Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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Info: Die "WebJungs" befassen sich mit Kristina Schröders Interview in der Stuttgarter Zeitung

Leser_nicht_eingeloggt, Saturday, 24.07.2010, 11:01 (vor 5651 Tagen) @ Leser

und zwar hier:

http://webjungs.de/jungs/gewalt-jungs/ministerin-schroder-schliesst-die-frauenquote-in-unternehmen-in-ueberlegung-ein...

Ein Auszug, beginnend mit einem Zitat aus dem Zeitungsinterview:

Müsste es mehr männliche Erzieher geben?

(Schröder:) Ja, denn die Jungs brauchen männliche Vorbilder. Gerade Kinder von Alleinerziehenden treffen oft erst mit zehn oder elf Jahren in der weiterführenden Schule auf eine männliche Bezugsperson. Das kann entwicklungspsychologisch problematisch sein. Eine neue Studie, die unser Haus gefördert hat, kommt zu diesem Ergebnis: Männer werden dann Erzieher, wenn sie zum Beispiel als Zivildienstleistende oder im Freiwilligen Sozialen Jahr schon Einblick in diesen Beruf erhalten haben. Andere haben dagegen Hemmschwellen. Ich glaube, viele junge Männer würden den Beruf gern ergreifen, trauen sich aber nicht, weil er ein weibliches Image hat. Ich werde gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit ein bundesweites Programm starten, das es Männern ermöglicht, sich auch in späteren Jahren noch für den Erzieherberuf in einer zweijährigen Ausbildung umschulen zu lassen. Dazu gibt es bereits vielversprechende Pilotprojekte. Das Programm wird Anfang nächsten Jahres starten und sicherlich erfolgreich sein. Denn Tatsache ist: Erzieher haben sehr gute Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. <<

Über das fett/bold markierte bin ich auch erst gestolpert und dachte Ähnliches:

"Was lernen wir daraus? Schröder spricht sich an anderer Stelle für männliche Zwangsdienste aus, um daraus genau jene “Motivation zu filtern”, die dann Männern den Erzieherberuf erst schmackhaft macht. Der Weg ist offenbar hier das Ziel."

Das kann man tatsächlich so verstehen, ich vermute nur, die Intention ist eine Andere gewesen. Frau Schröder schrieb ja bereits, dass sie Männern und Frauen die gleiche Wahl lassen möchte und ich glaube nicht, dass sie damit dem Zwangsdienst (den ich übrigens so, wie er jetzt einseitig läuft absolut ablehne) indirekt die Lanze halten wollte. Imho wollte sie vielleicht damit ausdrücken, dass Männer, die mal in die s.g. Frauendomäne hineinschupperten eher Interesse an diesem Job bekommen ...

Was meint ihr? Ich kann verstehen, wenn man es definitiv anders sieht, möchte mich aber nicht dem allgemeinen Grundtenor anschließen, dass es nur darum geht, Jungs in prekäre Lohnverhältnisse zu schicken, nachdem man sie vorher zwangsdienstgezwungen gehirngewaschen hat und Mädchen zu den patrizitären und tollen Ingenieur-Berufen brachte. Im Hinblick auf das Interview vermute ich eher, dass Schröder wohl eher meinte: Jeder nach seinem Gusto und frei von gesellschaftlichen Zwängen.

Leser,
mit herzlichen Grüßen an die Webjungs
- Ihr macht einen hervorragenden Job!


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