Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Deutscher Werberat

IS, Sunday, 11.07.2010, 23:36 (vor 5663 Tagen) @ Leser_nicht_eingeloggt

Dieser Einzelfall ist auch interessant, vor allem die Begründung:

Frauendiskriminierung
Gaststättengewerbe

Der Fernsehwerbespot für ein Schnellrestaurant zeigte eine Szene aus einem Lehrerzimmer, in dem der Referendar mehrere Kollegen zunächst beleidigt und schließlich einer Frau einen Klaps auf das Gesäß gibt.

Die Beschwerdeführer kritisierten, dass das, was oberflächlich lustig erscheinen möge, unterschwellig die Botschaft transportiere, dass sexuelle Belästigung wie beispielsweise der Klaps auf den Po einer Frau "in Ordnung" sei. Unterstützt werde dieser Eindruck durch den aus dem Hintergrund gesprochenen Slogan: "Damit kann man sich alles leisten".

Nach Intervention durch den Werberat erklärte sich das werbende Unternehmen bereit, den Spot nicht mehr zu schalten.

Hier wird es eigentlich deutlich gesagt: Der Werberat interveniert nicht nur bei Regelverstößen, die dem Zuschauer um die Ohren gehauen werden, sondern auch schon bei unterschwelligen Botschaften, liest also auch zwischen den Zeilen, wogegen ja erstmal gar nichts einzuwenden wäre. Leider tut er dies offenbar nur, wenn Frauen betroffen sind. Bei Spots wie dem von Otto (eine Frau schlägt einen Mann ohne Grund mit einem Katalog nieder) oder dem von Braun (zwei Leder-Machas fesseln und entführen einen Mann, weil sie ihren Spaß mit ihm haben wollen) findet der Werberat keine unterschwelligen Botschaften. Kein Grund zur Intervention. Gewalt oder Belästigung ist für den Werberat offenbar kein Problem, wenn sie von Frauen ausgeht. Einfach einer dieser vielen Doppelstandards, die inzwischen so normal geworden sind.


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