Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Starke Frau sucht schwachen Mann?

Narrowitsch, Berlin, Monday, 02.08.2010, 15:16 (vor 5642 Tagen) @ Dr. Müller

"Was soll das überhaupt sein, ein "starker" Mensch? Hier wird nur in zwei
wertmäßig unterschiedliche Kategorien eingeteilt, Frauen in die
höherwertige, Männer in die minderwertige."

Genau darum geht es, und weil die "starke Frau" täglich und allerorten auftaucht, auch dann wenn sie einmal schwach sein sollte, handelt es sich um Massensuggestion. Und zwar um eine, für die kein Gremium, kein Ministerium, kein Rattenfänger von Amtswegen hinter politischen Kulissen die Fäden zieht. "Die starke Frau" ist ein Wesen, welches sich mittels Kopfgeburt fortwährend selbst aufs Neue in die Welt bringt. Sie entsprang zahllosen Publikationen, die allein in Deutschland in die Tausende gehen dürften. Angefangen beim "anderen Geschlecht" über "Emma" bis hin zu Büchern wie " "Rückwärts und auf Stöckelschuhen... können Frauen so viel wie Männer" der "Soziologinen" Cheryl Benard und Edit Schlaffer, die auch das Werk "glücklich trotz Mann" verfassten. Dazu gesellten sich ebenso kaum zu zählende Pudel der "kritischen Männerbewegung" von V. E. Pilgrimm bis Willfried Wieck. Sie alle zeichneten begeistert das Bild starker weiblicher Lichtgestalten und männlicher Defizitwesen, die zu ihrer Menschwerdung erst weiblicher Führung bedürfen.

1000fach von Frauen und Pudeln der diversen Medien und "weichen Wissenschaften" aufgenommen und weiterverbreitet, sickerte die "starke Frau" ins öffentliche Bewusstsein oder besser noch: ins "Kollektivunbewusste" . Seit geraumer Zeit fragt niemand mehr, ob es mit gewissen Behauptungen seine Richtigkeit habe, die Filialleiterin einer Bank oder die dortige Raumpflegerin steigt täglich zur starken Frau auf, Konzernleiter, sellbst Soldaten im Krieg zu Schwächlingen ab. Wir können diese Phänomen derzeit an der Berichterstattung über Bildung sehr gut studieren: Kaum ein Artikel, kaum ein Bericht, der nicht mit der Aufzählung jungmännlichen Versagens in Schulen und Universitäten eine Einleitung findet. Dass dies nicht einmal die halbe Wahrheit beschreibt stört niemanden und gäbe es in den Familien nicht reichlich Beispiele für sehr intelligente, erfindungsreiche Jungen, wäre es längst ausgemachte Tatsache, dass sich das männliche Geschlecht in der modernen Welt als bildungsungsunfähig erweist, bestenfalls für niedere Arbeiten geeignet.

Es scheint ein menschlicher Wesenszug zu sein, dass sich immer eine Gruppe über eine andere erheben muss. Wirklich neu daran ist, dass diese manipulativen Selbstläufer im Namen der Abschaffung genau dieser Verhältnisse an den Start gehen.

Aber neien, es geht IMMER nur um starke FrauInnen. Hab noch nie gehört:
Boa, is halt echt ein starker Mann.

Doch , davon höre und lese ich gelegentlich. Und zwar immer dann,wenn Männer Verhaltensformen annehmen, die sich keine Frau zumuten lassen würde. Stichwort: Hausmänner oder diktierter Karriereverzicht.

Musste mal drauf achten, grad die hoitigen Pudel im Fernsehen ham
mindestens einmal pro Sendung diesen "starke Frau" Spruch drauf.

Ebben. Sklaven, die zu Vorabeitern der Sklaven aufsteigen wollen, loben immer ihre HerrInnen.

Noch vor 20 Jahren wiesen FeministInnen die Überlegung, sie wollten die Umkehrung der "Unterdrückunngsverhältnisse", weit von sich. Heut fabulieren sie bereits vermehrt vom "sanften" Matriarchat, jener paradiesischen Gesellschaftsordnung, in der Friede herrschen wird, wenn Männer nur auf alles verzichten, was ihnen etwas wert ist: die eigenen Kinder, Eigentum, Sozialprestige, womöglich feste Verbindungen zu einer Frau.

Auf dem Weg in diese schönen neuen Welt sind freilich noch ein paar Hürden zu nehmen. Für die starken Frauen müssen Mängelwesen erzogen werden, mit denen zu leben, auch für Übermenschinnen ein Stück Lebensqualität bedeuten könnte. Dazu bedarf es einer weiteren Bewusstseinsveränderung: weg vom viel gepriesenen Bild der Partnerschaft auf Augenhöhe, hin zum angenehmen Leben mit halbwegs zivilisierten, dienenden Untermenschen. Dass abermals biologische Gegebenheit dazu überwunden werden sollen, ist nur folgerichtig.

Die Frage für Kerle lautet: abermals unter Allüren medialer Halluzinationen unterordnen oder Verweigerung als widerstand.

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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-

Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.


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