Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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No future

Cardillac, Tuesday, 22.06.2010, 19:04 (vor 5681 Tagen) @ Marlow

Manche Männer wie der Soziologe Amendt beklagen bitter den Sieg des
Feminismus, der auch zu einer Feminisierung der Ausbildung geführt

habe.

Sieg des Feminismus? Ich dachte immer, die fühlen sich weiterhin
benachteiligt. Können die sich mal entscheiden?


Sieg des Feminismus? Ich dachte immer, die fühlen sich weiterhin
benachteiligt. Können die sich mal entscheiden?

Wenn die gesellschaftlichen Strukturen über längere Zeit so bleiben wie sie jetzt sind, werden Frauen mit Sicherheit die Männer in die Unterschicht abdrängen. Diese Voraussetzung ändert sich aber gerade, denn wir wissen nicht, auf welchen Zustand die jetzigen Krisenprozesse sich hinbewegen. Insofern bleibt diese Prognose zweifelhaft.

Anders als bei Telepolis kann man aber nicht von einem Sieg des Feminismus reden, denn der hat sehr wenig Einfluss auf die ablaufende gesellschaftliche Transformation. Es handelt sich um den kompletten Austausch der geschlechtlichen Kodierung aller gesellschaftlicher Normen. Dieser ist so tiefgreifend, dass Männer von sich selbst die Schnauze vollhaben und in ihrer Mehrheit überzeugt für die Sache der Frauen arbeiten. Frauen brauchen schon längst keinen Feminismus mehr um zu gewinnen, sie brauchen nicht einmal mehr zu kämpfen. Die Schienen in die Zukunft sind bereits so verlegt, dass nur Frauen auf ihnen wirklich vorwärtskommen....

...oder der Zug entgleist.

Für Männer hat es keinen Sinn sich zu beklagen. Bei wem auch? Ihre Niederlage ist allbekannt. Ihm gegenüber gilt keine abstrakte Gerechtigkeit, man will weder seine Hegemonie zurück haben noch will man seine Gleichstellung. Man wird ihnen auch keine Chance geben: Sie können nichts richtig machen . Man wird Männer sehr mitleidslos behandeln, nicht weil sie Fehler machen oder machten, sondern weil sie der Fehler sind. Sie gehören nicht mehr ins Spiel, deshalb haben sie auch keinen Anspruch auf Gerechtigkeit innerhalb der neuen Spielregeln. Die sich immer aufdringlicher inszenierende göttliche weiblichkeit wird auch bald die Erinnerung darüber auslöschen, dass sie den Sieg als Geschenk vom hilflos demoralisierten Mann und nicht durch Kampf gegen ihn gewonnen hat.


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