Wehrpflicht aussetzen reicht nicht!
Müller, Monday, 23.08.2010, 19:49 (vor 5621 Tagen)
Abgeschafft gehört sie!
Meine Frage: Ist eine Berufsarmee zwingend loyaler als eine Zwangsarmee? Desertierten Zwangssoldaten, die im Inneren einsetzt würden eher, als Berufssoldaten?
"Guttenberg will Wehrpflicht aussetzen
Die Wehrpflicht soll ausgesetzt, die Truppe radikal verkleinert werden: Verteidigungsminister Guttenberg hat jetzt sein Konzept für die Zukunft der Bundeswehr vorgestellt."
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,713306,00.html
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Wem nützt es?
Rainer
, Monday, 23.08.2010, 19:59 (vor 5621 Tagen) @ Müller
Meine Frage: Ist eine Berufsarmee zwingend loyaler als eine Zwangsarmee?
Desertierten Zwangssoldaten, die im Inneren einsetzt würden eher, als
Berufssoldaten?
Die BRD hat angefangen Kriege im Ausland zu führen und möchte das ausweiten. In der heutigen Zeit sind Wehrpflichtige ein moralischer Klotz am Bein der Kriegstreiber.
Auch für den Einsatz innerhalb der BRD, der früher oder später kommen wird, sind Wehrpflichtige ein Risiko. Die könnten eher auf die Idee kommen nicht auf die eigenen Leute schießen zu wollen.
Mit bezahlten Killern hat man die genannten Probleme nicht.
Rainer
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Kazet heißt nach GULAG jetzt Guantánamo
Wem nützt es?
ray, Monday, 23.08.2010, 20:56 (vor 5621 Tagen) @ Rainer
Die Bedenken aus einer wehrpflichtigen Armee eine Berufsarmee zu machen, sind durchaus berechtigt und sollten Ernst genommen werden. Es gibt aber durchaus europäische Länder, die dieses Jahrzehnt oder früher die Wehrpflicht abgeschafft haben, z.B. Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Tschechische Republik, Irland, die Benelux-Staaten. Dessen Erfahrungen sollte man sich genauer anschauen.
Wem nützt es?
Sachse, Monday, 23.08.2010, 21:29 (vor 5621 Tagen) @ ray
die Frage nach einer Berufsarmee sollte auch Erfahrungen aus der jüngsten deutschen Geschichte nicht außer Acht lassen:
1989 waren es unter Anderem die Wehrpflichtigen, die eine chinesische Lösung verhindert haben. Ob sich diese beim Feuerbefehl gegen das Volk, gegen die Kumpels, die Bekannten, die Eltern und Geschwister als wirkliche Vertreter der Staatsmacht oder eher als Unsicherheitsfaktor erwiesen hätten, das war den Machthabern zu unsicher.
Aber, Politiker hatten ja schon paar mal die Möglichkeit des Einsatzes der Bundeswehr auch bei Innenpolitischen Konflikten, wie vielleicht Sozialprotesten, gefordert.
Das macht sich mit Wehrpflichtigen bestimmt schlechter als mit elitären, der Realität entrückten Waffenträgern.
Abschaffung der Wehrpflicht halte ich für den falschen Weg, es geht allerdings um eine Gerechtigkeitslücke:
Dienst, ja Pflichtdienst für Alle, gleichberechtigt und damit nicht Geschlechtsspezifisch. Es muss kein Dienst mit der Waffe sein, Altenpflege, Umweltpflege, Krankenhausdienste .....
Es gäbe Tausende von nützlichen, sinnvollen Einsatzmöglichkeiten...
Wem nützt es?
sucher, Monday, 23.08.2010, 21:35 (vor 5621 Tagen) @ Sachse
1989 waren es unter Anderem die Wehrpflichtigen, die eine chinesische
Lösung verhindert haben.
In China gibt es die Wehrpflicht.
Das ist es, was mich an dieser Argumentation stört. Der chinesische Wehrpflichtige schiesst natürlich, aber der Deutsche, ne, der würde es NIEMALS machen. Ne ne.
Wem nützt es?
Rainer
, Monday, 23.08.2010, 21:46 (vor 5621 Tagen) @ sucher
Das ist es, was mich an dieser Argumentation stört. Der chinesische
Wehrpflichtige schiesst natürlich, aber der Deutsche, ne, der würde es
NIEMALS machen. Ne ne.
Bitte Bedenken was für eine Gurkentruppe die BRD-Wehrpflichtigen bilden. Auf deren "funktionieren" würde ich mich nicht unbedingt verlassen.
Rainer
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Wem nützt es?
sucher, Monday, 23.08.2010, 21:57 (vor 5621 Tagen) @ Rainer
Bitte Bedenken was für eine Gurkentruppe die BRD-Wehrpflichtigen bilden.
Auf deren "funktionieren" würde ich mich nicht unbedingt verlassen.Rainer
Also aus Deinen Antworten lese ich heraus, dass die derzeitige Wehrpflicht-Truppe unfähig ist und "das ist auch gut so" (sonst wird's gefährlich).
Nun gut. Die logische Schlussfolgerung in diesem Falle wäre eigentlich die Auflösung der BW.
Wem nützt es?
Rainer
, Monday, 23.08.2010, 22:07 (vor 5621 Tagen) @ sucher
Also aus Deinen Antworten lese ich heraus, dass die derzeitige
Wehrpflicht-Truppe unfähig ist und "das ist auch gut so" (sonst wird's
gefährlich).
Rainer
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Kazet heißt nach GULAG jetzt Guantánamo
Immer wieder GROß-AR-TIG!!! ;-D LOL
Müller, Monday, 23.08.2010, 22:57 (vor 5621 Tagen) @ Rainer
- kein Text -
Wem nützt es?
sucher, Monday, 23.08.2010, 23:14 (vor 5621 Tagen) @ Rainer
Rainer
Nett. Aber so wie das Video aufgebaut ist, scheint es nicht wirklich eine Kritik an der BW zu sein, sondern ein "Frauen sind doch sooo schwach, wir müssen uns für sie opfern"-Aufruf.
Ich bin jetzt kein Fan von amerikanischen Bootcamps und den Methoden dort, aber hat jemand hier bei n-tv mal die Doku "Eagle Academy - in den Händen der Schleifer" gesehen?
Der durchschnittliche BW-Wehrpfli würde wohl umfallen und wimmern bei dem, was da 14-16 Jährige Mädchen über sich ergehen lassen mussten.
Wem nützt es?
ajk, Monday, 23.08.2010, 23:21 (vor 5621 Tagen) @ sucher
Der durchschnittliche BW-Wehrpfli würde wohl umfallen und wimmern bei dem,
was da 14-16 Jährige Mädchen über sich ergehen lassen mussten.
Wenn Mädels es aushalten, halten es Jungs erst Recht aus. Ausser man will es natürlich für das Fernsehen so aussehen lassen, das Jungs Versager sind.
/ajk
--
Solange du andere fragst, was du "darfst", bist du kein Mann. - Robert
Wem nützt es?
der_quixote, Absurdistan, Tuesday, 24.08.2010, 10:40 (vor 5621 Tagen) @ Rainer
Die Alte bricht sich doch den Finger beim in der Nase poppeln.
Und die wird mit Sicherheit OffizierINN.
--
Man(n) sollte (s)eine Frau welche schweigt niemals unterbrechen...
Wem nützt es?
ajk, Monday, 23.08.2010, 23:20 (vor 5621 Tagen) @ sucher
1989 waren es unter Anderem die Wehrpflichtigen, die eine chinesische
Lösung verhindert haben.
In China gibt es die Wehrpflicht.
Es wurden Chinesen aus anderen Landesteilen geholt, erst dann konnte gegen die Proteste was gemacht werden.
Das ist es, was mich an dieser Argumentation stört. Der chinesische
Wehrpflichtige schiesst natürlich, aber der Deutsche, ne, der würde es
NIEMALS machen. Ne ne.
Hört auf mit euren Selbsthass
--
Solange du andere fragst, was du "darfst", bist du kein Mann. - Robert
Wem nützt es?
Sachse, Tuesday, 24.08.2010, 01:00 (vor 5621 Tagen) @ sucher
1989 waren es unter Anderem die Wehrpflichtigen, die eine chinesische
Lösung verhindert haben.
In China gibt es die Wehrpflicht.Das ist es, was mich an dieser Argumentation stört. Der chinesische
Wehrpflichtige schiesst natürlich, aber der Deutsche, ne, der würde es
NIEMALS machen. Ne ne.
Ob sich diese beim Feuerbefehl gegen das Volk, gegen die Kumpels, die Bekannten, die Eltern und Geschwister als wirkliche Vertreter der Staatsmacht oder eher als Unsicherheitsfaktor erwiesen hätten, das war den Machthabern zu unsicher.
Damit habe ich keinesfalls gesagt, dass ein Deutscher mit Sicherheit nicht schießen würde.
die Wehrpflichtigen verhindern auch in der Bundeswehr nicht einen militärischen Klüngel und Elitärismus. Aber sie beschränken ihn gerade durch ihre Anwesenheit.
Auch in der DDR wurde versucht, durch Dienstorte weit weg von der Heimat einen Abstand zur Bevölkerung für den Fall von inneren Spannungen zu erzeugen.
Aber: die DDR war etwas kleiner als Rotchina!
Ein bekanntes Beispiel war das Verhalten der Fallschirmjäger aus Lenin. diese waren nach Leipzig abkommandiert und entsprechend informell bearbeitet worden: in L. schießt die Konterrevolution auf Frauen und Kinder.....
Als die Soldaten merkten, was los ist, wurden sie schnellstens abgezogen, ANGST (!!!) der Verantwortlichen!!!
Die Truppe hat dann aus Wut, dass sie auf das eigene Volk schießen sollten, ihre Kaserne zerlegt.
Übrigens: die kasernierte Volkspolizei soll sich ebenfalls geweigert haben, scharfe Munition mitzunehmen.
Wehrgerechtigkeit
ray, Monday, 23.08.2010, 21:44 (vor 5621 Tagen) @ Sachse
1989 waren es unter Anderem die Wehrpflichtigen, die eine chinesische
Lösung verhindert haben. Ob sich diese beim Feuerbefehl gegen das Volk,
gegen die Kumpels, die Bekannten, die Eltern und Geschwister als wirkliche
Vertreter der Staatsmacht oder eher als Unsicherheitsfaktor erwiesen
hätten, das war den Machthabern zu unsicher.
Natürlich ist eine Berufsarmee in einem undemokratischen Land nichts, was man sich wirklich wünscht.
Dienst, ja Pflichtdienst für Alle, gleichberechtigt und damit nicht
Geschlechtsspezifisch. Es muss kein Dienst mit der Waffe sein, Altenpflege,
Umweltpflege, Krankenhausdienste .....
Es gäbe Tausende von nützlichen, sinnvollen Einsatzmöglichkeiten...
Die gibt es mit Sicherheit. Nur habe ich etwas dagegen, wenn man daraus einen Zwang macht und dafür kostbare Zeit seiner Jugend opfern soll. Und wenn das Ziel dabei ist, billige Arbeitskräfte zu bekommen, wird meine Ablehnung nicht kleiner. Soziale Dienste sollten auf Freiwilligkeit beruhen. Meinetwegen auch mit materiellen und nichtmateriellen Anreizen.
Und das Problem der Wehrgerechtigkeit würde bei einer Ausweitung der Wehrpflicht auf Frauen nicht gelöst sein. Schon jetzt werden deutlich weniger Männer pro Jahrgang eingezogen, als eigentlich zur Verfügung stehen. Nach welchen Kriterien diese Auswahl erfolgt, bleibt schleierhaft. Für mich ist es eine Form von behördlicher Willkür, die alles andere als transparent abläuft. Das würde mit der Verdopplung der Jahrgangszahlen noch verschärft werden.
Wem nützt es?
sucher, Monday, 23.08.2010, 21:32 (vor 5621 Tagen) @ Rainer
Die BRD hat angefangen Kriege im Ausland zu führen und möchte das
ausweiten. In der heutigen Zeit sind Wehrpflichtige ein moralischer Klotz
am Bein der Kriegstreiber.Auch für den Einsatz innerhalb der BRD, der früher oder später kommen
wird, sind Wehrpflichtige ein Risiko. Die könnten eher auf die Idee kommen
nicht auf die eigenen Leute schießen zu wollen.
Die letzten 100 Jahren deutscher Geschichte haben gezeigt, was für ein Schaden man mit Wehrpflichtigen machen kann, wenn man es will.
Mit bezahlten Killern hat man die genannten Probleme nicht.
Ah ja? Zumindest ist eines mit bezahlten Truppen viel weniger möglich: Materialschlachten. Stalingrad war nur mit Wehrpflichtigen möglich. Ein bezahlter Soldat hätte "nein Danke!" sagen können (und hätte es bei den Aussichten wohl). Der Wehrpflichtige hat keine Wahl.
Außerdem hat diese Argumentation etwas sehr Überhebliches. Frankreich, Italien, Großbritanien, Spanien, die USA, Holland, Belgien, Kanada, Australien, Schweden, Portugal etc. pp. haben die Wehrpflicht abgeschafft, ohne dass es dort zu diesen Horrorszenarien gekommen wäre. Haben es also einzig die deutschen Politiker richtig erkannt? Ja, klar...
Inzwischen schaffen sogar Staaten wie Albanien und Serbien die Wehrpflicht ab, also Staaten, die noch vor einem Jahrzehnt Kriegsgebiete waren.
Wem nützt es?
Rainer
, Monday, 23.08.2010, 21:53 (vor 5621 Tagen) @ sucher
Die letzten 100 Jahren deutscher Geschichte haben gezeigt, was für ein
Schaden man mit Wehrpflichtigen machen kann, wenn man es will.
Du kannst natürlich auch mit einer Zwangsarme einen Weltkrieg anfangen, wenn du in der Lage bist eine entsprechende Motivation aufzubauen.
Die BRD-Pflichtarme weiß doch überhaupt nicht für was, oder für wen sie kämpfen soll. Deshalb ist sie ein Unsicherheitsfaktor.
Rainer
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Kazet heißt nach GULAG jetzt Guantánamo
Berufsarmee ist teurer
ajk, Monday, 23.08.2010, 21:54 (vor 5621 Tagen) @ Müller
Und das Niveau sinkt. Ausserdem ist Deutschland nicht mehr wehrfähig.
Und nur "Armee-heinis" gehen dann dort hin, oder die verzweifelten.
Es geht um die entwaffnung Europas..
/ajk
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Solange du andere fragst, was du "darfst", bist du kein Mann. - Robert
Personalstruktur
ray, Monday, 23.08.2010, 23:17 (vor 5621 Tagen) @ ajk
Und das Niveau sinkt. Ausserdem ist Deutschland nicht mehr wehrfähig.
Und nur "Armee-heinis" gehen dann dort hin, oder die verzweifelten.
Es geht um die entwaffnung Europas..
/ajk
Als Argument gegen eine Berufsarmee wird häufig genannt, dass sich dadurch das Gesicht der Bundeswehr erheblich verändern würde. Man sollte sich aber anschauen, wie sich heute die Personalstärke zusammensetzt. Ich hab die Zahlen mal bei Wikipedia rausgesucht:
Insgesamt 247.100 aktive Soldaten
Davon:
187.931 (ca. 76%) Berufs- und Zeitsoldaten
34.771 (14%) Grundwehrdienstleistende
27.980 (11%) Freiw. länger Wehrdienstleistende
Dreiviertel in der Bundeswehr sind Berufs- und Zeitsoldaten. Oder anders ausgedrückt, gerade mal jeder siebente Soldat leistet bei der Armee seinen Grundwehrdienst ab.