Frauen sind die besseren Zu-Hause-Auszieher
Söhne verlassen das Elternhaus deutlich später als Töchter. Experten zufolge hat das vor allem zwei Gründe: Frauen tauschen das elterliche Nest früher gegen eine Wohnung mit einem Partner. Ein Viertel der 18- bis 26-jährigen Frauen führt eine Ehe- oder Lebenspartnerschaft, bei den Männern sind es nur zwölf Prozent, so das Statistische Bundesamt. "Zudem haben Frauen ein stärkeres Interesse daran, eine erfolgreiche Bildungslaufbahn einzuschlagen", sagt der Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann. "Und sind dabei wagemutiger. Junge Männer tun sich deutlich schwerer, für ihre Ausbildung die wirtschaftliche Sicherheit aufzugeben, die ihnen ihr Elternhaus bietet."
Wieder mal der unvermeidliche Herr Hurrelmann mit seinen wie immer feminismuskompatiblen Erkenntnissen.
Kein Wunder, warum Söhne länger zuhause bleiben: Ihre Ausbildung dauert länger (nicht zuletzt wegen Wehr-/Zivildienst). Sie haben außerdem in der Regel jüngere Partnerinnen, die oft noch zur Schule gehen oder die Ausbildung absolvieren, wenn sie selbst sie schon abgeschlossen haben. Mit nur einem Verdienst (vor allem, wenn's ein Azubi-Gehalt ist) lässt sich schwer eine eigene Wohnung finanzieren.
Frauen dagegen haben meist ältere Partner. Da ist es natürlich leichter, "eine Ehe- oder Lebenspartnerschaft zu führen". Wenn ein Partner da ist, der schon berufstätig ist und das Geld mit nach Hause bringt, ist der Umzug in eine eigene Wohnung natürlich mit einem geringeren Risiko verbunden als beim gleichaltrigen jungen Mann.
"Zudem haben Frauen ein stärkeres Interesse daran, eine erfolgreiche Bildungslaufbahn einzuschlagen."
Zumindest, bis der Partner fürs Leben / Erzeuger eines Kindes gefunden ist. Danach geht dieses Interesse oft drastisch zurück.