Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Sozialstaat - Schwule und andere Ehen: Kommentar von Jan Fleischhauer

Gismatis, Basel, Saturday, 18.09.2010, 15:48 (vor 5596 Tagen) @ Leser_nicht_eingeloggt

«Beim Steuerprivileg für Verheiratetet allerdings fördert der Staat gezielt eine Institution, an die ihm viel liegt, weil sie für seinen Fortbestand wenn schon nicht unerlässlich, dann doch ziemlich bedeutsam ist: Noch immer kommen die meisten Kinder aus einer Ehe, 70 Prozent der Geburten geht eine Heirat voraus.>

Diese Geburten sind aber keine Folge der Heirat, sondern einer Zeugung, die bekanntlich keine Ehe braucht. Oder meint der Autor etwa, diese Kinder wären ohne Ehe nie geboren worden?

«Ein Argument lautet nun, dass vom Ehegattensplitting auch viele heterosexuelle Paare profitieren würden, die nie Kinder in die Welt setzten und dies auch nicht vorhätten. Doch deren Zahl ist viel kleiner, als behauptet.>

Trotzdem müssten die auch nicht besonders gefördert werden. Man könnte die Förderung vom Kinderkriegen abhängig machen.

«Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass man aus Prinzip keine Ungleichbehandlung bei staatlich gewährten Privilegien will,  aber dann muss auch für den Viertklässler das Seniorenticket gelten und für den Millionär der Wohnberechtigungssschein.>

Nicht unbedingt. Es handelt sich jeweils um verschiedene Unterscheidungsmerkmale: bei der Ehe das Geschlecht, beim Seniorentickte das Alter und beim Millionär eine erworbene Eigenschaft. Es ist sinnvoll, hier zu differenzieren. Denn das Geschlecht ist vorgegeben, beim Alter hingegen ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch der Viertklässler von Vergünstigungen profitiert, wenn er nicht vorher stirbt, und der Millionär hätte ja nicht Millionär zu werden brauchen.

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