Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Schulreferendum in HH - Tendenzöse Sendung im DLF, Teil II

Adam, Monday, 19.07.2010, 15:16 (vor 5656 Tagen)

Gewonnen! Bürger setzen sich gegen versammelte Parteien- und Pressemeute durch: kein "längeres gemeinsames Lernen" in Hamburg. Bildung siegt gegen Gleichmacherei.

Ein Sieg der Bürger gegen die Parteiendiktatur, den jeder feiern sollte, der Politik und Presse schon lange nicht mehr traut.

Adam

Schulreferendum in HH - Tendenzöse Sendung im DLF, Teil II

Gast_bb, Monday, 19.07.2010, 16:06 (vor 5656 Tagen) @ Adam

Da es heißt, "kein längeres gemeinsames Lernen", muss es wohl nicht nur heißen, dass sich Bürger gegen die Politik durchgesetzt haben, sondern vor allem auch Bürger gegen andere Bürger. Der Jubel fällt deshalb vielleicht nicht so euphorisch aus, wenn man sich nicht der Gewinnerseite zugehörig fühlt. Aber solange die Durchlässigkeit gegeben ist, und eventuelle Spätstarter auch dann noch erkannt und gefördert werden, wäre das nicht das Problem.

Schulreferendum in HH - Tendenzöse Sendung im DLF, Teil II

Gast_t, Monday, 19.07.2010, 16:17 (vor 5656 Tagen) @ Gast_bb

Da es heißt, "kein längeres gemeinsames Lernen", muss es wohl nicht nur
heißen, dass sich Bürger gegen die Politik durchgesetzt haben, sondern vor
allem auch Bürger gegen andere Bürger. Der Jubel fällt deshalb vielleicht
nicht so euphorisch aus, wenn man sich nicht der Gewinnerseite zugehörig
fühlt. Aber solange die Durchlässigkeit gegeben ist, und eventuelle
Spätstarter auch dann noch erkannt und gefördert werden, wäre das nicht das
Problem.

Leider ist das nicht so, denn inzwischen pfeiffen es die Spatzen von den Dächern, daß Bildungserfolg in Deutschland viel zu sehr vom Status der Eltern abhängen. Diese Eltern sind es auch, die ihren Wettbewerbsvorteil verteidigen. Deutschland war einmal ein Land der Denker und eine Bildungshochburg. Inzwischen verteidigen die einen ihre Privilegien und erklären andere schlicht für doof und sprechen von "Gleichmacherei".

Natürlich haben andere "auch noch" eine Chance - dann, wenn sie ganz besonders qualifiziert sind und nicht schon vorzeitig aufgegeben haben.

Gerade Jungs sind als Spätstarter bekannt. Das man sowas in einem "Männerforum" auch noch erwähnen muß, hätte ich allerdings nicht gedacht!

Schulreferendum in HH - Tendenzöse Sendung im DLF, Teil II

Adam, Monday, 19.07.2010, 16:26 (vor 5656 Tagen) @ Gast_t


Leider ist das nicht so, denn inzwischen pfeiffen es die Spatzen von den
Dächern, daß Bildungserfolg in Deutschland viel zu sehr vom Status der
Eltern abhängen.

So plapperm man den Unsinn, den die Presse labert, nach. Die Spatzen von den Dächern....

Als ob Spatzen Menschen etwas zu sagen hätten. Die Nivellierung von Bildung auf dem untersten Niveau, damit auch ja alle übers Stöckchen springen können, ist genau das, was unserer Gesellschaft Probleme bereiten wird. Aber der deutsche Michel ist ja immer schon zufriedener, wenn alle gleich schlecht sind, als wenn einige gut, einige weniger gut sind. Hauptsache gleich, gleich, gleich...

Aber der deutsche Michel ist immer noch nicht in der Mehrzahl. Vielmehr wollen die Bürger den Gleichmacherwahn in der Bildung nicht und haben dies in Hamburg gezeigt. Bürger gegen Bürger? Die Presse schweigt wohl eher, weil die Bürger, der Souverän in diesem Staate, auch der massiven Propaganda der Mainstreampresse eine Abfuhr erteilt hat.

Mögen die Spatzen pfeifen und sich mit Presse und Parteiendiktatur gemein machen. Wir Bürger brauchen sie nicht.

Adam

Schulreferendum in HH - Tendenzöse Sendung im DLF, Teil II

Gast_bb, Monday, 19.07.2010, 17:06 (vor 5656 Tagen) @ Adam

Pass nur auf, dass du "Chancengleichheit" und "Gleichmacherei des Resultats" nicht durcheinanderbringst. (falls du Wert darauf legst, hier z differenzieren)

Wie gesagt, solange es eine verlängerte Durchlässigkeit des Systems gäbe, wäre das ganze kein Problem. Aber zwischen den extremen Polen von Hochintelligenz und Lernunfähigkeit gibt es auch einen großen Teil von Schülern, bei denen es viel auf die entsprechende Förderung ankommt. Und ein unflexibles Schulsystem stellt in diesem Fall bereits im Alter von zehn Jahren Weichen, über die sich manche von uns Erwachsenen noch nicht klar sind.

Schulreferendum in HH - Tendenzöse Sendung im DLF, Teil II

Noch so'n Gast., Monday, 19.07.2010, 19:01 (vor 5656 Tagen) @ Adam

Die Nivellierung von Bildung auf dem untersten Niveau, damit auch ja alle
übers Stöckchen springen können, ist genau das, was unserer Gesellschaft
Probleme bereiten wird.

Ich glaube da vermengst du Sachen, die nichts miteinander zu tun haben.
Und wenn du meinst, dass eine dünne Geld-elitäre Schicht dem Land viel besser tun wird, als eine solide gebildete Basis bei gleichzeitiger Begabtenförderung, so muss ich doch Überzeugend widersprechen. Oder glaubst du im Mittelater, als der ungebildete Pöbel unter der Fittiche von Kirchen und Adel dahinsiechte war die Situation viel besser? Ferner weiss ich, dass in den USA die Abschlüsse mittlerweile auch eher wenig wert sind, weil durch die "Ich habe für einen Abschluss schliesslich Geld bezahlt!" die Qualität der Prüfungen doch Arg nachgelassen hat.

Im übrigen hier mal ein paar Beispiele aus dem Ausland:

Land | Gemeinsame Schuldauer für alle Schüler. | Andere Besonderheiten.
DEN| 9j |
CH | 6j | Keine Noten in den ersten Jahren.
SV | 9j | Noten ab dem 8. Schuljahr.
NOR| 7j | Noten in den späteren Schuljahren.
FIN| 9j | Noten ab der 4. Schuljahr.
CAN| mind. 6j(je nach Provinz)|
NL | 8j | Über den weiterführenden Unterricht nach der Gesamtschule wird zentrall entschieden, nicht durch den evtl. voreingenommenen Lehrkörper.

Ich möchte die Aufmerksahmkeit darauf richten, dass die aufgeführten Länder über sehr hohe soziale Standarts bei gleichzeitig ausbalancierter Wirtschaft verfügen. Natürlich ist der Unterrichtsmodus auch anders als hier in DE, somit ist einzig die Verlängerung gemeinsamer Schuldauer nicht die Lösung aller Problemme, scheint jedoch ein Schritt in die richtige Richtung zu sein.
Auch das allgemein höhere Bildungs- und das hohe Niveau der naturwissenschaftlichen Forschung in den Industriestaaten des Ostbloks (wo die "Gleichmacherei" das A und O des Gesellschaftsmodells war) möchte ich in Analogie zu einem anderen Strang dieser Diskussion anführen.

Grüße!

Schulreferendum in HH - Tendenzöse Sendung im DLF, Teil II

Garfield, Monday, 19.07.2010, 18:19 (vor 5656 Tagen) @ Gast_t

Hallo Gast!

Leider ist das nicht so, denn inzwischen pfeiffen es die Spatzen von den Dächern, daß Bildungserfolg in Deutschland viel zu sehr vom Status der Eltern abhängen.

Ja, das ist in der Tat ein Problem. Leider wird es aber durch Gesamtschule und verlängerte gemeinsame Schulzeit nicht gelöst, sondern im Gegenteil weiter verschärft!

Prinzipiell ist gegen eine Gesamtschule nichts einzuwenden. Es muß aber auch dort sichergestellt sein, daß leistungsschwache Schüler den Unterricht nicht ausbremsen. Solche leistungsschwachen Schüler gehören auf spezielle Förderschulen oder in spezielle Förderklassen. So wie es im Übrigen auch in der DDR war.

Die Leute, die heute Gesamtschulen fordern, haben aber ganz andere Konzepte. Da wird über Abschaffung von Zensuren fabuliert, damit die Eltern überhaupt nicht mehr mitbekommen, wie wenig ihre Kinder noch lernen. Niemand soll sitzen bleiben; jeder soll irgendwie durchgezogen werden.

Sowas senkt zwangsläufig das Unterrichtsniveau in den öffentlichen Schulen noch weiter. Schon jetzt können nicht wenige Schulabgänger nicht fehlerfrei schreiben und beherrschen teilweise nicht einmal die Grundrechenarten. Wenn das noch schlimmer wird, dann sind wir bald wieder im Mittelalter angekommen, denn dann wird die Masse der Bevölkerung aus Analphabeten bestehen.

Es läuft also darauf hinaus, daß Eltern, die ihren Kindern eine berufliche Zukunft ermöglichen wollen, sie auf Privatschulen schicken müssen. Die sind aber teuer. Das bedeutet: Wer sich das leisten kann, dessen Kinder haben später gute Jobs. Wer sich das nicht leisten kann, dessen Kinder haben später schlechte Jobs oder leben von Hartz IV.

Das derzeit anvisierte Gesamtschulkonzept kann also die Bildung einer festen "Elite" nicht verhindern, sondern wird die Entwicklung dorthin beschleunigen!

Freundliche Grüße
von Garfield

Dazu ein Video

Panorama, Monday, 19.07.2010, 18:58 (vor 5656 Tagen) @ Gast_t

Wenn es stimmt, dann ist es ein schöner Beweis,

Peter Pan, Tuesday, 20.07.2010, 02:11 (vor 5655 Tagen) @ Panorama

http://www.youtube.com/watch?v=2jAI0hzDZuc&feature=youtu.be

wie weit die Gesellschaft von Anwälten kontrolliert wird.

Diese Menschen werden sich nie für uns Väter einsetzen, denn sie wollen ihre elitäre Lebensweise weiter verteidigen können. Das können sie nur dann, wenn sie uns unten halten; das kann nur dann passieren, wenn wir zu einer "verschärften Obliegenheitspflicht" verdonnert werden, also zu lebenslanger Fronarbeit.

Schulreferendum in HH - Tendenzöse Sendung im DLF, Teil II

Ekki, Monday, 19.07.2010, 17:35 (vor 5656 Tagen) @ Adam

Hallo Adam und alle!

Gewonnen! Bürger setzen sich gegen versammelte Parteien- und Pressemeute
durch: kein "längeres gemeinsames Lernen" in Hamburg. Bildung siegt gegen
Gleichmacherei.

Ein Sieg der Bürger gegen die Parteiendiktatur, den jeder feiern sollte,
der Politik und Presse schon lange nicht mehr traut.

Adam

Ich freue mich genauso sehr - insbesondere, da ich gerade im Radio das Diktum der grünen Bildungssenatorin Goetsch gehört habe:

"Wenn man das mal un-senatorisch ausdrücken will, dann ist das heute schon ein richtiger Scheiß-Tag!"

Selten die Schadenfreude so genossen ...

Falls die hier in NRW Ähnliches planen, bin ich dabei - natürlich auf Seiten des dreigliedrigen Schulsystems.

Und sogar der DLF befleißigte sich in seiner heutigen neuerlichen Diskussionssendung einer etwas größeren Ausgewogenheit:

10.10 Uhr bis 11.30 Uhr
Journal am Vormittag
Kontrovers
Leinen los oder Leck geschlagen? Die Schulreform nach dem Volksentscheid
in Hamburg
Studiogäste:
- Christian Füller, Journalist und Autor (gegen das dreigliedrige Schulsystem)
- Peter Silbernagel, Vorsitzender Philologen-Verband NRW (für das dreigliedrige Schulsystem)
- Marcus Weinberg, CDU-MdB, stv. Landesvorsitzender in Hamburg (grundsätzlich für die gescheiterte Primarschule, versuchte eine vermittelnde Position, die in meinen Augen aber "weder Fisch noch Fleisch" war)
Moderation: Jasper Barenberg

So ein ganz klein bißchen muß selbst die tendenziöseste Sendung den deutlich artikulierten Volkswillen berücksichtigen ...

Schöne Grüße von

Ekki

--
Ich will ficken, ohne zu zeugen oder zu zahlen.
Lustschreie sind mir wichtiger als Babygeplärr.

Schulreferendum in HH - Tendenzöse Sendung im DLF, Teil II

Adam, Monday, 19.07.2010, 19:06 (vor 5656 Tagen) @ Ekki

Falls die hier in NRW Ähnliches planen, bin ich dabei - natürlich
auf Seiten des dreigliedrigen Schulsystems.

Es wird hier hoffentlich Ähnliches geben. Sie versuchen freilich, die überwältigende Mehrheit der Gegner von Beginn an zu spalten, indem sie zunächst nur zur 30% Einheitsschulen einführen wollen. Es ist klar, daß sie Angst vor Protest haben. In NRW sind 76% gegen die Einheitsschule. (Und da sag mir mal einer, das seien alles Reiche, die ihre Pfründe sichern wollen. 76% Reiche hat wohl kein Bundesland. Nein, die Bürger wollen ein funktionierendes, an LEISTUNG orientiertes Bildungssystem und keine Menschenvereinheitlichungsschmiede, und sie wollen es mehrheitlich, egal was dazu die Spatzen ideologisch zwitschern.) Es wird darauf ankommen, dieses Potential zu bündeln und auf die Straße zu führen - bis zum Volksentscheid. Das ist in NRW schon einmal gelungen: 1978.

Ich werde auf jeden Fall auch dabei sein.

http://www.fingerweg2010.de/

Adam

Schulreferendum in HH - Tendenzöse Sendung im DLF, Teil II

Ekki, Monday, 19.07.2010, 19:43 (vor 5655 Tagen) @ Adam

Hallo Adam!

76% Reiche hat wohl kein Bundesland. Nein, die Bürger wollen ein
funktionierendes, an LEISTUNG orientiertes Bildungssystem und keine
Menschenvereinheitlichungsschmiede, und sie wollen es mehrheitlich, egal
was dazu die Spatzen ideologisch zwitschern.)

Sehr richtig!

Es wird darauf ankommen, dieses Potential zu bündeln und auf die Straße zu
führen - bis zum Volksentscheid. Das ist in NRW schon einmal gelungen: 1978.

Zu dem seinerzeitigen Referendum s. hier:

http://www.wgvdl.com/forum/index.php?id=130502

Außerdem besteht ja die Hoffnung, daß das Gruselkabinett viel früher abkackt.

Herzliche Grüße von

Ekki

--
Ich will ficken, ohne zu zeugen oder zu zahlen.
Lustschreie sind mir wichtiger als Babygeplärr.

Schulsystem

Gast_bb, Monday, 19.07.2010, 21:52 (vor 5655 Tagen) @ Adam

Lass doch die Spatzen mal in Ruhe. - Es ist selbstverständlich, dass man die Überflieger nicht gemeinsam mit den Schwer-Lernenden unterrichten kann. Getrennter Unterricht, der sich an Leistung orientiert, ist da zweifelsohne richtig. Aber das System muss prinzipiell offen bleiben, da es zwischen diesen beiden Polen noch jede Menge anderer Schüler gibt. Vielleicht hast du ja deine Berufswahl schon in der vierten Klasse getroffen gehabt und zielstrebig darauf hin gearbeitet; für die Mehrzahl der Fälle dürfte das nicht gelten, und das bedeutet nicht, dass aus denen allen nichts geworden wäre.

Ich würde auch gerne wissen, ob diejenigen, die diese möglichst frühzeitige weichenstellende Aufspaltung fordern, dieselben sind, die argumentieren, der Staat habe die Leistungen an die Unterschicht zu streichen, denn die ließen es sich nur auf Kosten der Gebildeten gut gehen; Solidarität sei hier verfehlt, sie hätten es ja selbst in der Hand gehabt.

Diese Volksentscheide gegen "gleich, gleich, gleich" wird dann evtl. als nächstes aufs Gesundheitssystem ziehlen, um dort die "Bedarfsvergemeinschaftung" aufzukündigen.

Schulsystem

Ekki, Tuesday, 20.07.2010, 10:05 (vor 5655 Tagen) @ Gast_bb

Hallo Gast_bb!

Lass doch die Spatzen mal in Ruhe. - Es ist selbstverständlich, dass man
die Überflieger nicht gemeinsam mit den Schwer-Lernenden unterrichten kann.
Getrennter Unterricht, der sich an Leistung orientiert, ist da zweifelsohne
richtig. Aber das System muss prinzipiell offen bleiben, da es zwischen
diesen beiden Polen noch jede Menge anderer Schüler gibt.

Das System ist offen - Wechsel zwischen den verschiedenen Formen der weiterführenden Schule sind möglich und finden statt.

Kein Mensch verlangt, daß diese Offenheit aufgegeben werde.

Vielleicht hast
du ja deine Berufswahl schon in der vierten Klasse getroffen gehabt und
zielstrebig darauf hin gearbeitet; für die Mehrzahl der Fälle dürfte das
nicht gelten, und das bedeutet nicht, dass aus denen allen nichts geworden
wäre.

Zum einen:
Um Berufswahl geht es hier nicht - wie auch? In den allermeisten Lebensbereichen arbeiten Absolventen der verschiedenen weiterführenden Schultypen nebeneinander.

Zum anderen:
Es ist sowohl nervig als auch typisch für Ideologen - und zu denen zählst Du - daß sie gewichtige Argumente einfach nicht zur Kenntnis nehmen sondern dieselbe Unterstellung wie eine kaputte Schallplatte immer wieder wiederholen - in der durchaus nicht naiven, sondern perfiden und demagogischen Hoffnung, daß die Unterstellung stärker im Gedächtnis bleiben werde als der wahre Sachverhalt.

Diese Taktik lasse ich Dir nicht durchgehen - deshalb hier zum x-ten Mal ein Satz, den ich schon mehrfach geschrieben habe:

"Im täglichen Leben nehme ich ständig die Dienstleistungen von Haupt- und Realschulabsolventen in Anspruch - und nicht im Traum käme ich auf den Gedanken, auf diese Menschen herabzublicken."[/u]

Nie habe ich behauptet und nie werde ich behaupten, daß aus diesen Menschen "nichts geworden sei".

Mehr noch:

Ich bin mir in jedem Augenblick darüber im Klaren, daß der Arbeiter, der Handwerksmeister, den ich bestelle, Fähigkeiten hat, über die ich als eher theoretisch begabter Mensch nicht verfüge und ich ihn brauche. Deshalb achte ich diese Fähigkeiten und den Menschen, der sie besitzt.[/u]

Ich gebe mich nicht wirklich der Hoffnung hin, daß Du hier und Deine Gesinnungsgenossen im öffentlichen Diskurs von der oben beschriebenen Methode ablassen werdet, die Unterstellungen und Lügen zu wiederholen, um die Wahrheit niederzuschreien.

Aber ich halte es für meine Pflicht, die Wahrheit zu wiederholen, um dieser Taktik entgegenzuwirken.

Ich würde auch gerne wissen, ob diejenigen, die diese möglichst
frühzeitige weichenstellende Aufspaltung fordern, dieselben sind, die
argumentieren, der Staat habe die Leistungen an die Unterschicht zu
streichen, denn die ließen es sich nur auf Kosten der Gebildeten gut gehen;
Solidarität sei hier verfehlt, sie hätten es ja selbst in der Hand gehabt.

Ich nehme die oben von Dir beschriebene Haltung nicht für mich in Anspruch.

Diese Volksentscheide gegen "gleich, gleich, gleich" wird dann evtl. als
nächstes aufs Gesundheitssystem ziehlen, um dort die
"Bedarfsvergemeinschaftung" aufzukündigen.

Es ist eine Sache, für materielle Bedürftige einen Ausgleich zu schaffen, um grobe Ungerechtigkeiten zu verhindern.

Es ist aber eine ganz andere Sache, für eine Trennung der Schüler nach der 4. Klasse zu sein, um die unterschiedlichen - nicht: besseren oder schlechteren - Begabungen gezielt zu fördern.

Und was die Hilfe für schwächere Schüler betrifft:

Nachhilfeunterricht ist an keine Schulform gebunden, und es ist die Aufgabe jedes Lehrers in jeder Schulform, dafür zu sorgen, daß Schüler mit Lernschwierigkeiten trotzdem mitkommen. Eigenes Beispiel: Ich habe in meiner Gymnasialzeit Nachhilfeunterricht sowohl erteilt (in den Fächern, in denen ich stark war) als auch bekommen (in den Fächern, in denen ich schwach war).

Gruß

Ekki

--
Ich will ficken, ohne zu zeugen oder zu zahlen.
Lustschreie sind mir wichtiger als Babygeplärr.

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