Frauen im Iran
ich habe heute den Stern beim Friseur gelesen (außer Frauenzeitschriften lag da nichts brauchbares rum). Thema Frauen im Iran. Man gewann den Eindruck, als ob nur Frauen mit Steinigungen und Peitschenhieben bestraft werden. Z.B. gab es ein großees Bild mit einer Frau, die wegen Unzucht ausgepeitscht wurde. Im Text stand, die Scharia sagt: Wenn eine Frau unzüchtig ist sollen BEIDE mit 100 Peitschenhieben bestraft werden.
Nun spielt der Stern vor allem gern mit der Macht der Bilder. Ich schlage die Zeitschrift auf und sehe nur gedemütigte Frauen aber keine gedemütigten Männer. In den Köpfen der Läute entseht so das Bild von der unterdrückten iranischen Frau und iranischen Männern, die scheinbar ein glückliches leben führen.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass im Iran nur Frauen gespeitscht und gesteinigt werden. Beispielsweise hatte im Iran ein Mann einer Frau Säure ins Gesicht geschüttet, worauf sie blind wurde. Das Gericht entschied, dass die Frau Rache üben darf und ihm Säure in die Augen werfen darf. Dieses Urteil wurde nach Scharia-Recht gesprochen.
Wie sieht das im Iran nun aus? Wieviele Männer und Frauen werden gesteinigt, gehängt, gefoltert usw. Welche Zwänge gelten für Frauen und welche für Männer? Männer müssen zwar kein Kopftuch tragen, dürfen aber auch nicht rumlaufen wie sie wollen. Auch für sie gibt es eine strenge Kleiderordnung.
Es ist schon bezeichnend, dass alle sich einig sind, was vom Iran, vom Islam usw. zu halten ist, aber gleichzeitig kaum einer etwas über diese Länder weiß. Auch ist es fast schon amüsant, wie irritiert Westeuropäer sind, wenn sie es mit Frauen zu tun haben, die aus freien Stücken auf ihr Recht, Burka oder Kopftuch zu tragen, bestehen. Siehe z.B. die Burka-tragende Frauenbeauftragte der schweizerischen Muslime.
Frauen im Iran
Merke: Opfer haben auschließlich weibliches Geschlecht.
Gruß
Sophie X
Frauen im Iran - Diskriminierungen und Hinrichtungen
Eine kleine Anfrage der Grünen im Bundestag zum Thema "Aktuelle Menschenrechtslage in Iran – Neues Straf- und Familienrecht" http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/097/1609716.pdf
Vorbemerkung der Fragesteller
Die Aufmerksamkeit in der Iranpolitik seitens der internationalen Gemeinschaft liegt weiterhin auf dem iranischen Atomprogramm und den Befürchtungen hinsichtlich einer möglichen militärischen Nutzung. Zugleich gibt die Menschenrechtslage im Iran weiterhin großen Anlass zur Sorge. Allerdings finden auch innerhalb Irans Debatten über Gesetze im Familien- und Strafrecht statt.
Im Bereich des Strafrechts wurden nun Änderungen beschlossen, die jedoch keine Verbesserungen beinhalten. Steinigung bleibt als Strafe für Ehebruch bestehen, obwohl die iranische Justiz die Vollstreckung ausgesetzt hat und religiöse Gelehrte wie Ayatollah Sane'i diese Strafe kritisiert haben. Auch die Hinrichtung von Minderjährigen und von zur Tatzeit Minderjährigen wird in der Vorlage nicht ausgeschlossen, Frauen unterliegen ab 9 Jahren dem Erwachsenenstrafrecht. Im iranischen Familienrecht soll eine Regelung rückgängig gemacht werden, die bei Vielehen die Zustimmung der ersten Frau voraussetzte.
Der Druck gegen Frauenrechtsaktivistinnen in Iran hält an. Entsprechende Internetseiten werden gesperrt, zuletzt wurde die renommierte Zeitschrift Zanan (Frauen) verboten und es wurden weitere Aktivistinnen verhaftet. An den iranischen Universitäten sollen Quoten zu Lasten der Studentinnen eingeführt werden, um den bisherigen hohen Frauenanteil von 51 Prozent an den Universitäten zu senken.
Die Antwort der Bundesregierung:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/099/1609965.pdf
Apropos steinigen: Ebenfalls stellten die Grünen eine kleine Anfrage zum Thema "Hinrichtungswelle in der Islamischen Republik Iran".
Zahl der Hinrichtungen im Iran 2009 Schätzungen zufolge deutlich gestiegen.
http://www.bundestag.de/presse/hib/2010_05/2010_170/03.html
Wenn man nun die Antwort der Bundesregierung öffnet http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/017/1701722.pdf stellt man beim durchlesen fest, das fast nur Männer hingerichtet werden.
Wenn Du Dich für dieses Thema interessierst, dann lohnt sich das lesen der Dokumente.
Gruß - Christine
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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein