Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Julius Evola: Feminismus und heroische Tradition

Oliver, Tuesday, 12.10.2010, 10:59 (vor 5573 Tagen)

Feminismus und heroische Tradition
selbst gegenüber: d.h. für ihre Unfähigkeit, zu sein und zu gelten, was sie ist; als Frau und nicht als Mann. Dem Feminismus liegt die Prämisse zugrunde, ...

http://www.velesova-sloboda.org/archiv/pdf/evola-feminismus-und-heroische-tradition.pdf

Julius Evola – Wikipedia
Julius Evola (eigentlich Baron Giulio Cesare Andrea Evola; * 19. Mai 1898 in Rom ; † 11. Juni 1974 ebendort) war ein italienischer Kulturphilosoph und ...

--

Liebe Grüße
Oliver


[image]

Das steht drin:

Gewaltiger, Tuesday, 12.10.2010, 14:22 (vor 5573 Tagen) @ Oliver

http://www.velesova-sloboda.org/archiv/pdf/evola-feminismus-und-heroische-tradition.pdf

(Auszüge. Hervorhebungen durch mich.)

Die bolschewistische Gleichberechtigung der Frau dem Mann gegenüber in jeder sozialen, rechtlichen und politischen Hinsicht findet in der Tat vollständige Entsprechung in der Emanzipation, die die Frau durch den Feminismus jenseits des Ozeans schon erlangt hatte. [...]

Auf solchem Weg gestaltete sich auch die Grundlage für eine hierarchische Ordnung in der Familie, der Gens, der Stadt, und schließlich im Reich selbst, eine Hierarchie, die sich nicht durch Gewalt und Unterdrückung, sondern spontan, aus der Anerkennung der Naturunterschiede zwischen Menschen, Geschlechtern und Rassen herausbildete. [...]

Die "Emanzipation" der Frau mußte schicksalsmäßig derjenigen der Sklaven und der Verherrlichung der Standes- und Traditionslosigkeit, d.h. des antiken Paria folgen. Und man hat eine Abdankung für eine Eroberung gehalten.

Nach Jahrhunderten der "Versklavung" wollte die Frau frei werden und für sich selbst bestehen. Der Feminismus war aber nicht imstande, der Frau eine andere Persönlichkeit zu verleihen, als sie die bloße Nachahmung der männlichen geben kann. Dadurch sind ihre Ansprüche nichts als eine Maske für ein gründliches Mißtrauen der neuen Frau ihr selbst gegenüber: d.h. für ihre Unfähigkeit, zu sein und zu gelten, was sie ist; als Frau und nicht als Mann.

Dem Feminismus liegt die Prämisse zugrunde, daß die Frau als solche keinen Wert hat, daß sie nur gelten kann, insofern sie so weit wie möglich zum Manne wird und dieselben Prärogativen des Mannes in Anspruch nimmt. Daher ist der Feminismus ein Symptom der Entartung im strengsten Wortsinn. Und wo die traditionsverwurzelte Ethik verlangte, daß Mann und Frau immer mehr sie selbst werden, mit immer kühneren Prägungen das ausdrückten, was den einen zum Manne, die andere zur Frau stempelt – da sehen wir, daß die "modernen" Bewegungen nach Nivellierung streben, nach einem Zustand, der tatsächlich nicht jenseits, sondern diesseits der geschlechtlichen Individuation und Differenzierung liegt. [...]

Dabei ist leicht vorherzusehen, wohin auch in materieller Hinsicht die Verhältnisse zwischen den beiden Geschlechtern auf dieser Grundlage münden müssen. In der Liebe, wie im Magnetischen und Elektrischen, ist der schöpferische Funke desto größer und lebendiger, je entschlossener die Polarität, d.h. die Differenzierung der Geschlechter ist: je mehr der Mann wirklich Mann und die Frau wirklich Frau ist. In der Welt der "evoluten" und "emanzipierten" Frau kann es wohl die Promiskuität einer zweideutigen Kameradschaft, von blassen "intellektuellen" Sympathien oder einen neuen banalen kommunistischen Naturismus geben: nicht mehr aber die Liebe in jenem tiefen elementaren Sinn aufgefaßt, in dem die Alten in ihr eine kosmische Urkraft erkannten.

So wie der soziale Egualitarismus die früheren männlichen lebendigen Beziehungen zwischen Krieger und Krieger, Fürst und Untertan abgeschafft hat, so wird gleichfalls der feministische Egualitarismus immer mehr zu einer geschmacklos entstellten Welt führen.
Die Vorhut einer solchen Welt – Rußland und Amerika – ist bereits vorhanden und vermittelt uns die bedeutsamsten Warnungen. Alles steht aber im Zusammenhang, sowohl im Verfall wie in der Wiedergeburt. Wenn von der Dekadenz der modernen Frau gesprochen wird, muß jedoch nicht vergessen werden, daß letzten Grundes der Mann für eine solche Dekadenz verantwortlich ist.

Hier kommt eine Anschauung zur Sprache, mit der ich mich voll einverstanden erklären kann!

trel

Stupid, it's economy: Frauen und Kapitalismus (Versuch)

Cardillac, Tuesday, 12.10.2010, 14:27 (vor 5573 Tagen) @ Gewaltiger

Der Kapitalismus lebt schon lange nicht mehr von der Güterproduktion, die noch insofern einen rationalen Kern hatte, weil das produktive Vermögen eines Menschen durch seine erzeugten Waren, von deren Marktwert ihm ein Teil als Lohn zukam, messbar wurde.

Der Kapitalismus lebt inzwischen vom Schuldenmachen, d.h. Beleihung einer Zukunft, in der die Ökonomie angeblich wieder zur rationalen Warenproduktioon zurückfindet. Deutschland als Exportnation lebt insbesondere von der Verschuldung anderer Nationalökonomien. Die Entkopplung des Geldes von der warenproduzierenden Arbeit ist vielleicht die tiefere Grundlage für die gesellschaftliche Segregation in Anspruchs- und Opfermillieus.

Die Sache ist nämlich die: Alle Lebensgrundlagen sind nur noch über den Markt erhältlich: Aber die einzige Gegenleistung, die ein Mensch anzubieten hat, seine Ware Arbeitskraft, ist nur schwer zu verkaufen.

Um die Titanic über Wasser zu halten pumpen die Staaten oder Finanzmärkte virtuelles Geld ins System. (Keyensianismus bevorzugt den Staat und rekrutiert dafür Sozialdemokraten und „Linke“; Neoliberalismus bevorzugt die Finanzmärkte und rekrutierte Konservative und Liberale, bei uns auch die Schröder-Fischer-Bande)

Es gibt keine objektiven Maßstäbe, nach denen Geld verteilt wird, welches keine Basis mehr in produktiver Arbeit hat.

In diese Gesellschaft des entsubstanziierten, virtuellen Geldregens sind die Frauen erstmalig und massenhaft zum Kapitalismus gestoßen. Ihr Opferstatus, ihre Förderbedürftigkeit, ihr idiotisches Bedürfnis nach ständiger Neudekoration, die egozentrierte Weltsicht, ihre ständiger Identitätswandel nach marktmedialen Konformitätsmustern undsoweiterundsoweiter, machte Frauen zu den Leitfiguren der Zeit des virtuellen Geldes. Kalt und höhnisch lachen sie über den „produktiv sozialisierten“ Mann, der immer Sachen herstellen will und nichts davon hat. Sie bekommen viel mehr und alles viel einfacher. Allenfalls suchen sie Nähe zum metrosexuellen Yuppie, der ihnen ähnlich ist. Andere Gruppierungen, z.B. Homosexuelle konnten sich in ähnliche Erfolgsmuster integrieren.

Und so versteht Mann die Welt nicht mehr: Er, der alles erdacht und erzeugt hat, läuft im eigenen Haus als Fremder orientierungslos herum. Alle gesellschaftlichen Institutionen, die er gründete, begünstigen mit einer manischen Besessenheit die Privilegierung eines jeden Wichtigtuers, vor allem der weiblichen. Dieses Millieu ist inzwischen so selbstbewusst und erfolgreich, dass es Männer massenhaft abspaltet und ihnen Katzentische bei sich zuweist. Es sind unsere Pudel.

Aber diese Titanic hat in der Finanzkrise den Eisberg gerammt. Sie wird jetzt schubweise sinken. Der produktive Arbeitskapitalismus wird nicht wieder kommen, die virtuelle Geldparty ist vorbei. Beide Geschlechter werden sich was Neues überlegen müssen. Das hochnäsige und korrupte Zeitalter der Frau wird vergessen sein. Die Destruktionskräfte des untergehenden Kapitalismus werden so groß sein. dass wir uns nachtragendes Verhalten nicht leisten sollten.

??? Hier geht es nicht um Kapitalismus!

Gewaltiger, Tuesday, 12.10.2010, 14:58 (vor 5573 Tagen) @ Cardillac

Der Kapitalismus lebt schon lange nicht mehr von der Güterproduktion, [usw.]

Du hast gemerkt: Der Mann positioniert sich irgendwie "rechts", also konservativ, ist folglich - glaubst du - Kapitalist.

Was für ein merkwürdiges Schema-Denken!

Es gibt konservativen Kapitalismus, aber auch kommunistischen (Sowjet-) Kapitalismus.

Oh, diese System-Ingenieure - sie mögen doch bitte auf den Menschen, wie er ist (in diesem Falle ist es Julius Evola) sich einmal einlassen!

??? Hier geht es nicht um Kapitalismus!

Garfield, Tuesday, 12.10.2010, 17:12 (vor 5573 Tagen) @ Gewaltiger

Hallo Gewaltiger!

Ich denke, Cardillac meinte das ganz anders.

In früheren Zeiten war es so, daß die Gütererzeugung relativ gering war. Viele Menschen arbeiteten vor allem für ihren eigenen Unterhalt, die geringe Überproduktion wurde vertauscht und später, als es Geld gab, verkauft.

Allmählich wuchs die Gütererzeugung, und durch das nun existierende Geld vereinfachte sich auch der Güter-Tausch. Man konnte nun auch Kredite geben und so Konsum generieren. Wenn ein Kredit nicht zurück gezahlt werden konnte, war das auch kein Problem, denn es wurden ja überall jede Menge menschliche Arbeitskräfte benötigt, also mußte der Schuldner seine Schulden dann eben abarbeiten.

Als sich der Kapitalismus herausbildete, war das zunächst auch noch so. Jedoch wuchs die Gütererzeugung nun plötzlich viel stärker an als jemals zuvor. Schnell wurde zunächst in einzelnen Geschäftsbereichen, zunehmend aber generell der Punkt erreicht, an dem die Binnenmärkte all die produzierten Güter nicht mehr aufnehmen konnten. Da es anfangs nur wenige Industrieländer gab, wurde dann halt verstärkt exportiert, und um zum einen Märkte für den Export zu sichern, zum anderen aber auch, um Rohstoffe für die immer weiter wachsende Produktion zu bekommen, wurden Kolonien auf die eine oder andere Art gewonnen.

Aber die Produktion wuchs immer weiter, und die Zahl der Industrieländer nahm zu, was Exporte erschwerte und Kämpfe um Kolonien auslöste. Es kam nun immer öfter zu globalen Wirtschaftskrisen, und die erhöhten den Drang zur Automatisierung der Produktion weiter.

Kriege, insbesondere die beiden Weltkriege, entschärften die Situation zeitweise, weil die Produktionskapazitäten während des Krieges für die Rüstung und danach teilweise für den Wiederaufbau verwendet werden konnten. Auch gab es durch Kriegsverluste zeitweise sogar Arbeitskräftemangel.

Aber die Automatisierung ging weiter. Damit wurden immer mehr menschliche Arbeitskräfte überflüssig. Das erhöht die Erwerbslosenzahlen, drückt die Löhne, und beides schwächt dann die Binnenmärkte.

Kolonien heißen heute "Entwicklungsländer", und der Konsum dieser Kolonien wird über Spenden und Steuergelder finanziert - das nennt sich "Entwicklungshilfe". Aber auch diese "Entwicklungsländer" sind wirtschaftlich nicht mehr so rückständig wie noch vor 100 Jahren. Man wird da nicht mehr die gesamte Überproduktion los. Überhaupt wächst die Zahl der hochindustrialisierten Länder immer weiter, was auch noch die Konkurrenz auf den Weltmärkten verschärft.

Wie also heute noch Geld verdienen? Man schafft sich imaginäre Geld- und "Wert"-Papier-Kreisläufe. Da wird dann mit Aktien gehandelt, die man nicht besitzt; überhaupt kann man nur mit einem Mausklick große Summen "verdienen" - reale Arbeitsleistung steckt nicht mehr dahinter. Aber irgendjemand muß das letztendlich finanzieren. Wenn das nicht klappt, platzt die Blase irgendwann, und wer Geld da rein gesteckt hat, stellt nun fest, daß es plötzlich weg ist. Und versucht dann natürlich, die Verluste irgendwie wieder wettzumachen.

Man kann sich also nicht wirklich von der realen Welt lösen, also versucht man, durch diverse Tricks die Märkte künstlich zu stärken. Z.B. auch, indem man denjenigen, die das Geld leichter ausgeben, mehr Geld verschafft. Und diese Gruppen dann natürlich intensiv mit Werbung berieselt, um ihnen das Geld gleich wieder abzunehmen. Man führt zunehmend die Möglichkeit für Ratenzahlungen ein, mittlerweile sogar schon für Produkte, die weniger als 100 Euro kosten. Vor diesem Hintergrund muß man diverse Maßnahmen zur Bevorzugung von Frauen sehen, und auch den ausufernden Sozialstaat. Es ist kein Zufall, daß in staatlichen "Konjunkturpaketen" oft auch Erhöhungen von Sozialleistungen enthalten sind.

Aber es gibt da noch ein wachsendes Problem: Wenn jemand seine durch diverse Ratenzahlungen und Kleinkredite angewachsenen Schulden nicht mehr zurück zahlen kann, dann ist es heute nicht mehr so einfach, sie abzuarbeiten. Denn es werden ja immer weniger menschliche Arbeitskräfte benötigt.

Das zeigte sich schon vor Jahren in den USA. Da hat man ja jahrelang fast jedem einen Kredit für Bau oder Kauf eines Hauses gegeben. Als viele dieser Kredite letztendlich platzten, stellte sich heraus, daß die Häuser vor der Kreditvergabe oft viel zu hoch bewerten worden waren, und von den Kreditkunden war auch häufig nichts zu holen. So gab es dann prompt eine große Finanzkrise.

Das geht aber immer so weiter, und so wird es immer wieder solche Krisen geben. Die werden den Drang zu mehr Effizienz und damit zur Automatisierung weiter erhöhen, es werden also immer weniger Menschen für Produktion und Dienstleistungen benötigt werden, die Binnenmärkte werden somit noch schwächer, und man wird immer fatalere Verrenkungen vollführen, um diese Märkte noch etwas länger zu erhalten.

So gräbt der Kapitalismus sich selbst das Wasser ab.

Freundliche Grüße
von Garfield

Ging es um Evolas Feminismuskritik oder um eure Kapitalismuskritik?

Gewaltiger, Tuesday, 12.10.2010, 20:19 (vor 5572 Tagen) @ Garfield

Hallo Garfield!

Du magst recht haben in dem, was du sagst (oder auch nicht, ich weiß es nicht).

Aber ich bedaure jedesmal, wenn eine Persönlichkeit, die Thema eines Threads ist, zum Anlaß wird, um wirtschaftliche Fragen zu erörtern.

Es geht bzw. ging hier um einen Menschen! Einen Menschen in seiner Einmaligkeit; und noch dazu um einen bedeutenden, einflußreichen Menschen, der etwas Eigenständiges zum Thema diess Forums zu sagen hat(te)!

Die Wirtschaft ist zwar ein wichtiger Teil des Lebens; ebenso sind es ihre Ideologien, Kapitalismus und Marxismus. Aber gerade der Sexismus läßt sich damit nur gewaltsam "erklären".

Das Thema ist in gewisser Weise obsolet.

o Der kapitalistisch-marxistische Weltanschauungskrieg liegt hinter uns.

o Der völkisch-rassistische Weltanschauungskrieg liegt auch hinter uns.

o Der sexistische Weltanschuungskrieg ist Gegenwart. Er bezeugt sich im pränatalen Massenmord und in der Männer/Väter-Verfolgung.

Das sind nicht nur zeitlich verschiedene Epochen; auch thematisch sind sie verschieden!

o Anfangs ging es um Armut/Reichtum, um den Erwerbstrieb (frühkindliche Entsprechung: "orale Phase").

o Dann ging es um Macht, Lebensraum.

o Heute geht es um pervertierte Liebe, die zum Geschlechterkrieg entartet.

Da haben wir die drei Grundtriebe des Menschen, zu deren Begrenzung die Klosterregeln lauten: Armut, Demut, Keuschheit.

Gewiß fällt immer ein Licht vom einen auch aufs andere Thema. Aber der kapitalistisch-marxistische Monokausalismus ermüdet heute.

Freundliche Grüße
Thomas Lentze

Ging es um Evolas Feminismuskritik oder um eure Kapitalismuskritik?

Garfield, Tuesday, 12.10.2010, 21:06 (vor 5572 Tagen) @ Gewaltiger

Hallo Thomas!

... ebenso sind es ihre Ideologien, Kapitalismus und Marxismus.

Ich denke, es geht gar nicht so sehr um Ideologien. Ideologien bleiben entweder brotlose Künste, oder sie werden Mittel zum Zweck. Nur wenn Letzteres der Fall ist, kann es "Weltanschauungskriege", wie du es nennst, geben. Das geschieht dann, wenn zwei mächtige Gruppierungen gegensätzliche Interessen haben. Die Ideologien dienen dann jeder Seite vor allem als eine Art Leim, der ihre Gefolgschaft zusammen hält.

o Anfangs ging es um Armut/Reichtum, um den Erwerbstrieb (frühkindliche Entsprechung: "orale Phase").

Darum geht es immer noch. Das ist einer der wesentlichen Punkte. Übrigens kannst du die Gier nach Macht hier auch schon mit einreihen, denn die findet man auch im Tierreich schon.

Es spielt sich heute nur teilweise in größeren Maßstäben ab. Der "kleine" Mann läßt sich auch heute noch manchmal aus Gier nach Besitz dazu verleiten, z.B. jemanden zu überfallen und auszurauben. Der "große" Mann dagegen hat andere Mittel. Er kann andere ganz legal ausplündern, wenn er dem Staat einen Anteil von der Beute abgibt. Noch komplizierter wird das heute, weil der "große" Mann noch nicht einmal selbst etwas tun muß, um andere auszuplündern - dafür hat er einige "mittlere" Männer (oder auch Frauen), die das für ihn übernehmen. Auf diese Weise wird er auch die Verantwortung dafür sehr einfach los und muß nicht einmal mehr ein schlechtes Gewissen haben. Diejenigen, die für ihn arbeiten, haben meist auch keins, denn sie erfüllen ja alle nur ihre Vorgaben von oben...

Der Geschlechterkampf ist zum einen auch so ein Mittel, um die Ausplünderung der Bevölkerung voranzutreiben. Zum anderen beruht er aber auch auf gewissen Faktoren, die sich im Laufe der Zeit zwischen den Geschlechtern eingespielt haben. Vor allem darauf, daß Frauen es gewohnt sind, Forderungen an Männer zu stellen, während Männer dazu neigen, Frauen möglichst alles recht zu machen. Wenn Frauen aber keine Grenzen gesetzt werden, dann fordern sie immer mehr und mehr, und die Männer strampeln sich ab, um es ihnen weiterhin recht zu machen. Das geht aber nicht lange gut, und schon haben wir einen massiven Konflikt.

Das, was du als "kapitalistisch-marxistischen Monokausalismus" bezeichnest, kann man bei dem Thema nicht so einfach ausblenden. Wir leben nun einmal in einer Welt, die zwar gern humanistische Ideale propagiert, diese jedoch trotzdem häufig mit Füßen tritt. Das hat natürlich vielfältige Auswirkungen auch auf die Beziehung zwischen den Geschlechtern. Blendet man das aus, dann kann man diese Beziehung nicht mehr richtig verstehen. Das ist auch dann so, wenn ich mit meiner Meinung falsch liegen sollte. Der Mensch ernährt sich nun einmal nicht von Idealen und Träumen, sondern von seiner materiellen Umwelt. Das hat Einfluß auf alle Aspekte des Lebens.

Freundliche Grüße
von Garfield

Stupid, it's economy: Linke und komplizierte Dummheit

Borat Sagdijev, Tuesday, 12.10.2010, 16:32 (vor 5573 Tagen) @ Cardillac

Der Kapitalismus lebt schon lange nicht mehr von der Güterproduktion, die
noch insofern einen rationalen Kern hatte, weil das produktive Vermögen
eines Menschen durch seine erzeugten Waren, von deren Marktwert ihm ein
Teil als Lohn zukam, messbar wurde.

Und ein Computer ist wohl das Sinnloseste was der Mensch je erfunden hat: Er produziert keine Waren, kostet aber Geld und braucht Strom!

Ist dir schonmal "virtuelle Ware" oder "intellectual property" in den Sinn gekommen?

insbesondere von der Verschuldung anderer Nationalökonomien. Die
Entkopplung des Geldes von der warenproduzierenden Arbeit ist vielleicht
die tiefere Grundlage für die gesellschaftliche Segregation in Anspruchs-
und Opfermillieus.

Der Kapitalismus lebt neuerdings von der Automation der Arbeit und von der Abstraktion der Arbeit von den Händen. Scheinbar Schwer für Linke zu verstehen mit Ihrem angestaubten Werkzeugkasten (Gehirn) dem seit Karl Marx keine neuen Werkzeuge dazugekommen sind.
Wie ein Hufschmied der mit seinem Werkezug vor 100 Jahren eine Reifenwerkstatt betreiben will.

Die Sache ist nämlich die: Alle Lebensgrundlagen sind nur noch über den
Markt erhältlich: Aber die einzige Gegenleistung, die ein Mensch anzubieten
hat, seine Ware Arbeitskraft, ist nur schwer zu verkaufen.

Und warum ist die Arbeitskraft schwer zu verkaufen?
Weil es uns als Wohltat von Politik und Gewerkschaften verkauft wurde dass Arbeit immer teurer wurde.
Eine Preisfrage. Zu viele sind sich chronisch mehr wert als dem potentiellen Arbeitgeber.

Um die Titanic über Wasser zu halten pumpen die Staaten oder Finanzmärkte
virtuelles Geld ins System. (Keyensianismus bevorzugt den Staat und
rekrutiert dafür Sozialdemokraten und "Linke"; Neoliberalismus bevorzugt
die Finanzmärkte und rekrutierte Konservative und Liberale, bei uns auch
die Schröder-Fischer-Bande)

Die Politik hat uns Geschenke gemacht die wir nun selbst bezahlen müssen.
Die Politik hat sich mit diesen Geschenken Macht und eine Gefolgschaft gekauft und gezüchtet.

Es gibt keine objektiven Maßstäbe, nach denen Geld verteilt wird, welches
keine Basis mehr in produktiver Arbeit hat.

Und keiner gibt dir Geld, obwohl du doch so gute Maßstäbe hättest.

hat. Sie bekommen viel mehr und alles viel einfacher. Allenfalls suchen sie
Nähe zum metrosexuellen Yuppie, der ihnen ähnlich ist. Andere
Gruppierungen, z.B. Homosexuelle konnten sich in ähnliche Erfolgsmuster
integrieren.

Ist das nicht einfach ein Wohlstandseffekt?
Wohlstand wird vom Staat verschenkt, so hat die Frau weniger Motivation Ihrem klassischen Geschäft (mit Mann und Kind) nachzugehen um davon abzubekommen.

manischen Besessenheit die Privilegierung eines jeden Wichtigtuers, vor
allem der weiblichen. Dieses Millieu ist inzwischen so selbstbewusst und
erfolgreich, dass es Männer massenhaft abspaltet und ihnen Katzentische bei
sich zuweist. Es sind unsere Pudel.

Du lässt dich zu sehr von der Show des narzisstischen, histrionischen Geschlechts beeindrucken.

werden sich was Neues überlegen müssen. Das hochnäsige und korrupte
Zeitalter der Frau wird vergessen sein. Die Destruktionskräfte des
untergehenden Kapitalismus werden so groß sein. dass wir uns nachtragendes
Verhalten nicht leisten sollten.

Zuerst werden wir die Geschenke bezahlen müssen die uns die Politik gemacht hat. Und das wird Hart.

--
Afrika hat Korruption?
Deutschland ist besser, es hat Genderforschung und bald eine gesetzlich garantierte Frauenquote.

Lösungsvorschlag

Garfield, Tuesday, 12.10.2010, 18:29 (vor 5573 Tagen) @ Borat Sagdijev

Hallo Borat!

Und warum ist die Arbeitskraft schwer zu verkaufen? Weil es uns als Wohltat von Politik und Gewerkschaften verkauft wurde dass Arbeit immer teurer wurde. Eine Preisfrage. Zu viele sind sich chronisch mehr wert als dem potentiellen Arbeitgeber.

Nachdem du das schon so messerscharf analysiert hast, solltest du auch den ersten Schritt tun, um etwas daran zu ändern. Geh einfach heute noch zu deinem Chef und sage ihm, daß dein Gehalt viel zu hoch ist. Schlage ihm als zukünftigen Stundenlohn, sagen wir mal, 1 Euro vor. Verzichte dann weiterhin auch darauf, irgendwelche Sozialleistungen als Aufstockung zu beantragen, denn du möchtest doch sicher kein Sozialschmarotzer sein. Und dann warte auf die Glücksseligkeit, die dich und alle, die deinem leuchtenden Beispiel folgen werden, bestimmt bald erreichen wird.

Freundliche Grüße
von Garfield

Eigenverantwortung ist böse?

Borat Sagdijev, Wednesday, 13.10.2010, 02:20 (vor 5572 Tagen) @ Garfield

Das ist aus Sicht eines Arbeitnehmers eine wahrhaft aufopferungsvolle Preisfindungsstrategie.
Ich habe nicht vor mich zu Opfern. Da ich keinen Chef in dem Sinne hab auch nicht für Kunden.
Ich mach halt etwas zu einem Preis das mir abgekauft wird oder ich lasse es, so wie es gerade passt.
Ich brauche keine Gewekschaft die mir ein Preisschild aufklebt und keinen Staat der mir einen "Trostpreis" gibt.

--
Afrika hat Korruption?
Deutschland ist besser, es hat Genderforschung und bald eine gesetzlich garantierte Frauenquote.

Eigenverantwortung ist böse?

Garfield, Wednesday, 13.10.2010, 03:26 (vor 5572 Tagen) @ Borat Sagdijev

Hallo Borat!

Ich habe nicht vor mich zu Opfern.

Aha. Aber andere sollen das?

Ich mach halt etwas zu einem Preis das mir abgekauft wird oder ich lasse es, so wie es gerade passt.

Und was meinst du, was passiert, wenn kaum noch jemand Geld hat, um dir etwas abzukaufen?

Freundliche Grüße
von Garfield

Eigenverantwortung ist böse?

Borat Sagdijev, Wednesday, 13.10.2010, 04:29 (vor 5572 Tagen) @ Garfield

Aha. Aber andere sollen das?

Ich plädiere für Eigenverantwortung. (ein höheres Maß als aktuell)
Willst du mir das als Aufforderung zum Opfern diffamieren?

Und was meinst du, was passiert, wenn kaum noch jemand Geld hat, um dir
etwas abzukaufen?

Geld wird mehr, nennt sich Inflation.
Es ist also eher eine Frage wer das Geld hat und wofür er es ausgeben will/tut.
Will mir einer nix mehr abkaufen dann kann ich über meine Leistung und den Preis nachdenken, es bei einem Anderen versuchen oder den Kopf in den Sand stecken.

--
Afrika hat Korruption?
Deutschland ist besser, es hat Genderforschung und bald eine gesetzlich garantierte Frauenquote.

Eigenverantwortung ist böse?

Garfield, Wednesday, 13.10.2010, 13:34 (vor 5572 Tagen) @ Borat Sagdijev

Hallo Borat!

Ich plädiere für Eigenverantwortung. (ein höheres Maß als aktuell)

Es ging ja darum, daß du geschrieben hast, daß es der Bevölkerung als Vorteil verkauft wurde und wird, daß Arbeit immer teurer wurde. Letztendlich impliziert diese Aussage, daß du das deutsche Lohnniveau für zu hoch hältst. Ist Lohnverzicht für dich eigenverantwortlich? Denn sonst verstehe ich den Zusammenhang nicht.

Aber was genau soll denn nun ein Langzeit-Erwerbsloser deiner Meinung nach tun? Es ist nun einmal eine Tatsache, daß die Zahl der offenen Stellen deutlich niedriger ist als die Erwerbslosenzahl. Das bedeutet: Selbst wenn sich alle Erwerbslosen extrem abstrampeln würden, könnte trotzdem nicht jeder einen Job finden. Weil einfach nicht genug Jobs da sind.

Dazu kommt noch, daß die allermeisten Firmen heute nicht mehr bereit sind, Stellenbewerber, die keine passende Qualifikation haben, umzuschulen oder weiterzubilden. Was soll nun ein Stellenbewerber tun, wenn er in der Branche, wo er früher tätig war, einfach nichts mehr findet? Sicher, es gibt die Möglichkeit, Schul- und Hochschulabschlüsse z.B. per Fernstudium nachzuholen und ähnliches. Aber das kostet viel Geld. Wie soll ein Erwerbsloser das bezahlen? Vor allem, wenn er vorher schon nur mies verdient hat und keinerlei Rücklagen bilden konnte?

Und nun schreib bitte nicht, jeder könne sich selbstständig machen. Ich kenne genug Leute, die das versucht haben, weil sie keine andere Möglichkeit sahen und dabei übel über den Tisch gezogen wurden. In manchen Branchen geht das mit etwas Glück und Kompetenz noch, aber eben nicht in allen. Das Problem besteht da auch noch darin, daß die Binnenmärkte immer schwächer werden. So wird es gerade für Existenzgründer, die direkt an Endverbraucher verkaufen wollen, immer schwerer.

Geld wird mehr, nennt sich Inflation.

Ja, dann werden die Kosten aber auch mehr.

Es ist also eher eine Frage wer das Geld hat und wofür er es ausgeben will/tut.

Genau. Das Problem besteht auch darin, daß immer mehr Besitz in immer weniger Hände wandert. Die Mittelschicht blutet allmählich finanziell aus, und damit brechen immer mehr Binnenmärkten die Käufer weg. Ein kleiner Händler oder Handwerker kann dagegen gar nichts tun. Nach der letzten Mehrwertsteuer-Erhöhung sagte ein Heizungsmeister aus meinem Bekanntenkreis, daß er echt überlegt hat, ob er seine Firma schließt. Viele Menschen hatten Aufträge vorgezogen, und davon profitierten vor allem größere Firmen, die viele Mitarbeiter haben und sich auch locker noch Zeitarbeiter dazu holen konnten. Für viele kleine Firmen brachte das nur wenig Mehrumsatz, weil sie nicht genug Leute für so viele Aufträge auf einmal hatten und auch nicht mehr einstellen wollten, weil sie ja wußten, daß das nur ein Strohfeuer sein wird. Danach kam dann aber die große Flaute - da mußten sie dann zusehen, wie sie ganz ohne Aufträge monatelang über die Runden kommen. Das war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Noch gibt es ältere Leute, die gute Renten bekommen oder noch gutbezahlte Jobs haben. Aber wenn ich sehe, welche Einstiegsgehälter junge Leute heute haben; daß Menschen betriebsbedingte Kündigungen bekommen und danach über eine Zeitarbeitsfirma wieder an ihre alte Firma vermittelt werden und dort exakt dieselbe Arbeit machen wie zuvor, nur für den halben Lohn; wieviele sich auch mit Hochschulabschluß nur von einem unbezahlten Praktikum zum nächsten hangeln und wieviele überhaupt keinen Job finden; dann seh ich wirklich schwarz für die Zukunft. Vor allem, wenn man dann auch noch von Fachkräftemangel faselt und immer noch mehr Einwanderer ins Land holen sowie mehr Frauen auf den Arbeitsmarkt drängen will.

Freundliche Grüße
von Garfield

Anspruchshaltung

Borat Sagdijev, Wednesday, 13.10.2010, 18:34 (vor 5572 Tagen) @ Garfield

Ich plädiere für Eigenverantwortung. (ein höheres Maß als
aktuell)

Es ging ja darum, daß du geschrieben hast, daß es der Bevölkerung als
Vorteil verkauft wurde und wird, daß Arbeit immer teurer wurde.
Letztendlich impliziert diese Aussage, daß du das deutsche Lohnniveau für
zu hoch hältst. Ist Lohnverzicht für dich eigenverantwortlich? Denn sonst
verstehe ich den Zusammenhang nicht.

Aufgeben der Anspruchshaltung ist eigenverantwortlich.

Aber was genau soll denn nun ein Langzeit-Erwerbsloser deiner Meinung nach
tun? Es ist nun einmal eine Tatsache, daß die Zahl der offenen Stellen
deutlich niedriger ist als die Erwerbslosenzahl. Das bedeutet: Selbst wenn
sich alle Erwerbslosen extrem abstrampeln würden, könnte trotzdem nicht
jeder einen Job finden. Weil einfach nicht genug Jobs da sind.

Keine Arme keine Kekse. Irgendwann ist schluss.
Was nervt ist dass so viele Leute sich den Ellenbogen angestoßen haben um sich als Contergan-Opfer zu verkaufen um eine eigene immer gefüllte Keksdose vor den Mund gehalten zu bekommen.
Wie Frauenförderung.

Durch die Arbeitskosten (deren Preistreiber ich ja schon erwähnte) ist die Schwelle für einen "Arbeitsplatz" entsprechend hoch. Es macht keinen Sinn Arbeitsplätze unter dieser Schwelle anzubieten, die will keiner haben.

Dazu kommt noch, daß die allermeisten Firmen heute nicht mehr bereit
sind, Stellenbewerber, die keine passende Qualifikation haben, umzuschulen
oder weiterzubilden. Was soll nun ein Stellenbewerber tun, wenn er in der
Branche, wo er früher tätig war, einfach nichts mehr findet? Sicher, es
gibt die Möglichkeit, Schul- und Hochschulabschlüsse z.B. per Fernstudium
nachzuholen und ähnliches. Aber das kostet viel Geld. Wie soll ein
Erwerbsloser das bezahlen? Vor allem, wenn er vorher schon nur mies
verdient hat und keinerlei Rücklagen bilden konnte?

Betteln gehen, wer so schwer vom Schicksal getroffen wurde der kann doch mit solch herzzerreißenden Geschichten bestimmt eine Ausbildung finanzieren.

Und nun schreib bitte nicht, jeder könne sich selbstständig machen. Ich
kenne genug Leute, die das versucht haben, weil sie keine andere
Möglichkeit sahen und dabei übel über den Tisch gezogen wurden. In
manchen Branchen geht das mit etwas Glück und Kompetenz noch, aber eben
nicht in allen. Das Problem besteht da auch noch darin, daß die
Binnenmärkte immer schwächer werden. So wird es gerade für
Existenzgründer, die direkt an Endverbraucher verkaufen wollen, immer
schwerer.

Die Binnenmärkte werden Schwächer weil der chinesische und rumänische Arbeiter auch was von unserem Wohlstand wollte und es bekommt. Weil die "Mittelschicht" zum Mediamarkt rennt und das billige china-flat-TV kauft und nicht den Grundig Fernseher. Unsere Arbeitskosten halfen dabei.
Sie sind auch Schwach weil der Staat einen erheblichen Teil des Geldes in sein die Binnenmärkte austrocknendes, starres und ineffektives System zweigt.

Geld wird mehr, nennt sich Inflation.

Ja, dann werden die Kosten aber auch mehr.

Es ist also eher eine Frage wer das Geld hat und wofür er es ausgeben
will/tut.

Genau. Das Problem besteht auch darin, daß immer mehr Besitz in immer
... herzzerreißende Geschichten ...
Arbeitsmarkt drängen will.

Die Welt wird untergehen, und schuld sind die Kapitalisten.
Du solltest selbstmordgefährdete ehrenamtlich Betreuen.

--
Afrika hat Korruption?
Deutschland ist besser, es hat Genderforschung und bald eine gesetzlich garantierte Frauenquote.

Anspruchshaltung

Garfield, Wednesday, 13.10.2010, 20:13 (vor 5571 Tagen) @ Borat Sagdijev

Hallo Borat!

Aufgeben der Anspruchshaltung ist eigenverantwortlich.

Na also, dann hab ich doch doch richtig verstanden. Wie sieht es nun mit deiner eigenen Anspruchshaltung aus? Gibst du die auch auf?

Keine Arme keine Kekse.

Aha... Du hast meine Frage nicht beantwortet: Was, bitteschön, kann ein Langzeitarbeitsloser nun konkret tun, um sich wieder mit eigener Arbeit ernähren zu können?

Dein Vorschlag mit dem Contergan ist hierzulande schlecht - soviel ich weiß, gibts das hier nicht mehr. (Im Ausland allerdings schon noch...) Außerdem ging es ja eben um Eigenverantwortung.

Durch die Arbeitskosten (deren Preistreiber ich ja schon erwähnte) ist die Schwelle für einen "Arbeitsplatz" entsprechend hoch.

Ja, und wie soll nun dein Beitrag zur Senkung der Arbeitskosten aussehen? Du hast vage geschrieben, daß du etwas verkaufst. Da könntest du doch mit den Preisen runter gehen, und dann könnten sich deine Kunden auch niedrigere Löhne leisten. Na, wäre das nichts?

Es macht keinen Sinn Arbeitsplätze unter dieser Schwelle anzubieten, die will keiner haben.

Seit mit ALG II aufgestockt werden kann, macht auch das durchaus Sinn. Der Beitrags- und Steuerzahler blecht es ja.

Betteln gehen...

Das nennst du eigenverantwortlich????

Die Binnenmärkte werden Schwächer weil der chinesische und rumänische Arbeiter auch was von unserem Wohlstand wollte und es bekommt. Weil die "Mittelschicht" zum Mediamarkt rennt und das billige china-flat-TV kauft und nicht den Grundig Fernseher.

Du verwechselt da Ursache mit Wirkung. Der Billig-Müll wird gekauft, weil die Kaufkraft sinkt. Das liegt nicht nur an den sinkenden Einkommen, sondern auch an teilweise steigenden Preisen, z.B. für Strom, Gas, Heizöl usw.

Und was die Flachbild-Fernseher angeht: Da gibt es interessante Seiten im Internet, die sehr schön zusammen fassen, wieso da asiatische Produzenten von Anfang an die Nasen vorn hatten und nicht deutsche. Ein kleiner Tipp: Es hat nichts mit den deutschen Lohnkosten zu tun, wohl aber mit massiven Fehlentscheidungen im Management. Siehe dazu auch das Schicksal der deutschen Kamerahersteller. Auch die sind nicht durch zu hohe Lohnkosten in Deutschland untergegangen.

Sie sind auch Schwach weil der Staat einen erheblichen Teil des Geldes in sein die Binnenmärkte austrocknendes, starres und ineffektives System zweigt.

Ja, und dafür hat er im Wesentlichen zwei Gründe:

1. Kann es sehr unangenehm werden, wenn man Millionen Menschen völlig ohne Einkommen sitzen läßt.

2. Gibt es Interessengruppen, die ihre Märkte dadurch erhalten wollen, daß man der Mittelschicht Geld abzieht und es über Sozialleistungen an die Unterschicht verteilt, von wo es dann flugs in die Kassen eben dieser Interessengruppen weiter fließt. Das kann so zwar nicht endlos funktionieren, aber so weit wird ja heute nicht mehr geplant.

Die Welt wird untergehen, und schuld sind die Kapitalisten.

Nein, die Welt wird nicht untergehen, und der Kapitalismus auch nicht. Er wird sich aber verändern, und zwar zum Schaden für die Masse der Bevölkerung.

Freundliche Grüße
von Garfield

Anspruchshaltung

Borat Sagdijev, Thursday, 14.10.2010, 01:59 (vor 5571 Tagen) @ Garfield

Na also, dann hab ich doch doch richtig verstanden. Wie sieht es nun mit
deiner eigenen Anspruchshaltung aus? Gibst du die auch auf?

Die passe ich den Gegebenheiten an.

Durch die Arbeitskosten (deren Preistreiber ich ja schon erwähnte) ist
die Schwelle für einen "Arbeitsplatz" entsprechend hoch.

Ja, und wie soll nun dein Beitrag zur Senkung der Arbeitskosten aussehen?
Du hast vage geschrieben, daß du etwas verkaufst. Da könntest du doch mit
den Preisen runter gehen, und dann könnten sich deine Kunden auch
niedrigere Löhne leisten. Na, wäre das nichts?

Warum sollte ich einen "Beitrag" leisten? Ich passe mich wie gesagt den Gegebenheiten an, der beste Beitrag den jeder leisten kann.

Es macht keinen Sinn Arbeitsplätze unter dieser Schwelle anzubieten,
die will keiner haben.

Seit mit ALG II aufgestockt werden kann, macht auch das durchaus Sinn. Der
Beitrags- und Steuerzahler blecht es ja.

Wenn Einladung zu Betrug und Abzocke Sinn macht.

Betteln gehen...

Das nennst du eigenverantwortlich????

Naja. Eigenverantwortlicher als nur jammern.

Die Binnenmärkte werden Schwächer weil der chinesische und
rumänische Arbeiter auch was von unserem Wohlstand wollte und es bekommt.
Weil die "Mittelschicht" zum Mediamarkt rennt und das billige china-flat-TV
kauft und nicht den Grundig Fernseher.

Du verwechselt da Ursache mit Wirkung. Der Billig-Müll wird gekauft, weil
die Kaufkraft sinkt. Das liegt nicht nur an den sinkenden Einkommen,
sondern auch an teilweise steigenden Preisen, z.B. für Strom, Gas, Heizöl
usw.

Der Billig-Müll wird gekauft weil Geiz geil ist. Oder werden Leute dazu gezwungen statt sich mal was werthaltiges aus Deutschland zu kaufen? Oder traut man es deutschen Produkten der Unterhaltungselektronik dann doch nicht mehr zu? Und warum kaufen die Leute eigentlich Müll, der hat doch per Definition einen negativen Preis also Entsorgungskosten?

Und was die Flachbild-Fernseher angeht: Da gibt es interessante Seiten im
Internet, die sehr schön zusammen fassen, wieso da asiatische Produzenten
von Anfang an die Nasen vorn hatten und nicht deutsche. Ein kleiner Tipp:
Es hat nichts mit den deutschen Lohnkosten zu tun, wohl aber mit massiven
Fehlentscheidungen im Management. Siehe dazu auch das Schicksal der
deutschen Kamerahersteller. Auch die sind nicht durch zu hohe Lohnkosten in
Deutschland untergegangen.

Es gibt nicht nur "ein" Management.
Manager muß man nich lernen, es steht jedem frei einer zu werden.
Warum hat sich keiner gefunden, der das Potential der LCD-Technik erkannt hat?
Zu mühselig? Zu risikoreich? Braucht doch keiner? Kaufen wir lieber aus Asien wenn die es gepackt haben?
Dieses Versagen ist eine Folge unserer Großkotzigkeit, Übersättigung und Verfettung, auf allen Ebenen vom Arbeiter bis zum Management.

Sie sind auch Schwach weil der Staat einen erheblichen Teil des Geldes
in sein die Binnenmärkte austrocknendes, starres und ineffektives System
zweigt.

Ja, und dafür hat er im Wesentlichen zwei Gründe:

1. Kann es sehr unangenehm werden, wenn man Millionen Menschen völlig
ohne Einkommen sitzen läßt.

Vor allem für die Politiker die sich mit diesen Geschenken Ihre Gefolgschaft gezüchtet hat. Der Türke würde denen schon zeigen wie und wo sie zu arbeiten haben.

2. Gibt es Interessengruppen, die ihre Märkte dadurch erhalten wollen,
daß man der Mittelschicht Geld abzieht und es über Sozialleistungen an
die Unterschicht verteilt, von wo es dann flugs in die Kassen eben dieser
Interessengruppen weiter fließt. Das kann so zwar nicht endlos
funktionieren, aber so weit wird ja heute nicht mehr geplant.

Politik küngelt halt gerne, und wird als Marionette der Abzocker benutzt.
Wie ich sagte: dem Bürger geschenke machen die er selbst bezahlen muss.

Die Welt wird untergehen, und schuld sind die Kapitalisten.

Nein, die Welt wird nicht untergehen, und der Kapitalismus auch nicht. Er
wird sich aber verändern, und zwar zum Schaden für die Masse der
Bevölkerung.

Ich würde mir da jetzt noch keine Bewertung anmaßen wollen, denn Prognosen sind schwierig, vor allem wenn Sie die Zukunft betreffen.

--
Afrika hat Korruption?
Deutschland ist besser, es hat Genderforschung und bald eine gesetzlich garantierte Frauenquote.

Anspruchshaltung

Garfield, Thursday, 14.10.2010, 04:10 (vor 5571 Tagen) @ Borat Sagdijev

Hallo Borat!

Warum sollte ich einen "Beitrag" leisten?

Na ja, vielleicht weil du das von anderen in Form von Lohnverzicht forderst?

Ich passe mich wie gesagt den Gegebenheiten an, der beste Beitrag den jeder leisten kann.

Also frei nach dem Motto "jedem das seine und mir das meiste"?

Wenn Einladung zu Betrug und Abzocke Sinn macht.

Für immer mehr Firmen macht das offensichtlich Sinn, weil es profitabel ist.

Eigenverantwortlicher als nur jammern.

Außer Betteln und Rentenansprüche durch Contergan zu erwerben fällt dir also kein weiterer heißer Tip für Erwerbslose ein?

Der Billig-Müll wird gekauft weil Geiz geil ist.

Nein, Geiz ist nicht geil. Sonst würde Mediamarkt den Spruch ja noch benutzen.

Das Problem ist einfach, daß jemand, der erwerbslos ist oder der zwar arbeitet, aber nur jämmerlich wenig verdient, nun einmal nicht viel Geld ausgeben kann. Der kann sich eben keine teuren Markenprodukte leisten, für die man locker mindestens 10% des Preises einzig und allein für den Markennamen zahlt.

Das ist nämlich der Endeffekt der Lohndrückerei, die du propagierst: Die Kaufkraft auf den Binnenmärkten sinkt. Lohndrückerei nutzt also nur der Exportwirtschaft. Die wird aber in der nächsten weltweiten Krise wieder deutliche Absatz-Einbrüche erleben, und dann ist das Jammern wieder groß.

Oder werden Leute dazu gezwungen statt sich mal was werthaltiges aus Deutschland zu kaufen?

Sollte man sie dazu zwingen?

Dabei muß man auch sehen, daß das, wo "Made in Germany" drauf steht, keineswegs in Deutschland produziert worden sein muß. Ich hab mal in einer Fahrradfabirk gearbeitet. Da kamen die Sättel meist aus Italien, Schaltungen und Bremsen häufig aus Taiwan, die Rahmen kamen am Ende auch aus Asien usw. Auf den Fahrrädern stand aber am Ende trotzdem "Made in Germany" drauf.

Da fragt man sich als Endverbraucher irgendwann, wieso man noch die höheren Preise für "Made in Germany" zahlt, wenn da eh nur "Made in Taiwan" drin steckt. Also kauft man konsequent gleich "Made in Taiwan".

Warum hat sich keiner gefunden, der das Potential der LCD-Technik erkannt hat?

Da haben sich sicher viele gefunden - auf die hat nur wieder einmal niemand gehört. Also haben die Asiaten dann das Geschäft gemacht, während deutsche Hersteller stur weiter auf die Bildröhre setzten.

In meiner jetzigen Firma hat auch mal ein höherer Manager bei einer Betriebsversammlung eine markige Rede gehalten. Dabei zeigte er auch eine Präsentation, in der betont wurde, daß man seine Ziele unbeirrt verfolgen solle, ohne Rücksicht darauf, was andere dazu sagen. Die hatte er wahrscheinlich aus dem letzten Manager-Seminar. Das ist deren typische Grundhaltung: Sie sind die weisen Führer, alle anderen sind nur dumme Hanseln und können getrost ignoriert werden. Und wenn dann irgendein kleiner Ingenieur daher kommt und irgendeine Entscheidung kritisiert, wird das selbstverständlich auch ignoriert.

Vor allem für die Politiker die sich mit diesen Geschenken Ihre Gefolgschaft gezüchtet hat. Der Türke würde denen schon zeigen wie und wo sie zu arbeiten haben.

Auf die Türken sollten wir uns da besser nicht verlassen. Die Zustände in der Türkei mit Klüngel zwischen Spitzenpolitikern, hohen Polizeibeamten und Mafiosi sind noch viel übler als die Zustände hierzulande.

Aber es spielt keine Rolle, welche politischen Verhältnisse herrschen: Wenn Millionen Menschen nicht mehr gebraucht werden und man die ohne Einkommen läßt, dann setzen die sich nicht einfach hin und sterben! Das war schon den Mächtigen im alten Rom klar.

Ich würde mir da jetzt noch keine Bewertung anmaßen wollen, denn Prognosen sind schwierig, vor allem wenn Sie die Zukunft betreffen.

Exakte Zeitpunkte zu bestimmen ist schwierig. Aber es ist klar, daß die Automatisierung weiter gehen wird. Und dabei werden weiterhin mehr Erwerbsmöglichkeiten verloren gehen als gleichzeitig neu geschaffen werden. Denn genau das ist ja der Zweck der Automatisierung.

Es wird sich also immer drängender die Frage stellen, was mit den Menschen geschehen soll, die schlicht und einfach überflüssig sind. Wenn man ihnen einfach nur sagt, daß sie mehr Eigeninitiative zeigen sollen, dann werden sie das ganz sicher tun. Dann werden eben Läden geplündert, und du findest vielleicht deine Wohnung oder dein Haus verwüstet und ausgeplündert vor, wenn du abends nach Hause kommst. (Und kannst dann noch von Glück reden - denn die Räuber hätten auch nachts kommen und dich und eventuell deine Familie umbringen können.)

Das ist das große, wachsende Problem, das immer drängender nach einer Lösung verlangen wird. Im Moment fällt es noch nicht so sehr auf, weil die Mittelschicht die Sozialleistungen noch finanzieren kann. Sobald sie das aber nicht mehr kann, ist die Kacke richtig am Dampfen.

In den USA hat man diese Probleme ja auch schon. Dort sperrt man den Bevölkerungsüberschuß in Gefängnisse. Aber das wird in Zukunft auch immer schwerer werden, wenn dieser Bevölkerungsüberschuß immer größer wird.

Freundliche Grüße
von Garfield

Wer anderen Egoismus vorwirft will seinen Egoismus tarnen

Borat Sagdijev, Thursday, 14.10.2010, 04:56 (vor 5571 Tagen) @ Garfield

Warum sollte ich einen "Beitrag" leisten?

Na ja, vielleicht weil du das von anderen in Form von Lohnverzicht
forderst?

Ich fordere, daß die sich nicht auf Ihrer Anspruchshaltung ausruhen.

Ich passe mich wie gesagt den Gegebenheiten an, der beste Beitrag den
jeder leisten kann.

Also frei nach dem Motto "jedem das seine und mir das meiste"?

Das ist wohl dein Motto, denn offensichtlich willst vor allem du ja etwas für das manch andere Arbeiten müssen geschenkt.

Wenn Einladung zu Betrug und Abzocke Sinn macht.

Für immer mehr Firmen macht das offensichtlich Sinn, weil es profitabel
ist.

Und ist das dann nicht sehr Dumm, solche Möglichkeiten zu bieten?

Eigenverantwortlicher als nur jammern.

Außer Betteln und Rentenansprüche durch Contergan zu erwerben fällt dir
also kein weiterer heißer Tip für Erwerbslose ein?

Doch, aber dir gefallen sie wohl nicht weil mit Änderung und Arbeit verbunden.

Der Billig-Müll wird gekauft weil Geiz geil ist.

Nein, Geiz ist nicht geil. Sonst würde Mediamarkt den Spruch ja noch
benutzen.

Bist du jetzt auch noch politisch korrekt?
Du willst mir doch nicht ernsthaft erklären der Mensch ist kein Egoist?
Irgendwann ist jede Werbemasche fertig.

Das Problem ist einfach, daß jemand, der erwerbslos ist oder der zwar
arbeitet, aber nur jämmerlich wenig verdient, nun einmal nicht viel Geld
ausgeben kann. Der kann sich eben keine teuren Markenprodukte leisten, für
die man locker mindestens 10% des Preises einzig und allein für den
Markennamen zahlt.

Er kann doch auch auf den China-Flat verzichten. Alte Röhrengeräte sind viel billiger und haben meist doch ein besseres Bewegtbild.

Das ist nämlich der Endeffekt der Lohndrückerei, die du propagierst: Die
Kaufkraft auf den Binnenmärkten sinkt. Lohndrückerei nutzt also nur der
Exportwirtschaft. Die wird aber in der nächsten weltweiten Krise wieder
deutliche Absatz-Einbrüche erleben, und dann ist das Jammern wieder
groß.

Ich propagiere keine Lohndrückerei. Ich propagiere mehr Eigenverantwortung und weniger Anspruchsdenken.

Oder werden Leute dazu gezwungen statt sich mal was werthaltiges aus
Deutschland zu kaufen?

Sollte man sie dazu zwingen?

Dabei muß man auch sehen, daß das, wo "Made in Germany" drauf steht,
keineswegs in Deutschland produziert worden sein muß. Ich hab mal in einer
Fahrradfabirk gearbeitet. Da kamen die Sättel meist aus Italien,
Schaltungen und Bremsen häufig aus Taiwan, die Rahmen kamen am Ende auch
aus Asien usw. Auf den Fahrrädern stand aber am Ende trotzdem "Made in
Germany" drauf.

Dann wurde doch noch viel in Germany gemacht.

Da fragt man sich als Endverbraucher irgendwann, wieso man noch die
höheren Preise für "Made in Germany" zahlt, wenn da eh nur "Made in
Taiwan" drin steckt. Also kauft man konsequent gleich "Made in Taiwan".

Natürlich damit der Lohndrückerei einhalt geboten wird und aus solidarität mit den deutschen Arbeitern. Scheint dir nicht zu liegen, so eine Solidarität. Aber lass mich raten: das Management ist schuld.

Warum hat sich keiner gefunden, der das Potential der LCD-Technik
erkannt hat?

Da haben sich sicher viele gefunden - auf die hat nur wieder einmal
niemand gehört. Also haben die Asiaten dann das Geschäft gemacht,
während deutsche Hersteller stur weiter auf die Bildröhre setzten.

Ich bin ja so gut, aber mir hört ja keiner zu!
Die sind in der Opferrolle?
Dann sollen die doch was machen statt zu jammern, die armen Unterdrückten.

In meiner jetzigen Firma hat auch mal ein höherer Manager bei einer
Betriebsversammlung eine markige Rede gehalten. Dabei zeigte er auch eine
Präsentation, in der betont wurde, daß man seine Ziele unbeirrt verfolgen
solle, ohne Rücksicht darauf, was andere dazu sagen. Die hatte er
wahrscheinlich aus dem letzten Manager-Seminar. Das ist deren typische
Grundhaltung: Sie sind die weisen Führer, alle anderen sind nur dumme
Hanseln und können getrost ignoriert werden. Und wenn dann irgendein
kleiner Ingenieur daher kommt und irgendeine Entscheidung kritisiert, wird
das selbstverständlich auch ignoriert.

Deswegen dürfen Firmen ja auch pleite gehen oder irrsinnig erfolgreich werden.

Vor allem für die Politiker die sich mit diesen Geschenken Ihre
Gefolgschaft gezüchtet hat. Der Türke würde denen schon zeigen wie und
wo sie zu arbeiten haben.

Auf die Türken sollten wir uns da besser nicht verlassen. Die Zustände
in der Türkei mit Klüngel zwischen Spitzenpolitikern, hohen
Polizeibeamten und Mafiosi sind noch viel übler als die Zustände
hierzulande.

Nun, der Türke bei uns ist wie ich schon festgestellt habe der bessere Deutsche. Der wird nicht exakt die türkischen Verhältnisse hier kopieren.

Aber es spielt keine Rolle, welche politischen Verhältnisse herrschen:
Wenn Millionen Menschen nicht mehr gebraucht werden und man die ohne
Einkommen läßt, dann setzen die sich nicht einfach hin und sterben! Das
war schon den Mächtigen im alten Rom klar.

Haben wir deswegen auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen als Top-Thema?

Ich würde mir da jetzt noch keine Bewertung anmaßen wollen, denn
Prognosen sind schwierig, vor allem wenn Sie die Zukunft betreffen.

Exakte Zeitpunkte zu bestimmen ist schwierig. Aber es ist klar, daß die
Automatisierung weiter gehen wird. Und dabei werden weiterhin mehr
Erwerbsmöglichkeiten verloren gehen als gleichzeitig neu geschaffen
werden. Denn genau das ist ja der Zweck der Automatisierung.

Das trifft sich doch aber gut mit unsrem Aussterben.
Du bist ideologisch was deine Bedeutung von "Erwerbsmöglichkeiten" betrifft, oder schließt du von dir selbst auf alle?

Es wird sich also immer drängender die Frage stellen, was mit den
Menschen geschehen soll, die schlicht und einfach überflüssig sind. Wenn
man ihnen einfach nur sagt, daß sie mehr Eigeninitiative zeigen sollen,
dann werden sie das ganz sicher tun. Dann werden eben Läden geplündert,
und du findest vielleicht deine Wohnung oder dein Haus verwüstet und
ausgeplündert vor, wenn du abends nach Hause kommst. (Und kannst dann noch
von Glück reden - denn die Räuber hätten auch nachts kommen und dich und
eventuell deine Familie umbringen können.)

Oder Andere finden sich mit Kugel im Kopf in einem Straßengraben wieder.
Und das mit der Überflüssigkeit ist den Thema, ich rede von Überteuerung.

Das ist das große, wachsende Problem, das immer drängender nach einer
Lösung verlangen wird. Im Moment fällt es noch nicht so sehr auf, weil
die Mittelschicht die Sozialleistungen noch finanzieren kann. Sobald sie
das aber nicht mehr kann, ist die Kacke richtig am Dampfen.

Und dann nimmt der bessere Deutsche dessen Vorfahren mal aus der Türkei zu uns kamen eine interessante Rolle ein, sonst ist ja eh keiner mehr da mit Eiern in der Hose.

In den USA hat man diese Probleme ja auch schon. Dort sperrt man den
Bevölkerungsüberschuß in Gefängnisse. Aber das wird in Zukunft auch
immer schwerer werden, wenn dieser Bevölkerungsüberschuß immer größer
wird.

Ich hab gedacht in den Gefängnissen dort sind Junkies, Diebe, Mörder, Dealer und Schläger.

--
Afrika hat Korruption?
Deutschland ist besser, es hat Genderforschung und bald eine gesetzlich garantierte Frauenquote.

Anspruchshaltung

kein abel, Wednesday, 13.10.2010, 20:39 (vor 5571 Tagen) @ Borat Sagdijev

Keine Arme keine Kekse. Irgendwann ist schluss.
Was nervt ist dass so viele Leute sich den Ellenbogen angestoßen haben um
sich als Contergan-Opfer zu verkaufen um eine eigene immer gefüllte
Keksdose vor den Mund gehalten zu bekommen.
Wie Frauenförderung.

Ich habe lieber meine Arme als eine staatliche Keksdose. Behinderte und chronisch Kranke nicht krepieren zu lassen, finde ich selbstverständlich. Der Aberwitz ist, dass gesunde Frauen als Schwerbehinderte behandelt werden sollen.

Die Binnenmärkte werden Schwächer weil der chinesische und rumänische
Arbeiter auch was von unserem Wohlstand wollte und es bekommt. Weil die
"Mittelschicht" zum Mediamarkt rennt und das billige china-flat-TV kauft
und nicht den Grundig Fernseher. Unsere Arbeitskosten halfen dabei.
Sie sind auch Schwach weil der Staat einen erheblichen Teil des Geldes in
sein die Binnenmärkte austrocknendes, starres und ineffektives System
zweigt.

Erstmal ist es nicht "unserer Wohlstand". Das es einen Wirtschaftswunderwohlstand gibt, der "uns" einfach zukommt, ist ein Trugschluss. Das Kapital hat kein Vaterland, und ich würde mich nichtwundern, wenn der gediegene Grundig-Fernseher (gibt's Grundig noch?) auch aus China kommt (vielleicht mit deutscher Endmontage, um "Made in Germany" heißen zu dürfen.)
Und die Deregulierung, für die du plädierst, wird "uns" letztlich am "Wohlstand" rumänischer und chinesischer Arbeiter teilhaben lassen. Wenn du produktive Arbeitsplätze in Deutschland erhalten willst, musst du letztendlich das Lohnniveau auf das der ärmsten Länder senken. De facto ist aber die Verlagerung von Produktion ins Ausland nicht zu vermeiden, deshalb wird ja auch überall die "Ressource Wissen" hochgehalten, um mit Produktentwicklung und angewandter Forschung zu punkten. In dem Bereich gibt es allerdings keinen so hohen Bedarf an Arbeitskräften wie früher am Fließband, selbst wenn in manchen Branchen über Fachkräftemangel geklagt wird. Z.Zt. fehlen einige Diplomingenieure, dafür sind die früher so gefragten Diplominformatiker wieder auf der Straße. Wenn jetzt massiv mehr Akademiker ausgebildet werden, wird das auch wieder deren Lohnniveau senken (durch ein Überangebot) und die akademischen Berufe werden zunehmend proletarisiert. Es ist einfach so, dass ein zunehmend großer Teil der Bevölkerung nicht mehr für die Arbeit gebraucht wird, auch wenn wir 20 Millionen Akademiker und 40 Millionen Schuhputzer und Straßenfeger hätten. Da hilft auch keine "Eigeninitiative".

Borat, alter Marxist

kein abel, Tuesday, 12.10.2010, 21:15 (vor 5572 Tagen) @ Borat Sagdijev

immer wieder lustig, wie Antilinke ohne es zu wissen mit Marxschen Argumenten gegen "Marx" argumentieren.

Der Kapitalismus lebt neuerdings von der Automation der Arbeit und von der
Abstraktion der Arbeit von den Händen. Scheinbar Schwer für Linke zu
verstehen mit Ihrem angestaubten Werkzeugkasten (Gehirn) dem seit Karl Marx
keine neuen Werkzeuge dazugekommen sind.

nicht nur neuerdings, wenn du Marx gelesen hättest, wüsstest du, dass die Automatisierung der Arbeit (aka Entwicklung der Produktivkräfte) die Entstehung des Kapitalismus erst ermöglicht hat (Dampfmaschine) und

Aber die einzige Gegenleistung, die ein Mensch
anzubieten
hat, seine Ware Arbeitskraft, ist nur schwer zu verkaufen.

das ist exakt Marx' Definition des Proletariats. Marx hat den Begriff der Ware Arbeitskraft überhaupt erst eingeführt.

Und warum ist die Arbeitskraft schwer zu verkaufen?
Weil es uns als Wohltat von Politik und Gewerkschaften verkauft wurde dass
Arbeit immer teurer wurde.
Eine Preisfrage. Zu viele sind sich chronisch mehr wert als dem
potentiellen Arbeitgeber.

falsch. Mit der fortschreitenden Entwicklung der Produktivkräfte (Automatisierung) werden immer mehr Arbeiter überflüssig. Da der Preis der Arbeitskraft wie der jeder anderen Ware auch sich nach Angebot und Nachfrage richtet, sinkt dieser umso mehr, je mehr ein Überangebot an Arbeitskraft besteht (durch steigende Automatisierung).

Da wo sich ist meine Heimat wir jetzt auch haben richtige Wirtschaft

Borat Sagdijev, Wednesday, 13.10.2010, 02:30 (vor 5572 Tagen) @ kein abel

immer wieder lustig, wie Antilinke ohne es zu wissen mit Marxschen
Argumenten gegen "Marx" argumentieren.

Hatte ich nicht gegen einen Linken argumentiert?

nicht nur neuerdings, wenn du Marx gelesen hättest, wüsstest du, dass die
Automatisierung der Arbeit (aka Entwicklung der Produktivkräfte) die
Entstehung des Kapitalismus erst ermöglicht hat (Dampfmaschine) und

Und vor der Dampfmaschine war Tauschhandel Säcke mit Kartoffeln gegen Töpfe? Oder war der "Kapitalismus" einfach nur ne Nummer kleiner?

falsch. Mit der fortschreitenden Entwicklung der Produktivkräfte
(Automatisierung) werden immer mehr Arbeiter überflüssig. Da der Preis der
Arbeitskraft wie der jeder anderen Ware auch sich nach Angebot und
Nachfrage richtet, sinkt dieser umso mehr, je mehr ein Überangebot an
Arbeitskraft besteht (durch steigende Automatisierung).

Überflüssig? Überangebot? Dann Erweitere deinen Horizont. Das Leben ist stetiger Wandel.
Verweigerst du dich dem Leben? Klingt jedenfalls so.

--
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Deutschland ist besser, es hat Genderforschung und bald eine gesetzlich garantierte Frauenquote.

Da wo sich ist meine Heimat wir jetzt auch haben richtige Wirtschaft

kein abel, Wednesday, 13.10.2010, 02:51 (vor 5572 Tagen) @ Borat Sagdijev

Hatte ich nicht gegen einen Linken argumentiert?

du schriebst:

"Der Kapitalismus lebt neuerdings von der Automation der Arbeit und von der Abstraktion der Arbeit von den Händen. Scheinbar Schwer für Linke zu verstehen mit Ihrem angestaubten Werkzeugkasten (Gehirn) dem seit Karl Marx keine neuen Werkzeuge dazugekommen sind."

Und vor der Dampfmaschine war Tauschhandel Säcke mit Kartoffeln gegen
Töpfe? Oder war der "Kapitalismus" einfach nur ne Nummer kleiner?

in der vorindustriellen Gesellschaft gab es den Feudalismus, die Herrschaft des Adels über Ländereien, die von Leibeigenen bewirtschaftet wurden. Bewirtschaftung hauptsächlich zur Eigenversorgung, gehandelt wurden die Produktionsüberschüsse. Das Bürgertum hat eine wirkliche Revolution gegen den Adel gemacht, falls du das nicht weißt, in Frankreich 1789. Vorher gab es keine bürgerliche/kapitalistische Herrschaft.

Verweigerst du dich dem Leben? Klingt jedenfalls so.

hä? wärst du so freundlich, das mal zu erläutern? Von Leuten wie dir kommen immer Sprüche über die "dummen Linken", die "mal ihren Horizont erweitern sollen". Ich habe nicht nur Marx gelesen, sondern auch die Liberalen Mises, Hayek usw.
Du scheinst jemand zu sein, der überhaupt nichts liest. Ein Prosit auf deinen "weiten Horizont".

Dummheit verschleiert sich durch Komplexität

Borat Sagdijev, Wednesday, 13.10.2010, 03:07 (vor 5572 Tagen) @ kein abel

"Der Kapitalismus lebt neuerdings von der Automation der Arbeit und von
der Abstraktion der Arbeit von den Händen. Scheinbar Schwer für Linke zu
verstehen mit Ihrem angestaubten Werkzeugkasten (Gehirn) dem seit Karl Marx
keine neuen Werkzeuge dazugekommen sind."

Ich warf dem Linken damit vor nach dem Werkzeug "Karl Marx" seinen intellektuellen Werkzeugkasten nicht mehr an die Zeit angepasst zu haben und wie für einen Hammer jedes Problem ein Nagel werden zu lassen.

in der vorindustriellen Gesellschaft gab es den Feudalismus, die
Herrschaft des Adels über Ländereien, die von Leibeigenen bewirtschaftet
wurden. Bewirtschaftung hauptsächlich zur Eigenversorgung, gehandelt wurden
die Produktionsüberschüsse.

Da haben wir doch den "Kapitalismus light" oder?

Das Bürgertum hat eine wirkliche Revolution
gegen den Adel gemacht, falls du das nicht weißt, in Frankreich 1789.
Vorher gab es keine bürgerliche/kapitalistische Herrschaft.

Ist für dich doch eh das gleiche. Früher der Böse Adel und heute der böse Großkapitalist.

Du scheinst jemand zu sein, der überhaupt nichts liest. Ein Prosit auf
deinen "weiten Horizont".

Klingt weibisch, deine "Lesekompetenz". Fehlen Argumente trotz der ganzen Literatur?
Ich denke selbst. Versuchs doch auch mal.

--
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Deutschland ist besser, es hat Genderforschung und bald eine gesetzlich garantierte Frauenquote.

Dummheit verschleiert sich durch Komplexität

kein abel, Wednesday, 13.10.2010, 03:18 (vor 5572 Tagen) @ Borat Sagdijev

Ich warf dem Linken damit vor nach dem Werkzeug "Karl Marx" seinen
intellektuellen Werkzeugkasten nicht mehr an die Zeit angepasst zu haben
und wie für einen Hammer jedes Problem ein Nagel werden zu lassen.

nur, dass der Hammer Marx für den Nagel Automatisierung von Arbeit zufällig passt.

Da haben wir doch den "Kapitalismus light" oder?

nein, das ist Feudalismus, und was an Menschen als Eigentum "light" sein soll, verstehe ich auch nicht.

Ist für dich doch eh das gleiche. Früher der Böse Adel und heute der böse
Großkapitalist.

weder der Adlige noch der Kapitalist ist böse, mit Marx gesprochen. Produktionsverhältnisse bedingen Sachzwänge.

Klingt weibisch, deine "Lesekompetenz".

uhhh...jetzt hast du's mir aber gegeben.

Fehlen Argumente trotz der ganzen
Literatur?
Ich denke selbst. Versuchs doch auch mal.

ja, ich denke, es ist langweilig, mit dir zu diskutieren. Gute Nacht :-)

Dummheit verschleiert sich durch Komplexität

Borat Sagdijev, Wednesday, 13.10.2010, 03:44 (vor 5572 Tagen) @ kein abel

nur, dass der Hammer Marx für den Nagel Automatisierung von Arbeit
zufällig passt.

Das mit dem Angebot und Nachfrage finden aber auch (clevere) Kinder im Sandkasten raus, bevor sie lesen können.

Da haben wir doch den "Kapitalismus light" oder?


nein, das ist Feudalismus, und was an Menschen als Eigentum "light" sein
soll, verstehe ich auch nicht.

Argumentieren Linke heute nicht daß die Arbeiter Eigentum der Großkapitalisten sind und von diesen Ausgebeutet werden?

Ist für dich doch eh das gleiche. Früher der Böse Adel und heute der

böse

Großkapitalist.


weder der Adlige noch der Kapitalist ist böse, mit Marx gesprochen.
Produktionsverhältnisse bedingen Sachzwänge.

Entscheide dich doch mal ob du oder Marx aus dir spricht.

Klingt weibisch, deine "Lesekompetenz".


uhhh...jetzt hast du's mir aber gegeben.

Naja, ist ja hier Thema die "Bildungserfolge" und die "Lesekompetenz" der Weiber und dessen 23 prozent defizitäres Ergebnis.

Fehlen Argumente trotz der ganzen
Literatur?
Ich denke selbst. Versuchs doch auch mal.


ja, ich denke, es ist langweilig, mit dir zu diskutieren. Gute Nacht :-)

Stellt sich kein Erfolg ein, trotz der ganzen Bildung?

--
Afrika hat Korruption?
Deutschland ist besser, es hat Genderforschung und bald eine gesetzlich garantierte Frauenquote.

Dummheit verschleiert sich durch Komplexität

kein abel, Wednesday, 13.10.2010, 04:12 (vor 5572 Tagen) @ Borat Sagdijev

Argumentieren Linke heute nicht daß die Arbeiter Eigentum der
Großkapitalisten sind und von diesen Ausgebeutet werden?

der "Lohnsklave" ist aber ein schlechtes Argument. Natürlich ist der Lohnarbeiter niemandes Eigentum. Er hat die freie Wahl, seine Arbeitskraft zu verkaufen oder zu verhungern (heute gibt's noch Hartz IV)

Entscheide dich doch mal ob du oder Marx aus dir spricht.

Ist ja egal, ob ein Argument "selbst ausgedacht" ist oder gelesen. Die meisten Argumente gegen den Feminismus haben wir uns auch bei Arne Hoffmann oder woanders angelesen. Die Frage ist ja, ist das Argument wahr und die Logik schlüssig. Und wenn dann der typische Pudel im SPON-Forum zum besten gibt, es genüge der gesunde Menschenverstand, um zu wissen, dass Frauen unterdrückt werden, naja...

Stellt sich kein Erfolg ein, trotz der ganzen Bildung?

weil ich um die Uhrzeit noch vorm PC hänge? Die Frage gebe ich zurück, aber es stimmt, ich sollte stattdessen wieder mehr Sport machen ;-).

Da wo sich ist meine Heimat wir jetzt auch haben richtige Wirtschaft

MC Henrich ⌂, Wednesday, 13.10.2010, 06:20 (vor 5572 Tagen) @ kein abel

Die französische Revolution hat vielleicht sehr viel politische Macht von den Adligen (und Klerikern; und den König sollte man vielleicht auch extra rechnen) zu den Bürgern verteilt, aber wirtschaftliche Macht hatten sie auch schon vorher. Ein schlauer Mann hat am Vorabend der Revolution gesagt: "Das Bürgertum ist wie ein Mann, dessen einer Arm noch angekettet ist."

Die Marx'sche Trennung von Feudalismus und Kapitalismus ist dumm, zumindest, wenn man an scharfe Übergänge glaubt. Es war eher ein langsames Hinübergleiten von einem Zustand in den anderen. Sogar heutzutage findet man wohl noch ein paar entfernte Ecken der Welt, wo der Feudalismus noch vorwiegt.

Der Kapitalismus entwickelte sich in den Städten - was bedeutete, dass im Mittelalter nur ein winziger Teil der Bevölkerung in einer kapitalistischen Welt lebte (und sogar das vielleicht nur teilweise). Und heute ist es eben die große Mehrheit.

--
Feminismus ist Beschissmus!
Maskulismus oder Schluss!
Schreibt mit auf WikiMANNia!

jep

kein abel, Wednesday, 13.10.2010, 06:33 (vor 5572 Tagen) @ MC Henrich

Die französische Revolution hat vielleicht sehr viel politische Macht von
den Adligen (und Klerikern; und den König sollte man vielleicht auch extra
rechnen) zu den Bürgern verteilt, aber wirtschaftliche Macht hatten sie
auch schon vorher. Ein schlauer Mann hat am Vorabend der Revolution gesagt:
"Das Bürgertum ist wie ein Mann, dessen einer Arm noch angekettet ist."

Genau, der Feudalismus hatte sich überlebt, und der Adel lebte nur noch parasitär auf Kosten des Bürgertums.

Die Marx'sche Trennung von Feudalismus und Kapitalismus ist dumm,
zumindest, wenn man an scharfe Übergänge glaubt. Es war eher ein
langsames Hinübergleiten von einem Zustand in den anderen. Sogar
heutzutage findet man wohl noch ein paar entfernte Ecken der Welt, wo der
Feudalismus noch vorwiegt.

klar, existierte Kapitalismus und Feudalismus noch gleichzeitig. In Russland steckte der Kapitalismus zur Oktoberrevolution z.B. noch in den Kinderschuhen.

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