Du blau, ich rosa
Schon Babys haben geschlechtsspezifische Vorlieben. Für Anwälte neutraler Erziehung ist Rosa ein rotes Tuch. Durch stereotype Farben, Kleidung und Spielzeuge, so ihr Vorwurf, würden Mädchen und Jungen auf eine bestimmte Geschlechterrolle getrimmt. Doch ein gewisses Interesse für "Weiberkram" und "Jungsspiele" ist ihnen bereits in die Wiege gelegt. Das ergab ein Experiment an der London City University. Brenda Todd und Sara Amalie O`Toole Thommessen haben die Frage nach festen geschlechtsspezifischen Vorlieben erstmals an sehr jungen Kindern ab neun Monaten getestet. Sie ließen ihnen die Wahl zwischen Bagger, Auto und blauem Teddy sowie Puppe, Kochgeschirr und rosa Teddy. Schon die allerjüngsten Knaben krabbelten eher zur actionreichen "Jungsecke", Mädchen präferierten "weibliche", fürsorgliche Spiele.
publiziert in Geo, Heft 06/2010.