Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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exBP Köhler: Lobt mehrfach Guttenberg. Merkel und Westerwelle bleiben unerwähnt.

Informierender, Wednesday, 16.06.2010, 23:30 (vor 5685 Tagen)

Noch einmal trat Horst Köhler im Schloss Bellevue auf. Vor zwei Wochen hatte er hier seinen Rücktritt verkündet – am späten Dienstagabend war der Altbundespräsident Gast in seinem ehemaligen Amtssitz in Berlin. Eine Stunde vor Beginn des großen Zapfenstreichs zu seinen Ehren ergriff Köhler während eines Empfangs das Wort. Recht rasch stellte sich heraus: So wie Bundespräsident Köhler einst das politische Berlin verstört hatte, so irritierte Bundespräsident a. D. Köhler nunmehr seine Zuhörer.

Mehrfach und ausführlich würdigte Köhler (den anwesenden) Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle waren ebenso präsent, wurden aber von Köhler namentlich nicht erwähnt. Formal betrachtet ging Köhler auf Merkel und Westerwelle ein, dankte er doch den Verfassungsorganen, mithin der Bundesregierung. Teil dessen aber ist auch Guttenberg.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article8076997/Sag-zum-Abschied-deutlich-Guttenberg.html

Die Kommentare sprechen auch eine klare Sprache, z.B.:

"Womit der Mann selbst zum Schluss noch bewiesen hat, dass er sehr genau weiß, wie man Prioritäten setzt.

Vielleicht war er ja uns Bürgern weit mehr verbunden, als dies während seiner Amtszeit deutlich wurde."

oder kurz und prägnant:

"Damit wird für mich klar, welche Gründe hinter seinem plötzlichen Abschied stehen, das Verhältnis zu Merkel und Westerwelle ist ja wohl demzufolge mehr als gestört gewesen und der Bundespräsident a.D. wollte wohl somit deutlich machen, was er von diesen Personen hält, er hat meine vollste Zustimmung....."

Tja, Mutti und der ihr seine Schwesterwelle könnens halt nicht!

Daher wird es in Zukunft wohl auch Quoten für Bundeskanzlerinnen und Außenminister mit Präferenz m-m bzw. w-w geben müssen ;-)

exBP Köhler: Lobt mehrfach Guttenberg. Merkel und Westerwelle bleiben unerwähnt.

Timothy, Thursday, 17.06.2010, 00:47 (vor 5685 Tagen) @ Informierender

Nur mal so: Es war Köhler der eine Quote für das Bundesverdienstkreuz einführte. Er akzeptierte keine Vorschlagslisten mit weniger als 30% Frauenanteil...

Ich vermute Hintergründe: Achtung - wilde Spekulation!

blackjack, Thursday, 17.06.2010, 03:04 (vor 5685 Tagen) @ Timothy

Dreh- und Angelpunkt könnte ein kommender Krieg sein (naher Osten?). Wird der Nahostkrieg jetzt auf den Iran ausgeweitet unter Einsatz von Zwangsdienst-Soldaten?

Ich spinne mal eine wilde Theorie, alles sehr vage:

Köhler hat es ja schon durch die Blume angedeutet, dass er gegen diesen Krieg ist, der nur Wirtschaftsinteressen dient. Ebenso Guttenberg, der ja die Wehrpflicht abschaffen will.

Guttenberg droht ja ebenfalls mit Rücktritt. Und hier liegt die Verbindung zu Köhler.

Wenn die halbe Regierung zurücktritt bzw. mit Rücktritt droht, dann ist etwas ganz Hinterhältiges im Gange. Und das hat mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas mit der Bundeswehr zu tun!

Guter Kommentar in der Berliner Rundschau

blackjack, Thursday, 17.06.2010, 03:36 (vor 5685 Tagen) @ blackjack

Der Kommentar in der Berliner Rundschau verdeutlicht, dass Köhler die Diskussion lostreten wollte und sich indirekt deutlich gegen die Wirtschaftskriege aussprach. Er wurde nur mit Absicht falsch interpretiert.

Lob des Horst Köhler

Die Politische Klasse schäumt

Von Charly Kneffel

...

Deutschland engagiert sich in Afghanistan aus einer ganzen Reihe von höchst materiellen Erwägungen. Zum einen will man wieder stärker an die Seite der USA rücken und entscheidenden Einfluß auf die Weltpolitik gewinnen. Deshalb die sonst unverständlichen Bemühungen, einen ständigen Platz im Weltsicherheitsrat zu bekommen, deshalb das mehr als überflüssige Gemurkse in Sachen „Fünf Plus Eins“. gegen den Iran, deshalb das Engagement vor dem Libanon und Somalia. Wer Sinn hat für schwarzen Humor könnte das auch als „Zukunfstinvestitionen“ bezeichnen. Das ist – abgesehen von ein paar hoffnungslosen Naivlingen, dies auch im Bundestag geben mag – jedem politisch verantwortlichen Menschen bekannt.

Gleichzeitig ist es ein Tabuthema. Es darf so nicht ausgesprochen werden, weil die politische Klasse natürlich auch schon bemerkt hat, das das Volk ihr nicht mehr traut. Also gibt man sich treuherzig, bekämpft als „Aufbauhelfer“ Terroristen, bohrt Brunnen, bewacht Mädchen auf dem Weg zur Schule und bietet Bauern Alternativen zum Mohnanbau an. Irgendwie könnte Afghanistan eine Idylle sein, wenn da nicht der Teufel in Gestalt der Taliban Unfrieden säen würde. Unfaßbar, daß so ein Unsinn erwachsenen Menschen zugemutet wird. Nur die Linke meckert etwas dagegen, obwohl auch da schon „Realisten“ von einer „neuen Strategie“ reden, nicht aber von einem Rückzug.

...

Man muß es den Leuten anders – schonender – beibringen. Und dann kommt dieses Kamel Köhler und frißt alles wieder ab. Kein Wunder, daß sei sauer sind. Für die Menschen ist das aber gut und aufklärerisch.

Kommentar hier

Guttenberg müsste leider für den Posten noch "altern"

Ex-Präsidialinhaber, Thursday, 17.06.2010, 04:22 (vor 5685 Tagen) @ Informierender

Daher wird es in Zukunft wohl auch Quoten für Bundeskanzlerinnen und
Außenminister mit Präferenz m-m bzw. w-w geben müssen ;-)

GG Art. 54 (1):
(1) Der Bundespräsident wird ohne Aussprache von der Bundesversammlung gewählt. Wählbar ist jeder Deutsche, der das Wahlrecht zum Bundestage besitzt und das vierzigste Lebensjahr vollendet hat.

Schade eigentlich, denn: Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg wurde am 5. Dezember 1971 in München geboren.

Schade folglich, dass die einzige Person, die für das Amt taugt zu Jung ist, denn wenn der Gutenberg sein 40. Lebensjahr erreicht, wird es das Amt des Präsi. bereits längst nicht mehr geben. Kauft Euch haltbare Lebensmittel! Und vergesst nicht, Euch gebührend bei den Femis zu bedanken. ;-)

Es ist nicht das Alter.

IM Rosenbaum, Thursday, 17.06.2010, 05:24 (vor 5685 Tagen) @ Ex-Präsidialinhaber

Guttenberg ist noch lange nicht präsidial. Geduld, eventuell 2025.

Guttenberg müsste leider für den Posten noch "altern"

T, Thursday, 17.06.2010, 14:55 (vor 5685 Tagen) @ Ex-Präsidialinhaber

Guttenberg ist ein Zögling des Council of foreign affairs.
Ehemaliger Vorsitzender des ständigen ausserpalamentarischen aussenpolitischen Ausschusses, also der Vorleger für nachher durchgewunkene Entscheidungen.
Der wird nicht so schnell auf's Abstellgleis Bundespräsident geschoben.
War im Grunde schon ein Wunder, oder vielleicht auch Taktik, dass er Verteidigungsminister wurde, und das Provinzhuhn Westerwelle nun die Teppiche begeht, auf denen KT doch schon so lange wandelte.

Das Merkel und die Konkurrenten

adler, Kurpfalz, Thursday, 17.06.2010, 17:20 (vor 5685 Tagen) @ T

War im Grunde schon ein Wunder, oder vielleicht auch Taktik, dass er
Verteidigungsminister wurde

Das war sicher Taktik von dem Merkel. Das Amt des Verteidigungsministers ist ein Schleudersitz, schon immer gewesen. Das wusste zuletzt auch G. Schröder und platzierte deshalb den ungeliebten Scharping justamente dorthin. Mit Erfolg, wie sich sehr bald herausstellte.

Für das Merkel war Guttenberg zu populär, zu angesehen geworden und dagegen musste etwas unternommen werden. Es ist MeisterIn darin, etwaige Konkurrenten schon im Ansatz zu erkennen und sie weg zu mobben. Das muß mann ihr lassen! Und was das Verteidigungsministerium angeht, da hat doch der absolut unfähige Vorgänger Jung jede Menge Dreck, Chaos und wohl auch noch einige Leichen im Keller hinterlassen. Das wusste sie, als sie Guttenberg dorthin schob. Und sie hoffte, dass ihm das das Genick brechen würde.

Gruß
adler

--
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"Benachteiligungen von Männern beseitigen ... das ist nicht unser politischer Wille" -Grüne, Ortsgruppe Goslar

Das Alter spielt eine große Rolle!!!!!!!

TMerten, Thursday, 17.06.2010, 18:01 (vor 5685 Tagen) @ Ex-Präsidialinhaber

In China fängt die politische Karriere im Zentralkommitee erst "Over70" an! Jünger kommst du da garnicht rein! Das war in der Ex-DDR aber auch nicht anders. Solche Jugendlichen wie Eberhard Aurich und Egon Krenz waren ja auch die Ausnahme.

Ich bin schon für einen Rentner in dieser Position! So einer sieht doch alles gelassen. Geld und Macht spielen da keine Rolle mehr, eher Frauen und Viagra! Da hätten wir alle was davon!

Vollhorst:"Jetzt rede Ich"

der_quixote, Absurdistan, Thursday, 17.06.2010, 09:58 (vor 5685 Tagen) @ Informierender

Horschti sagt ...

Es gibt nur wenige Menschen auf dieser Welt, welche in sechs Jahren Arbeitsleben so viel (er)schaffen, dass rund 200. 000 Ocken per anno bis zur Rente gerechtfertigt erscheinen. (Plus Dienstwagen, plus Fahrer, plus, plus,...)

Baghwan z.B. mit seinenm gigantischen Fuhrpark und seinen Orangen im Schlepp.

--
Man(n) sollte (s)eine Frau welche schweigt niemals unterbrechen...

exBP Köhler: Lobt mehrfach Guttenberg. Merkel und Westerwelle bleiben unerwähnt.

karlma, Thursday, 17.06.2010, 13:49 (vor 5685 Tagen) @ Informierender

Wäre ja noch die Option, dass Herr Köhler als Ex sich den Rücken von Rücksichten auf sein Amt freistrampeln wollte, um die längst überfällige Kritik am real existierenden Rechtsstaat BRD loswerden zu können. Mal sehen, was da kommt...

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