Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Politik kritisiert sich selbst? Hä? Gehts noch? Punktemachen für´s BP-Amt?

Prometheus, Luxemburg, Saturday, 12.06.2010, 22:21 (vor 5689 Tagen) @ Referatsleiter 408

Wulff kritisiert Politiker und Bürger
vom 12.06.2010

Der Koalitionskandidat für das Amt des Bundespräsidenten, Christian Wulff
(CDU), hat die politische Klasse in Deutschland kritisiert: "Für mich sind
Stil und Inhalt der Politik gleichermaßen wichtig. Nicht nur die Inhalte
sind wichtig, sondern auch die Form. Da sehe ich einen bedrohlichen Verlust
der politischen Kultur", sagte der niedersächsische Ministerpräsident dem
Nachrichtenmagazin "Focus". Es gebe eine verhängnisvolle Tendenz zu
Vereinfachung, Verkürzung, Emotionalisierung und Skandalisierung.

Ich stimme ihm zu. In allen Ländern der westlichen Welt hat sich ein bedenklicher Politikstiel etabliert. Es zählt nicht mehr, was wahr ist, sondern was ankommt. Es kommt nicht mehr darauf an, ob sich eine Aussage mit Fakten untermauern lässt, sondern ob sie sich gut anfühlt.

Im gleichen Problemkomplex befindet sich die political correctness. Auch hier kommt es nicht darauf an, ob sich eine Aussage beweisen lässt, sondern ob sie die Gefühle von irgend jemandem verletzt.

Die Verkürzung und Vereinfachung ist auch nicht zu leugnen. Selten wird ein Themenkomplex von allen Seiten beleuchtet. Viele politischen Entscheidungen haben Konsequenzen, die noch Jahrzehnte nachwirken. Dennoch wird auf Sicht gefahren. Schon jedes mittelständige Unternehmen hat klar strukturierte langfristige Ziele, und für jede Aktion wird überprüft, in wie weit sie der Zielerreichung zuträglich ist. In der Politik wird hingegen immer der Lobby nachgegeben, die in dem Moment den stärksten Druck ausübt.


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