Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Informationsstände auf der Straße

ray, Tuesday, 24.08.2010, 13:38 (vor 5621 Tagen)
bearbeitet von ray, Tuesday, 24.08.2010, 13:42

Viele Interessensgruppen haben öffentliche Stände und werben für ihre Anliegen. Man wird von Tierschützern angesprochen, ob man gegen Tierversuche unterschreiben will, Hilfsorganisationen, Caritas stellen ihr Anliegen vor, und letztens ganz viel gegen Stuttgart 21. Ich hab allerdings nie einen Stand gesehen, wo über Väterrechte gesprochen wurde oder über Benachteiligung von Männern. Das ist schade, weil es ein Thema ist, was auch an die Öffentlichkeit gehört. Warum gibt es das nicht? Oder mir ist das nie aufgefallen.

die gibts, aber zu selten

weingeist, Tuesday, 24.08.2010, 14:14 (vor 5621 Tagen) @ ray

MANNdat mach so was, allerdings nur zu sehr ausgewählten Anlässen. Der Grund ist platt gesagt Personalmangel.

Es scheint Hemmungen zu geben, auf eine Not aufmerksam zu machen, von der man selbst betroffen ist. Der Verlust meiner Kinder betrifft mich viel konkreter als ein Bahnhofsneubau.

Es scheint unter Männern Hemmungen zu geben, sich selbst als Opfer zu sehen oder darzustellen.

Es scheint unter Männern als etwas Zwielichtiges zu gelten, für die eigene Sache einzutreten, so lange es noch andere gibt, denen man helfen müsste.

Es scheint unter Männern sehr schwierig zu sein, in Bezug auf Frauen die gegenseitige Konkurrenz aufzugeben und sich für die eigene Sache zusammen zu tun.

Auch die Gesellschaft macht es einem nicht leicht. Ein Mann, der für eine afghanische Frau stirbt, gilt als Held. Ein Mann, der sich für seine eigenen Kinder auf den Marktplatz stellt, gilt als Waschlappen. Die Emanzipation hat schlicht nicht stattgefunden, gerade der Feminismus bedient mit größter Penetranz und Medien-, Militär- und Milliardenmacht die alten Rollenbilder, und wir Männer (ich spreche da gerade vor allem von mir selbst) haben nicht die Eier, aus diesen auszubrechen.

Drum gibt es im Jahr vielleicht 20 männerpolitische Stände, und nicht 20000.

die gibts, aber zu selten

Nur so, Tuesday, 24.08.2010, 14:36 (vor 5621 Tagen) @ weingeist

MANNdat mach so was, allerdings nur zu sehr ausgewählten Anlässen. Der
Grund ist platt gesagt Personalmangel.

In meiner Stadt habe ich auch schon einen solchen Infostand angetroffen und ich muss sagen, ich hätte den Mut nicht dazu. Auch mein Kollege, mit dem ich unterwegs war, hatte nur ein müdes lächeln übrig. Solche Aktionen haben immer etwas Klagendes, weinerliches und das ist den Männern nunmal nicht erlaubt - es sei denn, Frau ordnet es an um sich selbst stärker zu fühlen. So jedenfalls meine Eindrücke.

Du hast es perfekt auf den Punkt gebracht!

will_helfen, Tuesday, 24.08.2010, 21:49 (vor 5620 Tagen) @ Nur so

In meiner Stadt habe ich auch schon einen solchen Infostand angetroffen
und ich muss sagen, ich hätte den Mut nicht dazu. Auch mein Kollege, mit
dem ich unterwegs war, hatte nur ein müdes lächeln übrig. Solche Aktionen
haben immer etwas Klagendes, weinerliches und das ist den Männern nunmal
nicht erlaubt - es sei denn, Frau ordnet es an um sich selbst stärker zu
fühlen. So jedenfalls meine Eindrücke.

Die Tragik heutiger im Staatsfeminismus lebender Männer ist es, daß ihnen immer noch die alte Ritterlichkeit in Fleisch und Blut steckt. Ich merke es ja an mir selber!
Die Ritterlichkeit verschwand in keinster Weise in dem Maße, wie die realen Männer-(v.a. Väter-)diskriminierungen und das mediale Männerbashing und die Frauenpamperung zunahmen.
Vielleicht ist das Problem auch, daß es richtig heftig nur eine relative Minderheit aller Männer trifft, nämlich die Gruppe der entsorgten Väter und der Kachelmänner. Und daß unter den "Rittern" immer noch die Ansicht herrscht, ein richtiger Mann (= einsamer Cowboy) hilft sich selbst.
Vielleicht müßte die kritische Masse der heftig Betroffenen gigantisch hoch sein, vielleicht 2/3 aller lebenden Männer.

Ritterlichkeit unter Männern

ray, Tuesday, 24.08.2010, 22:58 (vor 5620 Tagen) @ will_helfen

Vielleicht ist das Problem auch, daß es richtig heftig nur eine relative
Minderheit aller Männer trifft, nämlich die Gruppe der entsorgten Väter und
der Kachelmänner. Und daß unter den "Rittern" immer noch die Ansicht
herrscht, ein richtiger Mann (= einsamer Cowboy) hilft sich selbst.

Ja, die Scham ist bestimmt groß. Da hilft es sicher nicht, wenn andere Männer dazu sagen, hab Dich mal nicht so. Gerade unter Männern versucht man doch lieber den starken Max zu mimen, als offen Schwächen zuzugeben.

Ritterlichkeit unter Männern

Steinkauz, Tuesday, 24.08.2010, 23:47 (vor 5620 Tagen) @ ray

Ja, die Scham ist bestimmt groß. Da hilft es sicher nicht, wenn andere
Männer dazu sagen, hab Dich mal nicht so. Gerade unter Männern versucht man
doch lieber den starken Max zu mimen, als offen Schwächen zuzugeben.

Nicht nur das. Man(n) ist auch sehr versucht, in dem Anderen immer und ewig den potentiellen Rivalen zu sehen (ohne sich dessen groß bewußt zu sein), so dass der Sturz des Nächsten für nicht Wenige eher ein Grund zum Feiern als zum Beklagen ist. Kein Wunder, dass im Zuge dessen dann auch keine Schwächen zugegeben werden.

Traurig. Aber nur allzu oft wahr. Mit der Solidarität haben's die Männer außerhalb des Bunds und allenfalls noch bei einigen Pfadfinder- und Wandervogelgruppen nicht so sehr.

Füßgängerzonenstand gibts, aber zu selten

Eugen, Tuesday, 24.08.2010, 14:39 (vor 5621 Tagen) @ weingeist

MANNdat mach so was, allerdings nur zu sehr ausgewählten Anlässen. Der
Grund ist platt gesagt Personalmangel.

...

Drum gibt es im Jahr vielleicht 20 männerpolitische Stände, und nicht
20000.

... und 20 sind schon optimistisch.

Der Personalmangel ist aber nur indirekt der Grund. Solche Stände sind im Grunde sehr ineffektiv. Stellt man sich in eine Fußgängerzone, dann hat man 100 Taschenträger die vorbei gehen, 100 Leute, die einem etwas vom Pferd erzählen, und vielleicht 10 Leute, die sich die Sache auch anhören. Dafür einen Tag auf den Kopf zu kloppen, ist schon hart. Ja, wenn es an jedem Wochenende 10 oder 20 solche Stände in deutschen Großstädten wären ... sind es aber nicht und werden es auch nicht.

Man kann den Wirkungsgrad evtl. erhöhen, wenn man Presse dazu einlädt, oder wenn man einen lokalen Bonzen dazu bringt, einem die Hand zu schütteln, der dann seinerseits die Presse einlädt, damit die zeigt, wie er uns die Hand schüttelt. Das übliche halt.

Man kann so etwas auch begleitend zu einer thematisch ähnlichen Veranstaltung machen, Gesundheitstag, Kirchentag, o.ä. dann hat man zumindest ein einigermaßen vorsortiertes Publikum, das sich nicht nur für die Schnäppchen bei Aldi oder die Fummel bei H+M interessiert. Allerdings muss man sich dann halt mit den Veranstaltern arrangieren.

Überhaupt nicht zu toppen ist noch die albernste Fernsehsendung. Der Aufmerksamkeitsgrad, den man da für 3 Minuten Sendezeit bekommt (inkl. Zuschriften, Mitgliedsanträgen, Spenden und Folgesendungen) ist anders gar nicht zu erreichen. Aber die drei Minuten sind das Ergebnis(!), nicht die Arbeitzeit, die man reinsteckt. Will sagen: Man braucht nur ein paar Jahre lang fleißig Öffentlichkeitsarbeit zu machen, dann kriegt man seine 3 Minuten.

Dennoch will ich den Füßgängerzonenstand nicht schlecht reden. Man lernt seine Mitstreiter kennen, und natürlich seine vermeintlichen oder tatsächlichen Adressaten. Das ist ein wertvolle Erfahrung, fast so wertvoll wie der Blick in einschlägige Foren ;-)

Gruß, Eugen

Spendenkonto für TV-Werbespot?

will_helfen, Tuesday, 24.08.2010, 21:40 (vor 5620 Tagen) @ Eugen

Wie wäre es, wenn Manndat ein zweckgebundenes Spendenkonto für einen TV-Werbespot einrichtet. 10.000 Männer á 100 Euro, da geht doch was.

Der Spot muß kurz und prägnant die wichtigsten Widersprüche der heutigen Lebenswirklichkeit aufzeigen, es muß ein Wachrüttler sein.

Am Ende kurz riesig "www.manndat.de"

Die beste Sendezeit muß man zielgruppenorientiert ermitteln.

Füßgängerzonenstand gibts, aber zu selten

ray, Tuesday, 24.08.2010, 22:39 (vor 5620 Tagen) @ Eugen

Der Personalmangel ist aber nur indirekt der Grund. Solche Stände sind im
Grunde sehr ineffektiv. Stellt man sich in eine Fußgängerzone, dann hat man
100 Taschenträger die vorbei gehen, 100 Leute, die einem etwas vom Pferd
erzählen, und vielleicht 10 Leute, die sich die Sache auch anhören. Dafür
einen Tag auf den Kopf zu kloppen, ist schon hart. Ja, wenn es an jedem
Wochenende 10 oder 20 solche Stände in deutschen Großstädten wären ... sind
es aber nicht und werden es auch nicht.

Finde ich aber schade. Ich bin von dem Thema Vaterrechte jetzt gar nicht betroffen, kenne halt dieses Forum noch aus den Zeiten, als es bei Parsimony war. Wenn man mit dem Thema gar nichts am Hut hat, kommt man praktisch gar nicht in Berührung damit. Gerade solche Menschen sollte man für sich gewinnen, um das Thema bekannter zu machen und auch von aussen mehr Zuspruch zu bekommen.

Man kann so etwas auch begleitend zu einer thematisch ähnlichen
Veranstaltung machen, Gesundheitstag, Kirchentag, o.ä. dann hat man
zumindest ein einigermaßen vorsortiertes Publikum, das sich nicht nur für
die Schnäppchen bei Aldi oder die Fummel bei H+M interessiert. Allerdings
muss man sich dann halt mit den Veranstaltern arrangieren.

Keine schlechte Idee, auf der Fussgängerzone ist man mit dem Gedanken woanders und möchte dann nicht angesprochen werden. Bei Veranstaltungen sind die Zuhörer vermutlich offener.

die gibts, aber zu selten

ray, Tuesday, 24.08.2010, 22:43 (vor 5620 Tagen) @ weingeist

Es scheint unter Männern Hemmungen zu geben, sich selbst als Opfer zu
sehen oder darzustellen.

Ja, kann ich schon verstehen. Es erfordert Mut, sowas offen zuzugeben. Sich an einen Stand zu stellen und mit Leuten darüber zu reden ist schon was anderes, als in einem Forum zu schreiben.

Väterdemo in Berlin

Demonstrant, Tuesday, 24.08.2010, 14:47 (vor 5621 Tagen) @ ray

Gute Aktion. Finde ich besser wie Infostände. Guter Zuspruch von den Passanten.

[image]

[image]

http://wgvdl.com/forum/Info/temp/DemoBerlin2010/Vaeterdemo-Berlin_2010-06-26_15.00.36.jpg

kreative Aktionen

kritische Frauenforschung, Tuesday, 24.08.2010, 16:35 (vor 5621 Tagen) @ Demonstrant

mir würden da noch einige andere Aktionen einfallen,
die die Öffentlichkeit vielleicht ein bisschen Aufrütteln könnten;

Man könnte ja zum Beispiel mal wenn grade Frauenbadetag in irgend nem
Schwimmbad ist ne Demo machen,bei der die männlichen Teilnehmer Shirts
mit Aufschriften wie "Ich bin kein Vergewaltiger" "Ich bin kein Sexist"
o.änl.tragen,und die weiblichen Teilnehmer entsprechende Shirts auf denen
steht "mein Kumpel ist kein Vergewaltiger","mein Kumpel ist kein Sexist"
oder ähnliches....

Cool fand Ich auch die Aktionsidee zum Frauentag die mal hier oder im MANNdat Forum diskutiert wurde,bei der Frauen Rosen geschenkt werden soll,
samt der Botschaft dass sie auf derartige Geschenke leider verzichten müssten,
würden Männer weniger Geld erwirtschaften....

Am equal Payday wäre es sicher sinnvoll,mal eindringlich darauf aufmerksam
zu machen,dass der durchschnittliche weibliche Lebensstandard mal eben
um gut 30% absinken würde,würde das BIP auf allen ebenen 50/50
zwischen Männern und Frauen aufgeteilt....

vielleicht könnte man ja auch mal ne Befragung unter Putzfrauen machen,
ob sie bereit wären,für 2 oder 3 Euro mehr die Stunde aufm Bau zu malochen...

Sicherlich gäbe es da noch viel mehr was man in der Richtung (gemäß dem Fall
dass sich genügend Aktivisten finden)tun könnte.
vielleicht ist manchmal wirklich ein bisschen Provokation und Polemik nötig,
um die Leute aufzurütteln(wobei seriöse Afklärungsarbeit natürlich auch sehr wichtig ist!)....

Provokation und Polemik

ray, Tuesday, 24.08.2010, 22:54 (vor 5620 Tagen) @ kritische Frauenforschung

Man könnte ja zum Beispiel mal wenn grade Frauenbadetag in irgend nem
Schwimmbad ist ne Demo machen,bei der die männlichen Teilnehmer Shirts
mit Aufschriften wie "Ich bin kein Vergewaltiger" "Ich bin kein Sexist"
o.änl.tragen,und die weiblichen Teilnehmer entsprechende Shirts auf denen
steht "mein Kumpel ist kein Vergewaltiger","mein Kumpel ist kein Sexist"
oder ähnliches....

Finde ich 'ne gute Idee. Gehört natürlich Mut dazu.

Sicherlich gäbe es da noch viel mehr was man in der Richtung (gemäß dem
Fall dass sich genügend Aktivisten finden)tun könnte. vielleicht ist
manchmal wirklich ein bisschen Provokation und Polemik nötig, um die Leute
aufzurütteln(wobei seriöse Afklärungsarbeit natürlich auch sehr wichtig ist!)....

Ja, wenn etwas seriöses dahintersteht, dann ist "klappern" schon okay. Nur ich finde man kann mit übertriebener Provokation und Polemik mehr Leute verscheuchen, als für sich gewinnen. Am Ende schadet es mehr als es nützt. Mal ein Beispiel, was auch durch die Medien ging. Vor einigen Jahren wollte ein Tierschutzverein die schlechten Zustände beim Transport von Schweinen zum Schlachthaus anprangern. Man hat auf einem Plakat sowohl diesen Tiertransport gezeigt und daneben Menschen beim Abtransport in Zugwaggons ins KZ. Diese Gleichsetzung war natürlich super provokativ und alles andere als angemessen. Mich hat es ziemlich abgeschreckt. Ich bin jetzt kein Tierschützer, aber finde, dass man auf unnötige Tierversuche verzichten sollte. Aber diese Art der "Werbung" regt einen nicht dazu an, Tierschützer zu werden.

Provokation und Polemik

kritische Frauenforschung, Wednesday, 25.08.2010, 00:43 (vor 5620 Tagen) @ ray

Da hast Du natürlich recht,dass war wirklich übertrieben was die von PETA da gemacht haben,die sind ja auch immer wieder mal wegen fragwürdiger Sachen in den Schlagzeilen...
Es ist natürlich auch immer die Frage,welche Zielgruppen durch welche Aktion
eher angezogen oder abgeschreckt werden...
Ich persönlich finde ja z.B.die Aktionen der blauen Weihnachtsmänner ziemlich cool. Sowas wird natürlich auch gerne von den Medien aufgenommen...
Aber leider ist der Väterrechtskomplex wohl personell gesehen auch ein
Sonderfall,weil hier viele unmittelbar betroffen sind,
Wenns um Männerrechte/Maskulismus im allgemeinen geht siehts da
halt wie schon von einigen hier beschrieben wohl leider eher mau aus...

Informationsstände auf der Straße

Manifold ⌂, Tuesday, 24.08.2010, 16:50 (vor 5621 Tagen) @ ray

Die schweizerische Männerrechtspartei hat schon ein paar Mal Stände in schweizerischen Städten organisiert. Auch in Zürich.

--
"Zur Durchführung seines Zieles erachtet der Maskulismus [...] als aufrichtig und sinnvoll: [...] das ursprüngliche Anliegen einer wirklichen Gleichberechtigung beider Geschlechter." - Michail A. Savvakis

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