Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Entführungsindustrie: Knarre am Kopf

Mulher, Sunday, 10.10.2010, 16:26 (vor 5575 Tagen)

Eine Dienstfahrt, die tragisch enden kann: Laut Bundeskriminalamt war für Geschäftsleute das Risiko nie größer, im Ausland entführt zu werden. Davon profitiert eine diskrete Branche von Spezialversicherern und Sicherheitsberatern.

Wegen nachfolgendem Abschnitt, auf Spiegel Online 2te Seite, ist das Thema nicht Off-Topic.

Hart traf es etwa einen deutschen Manager, der vor einigen Jahren mit seinen beiden Söhnen in Brasilien entführt wurde. Nach wochenlanger Geiselhaft schickten die Täter ihn los, das Lösegeld zu holen. Er musste seine Kinder zurücklassen, und es dauerte noch weitere Wochen, bis die Geldübergabe schließlich zur Rushhour auf einem Supermarktparkplatz klappte und die Kinder freikamen. Die Ehe zerbrach, die Söhne wandten sich von ihm ab, das Verhältnis zum Arbeitgeber war lange sehr angespannt.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,721722,00.html

Ich glaube, keiner von uns kann sich auch nur annähernd vorstellen, was diesem Mann und seinen Kindern widerfahren ist. Danach sollte man bzw. Frau doch froh sein, seine Lieben wieder in die Arme schließen zu dürfen.

Kein Wunder, wenn sich so viele Männer umbringen, wer soll das denn alles aushalten können.

Entführungsindustrie: Knarre am Kopf

__V__, Bavaria, Sunday, 10.10.2010, 16:57 (vor 5575 Tagen) @ Mulher

Da wäre schon interessant, weshalb es zur Trennung und Abwendung gekommen ist, da dies nämlich wirklich eher unwahrscheinlich ist, dass eine Familie gerade nach so einem Ereignis nicht enger zusammen wächst.
Das hätte ich als natürlich angesehen ...

Und Deine Bemerkung zum Schluss ist auf die verlinkte Geschichte absolut passend!
Dass sich viele Männer nicht umbringen ob ihrer Lage, ist womöglich eine Frage des Selbstbildes. Weil sie stark genug sind, derartiges verkraften zu können (zu einem bestimmten! Preis dann natürlich).

Die Geschichte ist vergleichbar mit Soldaten, die nach einem Kriegseinsatz zurück zu ihrer Familie kehren.
Da ist die Rückkehr aus einem Kriegseinsatz auch häufig der Beginn einer Trennung, heute.
Weshalb?

Meine Großeltern waren gottfroh, als sie sich schlussendlich wieder in die Arme nehmen konnten damals ... und sie haben mit 80 noch Händchen gehalten in der Kirche bei der Taufe ihrer Urenkelin.

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Antifeminismus [image]
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Das Lösegeld der TätER wird noch "human" gegen das der TäterIN anmuten

Kinderlooser, Sunday, 10.10.2010, 17:03 (vor 5575 Tagen) @ Mulher

... Die Ehe zerbrach, die Söhne wandten sich von ihm ab, das Verhältnis zum Arbeitgeber war lange sehr angespannt ...
Kein Wunder, wenn sich so viele Männer umbringen, wer soll das denn alles aushalten können.

Diesbezüglich gilt insbesondere der Name "Tiger Woods" zu vermerken. Ob sich Entführer derartig inhumane Zahlungsforderungen überhaupt zu stellen wagen würden, wie es Geschlitzte normalerweise tun? Das ist nichts anderes als mit dem Kind erpressung!

Ein interessanter Vergleich

Imageberater, Sunday, 10.10.2010, 17:07 (vor 5575 Tagen) @ Kinderlooser

Immerhin ist es egal, ob irgendwelche Entführer oder die Kindsmütter einem das eigene Kind weg nehmen, um Zahlungsansprüche durchzusetzen.

Naja, bei den einen ist es kriminell, bei den anderen gesellschaftlich akzeptiert... schon seltsam.

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Entführungsindustrie: Knarre am Kopf

roser parks, Sunday, 10.10.2010, 17:25 (vor 5575 Tagen) @ __V__

Das kann man sich gar nicht mehr vorstellen!

Meine Großeltern waren gottfroh, als sie sich schlussendlich wieder in die
Arme nehmen konnten damals ... und sie haben mit 80 noch Händchen gehalten
in der Kirche bei der Taufe ihrer Urenkelin.

Von der Position zum Heute, das verwundert mich am meisten!

Entführungsindustrie: Knarre am Kopf

Kurti, Wien, Sunday, 10.10.2010, 18:41 (vor 5574 Tagen) @ Mulher

Eine Dienstfahrt, die tragisch enden kann: Laut Bundeskriminalamt war
für Geschäftsleute das Risiko nie größer, im Ausland entführt zu werden.
Davon profitiert eine diskrete Branche von Spezialversicherern und
Sicherheitsberatern.

Genau zu dem Thema lief vor einiger Zeit ein Spielfilm mit Russel Crowe in der Hauptrolle im Fernsehen. Er spielte darin einen ehemaligen CIA-Agenten, der beruflich auf "Rückentführer" von Enführungsopfern für eine Versicherungsgesellschaft arbeitete. Mir fällt jetzt im Moment bloß gerade der Titel nicht ein.
Ich glaube, Gottfried John spielte in einer Nebenrolle einen deutschen Missionar, den sie ebenfalls gekidnappt hatten.

Gruß, Kurti

Entführungsindustrie: Knarre am/im Kopf

__V__, Bavaria, Sunday, 10.10.2010, 19:36 (vor 5574 Tagen) @ Kurti

Genau zu dem Thema lief vor einiger Zeit ein Spielfilm mit Russel Crowe in
der Hauptrolle im Fernsehen. Er spielte darin einen ehemaligen CIA-Agenten,
der beruflich auf "Rückentführer" von Enführungsopfern für eine
Versicherungsgesellschaft arbeitete. Mir fällt jetzt im Moment bloß gerade
der Titel nicht ein.

Geht mir auch so, mir fällt der Titel nicht ein.
Aber in diesem Film hat sich die Ehefrau des Entführten ja in den Retter ihres Mannes verliebt - ein Schelm, wer hier ein klassisches Muster vermutet!!!

Die Geschichte mit dem entführten Manager aber hat vielleicht auch nix damit zu tun, dass sich seine Frau in einen Geheimdienstler verliebt ... sondern eventuell mehr damit, dass sich seine Frau nicht vorstellen mag, dass ihr Mann in dieser Entführung eine Hauptrolle gespielt hat, bzw. mit ihm gespielt wurde ... Vielleicht hatte sie keine Lust, ihm zur Seite zu stehen, da sie selbst genügend zu tun hatte um ihr Trauma zu verkraften. Wer weiß?! ...
Denn: das menschliche Gehirn sucht nach einer Erklärung. Wer ist schuld?
Aus Sicht der Frau: Mann versagt beim Schutz der Kinder.
Aus Sicht des Mannes: Was hätte er anders machen müssen?
Aus der Sicht der Kinder: Wie sehen Mama und Papa das?

Unterm Strich ist das Ergebnis aus dieser Addition klar ...

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Entführungsindustrie: Knarre am/im Kopf

Andreas010, Monday, 11.10.2010, 10:23 (vor 5574 Tagen) @ __V__

Der Film heißt Proof of Life oder so also Lebenszeichen

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