Welt.de: "Für Kristina Schröder sind Jungen die Sorgenkinder"
jens_, Monday, 12.07.2010, 18:37 (vor 5662 Tagen)
Die Familienministerin setzt sich für eine bessere Förderung von Jungen ein. Dafür empfiehlt sie getrennten Unterricht von Mädchen.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will die Jungen stärker fördern. Sie seien heute die "Sorgenkinder", sagte Schröder dem Hamburger Männermagazin "Men's Health". "Die Zeit ist reif für eine neue Jungenpolitik." Konkret sollen männliche Arbeitslose gezielt zu Erziehern umgeschult werden, damit in den Kindertagesstätten (Kitas) mehr Männer arbeiten. Außerdem müsse der Erzieherberuf durch Fachhochschul-Abschlüsse und Aufstiegschancen attraktiver für Männer werden.
Insgesamt zwar richtig, ich glaube aber nicht, dass sie das durchsetzen kann - zu gross ist der Widerstand radikaler Emanzen.
Welt.de: "Für Kristina Schröder sind Jungen die Sorgenkinder"
Eugen, Monday, 12.07.2010, 19:45 (vor 5662 Tagen) @ jens_
Die Familienministerin setzt sich für eine bessere Förderung von Jungen
ein. Dafür empfiehlt sie getrennten Unterricht von Mädchen.Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will die Jungen stärker
fördern. Sie seien heute die "Sorgenkinder", sagte Schröder dem Hamburger
Männermagazin "Men's Health". "Die Zeit ist reif für eine neue
Jungenpolitik."
Bis dahin klingt es nicht schlecht. Aber ab hier wird es etwas krude:
Konkret sollen männliche Arbeitslose gezielt zu Erziehern
umgeschult werden, damit in den Kindertagesstätten (Kitas) mehr Männer
arbeiten.
Ich schlage mal frei nach Schröder vor, männliche Arbeitslose im Schnellkurs zu Kraftwerksingenieuren oder Herzchirurgen umzuschulen, oder warum nicht auch zu Ministern.
Aber das Prinzip ist ja schon lange klar: Frauen werden in Vorzugpositionen der Wirtschaft hineinbefördert - da kann man dann natürlich die rausgeförderten Männer in die Lücken stopfen, getreu dem Motto: Neue Wege für Jungs ... ans Bügelbrett!
Außerdem müsse der Erzieherberuf durch Fachhochschul-Abschlüsse
und Aufstiegschancen attraktiver für Männer werden.
Ein eleganter Vorwand, die Bedingungen für die weit in der Überzahl arbeitenden Erzieherinnen zu verbessern ... nicht, dass ich etwas dagegen hätte, dass sie anständig bezahlt werden, aber es ist m.E. nicht unbedingt die Bezahlung, die Männer vom Erzieherberuf fern hält.
Einspruch: Naja, man kann das aber auch positiv sehen
Leser_nicht_eingeloggt, Monday, 12.07.2010, 20:23 (vor 5662 Tagen) @ Eugen
Hallo Eugen,
Bis dahin klingt es nicht schlecht. Aber ab hier wird es etwas krude:
Was ist daran schlimm? Ich bin generell auch eher Gegner dieses "Neue Wege für Jungs" aber die Korrelation damit erschließt sich mir aus dem Kontext des Schröderschen Ansatzes nicht.
Zum einen ist es positiv zu sehen, dass der Fehlentwicklung einer "Quote" von weit über 90 Prozent in diesem frauendominierten Bereich entgegengetreten werden soll - zum anderen geht es nur über Männer, die dann auch anwesend und erlebbar für Kinder sind, wie denn sonst.
Und Arbeitslose, die in unserer heutigen Gesellschaft und Arbeitswelt nicht mehr leicht zu vermitteln sind, aus welchen Gründen (Alter, Ausbildung, ...) umzuschulen und für einen frauendominierten Bereich mit allen Folgeerscheinungen fit zu machen, sehe ich erstmal pragmatisch und finde den Ansatz gut. Ausserdem gibt sie den Menschen eine Perspektive.
Aber das Prinzip ist ja schon lange klar: Frauen werden in
Vorzugpositionen der Wirtschaft hineinbefördert - da kann man dann
natürlich die rausgeförderten Männer in die Lücken stopfen, getreu dem
Motto: Neue Wege für Jungs ... ans Bügelbrett!
Wie gesagt, das verbindet uns definitiv, ist aber im Zusammenhang mit oben genannten eine andere Baustelle.
Allerdings sehe ich auch, das der Grund für viele nicht vorhandene "Erzieher" bei den ganzen "-Inninen" auch einen komplexen Hintergrund von Mobbing über Vorurteile etc cetara hat.
Meine Meinung 
Leser
Einspruch: Naja, man kann das aber auch positiv sehen
Eugen, Monday, 12.07.2010, 22:52 (vor 5662 Tagen) @ Leser_nicht_eingeloggt
Was ist daran schlimm? Ich bin generell auch eher Gegner dieses "Neue Wege
für Jungs" aber die Korrelation damit erschließt sich mir aus dem Kontext
des Schröderschen Ansatzes nicht.
Konkret geht es mir darum, dass man nicht so tun soll, als ob das einen anständigen Erzieher abgibt, wenn man Arbeitslose umschult, d.h. dass man die Arbeitslosen als so eine Art verfügbare Universal-Reserve ansieht. Das klingt für mich so, als könnte man da ebensogut Kriegsversehrte, Behinderte oder entlassene Strafgefangene hinschicken und mit einer Umschulung würden die das dann schon hinkriegen. Das ist eine ziemliche Herabsetzung des Erzieherberufes.
Mir wäre es lieber, wenn man auf unsere Kinder Leute losließe, die das gerne machen, die dafür motiviert sind, und die das auch in einer vollumfänglichen Ausbildung gelernt haben, und die vielleicht noch nicht durch das Scheitern in einer beruflichen Karriere deformiert sind.
Gruß, Eugen
Einspruch: Naja, man kann das aber auch positiv sehen
Leser, Monday, 12.07.2010, 23:06 (vor 5662 Tagen) @ Eugen
Hallo Eugen,
Mir wäre es lieber, wenn man auf unsere Kinder Leute losließe, die das
gerne machen, die dafür motiviert sind, und die das auch in einer
vollumfänglichen Ausbildung gelernt haben, und die vielleicht noch nicht
durch das Scheitern in einer beruflichen Karriere deformiert sind.
danke für die Klarstellung. Ich kann deiner Argumentation folgen und so gesehen hast du absolut recht! Insofern bin ich froh, dass du diese Argumentate klar darstellst und auch den Hintergrund dazu.
Gruß, Eugen
Einen ebensolchen zurück
Leser (Sorry, es gibt Gründe für die Anonymität)
Einspruch: Naja, man kann das aber auch positiv sehen
Prometheus, Luxemburg, Monday, 12.07.2010, 23:11 (vor 5662 Tagen) @ Eugen
Konkret geht es mir darum, dass man nicht so tun soll, als ob das einen
anständigen Erzieher abgibt, wenn man Arbeitslose umschult, d.h. dass man
die Arbeitslosen als so eine Art verfügbare Universal-Reserve ansieht. Das
klingt für mich so, als könnte man da ebensogut Kriegsversehrte, Behinderte
oder entlassene Strafgefangene hinschicken und mit einer Umschulung würden
die das dann schon hinkriegen. Das ist eine ziemliche Herabsetzung des
Erzieherberufes.
Es ist halt eine Frage der Selektion. Es eignet sich natürlich nicht jeder zum Erzieher, aber wenn man aus dem riesigen Pool an Arbeitslosen auch nur ein Prozent der Menschen als geeignet einstuft, dann gibt das schon eine ordentlich Wagenladung Erzieher.
Zusammenfassung
M, Monday, 12.07.2010, 22:47 (vor 5662 Tagen) @ jens_
Die Frau hat keine Kinder.
Sie fordert die Frauenquote in Unternehmen.
Sie will mehr Männer in Erzieherberufe.
Zusammenfassung
Krischan, Thursday, 15.07.2010, 12:49 (vor 5660 Tagen) @ M
Die Frau hat keine Kinder.
Sie fordert die Frauenquote in Unternehmen.
Sie will mehr Männer in Erzieherberufe.
Richtig. Hinzu kommt: Auch in attraktiven Branchen, wie z.B. im Personalwesen oder bei Innenarchitektur (ist aber i.d.R. freiberufllich) gibt es einen hohen Frauenüberhang. Da verlangt sie nicht nach mehr Männern. Noch Fragen? Meinerseits nicht.