Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Vorurteile sind das, meint der "aufgeklärte" Herr Rötzer mit seinen Alt-68'er-Vorurteilen

Roslin, Saturday, 14.08.2010, 16:15 (vor 5630 Tagen) @ jens_

http://www.heise.de/tp/blogs/3/148175

Mit, wie gewohnt, feminismus-kritischen Kommentaren ;)

Die Begründungen, warum weibliche Chefs mehrheitlich negativ bewertet werden und männliche bevorzugt, lesen sich wie ein Sammelsurium uralter Geschlechterklischees.
Frauen sind Stimmungsschwankungen unterworfen, emotionaler, im Wettbewerbsverhalten aggressiver, weil sie jede Kritik persönlich nehmen, sich immer direkt selbst infragegestellt fühlen, darum auch beleidigender, intriganter, mobben mehr, können Privates und Beruf weniger scharf voneinander trennen usw.

Männer sind direkter, sachlicher, leichter zu behandeln, fairer, gerechter, weniger emotional, rationaler usw.

Da haben wir nun 2 Möglichkeiten der Erklärung:

Entweder es ist nach 40 Jahren Gegenpropaganda, Umerziehung und "Aufklärung" immer noch nicht gelungen, die Klischees in den Köpfen der Menschen abzubauen oder sie erneuern sich immer wieder, weil sie ganz einfach durch reale, alltägliche Wahrnehmungen immer wieder bestätigt werden,weil sie einen wahren Kern transportieren.

Florian Rötzer bevorzugt natürlich erstere Erklärung, auch wenn die ebenfalls seinen Soziokulturalismus in Klump schießt: Mein Gott, wenn es selbst nach 40 Jahren Gegenpropaganda nicht gelungen ist, daran etwas zu ändern, wann denn dann?

Ich denke aber ohnehin, letzteres ist der Fall: Geschlechterklischees bewahren die uralten Erfahrungen auf, die Männer und Frauen miteinander seit Generationen gemacht haben. Sie beschreiben reale Beobachtungen, konservieren uraltes Erfahrungswissen, zwar nur vergröbernd, verwaschen-unscharf, oft unzulässig verallgemeinernd, individuelle Abweichungen/Varianten negierend, aber doch reales Wissen, wahre Beobachtungen, keine Einbildungen.

Sie sind nicht überwindbar, weil sie im Kern wahr sind und alle Propaganda kann daran nichts ändern: an der Wahrnehmung der Realität.


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