Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Lest das mal, schlimmer als Dissenz e.V.: Der "Hamburger Heisse Stuhl" an Schulen

Kraftmeier, Thursday, 17.06.2010, 00:50 (vor 5686 Tagen)

Willkommen auf der Webseite der Initiative
Kein `Heißer Stuhl´ in Hamburger Schulen!

"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."
Artikel 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland

"Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig."
§ 1631 (2) BGB

"Die körperliche Züchtigung und andere entwürdigende Erziehungsmaßnahmen sind verboten."
§ 49, Abs1, Hamburgisches Schulgesetz

In verschiedenen Hamburger Schulen scheinen diese Rechtsgrundsätze ihre Gültigkeit verloren zu haben, seit im Herbst 2008 an diesen Schulen die Behandlungsmaßnahme `Cool in School´ eingeführt wurde. Diese Behandlungsmaßnahme ist eine Ableitung der sog. Antiaggressivitäts-/Coolnesstrainings, welche aus dem amerikanischen Strafvollzug stammen. Zentrale Methode dieser Behandlungsmaßnahmen ist der sog. "Heiße Stuhl".

"Während des Heißen Stuhls muss jeder Proband ...auf einem Stuhl in der Mitte eines (engen) Stuhlkreises sitzen und sich den Vorwürfen und Konfrontationen der gesamten Gruppe stellen. (...) Auf dem heißen Stuhl sind Provokationen, Beleidigungen, lautes Reden oder gar Brüllen u. ä. explizit erlaubt. Hinsichtlich körperlicher Berührungen ist zu unterscheiden zwischen geringfügigem Körperkontakt, der von bloßen Berührungen bis hin zum oben bereits erwähnten `Rumtätscheln´ im Gesicht reichen kann, und massiven Formen wie Schubsen oder gar Schlagen."1 So beschreibt der AAT-Trainer Knud-Christian Hein die Praxis des sog. Antiaggressivitäts-/Coolnesstrainings.

Wir sehen in solchen Handlungen im Rahmen von schulischen Erziehungsmaßnahmen eine Verletzung der Rechtsgrundsätze auf Unantastbarkeit der menschlichen Würde, des Rechtes auf gewaltfreie Erziehung und des Verbotes entwürdigender Maßnahmen.

Alles weitere hier: http://www.kein-heisser-stuhl-in-hamburger-schulen.de/

Ich dachte schon, Bremen und Freiburg wären das Letzte an vorderster Front aber das toppt es ja schon (fast) ... Widerlich und eine Praxis, die sonst nur von Sekten vollzogen wird!

Angeekelt von diesem Irrsinn

KM

Nachtrag, "überarbeitete Fassung" -> da zuerst nur für Jungen gedacht:

Kraftmeier, Thursday, 17.06.2010, 00:59 (vor 5686 Tagen) @ Kraftmeier

http://www.kein-heisser-stuhl-in-hamburger-schulen.de/

Ich dachte schon, Bremen und Freiburg wären das Letzte an vorderster Front
aber das toppt es ja schon (fast) ... Widerlich und eine Praxis, die sonst
nur von Sekten vollzogen wird!

Zielgruppen:

Waren in der ersten Fassung des Konzeptes ausschließlich Jungen die Zielgruppe der Behandlungsmaßnahme, sind es in der überarbeiteten Fassung >Jungen und Mädchen«. Als Begründung für die geschlechtsbezogene Öffnung der Behandlungsmaßnahme wird ein erhöhter Bedarf an schulischen Angeboten für gewaltbereite Mädchen genannt.

Die konzeptionelle Zweigeschlechtlichkeit in der überarbeiteten Fassung der Behandlungsmaßnahme ist jedoch nicht durchgängig. So wird-z.B. der Trainingsumfang (3.2.5) nach wie vor ausschließlich für Jungen beschrieben.

Auch in der Beschreibung der Multiplikatorenfortbildung (3.3 der überarbeiteten Fassung) wird die Behandlungsmaßnahme ausschließlich für >gewaltauffällige männliche Schüler im Alter von 12 bis 15 Jahren installiert.

Wird auch hier diskutiert: http://perseus.foren-city.eu/topic,476,-kein-heisser-stuhl-in-hamburger-schulen.html

Dieses Land ist dem Untergang geweiht, wenn das so weitergeht!

tazin hat darüber berichtet

Müller, Thursday, 17.06.2010, 01:38 (vor 5686 Tagen) @ Kraftmeier

da fehlt das Binnen-i (kwt)

jens_, Thursday, 17.06.2010, 02:33 (vor 5686 Tagen) @ Müller

Gux da:
http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/schueler-sollen-auf-heissen-stuhl

Feministinnen setzen sich sonst doch sonst fuer eine "geschlechtsneutrale" Sprache ein, vergessen hier aber das Feminin! Ob das Absicht ist?

diese Abscheulichkeit kommt aus dieser Ecke...

kein name, Thursday, 17.06.2010, 03:19 (vor 5686 Tagen) @ Kraftmeier

Von dem "heissen Stuhl" hat mir schon mal jemand erzählt. Das Konzept kommt aus der Ecke der Reformpädagogik nach Peter Petersen, soweit ich weiss. Unglaublich, das so ein pseudowissenschaftlich-esoterischer Pfusch an der Psyche von Heranwachsenden in Hamburg praktiziert wird. Die Verantwortlichen sollten m.E. strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden.

Diesen längeren Artikel über den immer noch hochgelobten Nazipädagogen Peter Petersen (nachdem in Deutschland zahlreiche Schulen benannt sind, es beginnt jedoch derweil teilweise eine Umbenennung)würde ich zum besseren Verständnis, was neben Trivialfeminismus sonst noch alles hinter derartigen "zeitgemäßen" pädagogischen Ansätzen steht, wärmstens empfehlen:
http://jena-plan.grundschulservice.de/

Nachtrag: "der 14jährige Abdul, es könnte auch Kevin sein, ...

kein name, Thursday, 17.06.2010, 03:28 (vor 5686 Tagen) @ kein name

... steht plötzlich im Unterricht auf und schlägt einer Mitschülerin eine blutige Nase..."

der offizielle Text zum "Cool in School"-Programm. Noch nicht durchgelesen, aber der "männliche Täter" wird schon betont.

http://www.li-hamburg.de/fix/files/doc/Cool-in-school-Infos-2.pdf

Normale Härte...das Leben ist nun mal hart!

Michi @, Thursday, 17.06.2010, 11:12 (vor 5685 Tagen) @ Kraftmeier

Diese Praxis haben bereits jene NIXDORF-Vertriebler schon in den achtziger Jahren über sich ergehen lassen müssen, welche Ihre Vertriebsziele nicht erreicht hatten. Und dies wöchentlich Freitagnachmittags..It`s hot chair time...

..nur die Garten kommen in den Garten...Is so!

Michi
Excalibur
GWG - Jäger

Normale Härte...das Leben ist nun mal hart!

Puffbesucher, Thursday, 17.06.2010, 14:46 (vor 5685 Tagen) @ Michi
bearbeitet von Puffbesucher, Thursday, 17.06.2010, 14:49

Diese Praxis haben bereits jene NIXDORF-Vertriebler schon in den achtziger
Jahren über sich ergehen lassen müssen, welche Ihre Vertriebsziele nicht
erreicht hatten. Und dies wöchentlich Freitagnachmittags..It`s hot chair
time...

Heute ein Fall für Wikileaks. Zack und zack. Und auch hier würde ich den Schülern empfehlen, da mal Film- und Tonmaterial hinauszuschmuggeln und die Nummer rigoros öffentlich zu machen.

Oder gar Wallraff anrufen, um zu sehen, wie man sowas und anderes macht.

P.S. Das Leben ist nicht zuletzt auch deswegen hart, weil einige meinen, mit diesem Spruch eine Rechtfertigung für das Aufstellen von harten Bedingungen zum Nachteil anderer (und zum Vorteil ihrerseits natürlich) zu haben.

--
...und erlöse uns von dem Bösen.

Im Mittelater nannte man es "Pranger" (kT)

Sophie X, Thursday, 17.06.2010, 17:23 (vor 5685 Tagen) @ Kraftmeier

- kein Text -

Das Ermächtigungsgesetz und die Kalaschnikov

adler, Kurpfalz, Thursday, 17.06.2010, 18:51 (vor 5685 Tagen) @ Kraftmeier

Entgegen landläufiger Meinung und gefühlter Kompetenz kann in dem Bereich nicht Jede/r machen was er will. Wer darin arbeitet, sollte schon sehr genau wissen, was er tut. Sonst geraten in die "Behandlung" sehr leicht eigene unbewältigte Konflikte mit hinein und führen zu noch mehr Chaos beim Klienten.

Sehr deutlich wurde dies bei den jahrelangen "Wormser Prozessen". Ausgelöst wurde dieser bis heute andauernde Skandal von einer "Wildwasser"-MitarbeiterIn. In einem Scheidungsverfahren beschuldigte Power-Mutti den Vater des sexuellen Missbrauchs und wandte sich an den Verein. Anhand von "anatomisch korrekten Puppen" erkannte die MitarbeiterIn, die sich zwar kompetent fühlte, es aber nicht war, wie sich nach Jahren herausstellte, daß die beiden Kinder glasklar sexuell missbraucht worden waren.

Ein Pornoring, den es nicht gab, wurde aufgedeckt, in dem massenhaft Kindesmissbrauch stattgefunden haben sollte. Es folgten drei Prozesse (1993-1997). In deren Verlauf gab es dutzende zerstörter Familien bis heute. Eine Großmutter starb in Untersuchungshaft an der Aufregung. Am Ende war alles nur heiße Luft. Viele zerstörten Familien blieben bis heute.

Um ähnliches beim Umgang mit Menschen zu verhindern wurde 1999 das Psychotherapeutengesetz (PsychThG) verabschiedet. Nach jahrelanger Lobbyarbeit des Psyhologenverbandes. Bis dato durften das nur Ärzte sein, wg. massiver Beeinflussung durch deren Interessenverbände, obglich sie natürlich viel weniger Hintergrundwissen in ihrem Studium erfahren haben.

In genanntem Gesetz wird bestimmt, daß mindestens einer zusätzliche 3-jährigen Ausbildung ein abgeschlossenes Psychologiestudium vorausgehen mußte. Aber nicht nur. Die bestandene Abschlußprüfung im Studiengang Psychologie, muss auch das Fach Klinische Psychologie einschließen.

Da die feministische Wissenschaft sich ausgeschlossen fühlte, sprang sie sogleich als TrittbrettfahrerIn auf diesen lukrativen Zug (Wie weiland die FeministInnen auf die gesellschaftlichen Umwälzungen durch die Pöhzen 68iger), und begehrten ebenfalls Einlass.

In das PsychThG wurde auch das Berufsbild des "Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten" gleich mit aufgenommen. Eine/r solchen/r musste zB von "Klinische Psychologie" keine Ahnung haben. Es genügte eine Abschlußprüfung in Pädagogik oder Sozialpädagogik, wie auch immer.

Jedenfalls hatte man doch irgendwie anerkannt, dass einer, der da arbeitet schon eine Ahnung haben müsste von dem, was er/sie tut. Die anschließende/n weitere/n Ausbildung/en von mindestens drei Jahren schließen meist auch eine gründliche Eigenevaluation mit ein, damit der Therapeut möglichst nicht unbewusst Eigenes in die Behandlung mit einfließen läßt.

Wieviel Ahnung werden nun solche LehrerINNEN haben, die durch einen Crash-Kurs im Schnellverfahren dazu ermächtigt werden, Jungs auf so einen "heißen Stuhl" zu setzen, mit denen sie nicht zurecht kommen? Und wer prüft die eigenen unbewältigten Konflikte solcher dazu ermächtigten LehreINNEN? Willkür ist ein weiters mal Tür und Tor geöffnet. Und das ist so gewollt. Die das Ermächtigungsgesetz unterschriebene Hamburger Schulsenatorin Christa Goetsch gehört der GAL an. Nachtigall, ick hör dir trapsen! Kompetent ist sie auch, denn sie hat Chemie und Biologie studiert, wenn auch auf Lehramt.

Was wird mit einem solchen Jungen geschehen?
Er ist also auffällig geworden, weil er, -subjektiv? Ja! In solcher Konstellation wohl auch subjektiv!- gewalttätig war.

Meine These: Viele Jungs, die gewalttätig werden schreien damit nach Anerkennung, fühlen sich oft vorher gedehmütigt. Einen solchen setzt nun irgendein/e "Ich hab zwar keine Ahnung, was ich da mach, aber ich mach's. Danach ist wenigstens Mir wohler" einer kaum noch zu überbietenden Demütigung aus. Kinder, MitschülerINNEN können grausam sein, das ist bekannt.

Der Junge nun geht aus dieser Psychofolter nicht etwa geläutert, schon gar nicht gestärkt heraus. Er ist noch mehr verunsichert, noch stärker gedehmütigt, als zuvor. Es ist gar nicht so abwägig, daß er irgendwann mal in die Schule, die ihn so wenig verstanden und so sehr gedehmütigt hat, mit einer Kalaschnikov in der Hand zurückkehren wird.

Jede Gesellschaft hat die Verbrecher, die sie verdient!

Gruß
adler

--
Frauenrat der Grünen empört-Gebäudereinigung:
Männer verdienen bei Außenreinigung deutlich mehr als Frauen bei Innenreinigung.

"Benachteiligungen von Männern beseitigen ... das ist nicht unser politischer Wille" -Grüne, Ortsgruppe Goslar

Das Ermächtigungsgesetz und die Kalaschnikov

Halbgott in Weiß, Friday, 18.06.2010, 03:42 (vor 5685 Tagen) @ adler

"Gedehmütigt" sollte wirklich keiner werden.
Zwischen uns Halbgöttern in Weiß und den Psychopat..., äh, -logen, herrscht Fehde, aber wir haben nicht angefangen.

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