Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Offenbarungseid einer Gleichstellungsfunktionaerin

Maesi, Wednesday, 28.07.2010, 02:33 (vor 5647 Tagen) @ vt

Hallo zusammen

geht um den artikel hier
http://www.tagesspiegel.de/meinung/im-geist-von-alice-aber-mit-make-up-und-minirock/1891374.html

Der ganze Artikel ist ein einziger feministischer Offenbarungseid. Frau Schulz will - stellvertretend fuer alle Frauen, wie es sich fuer eine aufrechte, in der jakobinischen Tradition stehenden Demokratin gebuehrt - 'radikal jeden Bereich ihres Lebens selbst bestimmen' und arbeitet deshalb als Lohnabhaengige in einem Gleichstellungsbuero im geschuetzten Biotop einer oeffentlichen Hochschule. Folgerichtig traut sie ihren jungen Geschlechtsgenossinnen auch nicht zu, irgendetwas ohne Papa Staat und Mama Politik auf die Beine zu stellen, denn sie selbst hat es ja auch nicht geschafft. Deshalb fordert sie staatliche Massnahmen, staatliche Subventionen etc. etc., kurzum, das ganze verantwortungsnegierende, sozialistische Sklavenwellnessprogramm halt, das wir bei allen real existierenden Sozialismen schon hundert Mal zu hoeren bekommen haben. 'Die gluecklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit', wusste schon Marie von Ebner-Eschenbach zu vermelden.

Soweit die modernen Frauen so selbstbewusst sind, wie sie Frau Schulz beschreibt, brauchen sie keine staatliche Hilfs- und Foerderindustrie; soweit sie solche politbuerokratische Hilfen in Anspruch nehmen, entsprechen sie nicht dem feministischen Wunschbild der unabhaengigen, selbstbestimmten Powerfrau. Beides passt nicht zusammen. Deswegen werden all die feministischen Forderungen an die Adresse des Staates nach Frauenfoerderung und -bevorzugung, nach Sonderhilfe fuer Frauen, nach Freiraeumen fuer Frauen etc. etc. nie zu selbstbestimmten, emanzipierten Frauen fuehren.

Das selbstbewusste Individuum fordert sich zunaechst einmal selbst, erst dann fordert und foerdert es die anderen; das ist eine der wichtigsten Regeln erfolgreicher Menschenfuehrung und zugleich der Schluessel zum Erfolg, gerade auch zum beruflichen Erfolg. Wer jedoch stets von anderen Foerderung verlangt, laesst sich von anderen fuehren und ist somit unweigerlich von ebendiesen anderen abhaengig. Schmarotzer sind stets auf einen Wirt angewiesen, ein Wirt hingegen kann besser ohne Parasiten leben. Freilich ist Schmarotzertum bequem, aber die satte Selbstzufriedenheit in sicheren Quotenjobs, die von den Leistungen anderer abhaengen, ist selten ein Ansporn fuer Hoechstleistungen.


Gruss

Maesi


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