Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Berlin-Institut pro Emanzipation

jens_, Monday, 27.09.2010, 21:31 (vor 5587 Tagen)

Warum die Kinderzahlen in den Ländern Westeuropas so unterschiedlich hoch sind

Im Jahr 2005 hat das Berlin-Institut die Untersuchung "Emanzipation oder Kindergeld? Der europäische Vergleich lehrt, was man für höhere Geburtenraten tun kann" veröffentlich. Darin wurden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die unterschiedlichen Kinderzahlen in westeuropäischen Nationen anhand einer Reihe sozioökonomischer Indikatoren verglichen. Dabei wurde deutlich, dass die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung, die früher zu immer weniger Kindern geführt hat, diesen Effekt heute nicht mehr hat. Mittlerweile werden in jenen Ländern mehr Kinder geboren, die in Bezug auf Wohlstand und auf die Gleichbehandlung der Geschlechter die modernsten Gesellschaftssysteme aufweisen.
[...]
Am deutlichsten wird der Zusammenhang zwischen Emanzipation und Kinderzahlen bei der Zahl der nicht-ehelichen Geburten. In allen westeuropäischen Ländern, die eine Gesamtfertilitätsrate von mehr als 1,7 Kindern je Frau aufweisen, wird ein größerer Anteil aller Kinder außerhalb von Ehen geboren als in Deutschland. Länder wie Italien und Griechenland, in denen uneheliche Lebensgemeinschaften und uneheliche Kinder noch immer stigmatisiert sind und dementsprechend selten vorkommen, haben die geringsten Geburtenraten Westeuropas.

Das Festhalten an traditionellen Familienstrukturen schafft somit keinerlei demografischen Vorteil: Bei den geburtenfreudigen Schweden, Norwegern und Franzosen kommt hingegen etwa die Hälfte aller Kinder außerehelich zur Welt - in Island, dem Staat mit der europaweit höchsten Kinderzahl je Frau sind es sogar über 65 Prozent.
http://anonym.to?http://www.berlin-institut.org/studien/emanzipationoder-kindergeld.html

Was die Studie "vergessen" hat zu erwaehnen ist, dass in den kinerreichen Laendern nicht-verheiratete Vaeter auch nicht so benachteiligt sind wie in Deutschland oder Oesterreich. Genrell haben geburten-reiche Laender i.d.R. keinen so maennerfeindlichen Feminismus entwickelt.

Berlin-Institut pro Emanzipation

ray, Monday, 27.09.2010, 23:11 (vor 5587 Tagen) @ jens_

Was die Studie "vergessen" hat zu erwaehnen ist, dass in den kinerreichen
Laendern nicht-verheiratete Vaeter auch nicht so benachteiligt sind wie in
Deutschland oder Oesterreich. Genrell haben geburten-reiche Laender i.d.R.
keinen so maennerfeindlichen Feminismus entwickelt.

Würdest Du denn sagen, dass in Skandinavien und Frankreich der Feminismus weniger ausgeprägt ist?

Berlin-Institut pro Emanzipation

jens_, Tuesday, 28.09.2010, 00:58 (vor 5587 Tagen) @ ray

Würdest Du denn sagen, dass in Skandinavien und Frankreich der Feminismus
weniger ausgeprägt ist?

Nicht weniger ausgepraegt, sondern sogar mehr, dafuer aber weniger maennerfeindlich. Es scheint mir, als ob sich der Feminismus in Skandinavien und Frankreich vor allem fuer Frauen, in anderen europaeischen Laendern (speziell deutschsprachigen) vor allem gegen Maenner einsetzt.

Berlin-Institut pro Emanzipation

Imageberater, Tuesday, 28.09.2010, 07:46 (vor 5587 Tagen) @ jens_

Nicht weniger ausgepraegt, sondern sogar mehr, dafuer aber weniger
maennerfeindlich. Es scheint mir, als ob sich der Feminismus in
Skandinavien und Frankreich vor allem fuer Frauen, in anderen europaeischen
Laendern (speziell deutschsprachigen) vor allem gegen Maenner einsetzt.

Die Beobachtung meine ich auch zu machen. Der hiesige Feminismus ist ein einzigartiger, wohl der deutschen Entwicklung nach Ende des zweiten Weltkriegs geschuldet.

Dermaßen verbissen und kompromisslos männerfeindlich - das scheint anderswo nicht ganz so krass zu sein, von Einzelbeispielen mal abgesehen. Hierzulande ist verbiesterter Feminismus ja allgemein Programm.

Als Mann setzt man hierzulande seine ganze Existenz aufs Spiel, wenn man sich auf Frau und Kind einlässt. Anderswo scheint das nicht so zu sein, sonst würde der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte uns - im Gegensatz zu den Franzosen und Schweden - ja nicht dauernd wegen unserer männerfeindlichen Familienpolitik rügen.

Und Familienpolitik ist ja nur ein Spektrum von vielen. Die Geschlechterpolitik hierzulande ist insgesamt völlig frauenzentriert und männerfeindlich-sexistisch. Man hat beinahe den Eindruck, die Verantwortlichen wollten die Männer für irgendetwas strafen. Anders kann ich mir das nicht erklären, das ist nur noch auf der psychologischen Schiene fassbar, sachlich nicht mehr.

--
[image]

Berlin-Institut pro Emanzipation

Andreas058 @, Wednesday, 29.09.2010, 10:48 (vor 5586 Tagen) @ jens_

Zählen künstliche Befruchtungen auch zu außerehelich? Ist nur so ein Gedanke aber in einigen Ländern kann sich jede Frau auf Wunsch künstlich befruchten lassen. In Schweden führte das mal zu einer sehr lustigen Situation das ein Samenspender für ein lesbischen Pärchen plötzlich unterhaltspflichtig wurde, als dieses sich trennte.

powered by my little forum