Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Die Qual des Müßiggangs

Lemon, Sunday, 03.10.2010, 15:53 (vor 5581 Tagen)

Hallo allerseits!
Ein paar Zeilen von einem gelegentlich schreibenden Geschlechtsgenossen.
Einen interessanten und durchaus ergreifenden Zeitungsartikel, den ich kürzlich gefunden habe, möchte ich euch nicht vorenthalten.

Frauenschicksale, Teil XXIV: Vom Zwang zum Müßiggang

Wie hart das Leben vielen Frauen wirklich mitspielt, das brachte vor kurzem die Welt in einem ergreifenden Artikel ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Müßiggang macht unglücklich, schreibt der Autor Axel Gloger da.
Und beklagt voll Empathie: Irgendwann sind Cocktailpartys und Ikebana-Kurse langweilig. Betroffen erfährt der Leser (pardon: erfahren die LeserInnen) vom Los der Ehefrauen erfolgreicher Manager, denen - es wird ja viel zu oft übersehen oder als unbedeutend abgetan - in Dubai, Bangalore oder Pretoria schlimmste Depressionen drohen. Verursacht durch die wohl perfideste Waffe des Patriarchats: Folter durch Langeweile.

Wer bislang dachte, Hartz IV-Empfänger oder gar Hungerleider in der Dritten Welt hätten es schwer, der lese mal, bitte schön, dies hier:

Nach ein paar Wochen in Dubai schlug die Stimmung um, die Euphorie war vorüber. "Mein Mann kam abends nach Hause. Er fand mich zusammengekauert auf dem Fußboden unserer Wohnung, ich heulte", sagt Joanna Parfitt.

Und, so weiß der mitfühlende Autor: Dazu hatte sie allen Grund.

Denn:"Ihre Freunde waren weit weg. Die Familie ist tausende Kilometer entfernt. Ihren gut bezahlten Job musste die Britin aufgeben.

Obwohl nämlich, so erfährt man(n)/frau erschüttert, Mrs. Parfitt über Hauspersonal, eine große, klimatisierte Wohnung und reichlich Geld aus der Schatulle ihres Mannes verfügte, war die Ärmste in ein Gefängnis geraten.

Wer ahnt schon, wie das ist, wenn so eine unterdrückte Ehefrau zum luxuriösen Untätigsein, zur bohrenden Langeweile verurteilt ist?
Einzelfälle, glaubt ihr?
"Was sie erlebt hat, ist nicht untypisch", sagt Achim Heuser, Rechtsanwalt in Duisburg und Spezialist für Entsendungen ins Ausland.

Beschämend zu lesen, wer das alles wieder mal angerichtet hat: Die Männer arbeiten meist viel, sie sind unter der Woche zu Hause nur selten zu sehen.
Typisch! Die Egoisten!
"Und die Familie ist fern in der Heimat", beschreibt Annette Neumann, Ehefrau eines Expats in Shanghai, die typischen Verhältnisse bei ihren Freunden und Bekannten am Ort.

Und was ist logischerweise die Folge? Klar: Während der Mann im Büro mit viel Kraft und Zeit seinen Job stemmt und vom Tag eins an ein neues Beziehungsnetz aufbauen kann, versauert die Partnerin daheim.

Und da glaubt unsereins, wir hätten Probleme!
Den vollständigen Text findet ihr hier:

http://www.welt.de/welt_print/article1774357/Muessiggang_macht_ungluecklich.html

Wir lernen also: Nicht nur die Reichen haben es viel, viel schwerer, als man(n)/frau denkt - nein, obendrein sind es auch noch bei ihnen, den Spitzenverdienern und Leistungsträgern, immer wieder die Frauen, denen das härteste Los aufgebürdet wird.

Schämen wir uns also für unseren Sozialneid und unsere chauvinistische Arroganz und sammeln wir ein paar Cent für die im Müßiggang zwischen Cocktailpartys und Ikebana versauernden, in einem goldenen Gefängnis schmachtenden Ehefrauen erfolgreicher Manager.

Fordert mit Nachdruck
euer Lemon

Und, wie zufällig daneben als Bild: Eine Wuchtbrumme auf dem Laufsteg (Bild)

Leser, Sunday, 03.10.2010, 16:06 (vor 5581 Tagen) @ Lemon

[image]
Ikebana reicht nicht mehr ;-)

Danke für das Einstellen des Textes und deinem Kommentar dazu, @Lemon

Der Frust wegen der Missachtung

Expatriate ⌂, Süd-Ost-Asien, Monday, 04.10.2010, 06:39 (vor 5581 Tagen) @ Lemon

Beschämend zu lesen, wer das alles wieder mal angerichtet hat: Die Männer
arbeiten meist viel, sie sind unter der Woche zu Hause nur selten zu
sehen.

Natuerlich sind sie nur selten zu Hause. Denn die meisten Expats sehen dann ein, was fuer ein Riesenfehler es war, die Brumme mitzunehmen und vergnuegen sich lieber mit den jungen Dingern.
Da wird ueberall gefickt, nur nicht mehr zu Hause.

Deswegen sehen 99% aller West-Frauen hier total verbiestert und frustriert aus.
Hehehe, die sehen kein Land mehr, die guckt niemand an.

Darauf ein Eierlikoerchen!
Cheers!

Kommentarfunktion geschlossen! / kT

Hinweis, Monday, 04.10.2010, 12:18 (vor 5581 Tagen) @ Lemon

- kein Text -

Nur dumme Menschen...

Einstein, Monday, 04.10.2010, 17:11 (vor 5580 Tagen) @ Lemon

... wissen mit grenzenloser Freizeit nichts anzufangen.

Nur dumme Menschen...

Kurti, Wien, Monday, 04.10.2010, 18:58 (vor 5580 Tagen) @ Einstein

... wissen mit grenzenloser Freizeit nichts anzufangen.

Kann das nur bestätigen. Ich habe einen Schulfreund, der in seinem Denken ab und zu sehr "weiblich" ist. Und so glaubt er mir bis heute aufs Verrecken nicht, wenn ich ihm erzähle, dass ich mich in den Zeiten, in denen ich phasenweise arbeitslos war, keinen einzigen Tag gelangweilt habe. Keinen einzigen! Da starrt er mich ganz fassungslos an.

Gruß, Kurti

Und Kinder haben die Westweiber dort bestimmt auch kaum?

Borat Sagdijev, Monday, 04.10.2010, 19:10 (vor 5580 Tagen) @ Expatriate

Kinder könnten das Problem der Missachtung doch erheblich abmildern.
Andererseits muss man aber auch an das Wohl dieser Kinder denken.

--
Afrika hat Korruption?
Deutschland ist besser, es hat Genderforschung und bald eine gesetzlich garantierte Frauenquote.

Nur dumme Menschen...

Robert ⌂, München, Tuesday, 05.10.2010, 12:55 (vor 5580 Tagen) @ Kurti

... wissen mit grenzenloser Freizeit nichts anzufangen.

Man muss halt ein gewisses Maß an Selbststeuerung und Eigeninitiative haben, und sich selber was suchen, was man gerne tut.

Verrecken nicht, wenn ich ihm erzähle, dass ich mich in den Zeiten, in
denen ich phasenweise arbeitslos war, keinen einzigen Tag gelangweilt habe.
Keinen einzigen!

So gings mir auch.

Robert

--
Wolfgang Gogolin "Diese Hymnen für Frauen erinnern an das Lob, das einem vierjährigen Kind zuteil wird, weil es endlich nicht mehr in die Hose kackt, sondern von allein aufs Töpfchen geht."

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