Leserbrief zum heutigen Vatertag in Österreich
Vatertag in Österreich: Sonntag, 13. Juni 2010
Da dieser Leserbrief zum heutigen Vatertag in einer führenden Tageszeitung nicht veröffentlicht wurde, hier die Zeilen:
Papa sein ……
Vorab: Väter, die sich nicht um ihre Kinder kümmern wollen, diese sind auch keine „Väter“ und für diese Personen gibt es auch nicht das geringste Verständnis. Meine Zeilen sind keine Pauschalverurteilung, aber es trifft doch viele Trennungsväter - Trennungskinder in Österreich. Zum Thema: Schleppende Verfahren, kein Sorgerecht, keine Konsequenzen bei Besuchsrechtboykot, Besuchscafes, usw. sind sicher nicht im Interesse des Kindes, es macht Kinder sogar psychisch krank. Vor rund neunzehn Jahren sah ich meinen Sohn, er war damals zweiendhalbjährig das letzte Mal. Es war kein Scheidungskrieg, es war ein verzweifelter Versuch, meinen Sohn für sein Wohl zu schützen. Sorgerecht erhielt ich nach der Scheidung ohne dies nicht und es wurde vom Jugendamt das dürftige Besuchsrecht im Zuge des Sorgerechtverfahren sogar noch massiver eingeschränkt. Niederschmetternd und erniedrigend fand ich den Satz der damals zuständigen diplomierten Sozialarbeiterin, die zu mir sagte: Die schlechteste Mutter ist immer noch besser als der beste Vater. Ab diesem Zeitpunkt wurde mir klar, dass ich rechtlich kein Vater mehr sein durfte. Absolut chancenlos helfend einzugreifen und um meinen Sohn nicht weitere seelische Belastungen auszusetzen, brach ich schweren Herzens und mit großer Sorge seit damals den Kontakt zu ihm vollkommen ab.
Seit einiger Zeit merke ich jedoch, wie besorgte Trennungsväter, sich aktiv für ihre leidgeprüften Kinder einsetzen. Hilfe durch Selbsthilfegruppen, Vernetzung im Internet, verbesserte Rechtsauskunft über Vereine und Enttabuisierung in der Öffentlichkeit, dass gab es leider damals noch nicht. All dies, um gemeinsam gegen das Unrecht entgegenzutreten, dass Kinder ihren besorgten Trennungsvätern nicht entfremdet werden. Unterstützung finden sie meist von Betroffenen, ihren neuen Lebenspartnerinnen, ExpertInnen aus dem In.- und Ausland und geringfügig von den Medien. Gesetzlich stehen sie nach wie vor hilflos als Bittsteller vor einer Mauer des Schweigens und werden wie Menschen zweiter Klasse behandelt.
Vor mehr als einem halben Jahr wurde ein Vater, der verbittert und verzweifelt nach einem jahrelangen Rechtsstreit wegen seiner vier Kinder, in Linz in Untersuchungshaft genommen. Wegen des Verdacht der Verleumdung, gefährlicher Drohung, beharrliche Verfolgung von Behörden und Gründung einer terroristischen Vereinigung muss sich der vierfache Vater vor Gericht verantworten. Das Strafausmaß für diesen Vater beträgt bis zu siebeneinhalb Jahre unbedingter Haft und Einweisung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher! Es trifft einen Vater, der NIEMANDEN, soweit mir aus den Medien bekannt ist, auch nur ein Haar gekrümmt hat.
Väter, die nach Jahren andauernden Rechtstreit resignieren, Existenzverlust erleiden, seelisch und körperlich am Ende sind, sind „Rabenväter“ und Väter die die Kraft haben und unermüdlich gegen die Gesetzesmühlen antreten, werden „radikale militante Querulanten“ bezeichnet oder als „Terroristen“ verdächtigt. Die Härte des Gesetzes und besonders die der Entfremdung zu ihren Kindern schlägt voll zu. Es sind auch unsere Kinder und wir wollen Verantwortung übernehmen, wir sind weder Rabenväter, Besuchsväter noch Terroristen, wir sind…. Väter! Eine Reform „für das Wohl des Kindes“ im Familienrecht ist dringend und unumgänglich erforderlich und die UN Kinderrechtskonvention von 1992 muss endlich in die Österreichische Verfassung 1:1 eingesetzt werden. So ein schrecklicher Mord wie an den kleinen siebzehn Monate alten LUCA-ELIAS darf sich nicht wiederholen. Uns, und besonders unseren Kindern interessiert kein politisch geführter Geschlechterkampf, unsere Kinder brauchen gute Väter und gute Mütter für ihr Wohl und für ihre Entwicklung. Nun möchte ich noch stellvertretend für alle besorgten Trennungsväter eine Botschaft an unsere Lieben unvergesslichen und unbekannten Töchter/Söhne richten: Kinder, wir lieben euch von ganzem Herzen.
Abschließend noch ein Satz der zur traurigen Gewissheit wurde: Papa werden ist nicht schwer, Papa sein ZU DÜRFEN, dagegen sehr!