Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Islamismus - Rückschlag für die Emanzipation?

Garfield, Thursday, 24.06.2010, 16:56 (vor 5679 Tagen) @ Marcel

Hallo Marcel!

Der größte Rückschlag für die Emanzipation entsteht durch die diversen Extrawürstchen für Frauen.

Es gab dazu mal eine interessante Studie des OECD. Da wurde das Bildungssystem von verschiedenen Ländern unter die Lupe genommen, um herauszufinden, ob es Zusammenhänge zwischen dem Frauenanteil in technischen und wissenschaftlichen Berufen und dem Schulsystem gibt.

Letztendlich stellte sich dabei heraus, daß der Frauenanteil in solchen technischen oder wissenschaftlichen Berufsfeldern dort am größten ist, wo das Schulsystem den Mädchen die wenigstens Extrawürste bietet. Wo es eben so ist, daß Mädchen wie Jungen exakt nach denselben Lehrplänen unterrichtet werden. In diese Kategorie fielen u.a. diverse islamische Länder.

In Ländern, wo das Schulsystem den Schülern mehr Wahlfreiheit läßt, ist es offensichtlich so, daß viele Mädchen das nutzen, um allem, was mit Mathematik, Technik und Naturwissenschaften zu tun hat, möglichst weit aus dem Weg zu gehen. Woraus dann ein eher niedriger Frauenanteil in entsprechenden Berufen resultiert. Das traf auf viele westliche Länder zu, auch auf Deutschland.

Je mehr eine Gesellschaft also feminisiert wird, umso bequemer und unemanzipierter werden die Frauen. Feminismus ändert daran nichts, sondern fördert das noch, wenngleich manche Feministinnen das durchaus erkennen. Aber soweit, den Unsinn des Feminismus öffentlich einzugestehen, wollen auch sie dann doch nicht gehen.

Die Frage wäre also eher, ob der Islam die Feminisierung der Gesellschaft stoppen kann.

Ich denke, daß der gemäßigte Islam darauf genauso wenig Einfluß haben wird wie das Christentum. Allenfalls der radikale Islam kann da etwas bewirken. Ich befürchte aber, daß sich das dann genau entgegen gesetzt auswirken wird:

Im radikalislamischen (und teilweise selbst in gemäßigt islamischen) Ländern werden Frauen nämlich auch diverse Extrawürstchen gebraten. Oft ist es da laut Gesetz so, daß Frauen immer irgendeinen Ernährer zugewiesen bekommen - den Ehemann, den Vater, sonstige männliche Verwandte oder notfalls den Staat. Die Männer dürfen das erarbeiten. Dafür sind sie offiziell die Familienoberhäupter. Wie das dann aber real in der Praxis aussieht, wo oft eher die Mutter oder Schwiegermutter den Ton angibt, sei mal dahin gestellt...

Wenn ich mir die Zustände in islamischen Ländern ansehe, dann hab ich jedenfalls nicht das Gefühl, daß es da das gelobte Land für Männer gibt. Zwar können reiche Männer offiziell mehrere Ehefrauen haben. Arme Männer dagegen können sich teilweise gar keine Ehefrau leisten. Und wenn sie doch eine Braut in Aussicht haben, dann müssen sie sich extrem abstrampeln, um bis zur Heirat genügend Geld zusammen zu kriegen. Da ist dann oft keine Zeit für eine längere Ausbildung oder gar für ein Studium. Weshalb an iranischen Universitäten der Frauenanteil schon lange sehr hoch ist.

Nein, auch der radikale Islam wird uns nicht vor dem Feminismus retten. Der Feminismus wird sich auch damit gut arrangieren und einfach in neuer Form weiter existieren.

Freundliche Grüße
von Garfield


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