Zur causa Kachelmann
http://www.zeit.de/2010/26/DOS-Justiz-Tuerck
Wer Parallelen entdeckt, darf sie behalten.
Trotzdem nimmt der Prozess die entscheidende Wende erst, als der renommierte Aussagepsychologe Max Steller aus Berlin sein Gutachten erstattet. Der Sachverständige kommt zu dem Ergebnis, dass der >Realitätsgehalt der Aussage nicht positiv substantiiert werden« könne, zumal die Zeugin das Kerngeschehen der Vergewaltigung nur grob wiedergebe. Er vermutet bei ihr außerdem eine Borderline-Persönlichkeitsakzentuierung, also eine deutliche psychische Normabweichung.
Solche Menschen neigten zu Wahrnehmungsverzerrungen und interpretierten erlebte Unzufriedenheit – etwa, nachdem sie abgewiesen worden seien – in das Gefühl um, vergewaltigt worden zu sein. Damit könnten sie die Opferrolle, in der sie sich fühlten, auch offiziell einnehmen.
Am 9. August 2005 sprach das Landgericht Frankfurt den Fernsehmoderator frei. >Dem Angeklagten war die Tat nicht nachzuweisen«, steht im Urteil. Obwohl es bei der umstrittenen sexuellen Begegnung gleich zwei Zeugen gab, die nichts strafrechtlich Relevantes beobachtet hatten, obwohl so gut wie alles für eine hysterische Störung der Opferzeugin und nichts Überzeugendes für eine Schuld des Andreas Türck sprach, konnten sich die Richter nicht dazu durchringen, dem Angeklagten zu sagen, dass sie ihn für unschuldig hielten. Es reichte bloß für einen Freispruch >in dubio pro reo«. Die Fernsehkarriere des Entertainers Andreas Türck war nach dem Prozess beendet.
Narzissten und Borderliner... Dem Vernehmen nach kann es durchaus sein, dass solche Leute einander regelrecht anziehen. Und wenn man sich das sadomasochistische Beziehungsbild im Fall Kachelmann mal so anschaut...
http://www.borderlinezone.org/kompstoerung/komplimentaerstoerungen.htm
Bei Borderlinern scheint der Vergewaltigungsvorwurf ohnehin beinahe obligatorisch zu sein...
Zur causa Kachelmann
Guck an - man vergisst so schnell...
Danke für die Erinnerung!
Mir fällt dabei das Hamlet-Prinzip ein: "Ist dies auch Wahnsinn, hat es doch Methode" (2.Akt, 2. Aufzug).
Übrigens: "Schwachheit, dein Name ist Weib" ist auch ein Zitat aus Hamlet....