Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Empathische Heimmütter im KStA: „Sie war der Teufel“

Heimkind, Sunday, 08.08.2010, 21:35 (vor 5636 Tagen)

„Sie war der Teufel“

Erich Scheuch lebte von 1961 bis 1969 im Kinderheim Sülz unter Leitung der „Schwestern vom armen Kinde Jesu“. Er berichtet von schlimmsten Misshandlungen durch seine inzwischen verstorbene Erzieherin. Zeugen, die damals auch im Heim lebten, bestätigen das „Klima aus Angst und Terror“.
Misshandlungen Kinderheim Sülz

Sülz - Das Geschöpf steht mit hassverzerrtem Gesicht am Fußende meines Bettes. Es ist gekommen, um mich zu holen, hat Hörner, Klauen, einen Schwanz und ist umgeben von einem riesigen Feuermeer. Als ich näher hinschaue, erkenne ich, dass das Monster, das aussieht wie der leibhaftige Teufel, meine Erzieherin ist. Anstatt mich zu verbrennen, setzt sie mir kleine gefräßige Käfer auf den Oberschenkel. Die bohren sich durch die Haut und fressen sich bis zur Fußspitze vor. Das Monster lacht und ich schreie vor Schmerzen. Dann wache ich auf.

Alpträume wie dieser sind es, die mich bis heute verfolgen. Manchmal werde ich erst wach, wenn meine Frau mich rüttelt. Du hast wieder geschrien, sagt sie dann. Was genau ich gerufen habe, versteht sie meist nicht. Nur dass es auch immer wieder „Nein, Nein, Nein“ gewesen ist.

Frau W. war meine Gruppenmutter im Kinderheim Sülz. Fast acht Jahre lang. Sie war der Teufel, der mir das Leben zur Hölle gemacht hat. Sie hat mich gehasst, fast zu Tode gequält. „Am besten sollte man ihn ersäufen, dann wird er dem Steuerzahler nicht mehr auf der Tasche liegen“, hat sie über mich gesagt. Wie mir ist es vielen Kindern ergangen. Wenngleich die meisten vielleicht nicht so schlimm misshandelt wurden wie ich.

und weiter

Pro Monat einmal bewusstlos geschlagen

... Ich wurde nicht nur geschlagen, sondern brutal verprügel, fast täglich. Die Hände hat W. dafür schon früh nicht mehr benutzt. Holzlatschen, Bügel, Handfeger, abgebrochene Stuhlbeine oder Stuhllehnen und Äste, die sie von Spaziergängen mitbrachte: Ihr war nur wichtig, dass es wehtat. Bevorzugt hat sie mich dafür in einen kleinen Abstellraum geschleift. Im Schnitt hat sie dort einmal im Monat so hingelangt, dass ich bewusstlos wurde. In sieben Jahren müsste das dann 84 Mal der Fall gewesen sein. Dabei hat sie mir unter anderem ein Schienbein, ein Sattelgelenk und ein Schlüsselbein gebrochen.

Was hatte es für Folgen:

Warum sie mich so extrem behandelt hat? Vermutlich, weil sie es sich erlauben konnte. Da war kein Angehöriger, dem gegenüber sie die Verletzungen und blauen Flecke hätte erklären müssen. Meine Mutter ist in acht Jahren nur viermal zu Besuch gekommen, mein Vater nie. Nur mein Opa war häufiger da. Doch als der sich über die Misshandlungen beim Jugendamt beschwerte, durfte er mich monatelang nicht mehr besuchen.

Welche Tortouren machte der Autor und die Kinder noch mit:

Das Erbrochene musste dann natürlich wieder runter. Wenn ich das nicht wollte, stopfte sie es mir mit einem Löffel in den Mund. Wenn ich diesen nicht sofort öffnete, hielt sie mir die Nase zu, so das ich reflexartig nach Luft japste. Damit ich nichts ausspuckte, drückte sie mit der anderen Hand mein Kinn nach oben. Das hat sie mit vielen Kindern so gemacht, beispielsweise wenn sie eine heiße Suppe nicht sofort essen wollten.

Anmerkung von mir: Habe ich selbst auch so erlebt, in einer "Kinderfreizeit" auf Norderney. So stelle ich mir rückblickend ein KZ vor.

Wenn ich dringend zur Toilette musste, ließ sie mich häufig lange warten. Das hat sie bei vielen Kindern so gemacht. Wenn wir uns vor Schmerzen krümmten, lachte sie und bezeichnete uns als Waschlappen. Nachdem wir dann ins Bett oder in die Hose gemacht haben, mussten wir stundenlang mit feuchter Hose oder Betttuch im Flur stehen. Manchmal zeigte sie sogar die Unterhosen rum mit der Behauptung, derjenige sei zu dumm, sich richtig abzuputz

Was tat die Bevölkerung:

„Warum habt ihr nichts getan?“

Einmal erinnere ich mich, wie wir im Winter mit kurzer Hose im Beethovenpark spazieren gegangen sind. Ich hatte blutige Risswunden an den Beinen, weil W. mich am Tag zuvor mit einem Ast geschlagen hatte. Ich sehe noch die Gesichter von den Spaziergängern, die an uns vorbeigingen. Wenn ich könnte, würde ich diesen Leuten noch heute ins Gesicht schreien wollen.

Warum habt ihr nichts getan oder wenigstens etwas gesagt? Weggeschaut habt ihr, verschämt eure Gesichter weggedreht.

sowie das Jugendamt Sülz?

Als ich mich mit 18 Jahren selber einmal beim Jugendamt wegen der Zeit in Sülz beschwert habe, wurde mir der Mund verboten. Die Beamtin sagte, ich würde doch nur lügen, und drohte, dass man mich in ein Irrenhaus stecken würde, wenn ich keine Ruhe geben würde.

Das habe ich für bare Münze genommen. Aus Angst, in der Psychiatrie womöglich wieder einem Sadisten ausgeliefert zu sein, habe ich geschwiegen.

Ein erschütternder Bericht: http://www.ksta.de/html/artikel/1270457636935.shtml

Danke an den Femokratieblog für das Einstellen des Links.

Empathische Heimmütter im KStA: „Sie war der Teufel“

Kurti, Wien, Sunday, 08.08.2010, 23:08 (vor 5636 Tagen) @ Heimkind

In einem nicht ganz so brutalen, aber ähnlich "lustigem" Heim im Osten Deutschlands war ich als Kind auch mal.

Dort litten die Erzieherinnen vor allem an sexuellem Notstand (kein Wunder bei ihrem Aussehen), den sie mit "phantasievollen Spielen" an uns Kindern abreagierten.

Gruß, Kurti

Empathische Heimmütter im KStA: „Sie war der Teufel“

Leser, Sunday, 08.08.2010, 23:17 (vor 5636 Tagen) @ Heimkind
bearbeitet von Leser, Sunday, 08.08.2010, 23:32

„Sie war der Teufel“

Habe ähnliches erlebt - allerdings nicht als Heimkind. Das ganze war eine "harmlose Kindererholung" (für ca. 5 Wochen). Was ich da erlebt habe und von den Erzieherinnen ertragen musste, war ohne Worte. Hinterher habe ich meine eigenen Eltern als damals 6-jähriger nicht mehr erkannt. - Und sie mich auch nicht!

Auch wir mussten Erbrochenes essen, wurden geschlagen, seelisch vor anderen Kindern erniedrigt und mussten uns "Lätzchen" umbindend auf dem Tisch stellen. Das ganze wurde selbstverständlich fotografiert und ich habe das Bild noch - in meinem Kopf auch, denn diese Zeit verfolgt mich bis heute. Es waren nur ein paar Wochen, nicht Jahre.

Mein Kompliment an den Mann der bei den „Schwestern vom armen Kinde Jesu“ überlebt hat und nun darüber spricht. Die unbarmherzigen Schwestern und ein bigotter Name im Kontext des Geschehenen sprechen eine eigene, eine andere, eine abstoßend widerliche Sprache ...

Leser

Nur zu Klarstellung: Ich kenne 3 Frauen, die selbiges zuhause mit Mutti erleben mussten (kwT)

Leser, Sunday, 08.08.2010, 23:38 (vor 5636 Tagen) @ Leser

- kein Text -

Nur zu Klarstellung: Ich kenne 3 Frauen, die selbiges zuhause mit Mutti erleben mussten

der_quixote, Absurdistan, Monday, 09.08.2010, 12:59 (vor 5635 Tagen) @ Leser

Dieses zweifelhafte Vergnügen dürften viele Kinder teilen, deren Vater den ganzen Tag srbeiten war. Die Mutter konnte ihre Launen am Nachwuchs ausleben.

Heute ist das anders. Mütter müssen keine Rücksicht auf den heimkehrenden Vater nehmen, der vielleicht was sagen könnte.

Denen wird das Kind zur Alleinherrschaft übergeben.
Das nennt sich Alleinerziehend.

Bei Bedarf nehmen sich diese einen Stecher, der darf sich dann auch an den Kindern vergreifen.

P.S. Aus früher Kindheit, erinnere ich mich an eine Kur wo ausschliesslich weibl. Personal regierte.
Die Hölle für uns Kinder (ca. 4 bis 12 Jahre).

--
Man(n) sollte (s)eine Frau welche schweigt niemals unterbrechen...

Nur zu Klarstellung: Ich kenne 3 Frauen, die selbiges zuhause mit Mutti erleben mussten (kwT)

Roslin, Monday, 09.08.2010, 16:56 (vor 5635 Tagen) @ der_quixote
bearbeitet von Roslin, Monday, 09.08.2010, 17:01

Das ist doch nach wie vor ein riesiges Tabuthema, die Misshandlung von Kindern durch Frauen, besonders dann, wenn es sich um die Mutter handelt.

Ich kenne auch einen Mann, der von seiner Mutter regelmäßig schwer verprügelt wurde, mit dem Handfeger.
Keiner erfuhr davon, er hat nie darüber geredet, erst mit Ende 20, als seine Mutter schon mehr als 10 Jahre tot war, begann er in einer Therapie darüber zu sprechen.

Seine Geschwister wussten nichts davon, sein Vater wusste nichts davon.
Sie hat in immer nur vormittags verprügelt, wenn sie mit ihm allein in der Wohnung war, die älteren Geschwister waren in der Schule, der Mann zur Arbeit.

Jahrelang ging das so: 2-3 mal pro Woche schwerste Prügel. Oft konnte er nicht sitzen vor Schmerz. Trotzdem hat er sich nie offenbart. Der Junge war eben unruhig, wenn er nicht sitzen konnte.

Dieses routinemäßige Prügeln endete erst, als er schulpflichtig wurde.

Ich vermute, die Mutter fürchtete, der Junge hätte sich vielleicht verplappert, hätte er auch in der Schule nicht stillsitzen können, wäre darauf angesprochen worden und hätte dann womöglich auf seinen grün und blau geschlagenen Po verwiesen.

Nach außen hin hat der Mann eine völlig unauffällige, normale Kindheit in einer gutbürgerlichen Familie erlebt.

Es war alles in Ordnung.

Mulmig wird einem zumute, stellt man sich vor, in wievielen Familien möglicherweise alles in Ordnung ist, weil Kinder schweigen.

Ich denke, dass besonders häufig Söhne schweigen, wenn es um ihre Mütter geht, wesentlich häufiger als Mädchen, denen man mittlerweile Mut gemacht hat, zu reden, gerade wenn es um ihre Väter geht.

Denn dieser Teil der Wahrheit passt in's poltitisch korrekte Konzept der Väter-und MännerdiffamiererInnen.

Den anderen Teil der Wahrheit dagegen, den will man tunlichst unter der Decke halten, wird hier doch die Frau als Täterin sichtbar, nicht als Opfer.
Das ist inopportun für die PolitlobbyistInnen des Geschlechtes mit dem eingebauten Opferappeal, der sich so gewinnbringend vermarkten lässt.

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