Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Hamas-Frauen

Kurti, Wien, Tuesday, 03.08.2010, 23:41 (vor 5641 Tagen)

Gerade erst entdeckt, sonst hätte ich Euch schon eher darauf aufmerksam gemacht:

Heute Abend 22:45 Uhr, ARD: Soldatinnen Gottes - Die Frauen der Hamas

Film von Suha Arraf

Regisseurin Suha Arraf, Palästinenserin mit israelischem Pass und Feministin, hat vier Frauen der Hamas in ihrem Alltag begleitet und beobachtet. Es ist ihr gelungen, in die geschlossene Gesellschaft dieser Frauen einzudringen. In ihrem Dokumentarfilm fragt sie danach, was dazu führt, ein von Gewalt und Tod bestimmtes Leben mit Sinn zu versehen, gar die eigenen Söhne zu opfern. Frauen, die Kindern das Leben schenken, werden zu Instrumenten des Todes dieser Kinder. Sobald die Kamera angeschaltet ist, achten die Frauen peinlich darauf, dass jedes Wort, das sie sagen, der offiziellen Hamas-Doktrin entspricht. Doch ein paarmal bekommt das Bild Risse, tiefe Trauer, Verzweiflung, Depression werden offensichtlich.
Zugleich untersucht der Film den Kult des Märtyrertums, der in Gaza nicht erst seit dem letzten Krieg das Straßenbild bestimmt. Zwei Jahre lang hat die Regisseurin immer wieder in Gaza gedreht, unter erschwerten Bedingungen und oft misstrauisch beäugt. Dennoch gelingen ihr einmalige Einblicke in das System Hamas, in eine geschlossene und fanatisierte Welt, in der sich alle uns geläufigen Wertekategorien verschoben haben.
"Der einzige Grund, warum wir Kinder in die Welt setzen, ist, um sie Gott und dem Kampf preiszugeben," sagt Huda al-Abud, 56, Palästinenserin und Mutter von zehn Kindern. Geblieben sind ihr fünf. Zwei starben als Selbstmordattentäter, drei wurden getötet, als israelische Hubschrauber Jagd auf Terroristen machten. Huda ist stolz darauf. Ohne sie und ihre Mitstreiterinnen wäre die Hamas im Gazastreifen nur halb so stark. Denn die Frauen der Hamas ziehen den Nachwuchs für die Kämpfer heran. Die Hamas ist Partei, Terrororganisation und soziales Netzwerk zugleich. Wie alle radikal ideologisierten Gemeinschaften investiert sie viel Kraft in die Indoktrinierung nachfolgender Generationen. Es sind vor allem die Frauen - Mütter, Lehrerinnen und Studentinnen - die die nächste Generation von Hamas-Anhängern aufziehen und ihnen das ideologische Rüstzeug vermitteln. In den Kindergärten bereiten sie schon Vierjährige auf das "Märtyrertum" - als höchste Form des Kampfes gegen Israel - vor. "Shahid" (Märtyrer) ist das erste Wort, das die Kinder dort lernen.
Gut 4000 Menschen leben im Gazastreifen auf einem Quadratkilometer, damit gehört der Gazastreifen zu den dichtestbesiedelten Gebieten der Welt. Seit der gewaltsamen Machtübernahme der Hamas im Juni 2007 ist das Palästinensergebiet nahezu vollständig durch Ägypten und Israel abgeriegelt. Vier von fünf Bewohnern leben unterhalb der Armutsgrenze; die Arbeitslosigkeit ist hoch. Nur was die Israelis als Grundversorgungsmittel erachten, darf eingeführt werden. Der Gazastreifen ist abhängig von internationalen Hilfslieferungen und vom Schmuggel, den die Hamas ebenso kontrolliert wie das öffentliche Leben. Wer zur rivalisierenden Fatah gehört, hat kaum Chancen, beruflich weiterzukommen. Seitdem die Hamas die Macht an sich riss, ist viel passiert im Gazastreifen: Ausschreitungen, unerbittliches Töten, die schweren Angriffe der israelischen Streitkräfte im Krieg 2008-2009, in dessen Folge Hunderte Verletzte und Tote. Während sich die Hamas-Führer in einem Netz von Bunkern versteckten, pflegten die Frauen Verwundete in den Krankenhäusern und besuchten die Familien der Opfer.
Die Anhängerinnen der Hamas sind die mächtigsten Frauen im Gazastreifen. Sie kümmern sich um Arme und Kranke, organisieren Frauentreffen, gründen Vereine für Kindererziehung und für das Koranstudium. Wer die eigenen Söhne im Dschihad verlor, hat in der Gesellschaft einen Ehrenplatz. "Die Beerdigung meines Sohnes war die größte in Rafiah", erzählt Huda al-Abud. "Leute kamen aus dem ganzen Gazastreifen, um daran teilzunehmen. Heute nennen sie mich 'Umm als Shahidim', die Mutter der Märtyrer. Andere Frauen beneiden mich und möchten auch so stark sein." Ihre Stärke will Huda anderen Müttern vermitteln; sie hält Vorträge in einer Moschee. Immer wieder zeigt sie das Video, das am Morgen jenes Tages gedreht wurde, an dem ihr Sohn in den Tod ging und das zeigt, wie er sie zum Abschied umarmt.
http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=nMvtxCnJBIJlJe5faUU08w%3d%3d

Besonders krass fand ich das hier:

"Der einzige Grund, warum wir Kinder in die Welt setzen, ist, um sie Gott und dem Kampf preiszugeben," sagt Huda al-Abud, 56, Palästinenserin und Mutter von zehn Kindern.

Kann der Fotze mal jemand 200 Sätze heiße Ohren verabreichen?

Gruß, Kurti

Hamas-Frauen

Max Aram, Wednesday, 04.08.2010, 10:29 (vor 5640 Tagen) @ Kurti

Besonders krass fand ich das hier:

"Der einzige Grund, warum wir Kinder in die Welt setzen, ist, um sie Gott
und dem Kampf preiszugeben," sagt Huda al-Abud, 56, Palästinenserin und
Mutter von zehn Kindern.

Das gab's hierzulande auch schon mal - ist noch keine 100 Jahre her.

Kurti denk' mal nach...

Ein Mann, Wednesday, 04.08.2010, 13:45 (vor 5640 Tagen) @ Kurti

In ihrem Dokumentarfilm fragt sie danach, was dazu
führt, ein von Gewalt und Tod bestimmtes Leben mit Sinn zu versehen, gar
die eigenen Söhne zu opfern.

Na, was wird dafür der Grund wohl sein Kurti, weil es denen so gut geht und an nichts mangelt...

Finde Deine eignen Antworten!

Kurti denk' mal nach...

Kurti, Wien, Wednesday, 04.08.2010, 14:28 (vor 5640 Tagen) @ Ein Mann

Das würde jetzt wahrscheinlich eine sehr lange Diskussion werden, inwieweit das Vorhandensein oder die Abwesenheit von Wohlstand Einfluss auf Terrorismus haben. Wenn man an etwa die linksextremistische Szene im westlichen Europa der Siebziger Jahre denkt, dann waren das fast alles reiche, gelangweilte Söhnchens und Töchterleins aus gutem Hause.
Oder die Attentäter des 11. September, die es sich leisten konnten, Flugunterricht in Amerika zu nehmen.

Gruß, Kurti

Kurti denk' mal nach...

Ekki, Wednesday, 04.08.2010, 20:23 (vor 5640 Tagen) @ Kurti

Hallo allerseits!

Das würde jetzt wahrscheinlich eine sehr lange Diskussion werden, inwieweit
das Vorhandensein oder die Abwesenheit von Wohlstand Einfluss auf
Terrorismus haben.

Für beides ließen sich problem- und endlos Beispiele finden.

Auch die Vermittlung eines an Achtung gegenüber dem Mitmenschen orientierten Wertesystems kann Terrorismus nicht verhindern.

Und auch in einem Un-Werte-System, das Haß predigt, finden sich Menschen, die sich dem nicht anschließen.

Da ist jeder Einzelne zum Handeln aufgefordert.

Theoretische Diskussionen hierüber führen zu nichts, haben aber ein Gutes:

Sie sichern Legionen von Theoretisierern Arbeit und Brot - als Autoren, Hochschullehrer usw.

Gruß

Ekki

--
Ich will ficken, ohne zu zeugen oder zu zahlen.
Lustschreie sind mir wichtiger als Babygeplärr.

Kurti denk' mal nach...

Kurti, Wien, Wednesday, 04.08.2010, 21:09 (vor 5640 Tagen) @ Ekki

Und auch in einem Un-Werte-System, das Haß predigt, finden sich Menschen,
die sich dem nicht anschließen.

Damit sprichst du einen Punkt an, der mir sofort beim Lesen durch den Kopf ging. Ganz egal, wie schlecht die persönliche Lage ist – kann es das rechtfertigen, die eigenen Kinder in den Tod zu schicken?

Ich zermartere mir den Kopf, wie ich es in ein paar Jahren mal anstellen kann, mir den Kinderwunsch zu erfüllen, OHNE dafür in die Ehe-Hölle eintreten zu müssen. Und die produzieren Kinder am Fließband, nur um sie in die Luft sprengen zu können! Da sind so Augenblicke, in denen verstehe ich die Welt nicht mehr, in der ich lebe!

Gruß, Kurti

Kurti denk' mal nach...

Ekki, Wednesday, 04.08.2010, 21:39 (vor 5640 Tagen) @ Kurti

Hallo Kurti!

Ich zermartere mir den Kopf, wie ich es in ein paar Jahren mal anstellen
kann, mir den Kinderwunsch zu erfüllen, OHNE dafür in die Ehe-Hölle
eintreten zu müssen. Und die produzieren Kinder am Fließband, nur um sie in
die Luft sprengen zu können! Da sind so Augenblicke, in denen verstehe ich
die Welt nicht mehr, in der ich lebe!

Ich kann alles voll nachvollziehen, was Du schreibst.

Aber das Schlimmste daran:

Um diese Mörder-Fotzen zu bekämpfen, schicken WIR unsere jungen Leute in Kampfeinsätze, in denen sie fallen oder verkrüppelt an Leib und/oder Seele zurückkommen.

Gibt es keine andere Möglichkeit, mit besagten Mörder-Fotzen fertig zu werden?

Ratlos

Ekki

--
Ich will ficken, ohne zu zeugen oder zu zahlen.
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Kurti denk' mal nach...

Kurti, Wien, Wednesday, 04.08.2010, 22:54 (vor 5640 Tagen) @ Ekki

Gibt es keine andere Möglichkeit, mit besagten Mörder-Fotzen fertig zu
werden?

Wenn Du darauf eine Antwort findest, ist Dir entweder der Friedens-Nobelpreis sicher - oder die Waffen-Industrie inszeniert einen kleinen "Unfall" mit Deinem Wagen.

Gruß, Kurti

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