Jetzt wissen wir's: Sabine R. hatte hehre Motive
Sabine R. hatte ihren Sohn vor der zerbrochenen Ehe und einer womöglich neuen Partnerin des Vaters „schützen“ wollen, muß der erstaunte Leser in der "Welt" zur Kenntnis nehmen.
Dieser Artikel spiegelt den gewohnten Sexismus in den Mainstream-Medien eindrucksvoll wieder: Wenn ein Mann solche oder ähnliche Taten begeht, wird er als aggressionsgesteuertes Monster dargestellt - die Frau ist natürlich Opfer allzu widriger Umstände und dazu von hehren Motiven getrieben - sie wollte ihr Kind vor der bösen Welt schützen, aha, jetzt wissen wir's.
Bei nüchterner Betrachtung hat diese Frau ihr Kind umgebracht, weil sie die elterliche Sorge nicht bekommen hat. Motto: Wenn ich das Kind nicht haben darf, dann bringe ich es um, damit es auch kein anderer haben kann. Sie hat "ihr" Kind als persönlichen Besitz gesehen; dass das Kind beim Vater lebte, war für diese Frau nichts mehr als eine große narzisstische Kränkung. Keine Heilige, sondern eine Person von miesem Charakter
Lieben Sie Kinder mehr, als Ihnen lieb ist ?
„Wer sein Kind tötet, will im Grunde sich selbst töten. Die Welt ist diesen Frauen unerträglich geworden“, sagt Annegret Wiese und spricht daher auch von einem erweiterten Suizid. Oft haben diese Frauen eine besonders symbiotische Beziehung zu ihrem Kind, aus der sie sich selbst nicht lösen können, wenn es älter wird. „Sie wollen es vor allem Übel bewahren. Nur was das Übel ist, sehen sie ausschließlich aus ihrer eigenen Perspektive.“ So ließe sich erklären, dass Sabine R. ihren Sohn vor der zerbrochenen Ehe und einer womöglich neuen Partnerin des Vaters „schützen“ wollte. Weil ihr selbst das Leben so unerträglich erschien, meinte sie vermutlich, das müsse es auch für Roman sein.
Mal angenommen, das Motiv stimmt, und es geht um übersteigerte Mutterliebe (in diesem Fall ein solches Übermaß an Liebe, dass noch für den Vater und den Pfleger und die Passanten, die von der Kugel verfehlt wurden, genug Liebe da war) und nicht um gekränkten weiblichen Stolz:
Es gab doch mal eine Kampagne, die sich an (natürlich) männliche Pädophile richtete, sich in Behandlung zu begeben, bevor sie Straftaten begehen.
Slogan: "Lieben Sie Kinder mehr, als Ihnen lieb ist ?"
Der Spruch wäre dann doch auch ganz gut für eine große Medienkampagne, die sich an potentielle Kindsmörderinnen und Amokläuferinnen richtet.