Kemper über Diskriminierung und Ausgrenzung
Cardillac, Monday, 11.10.2010, 20:51 (vor 5574 Tagen)
Das könnte interessant werden:
Ein aktuelles Beispiel: Die antifeministischen Männerrechtler beklagen momentan zunehmend die Benachteiligung von Jungen im Schulsystem. Würden sie Rassismus und Klassismus dabei nicht ausblenden, könnten sie nicht so einfach bei ihrer These einer Unterdrückung von vor allem Jungen stehen bleiben. Denn aus der sogenannten "Oberschicht" gehen alle Kinder aufs Gymnasium. Da wird nicht unterschieden zwischen Jungen und Mädchen. Oder anders gesagt: In den Vorurteilsstrukturen der Lehrer und Lehrerinnen finden sich nicht einfach Bilder von Jungen und Mädchen, sondern Bilder von Jungen aus der Unterschicht, Bilder von Mädchen mit Kopftüchern, Bilder von Jungen und Mädchen aus gutsituierten Elternhäusern usw. Und diese Geschlechterkonstruktionen der Kinder finden eben auch entsprechend der "Klassengeschlechter" statt, Männlichkeit wird klassenspezifisch und ethnisch unterschiedlich konstruiert.
Mittelschichtsfeministinnen wie Schwarzer, aber auch Männerforscher wie Walter Holstein und andere sehen den Sexismus prinzipiell gerne bei den anderen, beispielsweise bei den Islamisten, wo er sicherlich vorhanden ist, und in der Unterschicht, aber nur ungern bei den "eigenen Männern" – oder gar Frauen. Sie hinterfragen nicht ihre eigenen Vorurteilsstrukturen und kommen damit zu falschen oder zumindest zu falsch bilanzierten, schrägen Antworten.
Mitlesen und mitdiskutieren auf Telepolis:
Kemper über Diskriminierung und Ausgrenzung
Lausemädchen, Monday, 11.10.2010, 21:09 (vor 5574 Tagen) @ Cardillac
Gut, mein Kind gehört zur so genenannnten Oberschicht...........wir kämpfen seit Jahren dafür, dass er als Junge auch so sein darf, wie ein Junge eben ist.........wir lehnen Ritalin ab und werden dafür "verteufelt".......er ist ein Junge und sollte das auch bleiben dürfen.
Kemper über Diskriminierung und Ausgrenzung
Cardillac, Monday, 11.10.2010, 21:42 (vor 5574 Tagen) @ Lausemädchen
Gut, mein Kind gehört zur so genenannnten Oberschicht
im Gegensatz zu Kemper sehe ich sexistische Diskriminierung auch von Oberschichtjungen und an Gymnasien, jedoch wird sie noch viel unerträglicher, wenn sie sich mit sozialrassistischen oder ethnischen Abwertungen amalgamiert.
Manndat wies ganz richtig darauf hin, dass für Jungen mit Migrantenhintergrund keinerlei Interesse beim Familienministerium besteht.
Ich habe zur Beachtung der Telepolis-Diskussion aufgefordert, weil in ihm der männerrechtliche Diskurs als etwas völlig Normales und Berechtigtes dargestellt wird. Wenn wir noch an die Thesen unseres Freundes Gersterkamp denken, ist das doch ein Riesenfortschritt auch wenn ich nicht mit allem konform gehe, was Kemper so sagt und schreibt.
Kemper ist doch derjenige...
schwarze feder, Monday, 11.10.2010, 23:11 (vor 5573 Tagen) @ Cardillac
..der in Wikipedia unter dem Namen "schwarze feder" einen Feldzug gegen alle Lemmata geführt hat, die mit Männerrechten zu tun haben/hatten.
Und er hat sich auch schon einmal explizit gegen eine Männerforschung ausgesprochen.
Kemper ist doch derjenige...
Christine
, Monday, 11.10.2010, 23:14 (vor 5573 Tagen) @ schwarze feder
..der in Wikipedia unter dem Namen "schwarze feder" einen Feldzug gegen
alle Lemmata geführt hat, die mit Männerrechten zu tun haben/hatten.
Richtig - grad wollt ich es ebenfalls schreiben, alleine der Schreibstil hat ihn verraten 
Gruß - Christine
--
Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein
Kemper ist doch derjenige...
schwarze feder, Monday, 11.10.2010, 23:24 (vor 5573 Tagen) @ Christine
Richtig - grad wollt ich es ebenfalls schreiben, alleine der Schreibstil
hat ihn verraten
Und meines Wissens studiert der seit ÜBER ZWEI JAHRZEHNTEN in Münster Soziologie auf Steuerzahlerkosten. Das was der dabei verfuttert hat, holt der Staat später von dessen Steuern, wenn der mal ans Arbeiten kommen sollte, doch wohl nie wieder rein.
Kemper ist doch derjenige...
MC Henrich
, Wednesday, 13.10.2010, 06:25 (vor 5572 Tagen) @ schwarze feder
..der in Wikipedia unter dem Namen "schwarze feder" einen Feldzug gegen
alle Lemmata geführt hat, die mit Männerrechten zu tun haben/hatten.
Sehr interessant, sehr aufschlussreich.
--
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Kemper über Diskriminierung und Ausgrenzung
Puwackel, Monday, 11.10.2010, 23:12 (vor 5573 Tagen) @ Cardillac
Gymnasium. Da wird nicht unterschieden zwischen Jungen und Mädchen. Oder
anders gesagt: In den Vorurteilsstrukturen der Lehrer und Lehrerinnen
finden sich nicht einfach Bilder von Jungen und Mädchen, sondern Bilder von
Jungen aus der Unterschicht,
Wenn eine Bevoelkerungsgruppe in ihrer Chancengleichheit benachteiligt ist, trifft das in der Regel nicht alle Vertreter dieser Gruppe gleichermassen, sondern hauptsaechlich die aus den unteren Schichten. Warum? Weil jene aus den oberen Schichten mehr Ressourcen zur Verfuegung haben um ihre Benachteiligungen zu kompensieren. In den USA sind es ebenfalls hauptsaechlich Schwarze aus der Unterschicht, die nicht zur UNI gehen.
Der reiche Junge bekommt bezahlte Nachhilfe, der arme Junge eben nicht. Wenn aber das arme Maedchen mit groesserer Wahrscheinlichkeit auf das Gymnasium geht als der arme Junge, dann haben Jungen bei gleich guten (oder gleich schlechten) Bedingungen schlechtere Chancen. "Unten" zeigt sich das dann deutlicher als "Oben".
Eben! Genau so! ot
roser parks, Tuesday, 12.10.2010, 03:46 (vor 5573 Tagen) @ Puwackel
- kein Text -
Kemper über Diskriminierung und Ausgrenzung
Manifold
, Tuesday, 12.10.2010, 11:27 (vor 5573 Tagen) @ Puwackel
Und inwiefern ist das nun Diskriminierung? Nur weil sich die einen Nachhilfe leisten können und die anderen nicht?
Wer diskriminiert da genau wen?
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"Zur Durchführung seines Zieles erachtet der Maskulismus [...] als aufrichtig und sinnvoll: [...] das ursprüngliche Anliegen einer wirklichen Gleichberechtigung beider Geschlechter." - Michail A. Savvakis
Kemper über Diskriminierung und Ausgrenzung
roser parks, Tuesday, 12.10.2010, 22:03 (vor 5572 Tagen) @ Manifold
Und inwiefern ist das nun Diskriminierung? Nur weil sich die einen
Nachhilfe leisten können und die anderen nicht?
Potentialaussschöpfung und Möglichkeiten, Aushebelung feministischer Bildungsmethoden mittels Nachilfe.
Das wurde aber schon mehrfach durchgenommen.
Wer diskriminiert da genau wen?
Grob: Mittel-, Oberschichtmädels Arbeiterjungen!
Kemper über Diskriminierung und Ausgrenzung
MC Henrich
, Tuesday, 12.10.2010, 04:39 (vor 5573 Tagen) @ Cardillac
Mitlesen und mitdiskutieren auf Telepolis:
Ja, es ist schon... interessant zu sehen, dass Unterschichts- und Migrantenkinder im Durchschnitt schlechtere Schulabschlüsse schaffen.
Und das, obwohl mindestens die Hälfte der Lehrer links eingestellt ist, wenn nicht deutlich mehr.
Und obwohl viele Lehrer Ausländerkinder und deren Probleme schon aus ihrer eigenen Schulzeit kennen sollten, oder sogar damals als Schüler das Thema schon selber im Unterricht gehabt haben.
Und obwohl viele Lehrer doch selber aus den gesellschaftlichen Schichten kommen, die damals als Kinder von Fabrikarbeitern oder Bauern angefangen haben und in der BRD aufsteigen konnten. (Mögen diese Leute etwa die Schicht ihrer eigenen Eltern nicht?)
Und obwohl heute definitiv nicht mehr, wie in den Fünfzigern, viele Lehrer ehemalige NSDAP-Mitglieder sind. (Was definitiv nicht heißen soll, dass Exnazis gute Lehrer abgeben. Eher, dass 68er als Lehrer nicht besonders viel taugen.)
Wenn gewisse PolitikerInnen durchsetzen (wie speziell in Berlin), dass immer mehr Zeit an den Schulen für politisch korrekten Lernstoff verschwendet wird (wie war das gleich mit der Überlastung der Schüler?), und die niedrige Zahl der Schulabschlüsse von Unterschichten- und Migrantenkindern mit Quoten lösen wollen, werden sie am Ende nur erreichen, dass ein staatlicher Schulabschluss nichts mehr wert ist und nur noch Absolventen von Privatschulen gute Stellen bekommen.
Für alle anderen gibt es dann nur noch Aussichten als Lager- und Fließbandarbeiter, im Callcenter, in McJobs, Zeitarbeit, usw. Und vielleicht mit den richtigen politischen Beziehungen ein Pöstchen als Irgendwasbeauftragte/r, auf Lebenszeit und mit dicker Pension. Das heißt: Solange der Staat sich das leisten kann. Und bei dem drohenden demografischen Kollaps ist das auch nicht sicher.
Zu dem üblichen Geheule von Rassismus, Sexismus und Klassismus: Das ist halt das natürliche Problem der Anti-Koalition. Den Leuten, die immer über die bösen weißen christlichen heterosexuellen reichen Männer schimpfen.
Aber diese Koalition ist sich eben nur einig, wogegen sie ist. Und ist innerlich gespalten, weil es viele Frauen gibt, die keine Ausländer mögen; Ausländer, die keine Schwulen mögen; und Schwule, die nichts mit Frauen anfangen können.
Kurz nach der russischen Revolution haben sich viele konservative Leute angstvoll gefragt: "Wie soll das werden, wenn die Proletarier auf einmal einen Staat leiten?" Ein Mann hat damals gesagt: Entweder sind die Proletarier fähig, dann wird sich nichts groß ändern; oder sie sind unfähig, dann wird alles zusammenbrechen. (Die Realität sah dann ja so aus: Vieles hat sich nicht geändert, Russland war immer noch despotisch - mehr als zuvor - aber die Russen haben die "Reformen" auch mit Millionen Toten bezahlen müssen.)
Genau dasselbe kann man über Frauen und Minderheiten sagen.
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Student aus einer Arbeiterfamilie
Student aus einer Arbeiterfamilie, Tuesday, 12.10.2010, 21:13 (vor 5573 Tagen) @ Cardillac
Hey, hier wurde noch gar nicht erwähnt, daß Kemper Student aus einer Arbeiterfamilie ist. Desweiteren hat noch niemand darauf hingewiesen, daß Isi mal einen Artikel für ein großes Satiremagazin geschrieben hat.
Student aus einer Arbeiterfamilie
MC Henrich
, Wednesday, 13.10.2010, 06:32 (vor 5572 Tagen) @ Student aus einer Arbeiterfamilie
Hey, hier wurde noch gar nicht erwähnt, daß Kemper Student aus einer
Arbeiterfamilie ist.
Stimmt, laut seiner WP-Seite.
Aber irgendwo klar. Die Linken wollen ja nicht, dass ein (Lohn-)Arbeiterkind groß Karriere macht. Als Unternehmer, oder Bankier, oder gar Börsenspekulant. Es muss schon eine politisch korrekte Karriere sein: Linker Politiker, Gewerkschaftler, Irgendwasbeauftragter.
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