Die Qual des Müßiggangs
Hallo allerseits!
Ein paar Zeilen von einem gelegentlich schreibenden Geschlechtsgenossen.
Einen interessanten und durchaus ergreifenden Zeitungsartikel, den ich kürzlich gefunden habe, möchte ich euch nicht vorenthalten.
Frauenschicksale, Teil XXIV: Vom Zwang zum Müßiggang
Wie hart das Leben vielen Frauen wirklich mitspielt, das brachte vor kurzem die Welt in einem ergreifenden Artikel ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.
Müßiggang macht unglücklich, schreibt der Autor Axel Gloger da.
Und beklagt voll Empathie: Irgendwann sind Cocktailpartys und Ikebana-Kurse langweilig. Betroffen erfährt der Leser (pardon: erfahren die LeserInnen) vom Los der Ehefrauen erfolgreicher Manager, denen - es wird ja viel zu oft übersehen oder als unbedeutend abgetan - in Dubai, Bangalore oder Pretoria schlimmste Depressionen drohen. Verursacht durch die wohl perfideste Waffe des Patriarchats: Folter durch Langeweile.
Wer bislang dachte, Hartz IV-Empfänger oder gar Hungerleider in der Dritten Welt hätten es schwer, der lese mal, bitte schön, dies hier:
Nach ein paar Wochen in Dubai schlug die Stimmung um, die Euphorie war vorüber. "Mein Mann kam abends nach Hause. Er fand mich zusammengekauert auf dem Fußboden unserer Wohnung, ich heulte", sagt Joanna Parfitt.
Und, so weiß der mitfühlende Autor: Dazu hatte sie allen Grund.
Denn:"Ihre Freunde waren weit weg. Die Familie ist tausende Kilometer entfernt. Ihren gut bezahlten Job musste die Britin aufgeben.
Obwohl nämlich, so erfährt man(n)/frau erschüttert, Mrs. Parfitt über Hauspersonal, eine große, klimatisierte Wohnung und reichlich Geld aus der Schatulle ihres Mannes verfügte, war die Ärmste in ein Gefängnis geraten.
Wer ahnt schon, wie das ist, wenn so eine unterdrückte Ehefrau zum luxuriösen Untätigsein, zur bohrenden Langeweile verurteilt ist?
Einzelfälle, glaubt ihr?
"Was sie erlebt hat, ist nicht untypisch", sagt Achim Heuser, Rechtsanwalt in Duisburg und Spezialist für Entsendungen ins Ausland.
Beschämend zu lesen, wer das alles wieder mal angerichtet hat: Die Männer arbeiten meist viel, sie sind unter der Woche zu Hause nur selten zu sehen.
Typisch! Die Egoisten!
"Und die Familie ist fern in der Heimat", beschreibt Annette Neumann, Ehefrau eines Expats in Shanghai, die typischen Verhältnisse bei ihren Freunden und Bekannten am Ort.
Und was ist logischerweise die Folge? Klar: Während der Mann im Büro mit viel Kraft und Zeit seinen Job stemmt und vom Tag eins an ein neues Beziehungsnetz aufbauen kann, versauert die Partnerin daheim.
Und da glaubt unsereins, wir hätten Probleme!
Den vollständigen Text findet ihr hier:
http://www.welt.de/welt_print/article1774357/Muessiggang_macht_ungluecklich.html
Wir lernen also: Nicht nur die Reichen haben es viel, viel schwerer, als man(n)/frau denkt - nein, obendrein sind es auch noch bei ihnen, den Spitzenverdienern und Leistungsträgern, immer wieder die Frauen, denen das härteste Los aufgebürdet wird.
Schämen wir uns also für unseren Sozialneid und unsere chauvinistische Arroganz und sammeln wir ein paar Cent für die im Müßiggang zwischen Cocktailpartys und Ikebana versauernden, in einem goldenen Gefängnis schmachtenden Ehefrauen erfolgreicher Manager.
Fordert mit Nachdruck
euer Lemon
gesamter Thread:
- Die Qual des Müßiggangs -
Lemon,
03.10.2010, 15:53
- Und, wie zufällig daneben als Bild: Eine Wuchtbrumme auf dem Laufsteg (Bild) - Leser, 03.10.2010, 16:06
- Der Frust wegen der Missachtung -
Expatriate,
04.10.2010, 06:39
- Und Kinder haben die Westweiber dort bestimmt auch kaum? - Borat Sagdijev, 04.10.2010, 19:10
- Kommentarfunktion geschlossen! / kT
-
Hinweis,
04.10.2010, 12:18
- Nur dumme Menschen... -
Einstein,
04.10.2010, 17:11
- Nur dumme Menschen... -
Kurti,
04.10.2010, 18:58
- Nur dumme Menschen... - Robert, 05.10.2010, 12:55
- Nur dumme Menschen... -
Kurti,
04.10.2010, 18:58