Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Intimizit - Die Tötung des Intimpartners (eigentlich ein Buchhinweis und Off-Topic)

Informant, Monday, 12.07.2010, 20:08 (vor 5662 Tagen)

Prof. Dr. med. Volker Faust
Psychosoziale Gesundheit von Angst bis Zwang
http://www.psychosoziale-gesundheit.net/index.html

hat sich mit einem Buch beschäftigt, dass die wohl härteste und übelste Form einer Trennung untersucht. Ich denke, dass dies nicht unbedingt etwas mit der Auslöschung einer Familie zu tun hat, wie wir sie traurigerweise immer wieder in den Nachrichten lesen müssen, kann diesen Aspekt allerdings auch nicht beurteilen. Hier ein paar Ausschnitte aus der Buchbesprechung.

„Entweder Du bleibst bei mir oder ich bring Dich um!“. Das ist die ausdrückliche oder unausgesprochene Drohung, die entweder „befolgt“ wird oder zur Tötung des Intimpartners führen kann. Eine schaurige Konstellation. Denn wie es im Vorwort des informativen Fachbuchs von Professor Dr. Andreas Marneros formuliert wird: Zwei Menschen lieben sich, empfinden Zuneigung füreinander und entscheiden sich für eine gemeinsame Lebensperspektive. Oder sie mögen sich einfach und beschließen, gemeinsam schöne Dinge zu erleben. Und dann, irgendwann, nach vielen Jahren oder auch – in seltenen Fällen – kurz nach der Begegnung, tötet der eine den anderen. Er begeht das schlimmste aller Verbrechen: die Vernichtung menschlichen Lebens. Aber nicht irgendeines Lebens, sondern das Leben des Intimpartners. Welche Abgründe erstrecken sich zwischen der Schönheit der ersten Begegnung und dem apokalyptischen Moment, in dem das Böse den Vorhang der gemeinsamen Bühne schließt....

... Das Fachbuch zeichnet sich durch eine konstruktive Gliederung aus (wie übrigens bei allen Büchern von A. Marneros), die sich wie folgt darstellt: Definitionen und Typologisierungsversuche, Typen und Korrelate von Intimiziden (neu definiert), d. h. Delinquenz im Allgemeinen und Intimizid im Speziellen, Narzissmus und narzisstische Kränkung sowie Eifersucht in prä-intimizidalen Situationen, Rache, Aggression, Feindseligkeit und Impulsivität, Persönlichkeit und Persönlichkeitsstörungen. Danach der Intimizid in etablierten Partnerschaften. Also: Intimizid aus Erschütterung der Selbst-Definition des Täters. Beispiele: durch den asthenischeren, persistent narzisstisch gekränkten oder lebens-bankrotten Intimpartner, durch den malignen Narzissten, durch den sich in seiner Lebensordnung als bedroht erlebenden Intimpartner, als autoprotektive Reaktion, als Emanzipations- und Befreiungsausbruch, in emotional etablierten homosexuellen Beziehungen, als Alternativ-Tötung zum Intimizid. ....

...Wer bisher schon erstaunt bis fassungslos reagiert haben sollte, muss sich aber noch mit weiteren Aspekten beschäftigen, will er dieses tragische Phänomen (halbwegs) begreifen: Dazu gehört die Geschlechts-Spezifität des Intimizids. Beispiele: Gewalt von Frauen gegen Männer (denn auch das gibt es), die Rolle des Stalkings (mit Typologien und spezifischen Merkmalen, insbesondere auch in häuslicher Gewalt).

Quelle: http://www.psychosoziale-gesundheit.net/bb/BB_%28Intimizid%29.html


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