Frauen als Männer, denen etwas fehlt
http://www.spiegel.de/spiegelwissen/0,1518,717657-2,00.html
Können Irrtümer als Stützen für ein bestimmtes Weltbild benutzt werden, überleben sie oft besonders lange. Noch der weltberühmte Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, meinte, dass Frauen ihren männlichen Artgenossen unterlegen seien, ja dass es sich bei ihnen schlicht um Männer handele, denen etwas fehle.
Damit setzte er eine Haltung fort, die schon Aristoteles geäußert hatte, der Frauen gerne mit verstümmelten Männern verglich. Im 19. Jahrhundert glaubte der französische Anthropologe Paul Broca, die geistige Unterlegenheit des weiblichen Geschlechts wissenschaftlich bewiesen zu haben. Er präsentierte Messergebnisse, nach denen männliche Gehirne durchschnittlich größer seien als die von Frauen. Deshalb, so meinte er, könnten sie auch größere Leistungen erbringen. Selbst große Wissenschaftler und Genies sind also gegen Fehlurteile nicht gefeit.
Wie wir alle wissen, können Männer nicht grössere Leistungen als Frauen erbringen...