Was ein Pädaoge so dem anderen empfiehlt
Altschneider, Tuesday, 27.07.2010, 19:12 (vor 5648 Tagen)
Und wieder einmal zeigt die Schulpädaogik, wes Geistes Kind sie ist:
Neue Fortbildungsreihe schult Lehrer_innen und Pädagog_innen in
geschlechterreflektierter Jungenarbeit.
"Jungen machen nicht nur Probleme, sie haben auch eine Menge Probleme, beispielsweise mit schulischen Leistungsanforderungen oder als Opfer von Gewalt. Viele dieser Schwierigkeiten haben ihren Kern in einer Orientierung an idealisierten Männlichkeitsbildern", so Bernard Könnecke vom Projekt "Jungenarbeit und Schule", der als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei dem Berliner Institut Dissens e.V. beschäftigt ist.
Dies werde Jungen spätestens in der Schule zum Nachteil, so Könnecke weiter. Nicht zuletzt gehe traditionelle Männlichkeit mit der Anforderung an Jungen einher, anderen Jungen und Mädchen gegenüber überlegen sein zu müssen, was sich auch in Abwertung und gewalttätigen und diskriminierenden Verhaltensweisen niederschlage - gegenüber Mädchen, Jungen und Angehörigen gesellschaftlich diskriminierter Minderheiten.
Von der Freiheit, nicht männlich sein zu müssen.
Falls ihr es nicht findet: links unter "Nachrichten" auf Beruf gehen, dann evtl. nach unten scrollen.
Eine Empfehlung für Dissens e.V. und seine genderreaktionären Ansätze - von Lehrern für Lehrer. Nicht schlecht für einen Berufsstand, der für sich in Anspruch nimmt, das bedingungslose Wertschätzung seiner Schutzbefohlenen für seine Angehörigen zu den Grundbedingung gehört.
Grüße
Altschneider
Was ein Pädaoge so dem anderen empfiehlt
Goofos
, Tuesday, 27.07.2010, 22:56 (vor 5648 Tagen) @ Altschneider
"Jungen machen nicht nur Probleme, sie haben auch eine Menge Probleme,
beispielsweise mit schulischen Leistungsanforderungen oder als Opfer von
Gewalt. Viele dieser Schwierigkeiten haben ihren Kern in einer Orientierung
an idealisierten Männlichkeitsbildern", so Bernard Könnecke
Das ist die einzigste Antwort auf alle Probleme die die auf Lager haben. Selbst mal bei den Lehrer_innen und Pädagog_innen und ihren idealistierten Rollenbildern oder dem für Jungs ungerechtes Bildungssystem als eines der Probleme der Jungs anzufangen, übersteigt wohl schon die Erwartungen an einen Dissens. Konsens besteht dabei wohl nur darin, dass all die Probleme von den Jungs selbst verursacht sind und nur durch die Jungs selber gelöst werden könnten. Sicherlich wird also die Schuld, warum z.B. ein Junge von seiner Mutter verprügelt wird, beim Jungen mit seinen Männlichkeitsidealen selbst liegen.
Fragen über Fragen...
Narrowitsch, Berlin, Wednesday, 28.07.2010, 00:10 (vor 5647 Tagen) @ Goofos
Eine Empfehlung für Dissens e.V. und seine genderreaktionären Ansätze -
von Lehrern für Lehrer. Nicht schlecht für einen Berufsstand, der für sich
in Anspruch nimmt, das bedingungslose Wertschätzung seiner Schutzbefohlenen
für seine Angehörigen zu den Grundbedingung gehört.
Von der Freiheit, Hirnwäsche als Fortbildung zu tarnen. So darf der Leer - gang, welcher auf die Lehrerschaft losgelassen werden soll, wohl treffend bezeichnet werden. Unter tausend Erwägungen, die für das viel kritisierte Verhalten von Jungen in der Schule nach Erklärungen suchen, hat Dissens die Antwort gefunden und - sehr geschickt- in einer Frage versteckt:
"Welche (vermeintlichen) Anforderungen stecken hinter den oft destruktiven Einstellungs- und Handlungsmustern von männlichen Jugendlichen? Und vor allem: Was kann ich als PädagogIn tun, um einen Weg aus dem Teufelskreis von einengendem Selbstbild, Versagen und Perspektivlosigkeit aufzuzeigen?"
Die Jungen, nicht etwa Jungen mit Migrationshintergrund, nicht Jungen aus bildungsfernen Familien, nicht Jungen aus Familien , die die als Selbstverwirklichung bezeichnete Selbstsucht zerätzte, nicht Jungen , die mit Alleinerziehenden in diversen Konflikte leben, nein DIE JUNGEN laufen im Teufelskreis von einengendem Selbstbild, Versagen und Perspektivlosigkeit.
Von der sogenannte Glockenkurve scheinen die "Experten" von Dissens noch nie etwas gehört zu haben. Nun gehe ich in meinem schier unerschöpflichen Optimismus davon aus, dass weder die ganze Welt, noch alle Deutschen und nicht einmal das Gros der deutschen Lehrerschaft samt Pädagogen aller Art völlig verblödet sind. Noch nicht - jedenfalls. Dissens und SpießgesellInnen können wohl noch nicht an allen Orten zugleich ihr Treiben entfalten.
Deshalb frage ich hier lesende Pädagogen oder Lehrer oder Leute, die mit Pädagogen und Lehrern Umgang pflegen, welcher aus Berufung handelnde Lehrer oder Pädagoge sich freiwillig 12 Tage einer Fortbildung durch Experten unterwerfen würde, die entweder besagte Glockenkurve nicht kennen, sie nicht zur Kenntnis nehmen oder sie aus anderen Gründen wissentlich verschweigen?
Nein, das sind diesmal keine rhetorischen Fragen , ich nehme sie verdammt ernst:
Wie funktionieren Dissens- Fortbildungen? Bekommen die Opfer solcher Dissens- Vorträge Order von zuständigen Behörden? Vom einem der interessierten Landesministerien? Oder besuchen die Leut womöglich freiwillig solche Veranstaltungen?
"Ein Schwerpunkt der Arbeit wird darin liegen, wie die Fortbildungsinhalte in die schulische Praxis implementiert werden können." - so Dissens zum (Un-)Sinn seines Vorhabens. Ich frag mal die besser Informierten unter uns, seit wann ein Verein seine Vorstellungen von Realität in schulische Praxis implementieren lassen darf. Bislang hörte ich, Bildung sei Ländersache. Oder gehen die Landesregierungen mit Dissens konform und Dissens leistet es, landesregierungsamtliche Politik in die Schulen zu tragen? Und wenn dem so sei, wer hat die Eignung von Dissens für solcherlei Vorhaben geprüft? Wer hat da den Hutauf und trägt Verantwortung?
Lasse ich mal das Gendergequatsche, dass per Gesetz überall in Betracht gezogen werden muss, beiseite, bleiben immer noch ein paar fragwürdige Fortbildungsinhalte, die Dissens in üblicher, aber nichts sagender Manier unter die Bildungspraktiker bringen will.
Als da wäre zum Beispiel:
"Zusammenhang von Männlichkeit und rechtsextremen Einstellungen"
Selbst wenn ich annähme, alle Rechtsextremen wären Männer, dürfte der mir suggerierte Schluss, Männlichkeit und Rechtsextremismus stünden in einem ursächlichen Zusammenhang, so nicht haltbar sein. Weiter: Was haben Rechtsextremismus und der Teufelskreis von einengendem Selbstbild, Versagen und Perspektivlosigkeit, gar mit jungmännlicher Leseinkompetenz zu schaffen? Und noch weiter gedacht: Wenn politische Standpunkte in einem Fortbildungskurs zur Jungenbildung eine Rolle spielen soll oder muss, warum fehlt die Auseinandersetzung mit dem "Zusammenhang von feministischer Glaubenslehre mit linksextremistischen Einstellungen"?
Für den Fall, dass die Länderministerien der Linie von Dissens folgen und die linksextremistische Einflüsse auf Jungenverhalten vernachlässigen, stellt sich die kühle, völlig emotionslose Frage, ob es bei der Fortbildung von Dissens um eine verdeckte politische Agitations- Veranstaltung handelt.
Und eine weitere bedenkenswerte Sache:
"Intersektionale Ansätze der Antidiskriminierungsarbeit unter besonderer Berücksichtigung geschlechterreflektierter Ansätze, interkulturellen Lernens und nicht-rassistischer Lehre"
Seit wann ist interkulturelles Lernen, ein Gebot, welches per Weiterbildung in die Köpfe von Pädagogen und Lehrern gesenkt werden muss? Was sind intersektionale Ansätze der Antidiskriminierungsarbeit? Verstehen Pädagogen das, oder bin ich dummer Laie überfordert? Aber selbst wenn dem so sei, welche Diskriminierung will Dissens bearbeiten und zwar unter "geschlechterreflektiertem Ansatz" ? Die von einem Bundesministerium dokumentierte schlechtere Benotung von Jungen? Warum schreibt Dissens zu diesem positiven "Ansatz" nicht Klartext? Oder soll die Jungendiskriminierung in dieser Fortbildung keine Rolle spielen?
Nachdem zu schließen, was Dissens bislang absonderte, offensichtlich nicht.
Wie gesagt, ich frage ja nur mal, wie der Coup läuft. Und frage weiter die besser Informierten unter uns: Welchem oder welcher Verantwortlichen in Bundes- oder Landtagen ich die Fragen einmal öffentlich stellen könnte? Welches wären die richtigen Adressen?
Im übrigen überlege ich auch das noch: Wieviel Menschen - genauer wie viele Männer und wie viele Frauen haben vieles gewagt - mitunter das Leben- für die Freiheit und die Freiheit von Forschung und Bildung? Gibt es dazu Lehrinhalte ? Weiterbildung?
Nur mal so!
Ah ja- noch etwas: Freiheit kann lästig sein, sie verlangt manchmal viel, sie engt somit die Freiheit ein. Wenn ich mich von dieser Einengung befreie, dann bin ich ein freier Mann. Richtig? So ähnlich verhält es sich - wenn ich nicht irre- mit Männern, die sich von ihren geschlechtsspezifischen Einengungen befreien wollen. Und weil Dissens dabei mit Rat und Tat hilft, handelt es sich um einen der Freiheit verbundenen Verein.
Grüße
Altschneider
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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-
Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.
Fragen über Fragen...
Ausschußquotenmann, Wednesday, 28.07.2010, 01:21 (vor 5647 Tagen) @ Narrowitsch
ursächlichen Zusammenhang, so nicht haltbar sein. Weiter: Was haben
Rechtsextremismus und der Teufelskreis von einengendem Selbstbild,
Versagen und Perspektivlosigkeit, gar mit jungmännlicher
Leseinkompetenz zu schaffen?
Den Zusammenhang würde ich nicht schlichtweg verneinen. Die NPD ist mit die einzige Partei die gegen Gendermainstreaming ist. Außerdem sind es oft die deutschen Jungen die in der Schule etwas von den Ausländern aufs Maul bekommen. Das sind gute Gründe Rechts zu wählen.
... die einzige Antwort
Goofos
, Wednesday, 28.07.2010, 02:28 (vor 5647 Tagen) @ Narrowitsch
Viele berechtigte Fragen. Die aller erklärende Antwort von Dissens dürfte aber ganz einfach sein:
Idealisierte Männlichkeitsbilder.
Aber es ist schon erstaunlich wie so etwas wie Dissens auf die Lehrer und Pädagogen los gelassen werden kann. Es werden vermeintliche Tatsachen geschaffen denen bei näherer Betrachtung ein klarer Zusammenhang fehlt. Dann konzentriert sich die Tagung auch noch darauf wie man das in die schulische Praxis implementieren kann.
Ein weiterer Punkt sind die falschen Versprechen die damit gemacht werden. Schließlich verspricht man mit der Arbeit von Dissens Probleme von Jungs, also wie z.B. die schlechtere Benotung von Jungs, zu lösen. Aber eben auch hier fehlt der klare Zusammenhang. Wo soll hier das Hinterfragen von idealisierten Männlichkeitsbildern helfen? Andererseits, wenn das tatsächlich so funktionieren würde, dass Jungs die ihre idealisierten Männlichkeitsbilder hinterfragt haben gerechte Noten bekommen, dann ist das eine ziemlich unmoralische Erpressung von Jungs. Aber das ist Dissens Grundlage.
Jungs dürfen jahrelang durch ein Bildungssystem gehen, das sie nicht beachtet. Im Gegensatz natürlich zu den Mädchen. Irgendwann dann kommt mal ein Neue Wege für Jungs das so tut als ob es die Jungs beachten würde. Dabei werden die Jungs nur beachtet wenn sie nach der Pfeife "idealisierte Männlichkeitsbilder hinterfragen" tanzen. Sie werden also dazu gezwungen jungstypisches Verhalten abzulegen. Was passiert mit dem der das nicht macht? Er wird schlicht nicht beachtet und bedacht. Das ist keine Jungenarbeit, das ist Jungenerpressung für die ziemlich zweifelhaften Ziele eines Dissens Vereins.
Also prinzipiell finde ich das gar nicht so schlecht
Misogyn, Wednesday, 28.07.2010, 00:40 (vor 5647 Tagen) @ Altschneider
Schwäche zeigen, Gefühle, auch mal weinen dürfen, weg von diesem hohen Anspruch an Jungen, weg mit dem schulischen Leistungsdruck, Auch mal eine schlechtere Leistung gut bewerten, wenn der gute Wille da war.
Alles Dinge die bisher nur den Mädchen zugestanden wurden.
Die Idee an sich ist nicht schlecht.
Aber wir dürfen uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Pädagogen die Jungen trotzdem weiter verpfuschen werden, da es natürlich an der sinnvollen Umsetzung und an der Gerechtigkeit mangeln wird.
Im Endeffekt wird es ja doch wieder drauf hinauslaufen dass Jungen in Röckchen rumlaufen MÜSSEN, also gedemütigt werden, was ich natürlich eine Sauerei finde.
Also Jungs, packt die Pädagoginnen und Pädagogen alle in einen Sack und dann mit dem Baseballschläger furchtlos draufgeschlagen. Immer feste druff, ihr trefft schon keine Falschen!
Also prinzipiell finde ich das gar nicht so schlecht
Goofos
, Wednesday, 28.07.2010, 03:05 (vor 5647 Tagen) @ Misogyn
Schwäche zeigen, Gefühle, auch mal weinen dürfen, weg von diesem hohen
Anspruch an Jungen, weg mit dem schulischen Leistungsdruck, Auch mal eine
schlechtere Leistung gut bewerten, wenn der gute Wille da war.Alles Dinge die bisher nur den Mädchen zugestanden wurden.
Die Idee an sich ist nicht schlecht.
Und was bringt das den Jungs dann? Sie könnten Gefühle zeigen, auch mal weinen und ihre eigene schlechtere Leistung gut bewerten. Aber was ändert das am bestehenden Benachteiligungen der Jungs? Inzwischen kann man das ruhig Strukturelle Benachteiligungen von Jungs nennen.
Das Bildungssystem hat man so Mädchengerecht wie nur möglich gemacht um ihre Leistung zu steigern. Das Bildungssystem hat sich also an die Mädchen angepasst. Jetzt ist aber so, dass es Jungs benachteiligt. Jungs werden von Mädchen klar überholt. Was nicht sein dürfte, schließlich besagen Studien immer wieder, dass zwischen den Geschlechtern eigentlich Gleichstand herrschen müsste. Wo kein Gleichstand herrscht könnte Förderung das ausgleichen. Diesen Vorsprung der Mädchen dürfte es also überhaupt gar nicht geben. Dass die Jungs von den Mädchen überholt wurden spricht für die schlechte Qualität mit deutlichen Mängeln des Bildungssystems.
Von den Jungs wird aber erwartet sich dem mädchengerechten Bildungssystem anzupassen. Von einer Idee eines Jungen- wie Mädchengerechten Bildungssystem ist das weit entfernt. Die Aufgabe wäre es das Bildungssystem Jungengerecht zu machen, hingegen gehört die Erwartung an die Jungs sich einem System anzupassen, das nicht zu ihnen passt, ganz bestimmt nicht zur Aufgabe.
Aber das wird immer wieder schön verhindert indem man behauptet die Lösung dürfe Mädchen wiederum nicht benachteiligen. Dabei ist das Schrott. Ein System das völlig auf Mädchen ausgerichtet werden und Jungs benachteiligen muss nur damit die bestmögliche Leistung aus den Mädchen irgendwie heraus geholt wird, ist ein schlechtes System das man alles andere als gerecht bezeichnen kann. Für ein gerechtes System müssen Mädchen gleichermaßen einstecken wie die Jungs. Erst dann kann man auch wieder von Chancengleichheit, Gleichstellung, Gleichberechtigung und Pipapo sprechen.