Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Aus der Reihe: "Frauen sind die besseren..." Folge 456453, heute: Sängerinnen

Horsti, Wednesday, 01.09.2010, 11:20 (vor 5613 Tagen)

Zum ersten Mal in seiner Geschichte braucht der Pop keine Männer mehr.

Schon damals zeichnete sich ein neues Starsystem ab, nun ist es da - und zum ersten Mal in der Geschichte des Pop kommt es ohne Männer aus.
Keine dieser Frauen spielt in einer Band und macht Rockmusik, das Männerparadies der letzten 50 Jahre. Niemand von ihnen kommt aus dem HipHop, der erfolgreichsten Jugendkultur der vergangenen Jahrzehnte. "Ich" sagen, die Verzweiflung rausschreien, mit Autos angeben - die Kernkompetenzen des männlichen Pop der vergangenen Dekaden scheinen nicht mehr gefragt zu sein.

Der neue, weibliche Pop handelt von Selbsterfindung und Verwandlung. Davon, sich ständig neuen Bedingungen anpassen zu müssen - und vom Traum, diesen Verhältnissen die eigenen Melodie vorzuspielen. Kurz: vom Leben in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts. Und niemand verkörpert dies sichtbarer als Maya Arulpragasam - mit ihrem Weg vom äußeren Rand der postindustriellen Zivilisation in ihr innerstes Zentrum.

Womöglich bildet das neue Starsystem des Pop aber ohnehin nur ab, was sich in den Gesellschaften des Westens längst vollzieht. "Das Ende der Männer" titelt das amerikanische Magazin "The Atlantic" in seiner aktuellen Ausgabe. Die Anzahl der arbeitenden Frauen in den USA hat zum ersten Mal die Zahl der arbeitenden Männer überholt - quer durch alle gesellschaftlichen Schichten. Nur im oberen Management können Männer noch an ihrer alten Vorherrschaft festhalten.

Aber auf zwei Männer mit CollegeAbschluss kommen mittlerweile drei Frauen. Früher sei man davon ausgegangen, der Geschlechterkampf laufe auf Gleichheit hinaus, heißt es. Aber was, wenn die Männer dem Leben in der postindustriellen Gesellschaft einfach nicht so gewachsen sind wie die Frauen? Mit den neuen Herausforderungen nicht klarkommen? Wenn ihnen einige wichtige Fähigkeiten fehlen?

Und der Rapper, immer schon der singende Modernisierungsverlierer aus den bildungsfernen Schichten, verkörpert genau das Dilemma, das dem Mann so zu schaffen macht: der soziale Beharrungswille aus Mangel an besserem Wissen.

Ganz anders dagegen die Frauen des neuen Starsystems. Alle umarmen sie die moderne Technik, spielen mit Bildern des Cyborg-Seins, artikulieren die Freude und die Angst, die es bedeutet, von Maschinen umgeben zu sein.

Lila Pudel Tobias Rapp ist damit wohl ein Anwärter für den dümmsten Artikel in 2010...

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-71558825.html


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