Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Haiti: 6 Monate nach dem Erdbeben

Goofos @, Monday, 12.07.2010, 05:18 (vor 5663 Tagen)

Nicht einmal die "beiden angesehenen Helfer von Caritas International" können überzeugen:

Der mangelnde Respekt einiger Europäer gefährdet die beeindruckende Leistung, die Helfer aus allen Teilen der Welt in Haiti vollbringen. „Die Zusammenarbeit unter den verschiedenen NGOs läuft sehr gut“, sagt Caritas-Helfer Mbom. Das war bei vergangenen Katastrophen dieser Größenordnung nicht immer der Fall. Dabei kann man den größten Erfolg, den die Hilfskräfte im ersten halben Jahr nach dem Beben verbuchen konnten, gar nicht sehen. „Es sind keine Seuchen ausgebrochen – das ist angesichts der Größe dieser Katastrophe wirklich bemerkenswert“, sagt Mbom.

Die NGOs, mit Freibrief der UN, können da natürlich fröhlich ihr Experiment mit Gender-Perspektive durch führen. Wenigstens ein Erfolg für den sich die NGOs gegenseitig auf die Schulter klopfen dürfen. So nebenbei kann man sich auch gleich noch auf die eignen Fahnen schreiben, dass es zu keiner Seuche gekommen ist. Die Presse hört das ja schließlich gerne. Erstaunlich, dass der Unmut über die völlig selbstlosen und uneigennützigen Helfern, die auch mal gerne ihre dicken Logos auf ganze Häuserwände kleben, bei den Haitianern irgendwie immer weiter zunimmt. Zumindest bei den meisten NGOs, die Caritas klammert der Schreiber Tobias Schäfer, der sonst auch hin und wieder, mal auch etwas unoffensichtlicher seine Beziehung zur Caritas pflegt, etwas aus.

Viele Haitianer sind irritiert ob der Unverfrorenheit, mit der die Gäste aus dem Rest der Welt über die Insel herfallen. Kameramänner haben in den ersten Wochen nach dem Beben schon einmal in bar bezahlt, um Bilder für eine Plünderung exklusiv zu erhalten. „Ich kann einfach nicht glauben, dass in diesem riesigen Chaos immer genau dann die TV-Teams auftauchen, wenn gerade eine Hilfslieferung überfallen wird. Das kann kein Zufall sein“, sagt Kellner François Bernard skeptisch.

Ich denke kurz nach dem Erdbeben und zu Beginn der Hilflieferungen war es vorhersehbar wann und wo es zu Überfällen kommt. Schließlich waren die Überfälle simpel gesehen provoziert. Mit ein bischen gesundem Menschenverstand kapiert auch ein TV-Team, dass es dort sein muss wo die meisten Soldaten mit Maschinengewehren kategorisch und vehement viele Männer abweisen und die Hilfslieferungen nur an Frauen verteilen. Man darf sich wohl fragen wer davon am meisten profitiert hat, die Presse für solche Bilder oder die NGOs die ihr bestmögliche in dieser schlimmen Lage getan haben?

Letzlich frage ich mich dann auch ob es Zufall ist, dass ein Fotograf genau dann zur Stelle ist wenn wahrscheinlich am einzigsten Ort in ganz Haiti Frauen Steine schleppen? (Wie man in der Fotoserie sehen kann.)

http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article8413798/Das-ignorante-Auftreten-der-Weissen-veraergert-Haiti.html

Geht es Haiti mit der Frauenbevorzugung jetzt besser?

Mus Lim ⌂, Monday, 12.07.2010, 07:09 (vor 5663 Tagen) @ Goofos

Ich bin davon überzeugt:

Männer arbeiten,
Frauen profitieren davon.

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