Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Kachelmann, weiter im Text

Trennungskind34, Düsseldorf, Saturday, 19.06.2010, 14:53 (vor 5684 Tagen)

Fall Kachelmann wird zum Duell der Gutachter

Doppelte Expertise im Fall des TV-Wettermoderators Kachelmann: Erst äußerte eine Psychologin Zweifel an den Aussagen des mutmaßlichen Opfers, nun nimmt es nach SPIEGEL-Informationen ein Psychotherapeut in Schutz. Beide Male war die Staatsanwaltschaft Auftraggeber der Gutachten.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,701641,00.html

Bin gespannt wie die Entscheidung diese Woche ausfällt.

VG Trennungskind

Die verantwortlichen in der Justiz wollen sich eine reine Weste verschaffen und sonst nichts nT

Christian, Saturday, 19.06.2010, 15:41 (vor 5684 Tagen) @ Trennungskind34

..

Die verantwortlichen in der Justiz wollen sich eine reine Weste verschaffen und sonst nichts nT

Trennungskind34, Düsseldorf, Saturday, 19.06.2010, 15:49 (vor 5684 Tagen) @ Christian

..

Ja das denke ich auch, peinliche Vorstellung insgesamt.

VG, TK33

Ich auch. Passend dazu die Antwort des Abgeordneten an den ich eine Frage gestellt hatte

Timothy, Saturday, 19.06.2010, 15:49 (vor 5684 Tagen) @ Trennungskind34

Paragraph 160 der Strafprozessordnung sieht unter Absatz 1 und 2 folgendes vor:
"(1) Sobald die Staatsanwaltschaft durch eine Anzeige oder auf anderem Wege von dem Verdacht einer Straftat Kenntnis erhält, hat sie zu ihrer Entschließung darüber, ob die öffentliche Klage zu erheben ist, den Sachverhalt zu erforschen.
(2) Die Staatsanwaltschaft hat nicht nur die zur Belastung, sondern auch die zur Entlastung dienenden Umstände zu ermitteln und für die Erhebung der Beweise Sorge zu tragen, deren Verlust zu besorgen ist."

Es ist wesentliches Element unseres Rechtsstaates, Belastendes und Entlastendes gleichermaßen zu würdigen. Dabei ist die Justiz in ihrem Vorgehen an Recht und Gesetz gebunden, ansonsten aber unabhängig. Ob ein Tatvorwurf berechtigt ist oder nicht, steht am Ende der Beweisführung. Ihre Bedenken teile ich daher nicht.

Außerdem widerspreche ich entschieden Ihren sehr pauschalen Rückschlüssen für den Bereich der Sexualdelikte. Zu bewerten ist immer der Einzelfall. Pauschalierungen sind gefährlich und helfen in der Sache nicht weiter, sondern schaden den Opfern. So etwas lehne ich rundum ab.

http://www.abgeordnetenwatch.de/clemens_binninger-575-37484.html

Wir können also beruhigt sein, er teilt die "Bedenken" bzgl der opferkonzentrierten Beweisführung nicht und alles ist in Ordnung. Natürlich begründet er dies nicht.

Beten wir das er als nächstes auf der Anklagebank sitzt und erntet was er und andere Pudel gesät haben. Der obligatorische Verweis auf die Armen Opfer durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Ich auch. Passend dazu die Antwort des Abgeordneten an den ich eine Frage gestellt hatte

Goofos @, Saturday, 19.06.2010, 16:50 (vor 5684 Tagen) @ Timothy

Schön herausgeredet. Wenn ich mich richtig erinnere, bestand doch eigentlich genau darin der Vorwurf des Spiegels, dass die Staatsanwaltschaft offensichtlich nur in Richtung Belastendes ermittelte. Das entlastende Gutachten kam schließlich erst zustande als die Anwälte Kachelmanns der Staatsanwaltschaft erklärt hat was sie machen müssten. Dieses "wesentliche Element unseres Rechtsstaates, Belastendes und Entlastendes gleichermaßen zu würdigen" ist auch im Fall Kachelmann wohl ganz und gar nicht gewahrt worden. Interessant, dass er die Bedenken nicht teilen möchte.

Habe jetzt noch ne Mai, geschrieben

Timothy, Saturday, 19.06.2010, 17:00 (vor 5684 Tagen) @ Goofos

Ich habe nun per Mail nocheinmal nachgehakt, weil mich diese Ignorante Antwort die überhaupt nicht auf meine Frage einging tierisch aufgeregt hat.

Sehr geehrter Herr Binninger,

ich beziehe mich auf meine Frage an Sie bei Abgeordnetenwatch. ( http://www.abgeordnetenwatch.de/clemens_binninger-575-37484.html )

Ihre Antwort ist frustrierend, auf meine Kritk am tatsächlichen Verfahrensablauf bei Sexualstrafdelikten gehen Sie nicht im geringsten ein und sagen mir stattdessen wie es in der Theorie und laut Gesetz sein sollte.

Aber sie haben Recht, pauschalisierungen schaden den Opfern, bloss wer pauschalisisiert denn hier und wer ist in Ihren Augen pauschal Opfer ? Sie meinen wohl die Frauen mit Opfern, richtig? Ich beziehe mich unter anderem auf einen konkreten Fall und als jemand der im Polizeidienst tätig war wissen Sie selber doch ganz genau das es zutreffend ist das vom Beschuldigten nahezu niemals ein Glaubwürdigkeitsgutachten erstellt wird und nahezu alles davon abhängt was die Beweisaufnahme "an" der beschuldigenden Frau ergibt.

Ich frage Sie ganz konkret am Fall Kachelmann: Wie soll der Mann seine Unschuld beweisen wenn die Frau eine gute Lügnerin ist? Er kann es nicht, er hat im Knast auszuharren und seine Verurteilung hängt nur davon ab wie glaubwürdig die Frau erscheint. Sie wissen es und ich weiß es. Und nun taucht schon der nächste Gutachter bzw Psychater auf der behauptet die Frau leide unter traumatischen Gedächtnisverlust (Quelle Spiegel) und ihre Aussagen seien deshalb an vielen Stellen nicht schlüssig. Ja wem glaubt man denn nun? Und merken sie es ? Immer noch kein Gutachten darüber ob die Aussagen des Herrn Kachelmanns schlüssig sind oder nicht, kräht kein Hahn nach und sie wollen ernsthaft bestreiten das die Beweisaufnahme Opferkonzentriert ist ?

Ich bitte Sie, Herr Binninger. Ich weigere mich zu glauben das ein Bundestagsabgeordneter das nicht nachvollziehen kann.

Mit freundlichen Grüßen,
Tim Schmitz

Sofern ich eine Antowrt erhalte, werde ich sie sinngemäß wiedergeben.

Kachelmann, weiter im Text

der_quixote, Absurdistan, Saturday, 19.06.2010, 19:48 (vor 5684 Tagen) @ Trennungskind34

Haben die ihre Gutachter nicht mehr im Griff?

--
Man(n) sollte (s)eine Frau welche schweigt niemals unterbrechen...

Kachelmann, weiter im Text

Timothy, Sunday, 20.06.2010, 00:19 (vor 5683 Tagen) @ der_quixote

Haben die ihre Gutachter nicht mehr im Griff?

Ist doch irgendwie logisch das der Psychater so was erzählt, schliesslich ist die Frau für ihn eine lukrative Kundin... Die Krankenversicherung wird einer langwierigen Behandlung mit Freuden zustimmen, und ob dann hinterher über eine nicht existierende Vergewaltigung gesprochen wird oder über die sonstigen psychischen Macken welche es soweit erst haben kommen lassen, das prüft auch niemand mehr...

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