Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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MANNdat auf 3sat

Eugen, Friday, 06.08.2010, 23:23 (vor 5638 Tagen) @ Narrowitsch

Ich finde Eugen könnt auch eine Gesamtübersicht der Geschichte des
Feminismus geben, er könnte den feministischen Anteil am Elend der Welt in
ein paar Minuten umreißen, er könnte...

Macht er aber nicht.

Natürlich nicht ;-) Einer meiner Leitsätze: Wer sich nach allen Seiten verbeugt, der hat sich schnell das Kreuz gebrochen! Und überhaupt könnte man den ganzen Tag vorauseilende Dementis herunterleiern wie ein Wanderprediger - es nützte einem doch nichts. Deswegen lasse ich das möglichst.

Wenn sich aber "Tätiger" hier etwa vorstellt, ich könnte bei solchen Gelegenheiten sagen was ich will ... dann hat er sogar recht. Die Frage ist nur, was nachher gesendet oder gedruckt wird.

Es ist sehr schwer, eine befriedigende Darstellung zu bekommen. Mittlerweile sage ich mir: Wer seine Selbstdarstellung Journalisten anvertraut, der kann auch seinen Hund beim Abdecker in Pflege geben! Aber das macht man eben unter den gegebenen Bedingungen mit oder man lässt es bleiben.

Man muss schon zufrieden sein, wenn von drei Stunden Dreh drei Minuten Sendezeit bleiben. Und was weggeschnitten wird bzw. reinkommt, darauf hat man im nachhinein nur sehr wenig Einfluss. Noch schlimmer kann es bei der redaktionellen Verpackung oder gar bei der Anmoderation werden. Da glauben doch tatsächlich Journalistinnen, die sich vielleicht 10 Minuten vor der Sendung auf dem Klo beim Lesen einer Illustrierten zur Sache "kundig" gemacht haben, sie müssten unbedingt die Zuschauer mit ihrer "Meinung" belästigen...

Es kommt natürlich auf die Art des Beitrags an. Das einzige, was eine Darstellung "nach Wunsch" garantiert, das ist ein abgestimmtes, schriftliches oder ein live-Interview (nicht etwa ein live aufgezeichnetes Interview!). Ob man so etwas bekommt, hat etwas mit Nachfrage- und Angebotsmacht zu tun. Einem Promi rennen sie hinterher und erfüllen ihm jede gewünschte Bedingung. Klar, er soll schließlich das Käseblatt oder die Plappersendung aufwerten, seine Community mitbringen. Der Rest der Sendung ist dann nur Füllsel, um Vielfalt zu suggerieren, Meinungspluralismus, Themenoffenheit ...

Also in solchen Biotopen bewegen wir uns derzeit. Sie werden nicht für uns angelegt. Sie werden angelegt von Leuten, die einen Teil vom großen Kuchen der Rundfunkgebühren wollen, oder die als als Medienkarrieristin avancieren wollen usw. Die Zuschauer oder die Gäste, sie sind nur Staffage.

So ist es im großen und ganzen, manchmal mehr, manchmal weniger.

Gruß, Eugen


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