Ein bisschen off topic: Waggonbau Ammendorf
Kam heute in aller Früh in den MDR-Nachrichten:
"Verkehrstechnik
Auszeichnung für Bahnzulieferer aus Halle
Fünf Jahre nach dem zwischenzeitlichen Ende des Waggonbaus in Ammendorf hat eine Nachfolgefirma aus dem Hallenser Stadtteil einen begehrten Bahnpreis erhalten. Der Zulieferer MSG Ammendorf wurde am Dienstag auf der Schienenfahrzeug-Messe Innotrans in Berlin mit dem Titel "DB-Lieferant des Jahres 2010" ausgezeichnet.
Das Unternehmen hatte sich vor fünf Jahren nach dem Abschied des Schienenfahrzeug-Riesen Bombardier am Standort Halle-Ammendorf gegründet. Aushängeschild des Zulieferers sind das Instandsetzen und Reparieren von hochmodernen ICE-Loks. Geschäftsführer Uwe Albrecht sagte, damit sei man zu einem verlässlichen und nachgefragten Partner - vor allem der Deutschen Bahn - herangewachsen. Mittlerweile sind 180 Mitarbeiter in dem Unternehmen beschäftigt. Nach Angaben von Albrecht soll die Belegschaft aber weiter wachsen.
Krise beim Waggonbau in Ammendorf
Der traditionelle Waggonbau in Ammendorf hat eine turbulente Zeit hinter sich: Nach der Wende arbeiteten dort 4.800 Waggonbauer. 1998 wurde das zu Ostzeiten etablierte und mittlerweile privatisierte Unternehmen vom kanadischen Konzern Bombardier übernommen. Bereits 2002 kündigten die Kanadier an, das Werk wieder schließen zu wollen. Das rief heftige Proteste auf Landes- und Bundesebene hervor – zumal Fördergelder in Millionenhöhe geflossen waren. Das Ende für die Bombardier-Mitarbeiter in Ammendorf kam vor fünf Jahren. Damals verloren mehr als 650 Menschen ihren Arbeitsplatz."
http://www1.mdr.de/sachsen-anhalt/7693370.html
Ich habe mich aus gleich mehreren Gründen mitgefreut. Weil ich neben der Männerrechtlerei als Hobby auch Eisenbahn-Freak bin. Weil es ein wirtschaftlicher Erfolg in meiner Herkunftsregion Mitteldeutschland ist. Und last but not least, jetzt spanne ich den Bogen zum Forenthema: Weil es hier einmal geschafft wurde, in massivem Ausmaß Männer-Arbeitsplätze zu sichern.
Die ja angeblich alle im Aussterben begriffen sind und durch weibliche Soft Skills ersetzt werden, wie wir von feministischer Seite immer wieder belehrt werden.
Oder die ansonsten nicht besonders schützenswert sind. Wie in dem Fall, den sie kürzlich bei "Manndat" aufgedeckt hatten, wo irgendein Großkonzern (War es Daimler? Ich weiß es nicht.) stolz verkündete, trotz Krise keine Frauen-Arbeitsplätze abgebaut zu haben.
Gruß, Kurti
Ein bisschen off topic: Waggonbau Ammendorf
Oder die ansonsten nicht besonders schützenswert sind. Wie in dem Fall,
den sie kürzlich bei "Manndat" aufgedeckt hatten, wo irgendein Großkonzern
(War es Daimler? Ich weiß es nicht.) stolz verkündete, trotz Krise keine
Frauen-Arbeitsplätze abgebaut zu haben.
Hallo Kurti,
Ja, es war Daimler, die bei der letzten Entlassungswelle vor etwa 2 Jahren die Direktive ausgegeben haben, Frauen zu verschonen.
Ansonsten ist die Eisenbahn eine herrliche Männerdomäne:
Bis heute Weit und breit keine weibliche Erfinderin dieses revolutionären Verkehrsmittels, vom Gleisbau bis zur Dampftechnik. Nicht mal das kleinste ferroviare Scheibenwischerchen oder Filtertütchen.
Allerdings gibt es auch da schon Bestrebungen von Organisationen, Jungen zu behindern bei der Ausübung des Hobbys. Gerüchteweise soll Märklin mal Ärger bekommen haben wegen der Werbekampagne "Papa komm spielen!", Vater und Sohn geht ja gaaar nicht. Und ich weiß daß manche Eisenbahnvereine an Fördergelder zu kommen versuchen indem sie sich auf Mädchen ausrichten. Zum Glück haben die besseren Vereine das nicht nötig.
Bist Du von der Gleich- Wechselstrom - oder Vorbildfraktion?
Für mich war die Grenzöffnung 1990 eine Offenbarung; am Morgen des 1.1.90 war ich drüben in Nordhausen, beim ersten deutsch-deutschen Dampfzug mit 41 360 und einer 44er. Damals roch es dort überall noch "ostdeutsch".
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Ein bisschen off topic: Waggonbau Ammendorf
Allerdings gibt es auch da schon Bestrebungen von Organisationen, Jungen
zu behindern bei der Ausübung des Hobbys. Gerüchteweise soll Märklin mal
Ärger bekommen haben wegen der Werbekampagne "Papa komm spielen!", Vater
und Sohn geht ja gaaar nicht. Und ich weiß daß manche Eisenbahnvereine an
Fördergelder zu kommen versuchen indem sie sich auf Mädchen ausrichten. Zum
Glück haben die besseren Vereine das nicht nötig.
Männer, die Eisenbahn spielen! Pfui, ein Geschlechterstereotyp! Eisenbahn-Wellness-Kurse für Alpha-Girls!
Bist Du von der Gleich- Wechselstrom - oder Vorbildfraktion?
Für mich war die Grenzöffnung 1990 eine Offenbarung; am Morgen des 1.1.90
war ich drüben in Nordhausen, beim ersten deutsch-deutschen Dampfzug mit 41
360 und einer 44er. Damals roch es dort überall noch "ostdeutsch".
Mich interessiert eigentlich generell alles, was mit Eisenbahn zu tun hat. Ein Schwerpunkt ist dabei die Deutsche Reichsbahn der DDR (Logisch, dass auf dem Gebiet jeder immer die technische Epoche seiner Kindheit verglorifiziert.). Speziell befasse ich mich mit folgenden Loktypen:
(Die technischen Bezeichnungen nutzen freilich nur Ostblockinsidern etwas.):
Diesellokomotiven der Baureihe V 100 (ab 1970: Baureihen 110, 112),
Diesellokomotiven der Baureihe V 180 (ab 1970: Baureihen 118, 119),
Diesellokomotiven der Baureihe V 300 (ab 1970: Baureihen 130, 131, 132, 142),
E-Lokomotiven der Baureihe E 11 (ab 1970: Baureihen 211, 212),
E-Lokomotiven der Baureihe E 42 (ab 1970: Baureihe 242),
Diesel-Rangierlokomotive V 60 (ab 1970: Baureihen 105, 106).
Eine recht gute Bildübersicht dazu liefert die Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Lokomotiv-_und_Triebwagenbaureihen_der_Deutschen_Reichsbahn_der_DDR
Auch den Straßenfahrzeugen dieser Epoche bin ich nicht abgeneigt. Hier sind es konkret:
- Lkw's vom Typ G 5,
- " " " H 6,
- " " " Multicar,
- " " " Robur und Vorgängermodelle,
- Lkw's der Typen S 4000 und S 4001,
- Lkw's vom Typ Škoda 706 RT (Im Volksmund auch bekannt unter dem Namen
LIAZ – unter dieser Bezeichnung firmierte zu Zeiten der
sozialistischen Tschechoslowakei praktisch die gesamte Lkw-Sparte von
Skoda.),
- Lkw's vom Typ W 50,
- Kleinbusse vom Typ Barkas,
- IFA-Autodrehkrane,
- Bagger vom Typ T 174,
- Mähdrescher vom Typ E 514,
- Traktoren der Typen ZT 300 und ZT 303.
Gruß, Kurti
Ein bisschen off topic: Waggonbau Ammendorf
Diesel-Rangierlokomotive V 60 (ab 1970: Baureihen 105, 106).
Na, da werden wir uns wohl nie über den Weg gelaufen sein; auch wenn ich schon Ende der 70er in Ostberlin Loks fotografiert habe und seit der Vereinigung wohl schon über 100 Mal in den östlichen Bundesländern war - es ging immer um Dampfloks!
01.05, 01.15, 01.20, 03.00, alle noch in Betrieb gesehen...aber wohl kein Foto einer Ost-V60...
![[image]](http://i16.photobucket.com/albums/b14/dscheipi/99mgeln.jpg?t=1285188271)
Da fuhr sie noch planmäßig in Mügeln...
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Und überhaupt
Allerdings gibt es auch da schon Bestrebungen von Organisationen, Jungen
zu behindern bei der Ausübung des Hobbys. Gerüchteweise soll Märklin mal
Ärger bekommen haben wegen der Werbekampagne "Papa komm spielen!", Vater
und Sohn geht ja gaaar nicht. Und ich weiß daß manche Eisenbahnvereine an
Fördergelder zu kommen versuchen indem sie sich auf Mädchen ausrichten. Zum
Glück haben die besseren Vereine das nicht nötig.
Dass Jungen an etwas Spaß haben, ist ja wohl ganz Autobahn! Jungen haben keinen Spaß zu haben, sondern sich für die Verfehlungen ihrer Geschlechtsgenossen aus den letzten 5000 Jahren zu schämen! Ende der Durchsage!
Gruß, Kurti
Ein bisschen off topic: Waggonbau Ammendorf
Da fuhr sie noch planmäßig in Mügeln...
Ich bin Jahrgang 1976. Die ersten Dampflokomotiven, die ich zu sehen bekam, liefen zu dieser Zeit auf ihren Strecken schon im Nostalgiebetrieb.
Und der Bahnhof der Stadt, in der ich aufgewachsen bin, sieht inzwischen leider so aus:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Bahnhof_K%C3%B6lleda
Gruß, Kurti
Ein bisschen off topic: Waggonbau Ammendorf
Ich bin Jahrgang 1976. Die ersten Dampflokomotiven, die ich zu sehen
bekam, liefen zu dieser Zeit auf ihren Strecken schon im Nostalgiebetrieb.
Als ich 1986 in Griechenland an einem großen Bahnhof vorbei kam fragte mein kleiner Sohn erstaunt "Was ist denn das da?". Es dauerte eine ganze Weile bis ich begriff was er meinte. Dort standen und fuhren fast ausschließlich Dampfloks und der Kleine hatte im seinem Leben noch nie eine gesehen.
Rainer
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![[image]](Info/Img/feminismus-gegen-frau-kl-1.png)
Kazet heißt nach GULAG jetzt Guantánamo
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Als ich 1986 in Griechenland an einem großen Bahnhof vorbei kam fragte
mein kleiner Sohn erstaunt "Was ist denn das da?". Es dauerte eine ganze
Weile bis ich begriff was er meinte. Dort standen und fuhren fast
ausschließlich Dampfloks und der Kleine hatte im seinem Leben noch nie eine
gesehen.Rainer
Bei der seinerzeitigen Bundesbahn gab es ja, wenn ich jetzt richtig informiert bin, in den Siebziger Jahren den Slogan: "Unsere Loks gewöhnen sich das Rauchen ab."
Gruß, Kurti
Ein bisschen off topic: Waggonbau Ammendorf
Hallo Kurti,
kennst Du denn diese website vom Sichtungsforum Märkische Eisenbahn?
http://www.forumromanum.de/member/forum/forum.php?action=index&entryid=&USER=user_296486
Insbesondere das Sichtungsforum mit den aktuellen Sichtungen ist sehr interessant und enthält tolle Bilder.
Ein bisschen off topic: Waggonbau Ammendorf
Hallo Kurti!
Das Unternehmen hatte sich vor fünf Jahren nach dem Abschied des Schienenfahrzeug-Riesen Bombardier am Standort Halle-Ammendorf gegründet.
Und wieso ging das nicht schon Anfang der 1990er Jahre? Wieso mußte das Werk erst einmal an Bombardier gegeben, und wieso mußten da sinnlos Fördermittel reingepumpt werden?
Hätte die sogennante "Treuhandanstalt" Objekte zum realen Preis verkauft und hätte es keinerlei "Fördermittel" gegeben, dann wären zwar manche Werke schneller geschlossen worden, aber die Sozialleistungen für die so entlassenen Mitarbeiter hätte man durch die Verkaufserlöse und durch die eingesparten Fördergelder locker bezahlen können. Und unseriöse Geschäftemacher, die nur scharf auf die Fördergelder waren, wären von vorneherein außen vor geblieben. Dafür hätten aber diejenigen, die dann Werke im Osten gekauft hätten, auch ernsthafte Absichten gehabt, und es hätte schon viel früher mehr Erfolgsmeldungen wie diese gegeben.
Freundliche Grüße
von Garfield
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Und wieso ging das nicht schon Anfang der 1990er Jahre? Wieso mußte das
Werk erst einmal an Bombardier gegeben, und wieso mußten da sinnlos
Fördermittel reingepumpt werden?
Anfang der Neunziger - habe bis Ende 1992 in Mitteldeutschland gelebt, bevor wir dann nach Österreich gegangen sind - war es commons sense, dass alles, was aus den Neuen Bundesländern kam, marode, veraltet, Schrott, Thrash war. Das war eine Einstellung auf der rein psychologischen Ebene, die in vielen Fällen mit der Realität nichts gemein hatte. Meiner Beobachtung entstand diese Einstellung aus dreierlei Gründen:
- Arroganz,
- Unwissenheit,
- gezieltes Kalkül, um die Preise für Betriebsanlagen zu drücken, damit man sich an der Grundstücksfläche hinterher "dumm und dämlich" verdienen kann.
Mittlerweile habe ich jedoch das Gefühl, dass es sich langsam herumspricht, dass auch in den neuen Ländern Menschen daheim sind, die arbeitswillig sind, die über fachliches Know-how verfügen und die in der Lage sind, tolle, marktfähige Produkte zu entwickeln.
Gruß, Kurti
Ein bisschen off topic: Waggonbau Ammendorf
Mann, toll! Ich danke für den Hinweis!
Ich schätze mal, dort werde ich einige Zeit verbringen. Meine arme Online-Rechnung ... 
Gruß, Kurti
Ein bisschen off topic: Waggonbau Ammendorf
So siehts wohl aus. Der bekannte Spruch vom "Besserwessi" kommt auch aus dieser Phase. Zur Verramschung hat im Wesentlichen aber nicht der Wessi Normalbürger, sondern die Treuhand beigetragen - an deren Spitze Frau Birgit Breuel, die später die Expo 2000 in Hannover in den Sand gesetzt hat.
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Hallo Dampflok!
Zur Verramschung hat im Wesentlichen aber nicht der Wessi Normalbürger, sondern die Treuhand beigetragen - an deren Spitze Frau Birgit Breuel, die später die Expo 2000 in Hannover in den Sand gesetzt hat.
Ja, der im Westen Deutschlands lebende Normalbürger durfte den Spaß nur über den "Soli" wesentlich mitfinanzieren, weil die Einkommen im Westen ja höher waren und sind (und so auch der "Soli"-Betrag höher ausfällt) und weil dort auch mehr Menschen leben. Solidarität für windige Geld-Haie.
Sind die Korruptionsgeschäfte der "Treuhandanstalt" eigentlich immer noch Staatsgeheimnis?
Freundliche Grüße
von Garfield
Ein bisschen off topic: Waggonbau Ammendorf
sondern die Treuhand beigetragen - an deren Spitze Frau
Birgit Breuel, die später die Expo 2000 in Hannover in den Sand gesetzt
hat.
Da waren bestimmt irgendwelche patriarchalischen Seilschaften, old-boys-networks, gläserne Decken dran schuld ...
Gruß, Kurti
Ein bisschen off topic: Waggonbau Ammendorf
Sind die Korruptionsgeschäfte der "Treuhandanstalt" eigentlich immer noch
Staatsgeheimnis?
Also, ich habe mich nicht sonstwie genau mit der Materie beschäftigt, aber meines Wissens nach gibt es bis heute lediglich sehr, sehr grobe und ungenaue Schätzungen über die wirtschaftlichen Schäden, die im Rahmen der so genannten "vereinigungsbedingten Kriminalität" entstanden sind. Weil niemand für diesen Bockmist politisch gerade stehen will.
Einen recht interessanten Link zu dem Thema habe ich hier gefunden:
http://www.bpb.de/publikationen/O0ICG9,0,Wirtschaftskriminalit%E4t_im_Einigungsprozess.html
Gruß, Kurti