Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Morgenschmand: Angela McRobbie über neue weibliche Freiheiten in Zeiten des Neoliberalismus.

vt, Wednesday, 25.08.2010, 06:33 (vor 5620 Tagen)

http://www.tagesspiegel.de/wissen/aufstieg-in-high-heels/1910468.html

Ach hier wieder mal. Lassen Frauen die Sau raus, sind irgendwie die Männer Schuld. Es ist einfach nur noch erbärmlich. Alles reingekloppt:

So wie die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin. Fordert sie „gleiche Karrierechancen“ für Frauen, dann nur verbunden mit Attacken gegen die Frauenbewegung, die angeblich jeden Mann als Aggressor betrachte. Ebenso typische Töne in der Debatte waren unlängst von der Grünen-Politikerin Tina Schulz in ihrer Funktion als studentische Mitarbeiterin im Gleichstellungsbüro (!) der Uni Wuppertal zu hören:

usw...kleine Zickereien...Wichtig ist doch was die Politikhennen legen: Frauenföderdung, Frauenförderung, Frauenförderung. Ob die sich jetzt Feministinnen nennen oder postfeministinen oder Politösen, egal.


Als prominenteste Vertreterinnen dieser verbreiteten Richtung des selbst ernannten „neuen Feminismus“ oder „Postfeminismus“ gelten in Deutschland die Autorinnen populärer Bücher wie der „Alphamädchen“ oder der „Neuen F-Klasse“. Unter „Feminismus“ verstehen die „Alpha-Mädchen“ nicht länger eine soziale Bewegung, die sich „gegen Macht- und Gewaltverhältnisse“ wendet, „die Frauen zum Objekt machen“ (Limbach). Ihnen geht es stattdessen um ihr persönliches Recht auf Spaß: an beruflichem Erfolg, am Konsum und an gutem Sex. Die Feministin „alten Typs“ erklären sie zur Spaßbremse, „die mit dem Hackebeilchen darauf aus ist, das männliche Geschlecht um seinen kleinen Unterschied zu bringen“ (Limbach).

Welch unvorhersehbare Entwicklung. Frauenhirn kann sich anscheinend nicht vorstellen, daß sich hochgeschwätze und hochgepamperte Töchter im egomanischen Narzismus verlieren.

Kleine Pudelklatsche: Es ist teilweise wirklich so grotesk: Linke Kapitalismuskritiker, die jahrelang gegen Leistungsfanatismus, Gier und Bildungsauslese geschossen haben, feiern jetzt die Frauen, die sich diesem System perfekt unterwerfen....ach was reg ich mich auf....

Übrigens, die Hühnchenmannschaft hat doch die gleichen Heulsusenqualitäten wie ihre Opferinmütterchen. Nur nicht eben 24/7. Da wird hin und wieder auch weibliche Kultur vorgstellt. Z.B. das LADYfest, mit Teilnehmerinnen, welche die Geschlechterrollen überwinden wollen......plooonk!....

weiter im Text:

McRobbie zufolge hat der Postfeminismus seine Wurzel darin, dass junge gut ausgebildete Frauen aus der Mittelschicht seit einigen Jahren in bisher nicht gekannter Zahl ins Berufsleben drängen. Der ständig wachsende Dienstleistungssektor nimmt sie gerne auf, gelten sie doch als kommunikativ, fleißig und effektiv.

Jau, Callcenter und sonstige Bimmel-Abzockbuden grade im Osten setzen auf Frauenpower. Welche Dienstleistung noch? Unternehmensberatung? Uhh, die haben sich ordentlich verschossen.

Kommunikationsjobs in den Medien....da starten Frauen ja richtig durch. Frag mal sone Studierte, was sie als Auftragstexterin verdient, oder wieviel Praktika sie gemacht hat.

Der Feminismus lügt die Jobmisere der eignen Töchter weg. Das ist schon hart.

Doch der berufliche Erfolg der Frauen irritiert das Verhältnis der Geschlechter. Denn Frauen machen Männern jetzt Konkurrenz um gute Jobs. Und mit ihrer neuen finanziellen Unabhängigkeit machen sie den Ehemann in seiner Rolle als Ernährer überflüssig. Die Öffnung des Arbeitsmarkts für Frauen bringt die Geschlechterhierarchie also ins Wanken, sie stürzt das Geschlechterverhältnis in eine „Krise“.

Die guten Jobs...welch Floskel... da wurde immer schon drum gekämpft. Man hat den Eindruck, daß von heut auf morgen alle Kassierinnen ihren Job gegen einen Vorstandsposten ausgetauscht haben. Der Witz dabei: Die Kassiererin verdient meist mehr als ne Studierte im 10. Praktikum. Die dann 36 ist und aus Not rumfreelancet.

Der Grund: Starke Frauen gelten leicht als unweiblich, erklärt McRobbie. So fürchteten manche der beruflich erfolgreichen Frauen, für Männer nicht mehr begehrenswert zu sein.

Es gab doch mal diese Feministin mit der Schutzbehauptung, daß sie mit keinem Mann ausgehe, der weniger als sie verdiene. Daher sei sie Single. Wahrheit ist doch, daß kein Mann, der mehr verdient als sie in ihrem hochsubvenstionierten Frauen-Nutzlosjob, mit ihr ausgehen würde, weil sie einfach zu häßlich ist.

Die Wiederholung der Standards z.B.: Frauen heiraten nach oben, erspar ich euch mal. Wobei interessant wäre, ob Männer die weniger verdienen, nicht in den Augen dieser Topfrauen irgendwie unmännlich sind.

Das nimmt McRobbie den Frauen aber nicht ab. Das gute Gefühl, das diese empfinden, wenn sie sich „völlig zwanglos“ in High Heels zwängen, entsteht ihrer Meinung nach durch das Behagen, den Schönheitsvorschriften für Frauen nicht nur zu entsprechen, sondern sie sogar überzuerfüllen. Während Frauen in gute Jobs vordringen, bleiben sie so aber in Wahrheit „ängstliche Subjekte, getrieben vom Bedürfnis nach ,absoluter Perfektion’“. Die „postfeministische Maskerade“ stabilisiert also die ins Wanken geratene Geschlechterhierarchie.

Burkapflicht im Büro!

So noch der Schlusskracher:

McRobbie beobachtet solche postfeministische „Scheinemanzipation“ auch im Sexualverhalten junger Frauen. Zumal in Großbritannien ziehen sie inzwischen nachts durch die Straßen, „betrinken sich, bis sie aus dem Taxi fallen“, „haben Sex, wann immer sie wollen“, „entblößen ihre Brüste in der Öffentlichkeit“, „pöbeln“ und „prügeln“ – kurzum, sie verhalten sich „aggressiv“ und „unweiblich“. Dieses Gebaren erweckt den Anschein einer neuen sexuellen Selbstermächtigung der Frau. Es sieht so aus, als würden Frauen sich symbolisch den Phallus aneignen.

Tatsächlich aber beinhaltet das Verhalten dieser „phallischen Frauen“ keine Kritik der „männlichen Hegemonie“, wie McRobbie feststellt. Die Frauen wollen durch ihre „scheinbare Männlichkeit“ nur noch begehrenswerter für Männer werden, wollen signalisieren, dass sie „ähnlich viel Lust auf Sex“ haben wie diese. Dafür nehmen sie auch sexistische Beleidigungen in Kauf sowie die Tatsache, dass ihre sexuelle Freiheit nur akzeptiert wird, solange sie den Anforderungen des Schönheitssystems entspricht. Im Minirock ist auch schon mal lesbischer Sex erlaubt.

Jo und das ist das GANNNNZ dicke Plus des Feminismus. Selbst wenn Frauen sich alle Freiheiten nehmen und alle Bedürfnisse ausleben, ist da die Hintertür, der Notausgang. Dieses Fremdgesteuerte. Dieses "upps-ich-war-verkabelt-als-er-mich-schwängerte".

Heißt: Keine Verantwortung übernehmen, aber alles bekommen.
Es fällt mir immer schwerer Frauen überhaupt noch ernst zu nehmen. Eigentlich sollten SIE einen Lügendetektor um den Hals tragen, um herauszufinden ob sie grade fremdgesteuert wird.


McRobbie sieht im Postfeminismus nicht zuletzt eine Reaktion auf den Niedergang der Linken in den USA und in Großbritannien. Mit dem Abbau des Sozialstaates wird die Verantwortung für den persönlichen Erfolg oder Misserfolg gänzlich auf das Individuum übertragen. Auch unter Frauen entsteht eine Grenze zwischen jenen, „die fähig sind, die neuen Freiheiten zu nutzen und denen, die jämmerlich versagen“. Armut ist demnach eher eine persönliche Schuld als ein Effekt gesellschaftlicher Verhältnisse. So sei es in der britischen Gesellschaft akzeptabel geworden, die junge arbeitslose und alleinerziehende Mutter als nutzloses pram face zu verhöhnen, als „Kinderwagen-Gesicht“. Das kann der Postfeministin nicht passieren, sie steht auf der Gewinnerseite und hat den Feminismus nicht mehr nötig.

Wer hat da nochmal den Sozialstaat abgebaut?
Wer hat das Model Alleinerziehend denn so hochgejauchzt und den Müttern nebenbei die Zukunft auf dem Arbeitsmarkt versprochen?
Warum frag ich dat eigentlich hier?....

Hier versucht sich eine Feministin wieder mal reinzuwaschen. Erbärmlich!

In der neuen neoliberalen Welt reicht es für Frauen aus der Unterschicht nicht mehr, „respektabel“ zu sein. Frauen, denen es an Geschmack und Bildung für den Bürojob fehlt, werden bloßgestellt, gegen sie wird „postfeministische symbolische Gewalt“ ausgeübt.

Nicht neoliberal - in der feministischen Welt. Frau soll Karriere machen! Jahrelang vom Feminismus gepredigt. Es ist echt wahnsinn, wat geht in deren Femihirnen ab? Unterschicht war auch oft Hausfrau - verpönnt, unter Feministinnen. Frauen gehört die Zukunft auf dem Arbeitsmarkt. Feministische These plus Förderungskatalog.

So, frohes Frühstück! Hab nen paar Passagen nicht kommentiert, hier lesen schließlich auch Frauen mit.


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