Kachelmann - der Hass auf die mögliche Geschädigte
http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Joerg-Kachelmann-will-Ruhe-nach-dem-Sturm-/story/11512852
Die erneuerte Unternehmensspitze versuchte gestern vor dem Grossteil der 105 Mitarbeiter die Befürchtungen der Kachelmann-Kritiker zu zerstreuen, dass die schlechten Zeiten für den Firmengründer auch schlechte Zeiten für das Geschäft seien: Stolz vermeldeten sie, dass Meteomedia vergangenes Jahr sowohl die Zahl der Kunden als auch den Umsatz um rund ein Zehntel steigern konnte. Rund die Hälfte des Geschäfts macht die Firma mit TV- und Radiostationen. Wachstum erzielt sie aber vor allem, indem sie vermehrt Wetterdaten an Versicherungen, Energie- oder Transportunternehmen liefert. Auch während Kachelmanns Untersuchungshaft seien neue Kunden aus diesen Bereichen dazugekommen, hiess es an der internen Informationsveranstaltung – und kaum welche abgesprungen.
Der Fall um den wegen Vergewaltigung angeklagten ARD-Wetterexperten Jörg Kachelmann zeigt nun, wie heikel Verletzungen der Privatsphäre in sozialen Netzen wie Facebook sein können. Während sich klassische Medien bemühen, das mutmaßliche Opfer mit seinem echten Namen und Foto aus der Berichterstattung herauszuhalten, gibt es solche Filter im Internet nicht. In Facebook-Gruppen wie “Free Kachelmann” wird eine virtuelle Treibjagd auf die Frau angezettelt, die Jörg Kachelmann angezeigt hat.
(...)
In der Facebook-Gruppe “Free Kachelmann” wird jedoch eine Grenze überschritten, die zeigt, wie heikel der Umgang mit Privatsphäre in Sozialen Netzen ist, wenn es mal nicht um Spaß und Trallala geht, sondern um einen Vergewaltigungsprozess. Neben dem üblichen Unsinn und Quatschbildchen veröffentlichen Nutzer in der Facebook-Gruppe auch alte Autogrammkarten des mutmaßlichen Opfers, einer Radio-Moderatorin, auf denen die Frau voll zu erkennen ist.
Jemand, der Autogrammkarten verteilt, ist also keine Person des öffentlichen Interesses... na, egal.
Mal ehrlich, wundert es wen, dass es auch Leute gibt, die ziemlich sauer sind, wenn die mutmassliche Geschädigte teilweise erweislich lügt? Zumal die Interessen vieler (105 Mitarbeiter, Anteilseigner, Kunden, Gläubiger etc.) da mit dran hängen?
Auch die Causa Türck dürfte nicht nur diesem, sondern auch vielen anderen massiv geschadet haben, da hing sicher noch so manche andere Karriere mit dran.
Ich wäre da schon sauer. V.a., wenn die Verantwortliche hinterher dann völlig ungeschoren davon kommt.
Aber da sieht man mal, dass man solche Fälle nicht öffentlich machen sollte, das kann man hinterher doch immer noch, wenn ein öffentliches Interesse tatsächlich bestehen sollte.
Was soll dabei denn bitte anderes heraus kommen als u.a. allgemeine Verwirrung, wenn dann jeder sich das Maul zerreißt?
--
![[image]](http://www.bilder-hochladen.net/files/bil5-1m.gif)