femina consumens
http://www.zukunftsinstitut.de/downloads/mb_bruehl_femaleshift_existenzielle0206.pdf
Gut 50 Prozent der Weltbevölkerung sind Frauen und die Statistiken
weltweit zeigen, dass von Amerika über Europa bis nach China inzwischen
sogar rund 80 Prozent aller Kaufentscheidungen, von Gütern des alltäglichen
Gebrauchs bis hin zu größeren Anschaffungen, von Frauen gefällt werden. Als
Konsumentinnen haben Frauen also bereits die Nase vorn.
Müßig zu erwähnen, dass der größte Teil dieser Kaufkraft von Männern
erwirtschaftet wird.
Statt homo consumens müßte es femina consumens heißen.
Der nihilistische Hedonist.
Eine kleine Psychoanalyse aus 15 Sätzen
über den homo consumens und die Identitätskrise unserer Zeit.
Als Hedonist wird der Anhänger des Hedonismus bezeichnet, der wiederum so viel bedeutet wie: Trieberfüllung als Weltanschauung. Von solchen Personen - deren Gemüt von Habgier, Langerweile und Passivität (im Sinne von nicht eigenständigem produktiven Tätigsein) geprägt ist - sind die Geschichtsbücher freilich gefüllt, jedenfalls sind sehr viele solcher Menschen - bspw. unter Königen, Großgrundbesitzern, Kolonialherrn usw. - in denselben zu finden.
Wenn man sich in unserer Gesellschaft des postmodernen Industriezeitalters ein wenig umsieht, wird man ohne Schwierigkeit bemerken, dass offenbar der Hedonismus die Religion der Masse geworden zu sein scheint. Erich Fromm, ein Sozialphilosoph, dem dieser kleine Text gewidmet ist, bezeichnete den heutigen Menschentypus daher als homo consumens. Dieser zwanghafte Konsument unterscheidet sich allerdings von dem herkömmlichen Hedonisten, der einfach nur seine Wünsche triebhaft erfüllt - und zwar durch seinen Charakter.
Durch den heutigen Marketing-Charakter werden die Mitglieder der Gesellschaft in nihilistischer Weise determiniert, da keine eigenen, d.h. autark-selbstbestimmten Werte gewünscht sind, noch - in Anbetracht der drei Leitsterne Profit, Wachstum und Macht - gewünscht sein können. Denn der Mensch (als auch der Mitmensch in Relation zur Liebe) gleicht im Augenblick größtenteils einer Ware, da er unter anderem seine Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt feil bietet. Und - jedem Betriebswirt ist es bekannt: Der Markt wird von der Nachfrage bestimmt. Was gerade gefragt ist, wird gekauft - ob lebendig oder tot, spielt hierbei keine Rolle. In einer solch schnelllebigen Zeit, in der Anpassungsfähigkeit als scheinbar höchstes Gut gilt, ist es freilich schwer geworden, einen festen Halt oder Standpunkt zu finden bzw. einen solchen in sich zu kultivieren und zu entwickeln (keinesfalls unmöglich!). Obendrein werden die Menschen durch geschickte Manipulationsmethoden zu innerlich leeren Wesen verwandelt, die weder über eigene Überzeugungen und Ideale, noch über ein individuelles Selbstwertgefühl verfügen. Dadurch wird eine ungeheuere Absatzsteigerung erzielt, da diese innere Leere den homo consumens schließlich dazu bewegt, den irrigen Versuch zu unternehmen, jenes Missverhältnis durch den Erwerb von materiellen Habensobjekten ausgleichen zu wollen. Er denkt sich: Ich bin, was ich habe. Und nicht: Ich bin, was ich menschlich, bewusst und aktiv bewirke.
Ein sehr trauriger Zustand.
Robert Matthees
Freiberg, 26. Oktober 2004
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Der Maskulist
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Familienpolitik
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- Frauen wollen hoch hinaus und erreichen 23% mehr... -
Heiliger Geist,
04.09.2010, 02:23
- Respekt - Nikos, 04.09.2010, 04:37
- Frauen wollen hoch hinaus und erreichen 23% mehr... -
Oliver,
04.09.2010, 12:49
- femina consumens - Flint, 04.09.2010, 13:52
- Frauen wollen hoch hinaus und erreichen 23% mehr... - Heiliger Geist, 04.09.2010, 16:23