Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Lebensschützer - wieder mal!

Ekki, Sunday, 04.07.2010, 12:42 (vor 5670 Tagen)

Hallo allerseits!

In den letzten Tagen wurde im Radio mehrfach über Schwierigkeiten beim geplanten Verkauf eines Krankenhauses in dem Eifelstädtchen Simmerath berichtet.

Die von etlichen hier geschätzte Internet-Seite kath.net berichtete darüber:

http://www.kath.net/detail.php?id=27263

Zitat aus dem Artikel:

Die Kirche dränge auch darauf, dass keine schwangerschaftsverhütenden Spiralen eingesetzt und keine «Pille danach> verabreicht werden. Beide Mittel wirkten wie eine Abtreibung.

Also, wir hatten hier ja verschiedentlich Vertreter der „Abtreibung-ist-Mord“-Fraktion, die für sich in Anspruch nahmen, zwar gegen Abtreibung, aber nicht gegen künstliche Verhütung zu sein.

Wenn diese Leute es ehrlich meinen, dürften sie sich eigentlich nicht innerhalb der katholischen Kirche gemein machen mit Leuten wie kath.net, sondern müßte diese vielmehr auch außerhalb der katholischen Kirche öffentlich bekämpfen.

Ansonsten gilt:

Das Muster, einerseits bestimmte radikale Positionen abzulehnen, sich aber andererseits nicht eindeutig von diesen Leuten fernzuhalten bzw. sie aus den eigenen Reihen auszuschließen, die diese radikalen Positionen vertreten, kommt immer wieder vor.:

- Gewaltdebatte bei den Grünen vor deren Regierungsübernahme

- Debatte über das Verhältnis zur DDR und zur Demokratie innerhalb der PDS/Linken

- Verhältnis zu Gewalt und Demokratie bei sogenannten Deutschnationalen, die dem braunen Mob gerne einen intellektuellen Anstrich gegen würden.

Gruß

Ekki

--
Ich will ficken, ohne zu zeugen oder zu zahlen.
Lustschreie sind mir wichtiger als Babygeplärr.

Lebensschützer - wieder mal!

IM Rosenbaum, Sunday, 04.07.2010, 16:50 (vor 5670 Tagen) @ Ekki

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Manches, was politische Schnittmenge ist, entzieht sich einer ethischen Konsequenz. Auch wenn das manchen im Glauben an das Gute im Menschen enttäuscht, wird so nun mal Politik gemacht. Das Gegenteil davon ist bekannt. Eine Gruppierung, die sich zersplittert, weil jeder auf seinem Standpunkt beharrt. Hier gibt es schließlich auch genug Leute, die daran glauben, man könnte mit den Linken die Diskriminierung von Männern bekämpfen. Und deren Kindeskinder werden auch noch darauf hoffen. Werch ein Illtum!

Vielleicht passt es ihnen gerade so, wie es jetzt ist..

Beelzebub, Sunday, 04.07.2010, 16:57 (vor 5670 Tagen) @ Ekki

...denn wenigstens eine Abtreibungsklinik muss bleiben - für Frauen, die von katholischen Pfaffen geschwängert wurden.

Beelzebub

antiklerikal wie immer

--
"Ihre Meinung ist widerlich. Aber ich werde, wenn es sein muß, bis zum letzten Atemzug dafür kämpfen, dass Sie sie frei und offen sagen dürfen." (Voltaire)

Ich denke, also bin ich kein Christ. (K. Deschner)

Vielleicht passt es ihnen gerade so, wie es jetzt ist..

Gast_bb, Sunday, 04.07.2010, 17:09 (vor 5670 Tagen) @ Beelzebub

Würdest du eigentlich, wenn du das gynekologische Know-how hättest, so eine Abtreibung selbst durchführen?

Lebensschützer - wieder mal!

Manifold ⌂, Sunday, 04.07.2010, 20:41 (vor 5670 Tagen) @ Ekki
bearbeitet von Manifold, Sunday, 04.07.2010, 20:47

Abtreibung ist nicht nur Mord, sondern auch äusserst fahrlässig wenn man sich das drohende Scheitern von Integrationsprozessen, der kompletten Multikulti-Gesellschaft und unseres Sozialstaates mit dem gesamten Rentensystem vor Augen führt.

Aber überzeugte Egozentriker/innen können das natürlich mit einem Wimpernschlag ignorieren.

Dies widerspiegelt sich auch schön in der Tatsache, dass frau (und ihre Supporter) sich und anderen gerne weibliche Tötungsprivilegien zugesteht, selber aber gottfroh ist, nicht als Fötus abgetrieben worden zu sein.

Wusstest du, dass die häufigste Todesursache in Europa nicht Krebs oder Herzkreislauferkrankungen ist, sondern Abtreibung?

Wusstest du, dass jedes Jahr in ganz Europa mindestens 1.2 Millionen Föten abgetrieben werden? Schon mal gefragt, wer die Renten jüngerer Generationen hätte finanzieren sollen? Genau, die Opfer einer fahrlässigen Einstellung bezüglich menschlichem Leben.

Verhütung soll beibehalten bleiben, damit eine vernünftige Familienplanung stattfinden kann, aber weibliche Tötungsprivilegien sind in diesem Ausmass und in Kenntnis aller damit zusammenhängenden Fakten einfach nur noch pervers.

Aber ein Verbot wäre ohne einen grundlegenden Wertewandel in ganz Europa nicht unbedingt effektiv (Abtreibungstourismus).

Ich habe kein Patentrezept für die Lösung unserer Probleme. Aber ich zweifle mehr und mehr daran, dass die Existenz weiblicher Tötungsprivilegien in diesem Ausmass ein Bestandteil irgendeiner längerfristigen (!) Lösung sein kann.

Nenne mich radikal, stockkonservativ, asozial, frauenfeindlich, fundamentalistisch, widersprüchlich und so weiter. Aber so etwas kann ich nicht mehr länger unterstützen.

--
"Zur Durchführung seines Zieles erachtet der Maskulismus [...] als aufrichtig und sinnvoll: [...] das ursprüngliche Anliegen einer wirklichen Gleichberechtigung beider Geschlechter." - Michail A. Savvakis

Lebensschützer - wieder mal!

Ekki, Sunday, 04.07.2010, 21:44 (vor 5670 Tagen) @ Manifold

Hallo Manifold!

Nenne mich radikal, stockkonservativ, asozial, frauenfeindlich,
fundamentalistisch, widersprüchlich und so weiter. Aber so etwas kann ich
nicht mehr länger unterstützen.

Ich habe weniger ein Problem mit den Positionen, die Du und Deine Gesinnungsgenossen vertreten.

Ich habe ein viel größeres Problem mit denjenigen Männern, die glauben, ihre Sexualpartnerinnen würden schon effektiv verhüten - und dann in die größten Kalamitäten kommen.

Und manchmal frage ich mich, ob nicht unter den radikalen Abtreitungsgegnern etliche sind, die durch ihre Haltung einfach "überkompensieren":

Gegen ihren Willen zum Vater gefickt, müssen sie sich jetzt einreden, daß ihre Kinder ihr höchstes Glück seien - obwohl, nein: weil sie genau wissen, daß es ihnen "damals" am liebsten gewesen wäre, ihre Sexualpartnerin hätte abgetrieben oder sich mit dem Blag allein vergnügt.

Und da sind sie natürlich neidisch auf die folgenlosen Sexualakte anderer.

Das liefe dann nach dem (uneingestandenen) Motto "Warum soll's anderen besser gehen als mir?"

Wie gesagt - hypothetisch und nicht überprüfbar, geschweige denn quantifizierbar.

Aber wenn man sich anguckt und anhört, wie die Männer fremdgehen und wie sie in Abwesenheit von Frauen über Sexualität reden, dann erscheint es einem wenig wahrscheinlich, daß die Ansichten der Lebensschützer mehrheitsfähig sind.

Und um zum Anfang zurückzukommen:

Zwar bekämpfe ich Ansichten, die nicht die meinen sind.

Aber mir ist ein aufrichtiger Gegner allemal lieber als ein Naivling oder ein doppelzüngiger Mensch.

Gruß

Ekki

--
Ich will ficken, ohne zu zeugen oder zu zahlen.
Lustschreie sind mir wichtiger als Babygeplärr.

Lebensschützer - wieder mal!

Halbgott in Weiß, Monday, 05.07.2010, 01:55 (vor 5670 Tagen) @ Ekki

Ich erfreche mich, für Schwangerschaftsabbruch zu sein, unter genau definierten Bedingungen, besonders wichtig aber VOR der 12.SSW. Noch bis kurz vorm Geburtstermin ist natürlich als abartig zu verwerfen. Ein Embryo dürfte deutlich weniger Empfinden haben als ein ungewolltes, ungeliebtes Kind. Wobei die hochwohllöbliche Obrigkeit, wenn sie schon Steuern erpreßt, dafür zu sorgen hätte, daß es Ausnahme bleibt, und nicht mit völliger Wurstigkeit begangen wird, wie in der Tat heutzutage.
Die zweitbeste Lösung wäre die irische, ist ist klipp und klar verboten, und obendrein nach Volksentscheid mit eindeutigem Ergebnis. Man weiß, woran man ist. Aber dieser vermanschte Gummiparagraph hierzulande...
Asklepios sei Dank, bin ich nicht Gynäkophage, äh, ...loge.

Lebensschützer - wieder mal!

Prometheus, Luxemburg, Monday, 05.07.2010, 20:00 (vor 5669 Tagen) @ Ekki

Und da sind sie natürlich neidisch auf die folgenlosen Sexualakte
anderer.

Also, ich bin nur sehr begrenzt neidisch auf bedeutungslose Sexualkontakte irgendwelcher anderer. Aber dass ich in der jetzigen Situation keine Familie mit Kindern gründen kann, das wurmt mich gewaltig.

Der Sexualtrieb ist für die Natur nur ein Mittel zum Zweck. Das Ziel ist Fortpflanzung.

Dann muss man noch bedenken, dass diese anderen ihre folgenlosen Sexualkontakte oft mit großem Aufwand erkämpft haben. Ich habe keine Lust, Männchen zu machen und mich zu verbiegen, nur um am Ende des Tages meine Gene nicht weiterzugeben. Die großen Kosten der sexuellen Werbung sind vor dem Hintergrund des fehlenden Preises (der Fortpflanzung) irrational.

Lebensschützer - wieder mal!

Prometheus, Luxemburg, Monday, 05.07.2010, 20:12 (vor 5669 Tagen) @ Manifold

Aber ein Verbot wäre ohne einen grundlegenden Wertewandel in ganz
Europa nicht unbedingt effektiv (Abtreibungstourismus).

Also, ich denke, ein Verbot würde schon etwas bringen. Die Abtreibungsbefürworter haben vor der Legalisierung oft argumentiert, dass das Verbot sowieso wirkungslos sei, deshalb könnte man es auch aufheben. Tatsächlich sind die Abtreibungszahlen nach der Legalisierung aber stark gestiegen, in den USA zum Beispiel von 100.000 auf 1.600.000 jährlich, also eine Versechzehnfachung. Das Verbot hat also 1,5 Millionen Leben pro Jahr gerettet.

Würde die Abtreibung verboten, und mit den gleichen Gefängnisstraffen wie die anderen Formen von Mord belegt, dann würde das ein deutliches Zeichen setzen. Schon alleine das würde den Wertewandel anstoßen, da Abtreiberinnen ein Kapitalverbrechen begehen würden.

Sehr gut auf den Punkt gebracht! (KT)

Tut nichts zur Sache, Monday, 05.07.2010, 20:36 (vor 5669 Tagen) @ Prometheus

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