Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Hirter-Bier

Kurti, Wien, Monday, 02.08.2010, 13:47 (vor 5642 Tagen)

Vor ungefähr 14 Tagen entdeckte ich, als ich mit dem Bus von der Arbeit nach Hause fuhr, auf einer Werbetafel diese Reklame der Kärntner Bierbrauerei Hirter:

http://www.hirterbier.at/hirterbier/

Ich dachte: Na, da werden sich die Femis wieder wegen „sexistischer Werbung“ aufregen!
Und genauso kam es auch.
Nachfolgend ein Auszug aus einer Medienmeldung:

"Sexismus": Kritik an Hirter-Werbung
28.07.2010 | 19:46 | (DiePresse.com)
Die SPÖ-Frauen attackieren die Kärntner Bierfirma Hirter wegen eines sexistischen Plakats und eines Werbespots für einfache Gemüter. Im Internet gibt es nun einen Musterbrief gegen sexistische Werbung. Mit Video
"Ich beanstande die unten beschriebene Werbemaßnahme, da sie meiner Ansicht nach frauendiskriminierend bzw. sexistisch ist. Sie widerspricht sowohl den Menschenrechten von Frauen als auch den Bestimmungen des Selbstbeschränkungskodex des Österreichischen Werberats", heißt es im Musterbrief: "Das dadurch vermittelte Frauenbild hat verheerende Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft und verletzt mich in meiner persönlichen Würde."
Die SPÖ-Frauen nehmen sich die Angelegenheit bereits zu Herzen. Nicole Krotsch, Frauensekretärin der Wiener Sozialdemokraten, hat im Namen ihrer Gruppe der Brauerei Hirter einen Protestbrief geschrieben.
http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/584057/index.do

Einzig die FPÖ, die sich für männerrechtlerische Anliegen schon des Öfteren stark gemacht hatte (ich erinnere in dem Zusammenhang an den Baumgartner-Prozess), sieht die Dinge etwas differenzierter:

FPÖ: "Keine Aufregung bei Cola Light-Mann"
Eine Werbung sei schließlich nicht nur dann sexistisch, wenn mit nackten Frauenkörpern ein Produkt verkauft werden solle. Dies gelte auch dann, wenn Frauen abwertend oder sexualisiert dargestellt oder auf stereotype Rollen reduziert würden. Dieser Bilderflut seien Kinder tagtäglich ausgesetzt. "Sexistische Werbung ist daher keine Angelegenheit des persönlichen Geschmacks oder der Ästhetik, sondern hat Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft", konstatierte Frauenberger."Es ist höchst an der Zeit", kam von der grünen Frauensprecherin Monika Vana Zustimmung zu den Aussagen Frauenbergers. FPÖ-Generalsekretär Hans-Jörg Jenewein erinnerte hingegen an eine legendäre männliche Werbefigur, wegen der keine Kampagne gestartet worden sei.
"Riegel vorschieben"
"Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Feministenabteilung innerhalb der Wiener SPÖ bei der seinerzeitigen Werbung eines multinationalen Erfrischungsgetränkeherstellers, der als 'Coke-Light-Man' Ende der 1990er Jahre Geschichte geschrieben hatte, keinen Mucks von sich gab", so Jenewein. Dies sei vermutlich ausgeblieben, weil es sich dabei ja "nur" um einen Mann gehandelt habe. Insofern dokumentiere Frauenbergers aufgesetzte Aufregung die inhaltliche Leere der SPÖ, so Jenewein.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/584057/index.do

Und hier noch ein paar Links zum Thema:
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/2424163/sex-werbung-extraherb.story
http://www.leadersnet.at/news/773,sexismus-in-der-werbung-die-neue-hirter-bier-kampagne.html

Und jetzt kommt der absolute Über-Hammer, den ich mir bis zum Schluss aufgespart habe. Die Kampagne wurde von Frauen geschaffen!!! Stand heute Morgen in der Print-Ausgabe der österreichischen Kronenzeitung zu lesen!
Also, das geht ja wohl mal gar nicht, dass da Frauen dafür verantwortlich sein sollen! Da muss doch irgendein Mann zu greifen sein, der der eigentliche Schuldige an dieser sexistischen, Frauen verachtenden Schweinerei ist. Vielleicht die Väter der Agentur-Damen. Oder die Väter der Modells. Oder der Hausmeister des Gebäudes, in dem die Agentur untergebracht ist. Oder Rumpelstilzchen. Oder Willi von der Biene Maja. Oder der liebe Gott …

Gruß, Kurti


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