Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Männlich

DschinDschin, Friday, 24.09.2010, 18:16 (vor 5590 Tagen)

Badiner

Leserbrief:
critique, 02. 09. '10 21:55
beauvoir - geschlechterdualismen
beauvoirs idee wird banalisiert, indem fr. badinter die existenzialistische selbstverwirklichung auf das erfolgreichsein innerhalb gesellschaftlicher gegebenheiten (also angepasstheit) verkürzt.
kinderhaben ist mehr, als die kleinen morgens zur krippe zu bringen und abends wieder abzuholen.
arbeitgeber und nichteltern haben sich darauf einzustellen .
gut, wenn mütter (und inzwischen manche väter) darauf bestehen, sich nicht zwischen kinderhaben und karrieremachen entscheiden zu müssen.
mit mütter-mythos hat das nichts zu tun.
eine auflösung der alten geschlechterdualismen kann sich nicht damit begnügen, das ehemals „weibliche“ (die familie und das private) zu verändern.
das ehemals „männliche“ (der beruf, die öffentlichkeit, die politik) muß sich ebenfalls verändern.

Es geht mir bei meinen Ausführungen um den letzten Satz, mit der Kernthese, dass sich das "Männliche" ändern müsse.

Die Frage ist, ob sich das "Männliche" überhaupt ändern kann?

In einer offenen Welt, einer Welt ohne Grenzen, konkurrieren verschiedene Handlungsmuster miteinander, und das auch noch auf verschiedenen Ebenen.

So mag jemand Fair-Trade-Bananen kaufen, was ihm ein gutes Gefühl gibt. Vielleicht trinkt er auch noch Fair-Trade-Kaffee. Würde er aber seinen ganzen Bedarf auf der Basis Fair-Trade beziehen? Ist Fair-Trade wirklich fair? Wie würden sich die höheren Preis auf das Konsumverhalten des Betreffenden auswirken? Und wenn viele Verbraucher ihr Konsumverhalten ändern, was bedeutet das dann für die Erzeuger?

Und übertragen auf das Geschlechterverhältnis übertragen: Ist aus weiblicher Solidarität eine Frau bereit für ein schlechtere Leistung mehr zu bezahlen, weil sie geschlechtergerecht (50:50) erbracht wird? Ist eine Frau oder ein Mann als Kunde bereit, das Produkt mit dem schlechteren Preis-Leistungs-Verhältnis zu kaufen, weil bei der Produktion ein höherer Anteil "Weibliches" enthalten ist? Und wenn geringere weibliche Leistung genau so entlohnt wird wie höhere männliche Leistung, welche Folgen hat das für die Entscheidungen der Männer?

Sind Männer nicht so, wie sie sind (Phänotyp + kulturelle Rolle), weil die Frauen in der Vergangenheit genau diesen Typ Mann bevorzugt als Vater ihrer Kinder gewählt haben. Oder weil die Kinder mit diesem Typ Vater Vorteile bei der Konkurrenz mit Kindern hatten, deren Väter einem anderen Phänotyp oder einer anderen kulturellen Rolle angehört haben?

Was geschieht mit einem Staat, einem Unternehmen, einer Sippe, einer Familie, wenn man das "Männliche" schwächt?

Woran ist der Kommunismus gescheitert? - Am Menschen!

Wer falsche Handlungsmuster fährt, falsche Rollen propagiert, die Kraft des Lebendigen unterschätzt, der verliert.

Deutschland schafft sich ab! - Aber eigentlich schafft sich nicht Deutschland ab, sondern die Menschen, die wir so als Deutsche kennen. Es wird neue Deutsche geben, welche den Leerraum füllen. Und diese werden nicht nur einen bestimmten Phänotyp darstellen, sondern auch bestimmte kulturelle Rollen praktizieren, die dann eine Zukunft haben, wenn die Reproduktionsrate ihrer Frauen gleich oder höher der Ersatzrate ist. Wird so nicht Nachhaltigkeit definiert?

Und wie wird in der neuen Gesellschaft dann das "Männliche" definiert?

Meine These: klassisch!

DschinDschin

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Barbarus hic ergo sum, quia non intellegor ulli.


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