Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

. Leopoldine Blahetka, Galina Iwanowna Ustwolskaja, Dora Pajecevic oder Felicitas Kukuck

Leser_nicht_eingeloggt, Saturday, 24.07.2010, 10:01 (vor 5651 Tagen) @ Bert

... Musikerinnen, die die Welt nicht kennt. - Außer die "Reclamistinninen"

Ein un-schönes Beispiel, aus dem Bereich der Musik, wo in den Augen von
Spatzenhirnen nicht sein kann, was nicht sein darf.

http://www.freiewelt.net/blog-1576/musik-hat-kein-geschlecht.html

Alles Unterdrückung der Frauen natürlich. Nur komisch, dass es in allen
Kulturen, zu allen Zeiten, das Selbe der Fall ist. Dann wurde halt die
Frau, zu allen Zeiten, in allen Kulturen, unterdrückt. FertigAusDieMaus. So
einfach kann Feminismus sein.

Danke für den Link, diesen Artikel kannte ich noch garnicht, er ist aber absolut lesenswert und zeigt, wie metastasiert diese Ideologie schon ist. Hier ein paar Auszüge:

In dem Reclam Komponistenlexikon wird fleißig gegendert.

Ideologien zeichnen sich durch bestimmte Merkmale aus. Eins dieser Merkmale ist die Aufteilung der Gesellschaft in zwei entgegengesetzte Gruppen. Im Nationalismus finden wir die Dichotomie zwischen den Angehörigen der eigenen Nation und den Angehörigen anderer Nationen, im Kommunismus die zwischen Arbeitern und Kapitalisten, im Rassismus die zwischen Weißen und Schwarzen. Im Feminismus herrscht die grundlegende Dichotomie zwischen Männern und Frauen.

Ein weiteres Merkmal der Ideologien ist deren totalitärer Charakter. Der Feminismus bezieht sich mit seinen Vorstellungen und Forderungen auf das Ganze der Gesellschaft, auf Bereiche wie Politik, Recht, Wirtschaft, Alltag, Sexualität, Wissenschaft und nicht zuletzt auf die Kunst. Man kann nicht über bildende Kunst, Literatur und Musik sprechen, ohne dass dabei gefordert wird, die Anzahl und die Bedeutung von Frauen hervorzuheben. Dabei tritt die Diskussion über die Qualität von Kunstwerken unvermeidlich in den Hintergrund.

So ging es in der Ausstellung „Impressionistinnen“, die 2008 in Frankfurt am Main stattfand, in erster Linie nicht um die Qualität der dort ausgestellten Bilder, sondern darum, dass sie von Frauen gemalt wurden. In diesem Geist wurde 2009 von Melanie Unseld, Dozentin für Musik und Gender, das Reclam Komponistenlexikon herausgegeben. Der hohe Anteil der dort aufgenommenen Komponistinnen ist das Markenzeichen dieses Lexikons. Wir finden dort viele unbekannte Namen, wie z.B. Leopoldine Blahetka, Galina Iwanowna Ustwolskaja, Dora Pajecevic oder Felicitas Kukuck.

Es ist nichts dagegen zu sagen, dass in ein Lexikon Personen aufgenommen werden, die bislang keinen Eingang in den Kanon der Musik gefunden haben. Dadurch wird ein Lexikon informativer und gegebenenfalls interessanter. Doch sollte die Auswahl nach musikwissenschaftlichen und nicht ideologischen Kriterien erfolgen. In das Reclam Komponistenlexikon wurden jedoch viele Personen aufgrund ihres Geschlechts aufgenommen. Musikwissenschaftliche Auswahlkriterien werden dort nicht angegeben, statt dessen werden die unbekannten Komponistinnen ständig mit Superlativen wie „virtuos“, „einflussreich“ und „von größter Bedeutung“ gelobt. Außerdem fällt auf, dass einige Artikel zu relativ unbekannten Komponistinnen, wie z.B. Sofia Asgatowna Gubaidulina, Adriana Hölszky und Ethel Mary Smyth, umfangreicher sind als die zu herausragenden Komponisten, wie Pierre Boulez, Olivier Messiaen und Krzysztof Pendereck ...

... In dem Lexikon lassen sich viele feministische Gemeinplätze erkennen. ...

... Ein weiterer feministischer Topos wird in vielen Artikeln sichtbar: Sobald eine Komponistin heiratet, verschwindet ihre Kreativität. Sobald sie sich scheiden lässt, kehrt sie wieder zurück, wie z.B. bei Ruth Crawford Seeger. Verheiratetsein und Komponieren vertragen sich offenbar nicht. Mit einem gewissen Stolz wird sehr oft behauptet: „Die Komponistin X war/blieb unverheiratet“. Dass es auf der anderen Seite doch viele Komponistinnen gab, die verheiratet waren, Kinder hatten und trotzdem viel komponierten, passt nicht so ganz ins feministische Frauenbild. ...


gesamter Thread:

 

powered by my little forum