Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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freiewelt: "Finanzkrise stoppt Gender"

jens_, Saturday, 26.06.2010, 15:02 (vor 5678 Tagen)

(im politik.de-Forum entdeckt)

Ministerin Schröder stellt die Finanzierung des Genderkompetenzzentrums ab 01.07.10 ein. Eine mittlere Sensation! Es geht noch weiter: Die Finanzierung der Geschäftsstelle der Bundesgleichstellungskonferenz wackelt, die Ikone des Feminismus Alice Schwarzer will den Frauentag abschaffen usw., usw.

Was ist los mit dem Feminismus in Deutschland? Das Gender Kompetenzzentrum war mit seinen Hohepriesterinnen ein Symbol für die staatlich verordnete Gleichstellungsideologie (vormals: Gender Mainstreaming). Einen solchen Tempel zu schließen, ist mutig und deutet zumindest auf eine Richtungsänderung durch die "neue" Frauenministerin hin - weg von den Mantras der Frauenlobby. Das ist begrüßenswert! Der Arbeitskreis Sozialdemokratischer Frauen geht dann auch zum offenen Angriff über (Sprecherin Elke Ferner am 4.6.2010), da die Ministerin - wieder sehr mutig - zudem die Quotenregel für Aufsichtsräte verwässern will. In das gleiche Horn stößt neuerdings auch Ministerin Leutheuser - Schnarrenberger und die zuständige EU Kommissarin Reding. Ein Rückzieher nach dem Anderen... Die Erfahrung zeigt: Wenn Ideologien überziehen, baut sich eine Gegenideologie auf.

http://anonym.to?http://www.freiewelt.net/blog-2015/finanzkrise-stoppt-gender.html

Um es mit Goethe zu sagen: Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. ;)

freiewelt: "Finanzkrise stoppt Gender"

Cardillac, Saturday, 26.06.2010, 16:11 (vor 5678 Tagen) @ jens_

Ein Wirtschaftsvertreter verkündete neulich: „Eine richtige Wirtschaftskrise – und der ganze Genderspuk ist vorbei!“ Sollte Genderpolitik etwa nur ein Phänomen einer Wohlstandsgesellschaft sein….?

es wäre eine schlimme Sache, wenn der Genderismus aufgrund einer Wirtschaftskrise gewissermaßen negativ beseitigt, statt durch Bewusstwerdung der Bevölkerung positiv überwunden würde. Wenn er wegen Nichtfinanzierbarkeit verschwindet, wäre die Gesellschaft hinterher auch nicht klüger geworden. Es ist ein Eingeständnis der Schwäche, wenn man hofft, den Genderismus auf kaltem Wege loszuwerden, statt ihn argumentativ und politisch nieder zu ringen. Zumal er sich nicht allein verabschieden würde: Mit ihm ginge die Rente, die öffentliche Infrastruktur, die Bildung, die Kunst und alles das, was wir unter Sozialstaat verstehen. Und in einer verarmenden und sich entzivilisierenden Gesellschaft werden die Braunen und die Klerikalen die Nutznießer sein. Nein, in dieser trüben Suppe möchte ich den Sieg über Gender nicht genießen.

Trotzdem steckt natürlich auch was Wahres in der Behauptung, die Genderpolitik wäre ein Hobby der Wohlstandsgesellschaft. Die Hochblüte der neuen Frauen- und Genderpolitik fällt mit der Entfesselung der Finanzmärkte und der Loslösung der Volkswirtschaften von der produktiven wertschaffenden Güterproduktion zusammen. Verfügung über Geld und Generierung von Einkommen hatte nichts mehr mit Erzeugung von Gebrauchsgegenständen zu tun, sondern wurde durch juristische Konstruktionen und finanziellen Transaktionen ersetzt. In dieser kasinokapitalistischen Atmosphäre wurde alles virtuell, berufliches Können galt nichts, Identität galt alles. Die Konstruktion von Ansprüchen auf Transfergelder ersetzte das, was altmodische Leute unter ehrlicher Arbeit verstanden und wurde zum identitär und kulturell unterfütterten Beutezug einer Schickeria, deren überheblicher Weltgestaltungswille sich in Frauenvergötterung und Gendergeschwurbel verwirklichte. Der Finanzcrash lässt jetzt langsam die Luft aus dem Heißluftballon. Wir sollten uns jetzt schon gut überlegen, wo wir landen wollen, sonst werden nur eklige Spieler durch andere eklige Spieler ersetzt.

freiewelt: "Finanzkrise stoppt Gender"

Oberkellner, Saturday, 26.06.2010, 18:22 (vor 5678 Tagen) @ Cardillac

Die Eingangsfrage soll wohl ein Witz sein?! Feminismus ist ein Dekadenzphänomen, das wurde in diesem und in artverwandten Foren schon oft genug erörtert. Auch wurde festgestellt, daß nur dann, wenn die Finanzmittel fehlen, dem Wahnsinn wirklich beizukommen ist. Es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang, die Reaktion erfolgt schnell. Der Frauenförderirrsinn muss zumdindest heruntergefahren werden.

Argumentativ dagegen dauert es sehr lange, denn: die Lüge reitet, die Wahrheit schreitet. Argumentative Entkräftung hätte allerdings den Vorteil der Nachhaltigkeit.

--
Die ultimative Dienstleistungsoffensive des Antifeminismus

freiewelt: "Finanzkrise stoppt Gender"

EinGast, Saturday, 26.06.2010, 19:30 (vor 5678 Tagen) @ Cardillac

Die Finanzkrise löst nicht das Problem, sie IST das Problem. Viel Gutes geht durch die Finanz- und Wirtschaftskrise zugrunde. Entweder Gender ist Gut oder Schlecht. Die Finanzkrise sagt nur etwas über die Finanzierbarkeit aus.

So ist es in Krisenzeiten immer so, daß der Stärkere überlebt. Der Stärkere muss aber nicht - und in den seltensten Fällen ist er es! - der Bessere (oder das Bessere) sein. Männer sind nie die Stärkeren - sie werden als erstes wieder ausgebeutet und sind die ersten Opfer der Finanzkrise. Frauen haben die Möglichkeit, in ihren alten Schonraum zu flüchten. Daher wäre das Ende von Gender der Beginn einer neuen Stärke der Frauenbegünstigung und -verwöhnung.

Besser wäre es, daß Gender sich wirklich als Schlecht erweist und nicht nur als schlecht finanzierbar. Den so wird es unter "das Gute" gezählt, welches in der Finanzkrise eben hinanstehen mußte.

Der Traum vieler Konservativer, daß draußen vor der Tür wieder die Dinosaurier toben und ein huldvolles Weibchen den starken Mann um Hilfe anfleht, den sollte man sich wirklich getrost in den Popo schieben.

Wer hats erfunden?

IM Rosenbaum, Saturday, 26.06.2010, 20:12 (vor 5678 Tagen) @ Cardillac

Ein Wirtschaftsvertreter verkündete neulich: „Eine richtige
Wirtschaftskrise – und der ganze Genderspuk ist vorbei!“ Sollte
Genderpolitik etwa nur ein Phänomen einer Wohlstandsgesellschaft
sein….?

Moment, moment. Wer hat das gesagt? Ein Zitat, was man nicht zitieren kann, weil die Quelle fehlt, ist nichts wert.

Wer hats erfunden?

Cardillac, Saturday, 26.06.2010, 20:20 (vor 5678 Tagen) @ IM Rosenbaum

Ein Wirtschaftsvertreter verkündete neulich: „Eine richtige
Wirtschaftskrise – und der ganze Genderspuk ist vorbei!“ Sollte
Genderpolitik etwa nur ein Phänomen einer Wohlstandsgesellschaft
sein….?


Moment, moment. Wer hat das gesagt? Ein Zitat, was man nicht zitieren
kann, weil die Quelle fehlt, ist nichts wert.

es stammt aus dem freiwelt-Artikel von Kuhla, wortwörtlich.
Link über Eingangsbeitrag.

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