TAZ mutig: Interview mit HYDRA (Hurenorganisation)
Nur kurz festgetackert:
http://taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/sexarbeit-ist-eine-dienstleistung/
Was sind heute die größten Probleme?
Lohndumping und die wirtschaftliche Krise. Außerdem wird Prostitution ständig im selben Atemzug genannt mit Frauenhandel und Zwangsprostitution. Dabei hat sexuelle Ausbeutung nichts mit Sexarbeit an sich zu tun.
Lohndumping und verschärfte Konkurrenz macht die Frauen wieder verletzlicher. Sehen Sie das als Rückschritt?
Das Prostitutionsgesetz war der erste Schritt. Ein Problem sehen wir darin, dass das Gesetz beim Frauenministerium verankert ist, nicht beim Arbeitsministerium. Der nächste Schritt müsste sein, dass Sexarbeiterinnen Berufsgenossenschaften gründen können. Arbeits- und Hygienestandards müssen definiert, Bordelle zertifiziert werden.
Arghh, Fair Trade Puffs, der Alptraum von Alice
Ist die selbstbewusste Hure aus heutiger Sicht ein Mythos?
Es war und ist kein Mythos. Wir reden allerdings lieber von selbstbestimmt. Viele Frauen möchten aber lieber etwas anderes arbeiten - eines unserer Angebote ist der Ausstieg. Ausstieg steht allerdings nicht im Widerspruch zur Selbstbestimmtheit. Man kann nur zwischen den Möglichkeiten wählen, die man hat. Wir versuchen, neue Möglichkeiten zu eröffnen.
Freier sind aber keine Zielgruppe in der Präventionsarbeit.
Das kritisieren wir sehr stark. Wir reden immer über die Frauen. Niemand redet über die Kunden. Da wo Frauen durchweg als Opfer gesehen werden, werden Männer als Täter gesehen. Das macht es Männern schwer, sich als Prostitutionskunden zu outen. Damit sind sie auch nicht greifbar, nicht ansprechbar. Dabei sind sie so wichtig in dem ganzen Szenario.
ch
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vt,
20.08.2010, 20:45
- Das Wichtigste nicht überlesen: - Ekki, 20.08.2010, 23:39