei dem Wahl-o-mat möglich ist)?
Kennt jemand bessere, transparentere und differenziertere Angebote?

OT/2: Politischer Kompass

MC Henrich ⌂, Saturday, 16.10.2010, 00:51 (vor 5569 Tagen) @ Tätiger

http://wiki.piratenpartei.de/Politischer_kompass_Fragen_auf_deutsch).
Könnte es sein, dass die intransparente Auswertung stets Richtung "links
unten" verfälscht (ähnlich wie es bei dem Wahl-o-mat möglich ist)?

Der "politische Kompass" ist doch ursprünglich aus den USA? Vielleicht liegt es einfach daran, dass jemand blind die Fragen übersetzt hat und das Auswertungssystem nicht an deutsche Verhältnisse angepasst hat.

Wer hier in D (oder einem Großteil von Europa) ein durchschnittlicher Sozialdemokrat ist, wäre in Amerika weit auf der linken Seite.

--
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OT/2: Politischer Kompass

Tätiger, Saturday, 16.10.2010, 01:10 (vor 5569 Tagen) @ MC Henrich

Wer hier in D (oder einem Großteil von Europa) ein durchschnittlicher
Sozialdemokrat ist, wäre in Amerika weit auf der linken Seite.

Das dachte ich auch erst, aber angeblich soll der Test international kalibriert sein.
Die Koordinaten vieler europäischer Politiker finden sich oben rechts
[image]
allerdings bezweifle ich, dass sie beim Beantworten der Fragen zu einer ähnlichen Position gelangen würden.
Läge Jon Doe wirklich in der Mitte?

einige Fragen finde ich seltsam und nicht gerade zeitlos.
Hier eine, die IMHO weniger eine Einstellung sondern einen Fakt abfragt:
A significant advantage of a one-party state is that it avoids all the arguments that delay progress in a democratic political system.
selbstverständlich ist die Entscheidungsfindung schneller, aber das Ergebnis nicht notwendig besser.

Übersetze den englischen Satz, sonst --> Löschung (kT)

-Moderator-, Saturday, 16.10.2010, 01:31 (vor 5569 Tagen) @ Tätiger

- kein Text -

OT/2: Politischer Kompass

kein abel, Saturday, 16.10.2010, 01:33 (vor 5569 Tagen) @ Tätiger

Die Koordinaten vieler europäischer Politiker finden sich oben rechts
[image]
allerdings bezweifle ich, dass sie beim Beantworten der Fragen zu einer
ähnlichen Position gelangen würden.
Läge Jon Doe wirklich in der Mitte?

der Ottonormalverbraucher ist nicht der Maßstab, sondern der inhaltliche Kompromiss zwischen den Weltanschauungen liegt in der Mitte. Wenn du 1) Freihandel befürwortest und 2) sagst, die Reichen müssten höher besteuert werden, liegst du in der Mitte.

einige Fragen finde ich seltsam und nicht gerade zeitlos.
Hier eine, die IMHO weniger eine Einstellung sondern einen Fakt abfragt:
A significant advantage of a one-party state is that it avoids all the
arguments that delay progress in a democratic political system.

selbstverständlich ist die Entscheidungsfindung schneller, aber das
Ergebnis nicht notwendig besser.

Es wird nicht gefragt, ob das Einparteiensystem die Entscheidungsfindung schneller macht, sondern ob es Streitigkeiten verhindert, die FORTSCHRITT verhindern ("arguments that delay progress"). Wenn du also nicht der Meinung bist, dass das Einparteiensystem dem gesellschaftlichen Fortschritt dienlich ist, lautet deine Antwort "nein".

Der Political Compass ist IMO ein netter Partygag, der cum grano salis zu nehmen ist. Wahlempfehlungen gibt er dir ja nicht und so intranspararent ist er auch nicht - bei jeder Frage ist ersichtlich, wohin der Hase läuft.

Könnte es sein, dass die intransparente Auswertung stets Richtung "links
unten" verfälscht

wieso, wurdest du nach Auswertung der Fragen als libertärer Linker eingestuft?

Übersetzungsservice für Tätiger

kein abel, Saturday, 16.10.2010, 01:36 (vor 5569 Tagen) @ -Moderator-

A significant advantage of a one-party state is that it avoids all the arguments that delay progress in a democratic political system.

Ein signifikanter Vorteil eines Ein-Parteien-Staates ist, dass er all die Streitigkeiten verhindert, die Fortschritt in einem demokratischen politischen System verhindern.

Korrektur: Verzögern statt Verhindern kT

kein abel, Saturday, 16.10.2010, 01:39 (vor 5569 Tagen) @ kein abel

- kein Text -

OT/2: Politischer Kompass

Tätiger, Saturday, 16.10.2010, 02:35 (vor 5569 Tagen) @ kein abel

der Ottonormalverbraucher ist nicht der Maßstab,

so auch meine Vermutung

sondern der inhaltliche Kompromiss zwischen den Weltanschauungen liegt in der Mitte.

qualitativ mag das stimmen, aber für die Koordinatenberechnung
bekommen die verschiedenen Antworten bestimme Gewichtungen
und deren Kalibrierung ist mir unklar.

verhindern ("arguments that delay progress"). Wenn du also nicht der
Meinung bist, dass das Einparteiensystem dem gesellschaftlichen Fortschritt
dienlich ist, lautet deine Antwort "nein".

ich denke damit interpretierst du die Frage falsch.
Dort steht nichts von gesellschaftlichem Fortschritt.
Der einzig objektive bestimmbare Fortschritt in einem demokratischen System
ist eine Mehrheitsentscheidung. Deren Auswirkungen sind immer subjektiv
und die Minderheit hält sie in der Regel nicht für gut.
Ein Einparteiensystem kann auch eine Demokratie sein, z.b wenn es nur Abgeordnete ohne Fraktionszwang gibt. Dann hätte man auch wieder langwierige Diskussionen.
Ich halte die Frage für sehr unglücklich, weil sie stark von der Interpretation vieler Begriffe
wie Fortschritt, Demokratie, Einparteiensystem usw. abhängt.
Besser wäre wohl die Frage:
"Ein starker Führer ist besser für die Gesellschaft als viele Parteien?"

Der Political Compass ist IMO ein netter Partygag, der cum grano salis zu
nehmen ist. Wahlempfehlungen gibt er dir ja nicht und so intranspararent
ist er auch nicht - bei jeder Frage ist ersichtlich, wohin der Hase läuft.

ich kann mir gut vorstellen, dass man das ganze geschickter und professioneller
machen könnte. Interessant wäre auch die Korrelation mit den Big Five (Persönlichkeitseigenschaften).

wieso, wurdest du nach Auswertung der Fragen als libertärer Linker
eingestuft?

ich würde mich eher leicht rechts statt links einschätzen.
Aber dazu müsste man wohl einige Fragen mit "strongly" beantworten.

OT/2: Politischer Kompass

kein abel, Saturday, 16.10.2010, 03:16 (vor 5569 Tagen) @ Tätiger

qualitativ mag das stimmen, aber für die Koordinatenberechnung
bekommen die verschiedenen Antworten bestimme Gewichtungen
und deren Kalibrierung ist mir unklar.

ich habe den Eindruck, die Fragen sind a priori gar nicht gewichtet und werden durch "strongly" gewichtet. Ich habe mal versucht, alle Fragen jeweils links-libertär und rechts-autoritär zu beantworten und hab's bis auf eine kleine Abweichung (eine "falsche" Frage?) jeweils zur Mitte hin geschafft, in das rechts-obere und links-untere Eck zu kommen. Eine tendenzielle Kalibrierung der - rechnerischen - Auswertung nach links unten dürfte es damit nicht geben.

ich denke damit interpretierst du die Frage falsch.
Dort steht nichts von gesellschaftlichem Fortschritt.

Das Einparteiensystem ist aber keine Demokratie, hier gilt als Fortschritt selbstverständlich die gewünschte Entwicklung aus Sicht der Partei.

Der einzig objektive bestimmbare Fortschritt in einem demokratischen
System
ist eine Mehrheitsentscheidung.

wie du diese Definition aus dem Text entnimmst, ist mir allerdings ein Rätsel. Fortschritt bedeutet immer Veränderung. Eine Mehrheitsentscheidung kann aber auch einen Gesetzesentwurf abschmettern und somit den Status Quo beibehalten. Wenn alles beim Alten bleibt, kann man nicht von Fortschritt sprechen. Die Konservativen sprechen ja auch selbst davon, Bewährtes erhalten zu wollen. Wenn ich meinen Computer kaputtschlage, ist das ja auch kein technologischer Fortschritt, auch wenn die Handlung durch mein Besitzrecht legitimiert ist.

Keine Ahnung, ob man den Political Compass besser gestalten könnte. Das Problem ist auch, das viele Fragen bereits eine bestimmte politische Ordnung voraussetzen. Wieso sollte der virtuell antwortende Stalin z.B. dafür eintreten, dass Unternehmen stärker gesetzlich reguliert werden (laut Compass links)? In der Sowjetunion waren die doch eh in staatlicher Hand.

Es bleibt letztlich halt ein Gag.

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