Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Carl Sagan

Unterdrücker, Friday, 11.06.2010, 19:16 (vor 5691 Tagen)

Ich begann, Carl Sagans Buch „Billions and Billions“ (deutscher Titel: der tropfende Wasserhahn) zu lesen und gleich das erste Kapitel beinhaltet eine sehr interessante These, die ich euch nicht vorenthalten will. Da mir dieses Buch nur in der englischen Version vorliegt, musste ich es selbst übersetzen. Sollte jemand die deutsche Version besitzen, so kann er/sie ja gerne die offizielle Übersetzung posten.

Bei der Übersetzung halte ich es mit Carl Bertrand: „Übersetzungen gleichen den Frauen: Sind sie treu, so sind sie nicht schön, und sind sie schön, so sind sie nicht treu!“

Im Zweifel zog ich die schöne Version der treuen vor, inhaltlich ist es aber nicht verfälscht!

Carl Sagan

Carl Sagan war ein höchst einflussreicher Mensch, der sich meines Wissens an beweisbare Fakten hielt, von daher ist seine Aussage hoch einzuschätzen, auch wenn sie mir/uns nicht gefällt. Über den Abschnitt, den ich gleich folgen lasse, möchte ich gerne mit euch diskutieren.

Aus: Carl Sagan Billions And Billions – Thoughts on Life and Death at the Brink of the Millenium. Erschienen im Jahre 1997 bei Headline Book Publishing.

Paperback Edition – Seiten 18 bis 20 – Part I – The Power and Beauty of Quantification – 2. The Persian Chessboard.

[Unterdrückerübersetzungsmodus an]

(…) Exponentialfunktionen sind auch der Kerngedanke hinter der Weltbevölkerungskrise. Die längste Zeit, in der Menschen die Erde bevölkerten, war die Bevölkerung gleichbleibend, die Geburten und Sterbefälle nahezu im perfekten Gleichgewicht. Dies wird ‚steady state‘ [stabiler Zustand] genannt. Nach der Erfindung der Landwirtschaft (…) begann die Bevölkerung dieses Planeten zu wachsen und trat in eine exponentielle Phase ein, die sehr weit von einem stabilen Zustand entfernt war. Im Augenblick beträgt der Verdoppelungszeitraum der Weltbevölkerung etwa 40 Jahre. Alle vierzig Jahre wird es doppelt so viele von uns geben. Wie der englische Geistliche Thomas Malthus im Jahre 1798 darlegte, wird eine exponentiell zunehmende Bevölkerung –Malthus beschrieb es als geometrische Progression- jegliche vorstellbare Zunahme des Nahrungsangebotes übertreffen. Keine Grüne Revolution, keine Hydrokultur, kein urbarmachen der Wüsten kann das exponentielle Bevölkerungswachstum abdecken. (…)

Wir sind offenkundig in einer sich gerade abzeichnenden Phase steilen exponentiellen Wachstums. Aber viele Staaten –die USA, Russland oder China zum Beispiel-haben bereits einen Zustand erreicht, oder werden diesen bald erreichen, indem das Bevölkerungswachstum nachlässt und einen Punkt erreicht, der Nahe am ‚steady state‘ ist. Dies wird ‚zero population growth‘ (ZPG)[Bevölkerungsnullwachstum]genannt.

Dennoch, eben weil Exponentialfunktionen so mächtig sind, wird die Weltbevölkerung exponentiell zunehmen, solange ein kleiner Teil davon sich exponentiell reproduziert. Die Sachlage bleibt im Wesentlichen dieselbe, auch wenn viele Länder sich auf ZPG-Level befinden.

Es gibt einen gründlich dokumentierten, weltweit auftretenden Zusammenhang zwischen Armut und hohen Geburtenraten. Ob große oder kleine Länder, kapitalistische oder kommunistische Länder, christliche oder muslimische Länder, westliche oder östliche Länder-in fast allen Fällen verlangsamt sich das Bevölkerungswachstum oder kommt zum Stillstand, sobald die erdrückende Armut verschwindet. Dies nennt man demographische Transition. Es liegt im dringlichen, langfristigen Interesse der Menschheit, dass weltweit diese demographische Transition erreicht wird. Deshalb ist es nicht nur dem grundlegenden menschlichen Anstand geschuldet, anderen Ländern dabei zu helfen, damit sie für sich selbst sorgen können, sondern es liegt im eigenen Interesse der reicheren Nationen, die imstande sind, zu helfen. Ein Kernproblem der Weltbevölkerungskrise ist Armut.

Die Abweichungen von der demographischen Transition sind interessant. Einige Länder mit hohem Pro-Kopf-Einkommen haben weiterhin hohe Geburtenraten. Aber in diesen Ländern sind Verhütungsmittel schwer zu bekommen und/oder Frauen mangelt es an effektiver politischer Macht. Es ist nicht schwer, diesen Zusammenhang zu verstehen.

Gegenwärtig gibt es etwa 6 Milliarden Menschen. In vierzig Jahren, falls die Verdoppelungsrate konstant bleibt, werden es 12 Milliarden sein, in achtzig Jahren 24 Milliarden; in 120 Jahren 48 Milliarden … aber kaum jemand glaubt daran, dass die Erde so viele Menschen ernähren kann. Aufgrund der Macht dieser exponentiellen Steigerung, scheint es deutlich billiger und humaner zu sein, sich jetzt der weltweiten Armut anzunehmen, als auf was für Lösungen auch immer in den kommenden Jahrzehnten zu warten.

Unsere Aufgabe ist es, etwa eine weltweite demographische Transition zu erreichen und die exponentielle Kurve abzuschwächen –indem man die erdrückende Armut beseitigt, sichere und effektive Geburtenkontrolle weitgehend verfügbar macht und tatsächliche politische Macht (exekutive, legislative, judikative, militärische Macht, sowie in Institutionen, die die öffentliche Meinung beeinflussen) für Frauen ausbaut. Sollten wir scheitern, wird ein anderer, weit weniger kontrollierbarer Prozess dies für uns übernehmen.

[/Unterdrückerübersetzungsmodus aus]

Das Buch erschien, wie erwähnt, vor 13 Jahren. Carl Sagan starb im Dezember 1996, also ist davon auszugehen, dass er sein letztes Werk wohl vor zumindest 15 bis 20 Jahren begann zu schreiben. Sein Einfluss ist unverkennbar, wer dem Wikipedia-Link folgt, erfährt, dass zum Beispiel die Mars Pathfinder Mission nach seinem Tode in ‚Carl Sagan Memorial Station‘ umbenannt wurde.

Ich finde, man kann von dem, was dieser Wissenschaftler schrieb, halten was man will, aber eines ist augenscheinlich: das, was er sagt, wird doch eindeutig verwirklicht: Geburtenkontrolle (sprich: Abtreibung), politische Macht für Frauen, aber auch der Afghanistankrieg etc. Nur bringt er hier natürlich völlig andere Argumente.

'Billions And Billions' ist ein wissenschaftliches Buch, dass die breite Masse wohl nie lesen wird.

Was könnte an meiner These dran sein, dass Sagan recht hat, die wahren Gründe aber verschwiegen werden, weil die Eliten das Volk für zu doof halten, um diese zu verstehen, und daher unter anderem der Feminismus eingeführt, bzw. forciert wurde um dieses übergeordnete Ziel zu erreichen? Ebenfalls würde es schwierig sein, den Menschen zu verkaufen, man ziehe gegen (z.B.) Afghanistan in den Krieg, weil die da zuviele Kinder bekommen. Und mit 'den Menschen' meine ich gleichwohl diejenigen Staaten, die Truppen in Afghanistan haben, sowie auch (z.B.) Afghanistan selbst. Lieber erzähle ich dem bekriegten Volk: "Hört zu, die Taliban unterdrücken euch, der weltweite Terror geht von hier aus, wir sind hier um euch von diesem Übel zu befreien!", als das ich diesen (oft von moderner Bildung ausgeschlossenen)Menschen sage: "Wir sind hier, weil ihr zu viele Kinder habt!"

Auf eure Meinung freut sich der Unterdrücker.

Carl Sagan

Garfield, Friday, 11.06.2010, 21:06 (vor 5690 Tagen) @ Unterdrücker
bearbeitet von Garfield, Friday, 11.06.2010, 21:12

Hallo "Unterdrücker"!

Was könnte an meiner These dran sein, dass Sagan recht hat, die wahren Gründe aber verschwiegen werden, weil die Eliten das Volk für zu doof halten, um diese zu verstehen, und daher unter anderem der Feminismus eingeführt, bzw. forciert wurde um dieses übergeordnete Ziel zu erreichen?

Hm, ich glaube nicht daran, daß es irgendwo so eine Art geheime Weltregierung gibt, in der z.B. jemand von der Familie Rockefeller nebst Vertretern anderer unvorstellbar reicher Dynastien sitzt und unser aller Schicksal lenkt.

Ich fürchte, die Wahrheit ist viel komplizierter. Zweifellos haben die Angehörigen der Oberschicht das Sagen, denn ihr großes materielles Vermögen ermöglicht es ihnen, sich die Unterstützung anderer Menschen zu kaufen, die dann ihre Pläne durchsetzen.

Und sicher haben sie auch viele gemeinsame Interessen. Sie wollen z.B. allesamt ihren übergroßen Wohlstand auf Kosten der Allgemeinheit erhalten und weiter vermehren. Und sie möchten sich für den Fall, daß die Massen mal revoltieren, möglichst gut absichern.

Aber sie sind ja teilweise auf unterschiedlichen Gebieten tätig, woraus sich dann wieder auch unterschiedliche Standpunkte und Ziele ergeben. Das sieht man z.B. gut an der "Klimakatastrophen"-Kampagne. Die wird in Deutschland und damit in Europa ganz offensichtlich von mächtigen Angehörigen der Oberschicht forciert, weil sie sich davon jetzt und in Zukunft hohe Gewinne für sich selbst versprechen. Da kann sich hier kaum noch jemand dagegen stemmen - also versuchen alle, ein Stück vom großen Kuchen abzubekommen.

In den USA dagegen sieht das anders aus. Da gibt es offensichtlich einflußreiche Leute, die von dem Unsinn eher Verluste als Gewinne für sich selbst befürchten. Mit Obama schien sich das zu ändern, und man wollte dann sogar nach europäischem Vorbild CO2-Zertifikate einführen. Aber das scheint nun gekippt zu sein - und das zeigt eben, daß es auch in der Oberschicht widersprüchliche Interessen gibt.

Ich denke, daß es da auch nur sehr wenige Menschen gibt, die wirklich so vorausschauend denken wie Carl Sagan. Es gibt da ein treffendes Sprichwort: "Jeder ist sich selbst der Nächste." So ist das aben auch in der Oberschicht. Ich denke, die verlangen da einfach alle nur das, was ihnen jetzt direkt nützt, ohne groß darüber nachzudenken, was das langfristig bewirkt.

Sonst wären in der Weltgeschichte Revolutionen und Aufstände gar nicht oder nur selten vorgekommen. Die Oberschicht hätte immer in weiser Voraussicht dafür gesorgt, daß die Massen irgendwie abgelenkt oder aber irgendwie dezimiert werden, und zwar noch bevor sich Unzufriedenheit weit ausbreiten konnte. Für beides gab es auch in früheren Zeiten durchaus Möglichkeiten.

Aber die menschliche Gier verhindert eben auch in der Oberschicht, daß man dort gemeinsam auf ein Ziel hinarbeitet und dabei auch mal auf den eigenen Gewinn verzichtet.

Afghanistan ist ja auch so ein typisches Beispiel dafür. Es wäre durchaus möglich gewesen, da Ruhe und Wohlstand zu schaffen. Aber eben NICHT durch einen Angriffskrieg und NICHT dadurch, daß man zuläßt, daß in der ganzen Region radikale Islamisten mit Öl-Dollars hochgepäppelt werden. Dasselbe gilt für Irak. Saddam Hussein war zwar ein übler Diktator, ist aber auch nur durch die USA an die Macht gekommen. Und wenigstens hat er den radikalen Islam eingedämmt. Jetzt herrscht da Chaos, und sowohl im Irak wie in Afghanistan sind Unruhe-Herde entstanden, die natürlich in diesen Regionen dafür sorgen, daß sich dort so schnell kein Wohlstand für die Masse der Bevölkerung ausbreiten wird.

Wer Wohlstand auch in Entwicklungsländern will, der darf diesen Ländern ihre Rohstoffe nicht einfach wegnehmen, und der muß Produkte aus diesen Ländern anständig bezahlen. Der darf da auch keine geldgierigen Diktatoren finanzieren, die das Volk nur auspressen und in Armut halten.

Aber das alles geschieht, und zwar letztendlich auch auf Anweisung der Superreichen an der Spitze der Oberschicht. Einfach nur aus Gier - sie sehen eben auch nur bis zu ihrer Nasenspitze und keinen Millimeter weiter.

Nur die Existenz einer Gefahr, vor der sie sich allesamt sehr fürchten, kann sie dazu bringen, umzudenken und wenigstens dem eigenen Volk oder den Völkern befreundeter Länder mal etwas mehr zu gönnen. Aber seit etwa 1990 gibt es solch eine große Gefahr nicht mehr.

Ich sehe es zwar auch so, daß der Feminismus als willkommenes Mittel zum Zweck eingesetzt wurde und wird. Aber ich glaube nicht, daß man dabei einen strategischen Plan verfolgt. Ich denke, das geschah und geschieht aus rein taktischen Erwägungen. Man wollte einfach die Frauen auf den Arbeitsmarkt drängen, nachdem sie in den Industriestaaten nach dem Zweiten Weltkrieg den allgemein steigenden Wohlstand massenweise dazu nutzten, Hausfrauen zu werden. Dafür brauchte man aber in den Köpfen der Frauen einen Bewußtseinswandel, und das war nur mit Hilfe der Feministinnen möglich, die Erwerbstätigkeit und "Unabhängigkeit" der Frau als ihre alleinseligmachende Lebensalternative anpreisen. Deshalb wurden und werden auch genau diese Feministinnen massiv von den durch die Superreichen kontrollierten Massenmedien hofiert.

Ich denke, daß der Feminismus auch gar nicht das wirkliche Problem ist, sondern allenfalls der Gipfel eines Eisbergs. Ich habe da eine ganz andere Theorie:

Die wichtigste Aufgabe eines Lebewesens besteht in der Produktion von Nachkommen. Beim Menschen fiel die Hauptlast dieser Aufgabe aus biologischen Gründen der Frau zu. Weil menschliche Kinder aber relativ viel Fürsorge brauchen und relativ lange nicht dazu in der Lage sind, sich selbst zu versorgen, war diese Aufgabe für Frauen lange Zeit sehr aufwändig. Auch wurden sie ja immer wieder schwanger, nicht nur mehrheitlich 0-2mal im Leben, so wie heute.

Das schuf automatisch eine große Abhängigkeit der Frau vom Mann. Der Mann mußte für Frau und Kinder Ressourcen heranschaffen, und er mußte sie vor der brutalen Außenwelt beschützen.

Wenn die Zeiten sehr hart waren, starben dabei viele Männer. Das erhöhte den Wert des Mannes. Frauen konnten sich dann weniger Ansprüche leisten, sondern mußten froh sein, wenn sie einen Mann abbekamen.

Nun war es aber unbedingt nötig, daß sie auch unter solchen für sie ungünstigen Umständen von den Männern immer ausreichende Ressourcen bekamen, mit deren Hilfe sie dann die Kinder zur Welt bringen und aufziehen konnten. Denn gerade unter solchen harten Umständen wäre es höchst fatal gewesen, wenn die Geburtenrate stark gesunken wäre.

Deshalb bildeten sich bei den Menschen Mechanismen heraus, die dafür sorgen, daß Frauen immer besondere Unterstützung bekommen. Dabei wurden offenbar noch ältere Instinkte wiederverwendet, die ursprünglich auf Kinder ausgerichtet waren. Diese Instinkte gibt es auch bei Tieren - sie werden durch die speziell geformten Gesichter der Jungtiere ausgelöst. Beim Menschen wirken sie in Bezug auf Kinder und auch in Bezug auf Frauen. Weil das weibliche Gesicht eher kindliche Züge behält, während das männliche Gesicht sich stärker verändert. Erst bei älteren Frauen verändert sich das Gesicht dann ebenfalls - weil sie für die Fortpflanzung nicht mehr geeignet sind, dürfen sie den allgemein üblichen "Frauenbonus" nicht mehr bekommen.

So neigt die Menschheit also generell zum Feminismus. Deshalb bekamen junge Frauen zu allen Zeiten nur aufgrund ihres Geschlechts jede mögliche Unterstützung, während man Männern höchstens dann half, wenn es objektiv nötig war, z.B. wenn sie alt oder verkrüppelt waren. Da übernahm dann der Verstand die Rolle der Instinkte, allerdings auch nur, wenn Möglichkeiten zur Hilfe vorhanden waren.

Wenn sich die Umstände nun bessern, dann hat das zunächst zur Folge, daß der allgemeine Wohlstand zunimmt. Er wird vor allem durch Männer erwirtschaftet, und sie haben aus traditionellen Gründen immer noch ein hohes Ansehen. Aber nun sterben weniger von ihnen, und das senkt ihren Wert für die Frauen. Frauen können sich nun mehr Ansprüche und Forderungen leisten, und Männer können es sich weniger leisten, diese abzulehnen.

Obendrein verschwinden die alten Instinkte ja nun nicht einfach. Frauen wird weiterhin viel Unterstützung zuteil, sogar noch mehr als früher, weil mehr zum Verteilen da ist.

Wenn die Wohlstandsperiode lange andauert, werden die Aufgaben der Männer zunehmend als Selbstverständlichkeiten wahrgenommen. Frau denkt nicht mehr darüber nach, wieso sie nun sicher vor Feinden durch die Straßen gehen kann, wieso sie immer genügend zu essen hat und sich diversen Luxus leisten kann. Das war ja schon immer so, so lange sie sich zurück erinnern kann...

Anstatt darüber froh und glücklich zu sein, sieht sie, daß andere Frauen reichere Männer haben, die ihnen mehr kaufen. Das will sie auch, und so jammert sie ihrem Mann tagaus, tagein die Ohren voll.

Bald ist es soweit, daß nur noch sehr reiche Männer hohes Ansehen genießen. Männer in der Mittelschicht werden von Frauen der gleichen Schicht quasi als Neutren betrachtet - als ganz nützlich, aber eben nicht als etwas Besonderes. Männer in der Unterschicht gelten als Versager, auch für die Frauen der Unterschicht. Immer mehr von ihnen kriegen überhaupt keine Frau mehr ab, während so mancher Mann in der Mittelschicht neben seiner Frau noch eine Geliebte hat und so mancher Mann in der Oberschicht einen ganzen Harem.

Viele Männer versuchen zunächst, das auszugleichen, indem sie sich noch eifriger bemühen, Frauen alles recht zu machen. Es wird also immer eifriger um die Frau herum getanzt. Ihre Bedeutung steigt, und wenn es lange keine äußeren Feinde gibt, kann sich durchaus dauerhaft ein Matriarchat etablieren.

Das zieht sich so normalerweise über mehrere Generationen hin. Wenn man aber sowas wie den heutigen Feminismus so massiv fördert, dann beschleunigt sich diese Entwicklung.

Aber dieser Feminismus ist letztendlich nur sowas wie Fruchtkörper eines Halimasch-Pilzes. Es kann davon durchaus viele geben, aber man kann sie relativ leicht wegschneiden. Damit beseitigt man aber keineswegs den Pilz. Der kann darunter im Boden gewaltige Ausmaße annehmen.

Der Feminismus-Pilz steckt in uns allen drin, und Gestalten wie Alice Schwarzer oder Valerie Solanas sind bzw. waren nur seine häßlichen Fruchtkörper. Diese vermehren sich natürlich, wenn man ihnen gute Bedingungen verschafft. Aber das eigentliche Problem ist der Pilz darunter.

Freundliche Grüße
von Garfield

Carl Sagan

Unterdrücker, Friday, 11.06.2010, 22:42 (vor 5690 Tagen) @ Garfield

Hallo "Unterdrücker"!

Hallo Garfield!

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

>Hm, ich glaube nicht daran, daß es irgendwo so eine Art geheime >Weltregierung gibt, in der z.B.
[quote]jemand von der Familie Rockefeller nebst Vertretern anderer unvorstellbar >reicher Dynastien sitzt
und unser aller Schicksal lenkt.
[/quote]

Nun, ich glaube, die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Ich bin aber überzeugt davon, dass es eine weltweite Zusammenarbeit gibt, geben muss und daran sind einflussreiche Personen aus Politik und Wirtschaft beteiligt. Eine weltweite Verschwörung vermute ich da nun auch nicht, eher eine weltweite Zusammenarbeit, die Themen behandelt, die dem Normalbürger fremd und unverständlich sind. Dies muss aber natürlich nicht heißen, dass diese Themen generell von Unterdrückung und Nachteilen für den gemeinen Bürger handeln. Je höher in der Hierarchie sich jemand befindet, desto weitreichender –und oft unpopulärer- sind Entscheidungen, die gefällt werden müssen. Auch sind die Gedankengänge, die diesen Entscheidungen zugrunde liegen, dem ‚Normalbürger‘ fremd. Aber grundsätzlich böse und/oder hinterhältig müssen diese dann natürlich nicht gezwungenermaßen sein.

>Sonst wären in der Weltgeschichte Revolutionen und Aufstände gar nicht oder nur selten
[quote]vorgekommen. Die Oberschicht hätte immer in weiser Voraussicht dafür gesorgt, daß die Massen
irgendwie abgelenkt oder aber irgendwie dezimiert werden, und zwar noch bevor sich
Unzufriedenheit weit ausbreiten konnte. Für beides gab es auch in früheren Zeiten durchaus
[/quote]
>Möglichkeiten.

Naja … sicher kann die Oberschicht mit ihren Möglichkeiten dafür sorgen, dass sie geschützt sind, aber auch das sind nur Menschen. Alleine die Tatsache, dass es immer wieder Umstürze, Aufstände, Revolutionen gab, zeigt doch ganz gut auf, dass auch von oben herab nicht alles wasserdicht geplant werden kann. Es gibt immer Störfaktoren. Diese müssen ja nicht automatisch aus der konkurrierenden Oberschicht kommen. Siehe DDR und die „wir sind das Volk“-Revolution … wobei … wer weiß, ob die nicht auch gesteuert war?

>Aber die menschliche Gier verhindert eben auch in der Oberschicht, daß man dort gemeinsam auf
[quote]ein Ziel hinarbeitet und dabei auch mal auf den eigenen Gewinn verzichtet.[/quote]

Ja, die Gier! „It’s the hunt, not the prey“ schrieb Gene Simmons (vielen bekannt als Sänger und Bassist von Kiss, aber ein recht emsiger Zeitgenosse, der an unzähligen Projekten beteiligt ist, unter anderem bei dem Bau einer aus dem Boden gestampften, nagelneuen Millionenstadt in China), ein bekennender Kapitalist. „Es geht nicht um die Beute, sondern um die Jagd!“. In diesen Ebenen wird gar nicht mehr in erster Linie über irgendwelche ethischen Aspekte nachgedacht, sondern dieses „it’s the hunt, not the prey“ ist die Lebenseinstellung. Da ist was dran. Wobei ich das Gefühl habe, dass die Gier größer wird, je mehr erreicht wurde. Arme Menschen kennen die richtige Gier gar nicht. Die schwärmen vielleicht mal von einem tollen Urlaub, oder einem tollen Auto, oder einem eigenen Haus, aber Vorstellungen wie sie im Kapital herrschen, kann der Normalbürger nicht nachvollziehen. Da mangelt es alleine schon an Phantasie!

>Ich sehe es zwar auch so, daß der Feminismus als willkommenes Mittel zum Zweck eingesetzt >wurde und wird. Aber ich glaube nicht, daß man dabei einen strategischen Plan verfolgt. Ich denke,
[quote]das geschah und geschieht aus rein taktischen Erwägungen. Man wollte einfach die Frauen auf den
Arbeitsmarkt drängen, nachdem sie in den Industriestaaten nach dem Zweiten Weltkrieg den
allgemein steigenden Wohlstand massenweise dazu nutzten, Hausfrauen zu werden. Dafür
brauchte man aber in den Köpfen der Frauen einen Bewußtseinswandel, und das war nur mit Hilfe
der Feministinnen möglich, die Erwerbstätigkeit und "Unabhängigkeit" der Frau als ihre
alleinseligmachende Lebensalternative anpreisen. Deshalb wurden und werden auch genau diese
Feministinnen massiv von den durch die Superreichen kontrollierten Massenmedien hofiert.
[/quote]

Im Großen und Ganzen stimmen wir hier überein. Nur was für einen Zweck aus Sicht der Elite erfüllt der Feminismus heute noch? Die Frauen arbeiten ja jetzt. Arbeitskräfte haben wir im Überfluss. Natürlich sitzt der Stachel tief, das Gift des Feminismus ist in den Köpfen der jungen und mittelalten Damen, soweit ist das klar. Aber es wird ja nach wie vor noch profeministische Politik betrieben und das ja nicht zu knapp. Die Argumente dafür sind den Regierenden schon lange ausgegangen, daher wird gebetsmühlenartig die Lohnlüge wiederholt, oder dass jede vierte Frau von häuslicher Gewalt betroffen ist, oder, oder, oder … aber wozu? Das von dir genannte, ursprünglich Ziel wurde doch schon längst erreicht.

Danach schreibst du noch über das Verhältnis Mann/Frau in Krisen- und Wohlstandszeiten. Einige sehr interessante Absätze, die ich nun weder hier zitieren will, um das Posting nicht zu erschlagen, noch möchte ich diese kommentieren, denn sie sprechen für sich und sind wunderbar und mit guten Beispielen geschrieben.

Nur bei deinem letzten Absatz möchte ich noch einmal kurz widersprechen, denn mit dem Pilz bin ich nicht einverstanden. Gäbe es von nun an eine pro-männliche Propaganda mit derselben Intensität wie es diese nun mal profeministisch gibt, es gäbe nach einer übersehbaren Zeitspanne, von ein oder zwei Jahren bereits ein massives Umdenken und eine völlig andere öffentliche Meinung. Diese Prozesse dauern nicht einige Generationen lang. Natürlich wäre der Feminismus dadurch nicht gestorben, aber in den Köpfen der signifikanten Mehrheit unbedeutend.

Nur ein Beispiel, wie schnell öffentliche Meinung gemacht werden kann ist das Rauchverbot. Jahrzehnte war das Rauchen überall in Ordnung. Es begannen die Medien, letztlich aus dem Nichts, Stimmung gegen das Rauchen zu machen, und es dauerte vielleicht ein halbes Jahr und das Volk war konditioniert und die Politik konnte das Thema aufgreifen und letztlich auch das Rauchverbot durchsetzen.

Schönen Gruß vom Unterdrücker.

Carl Sagan

Lurchmann, Friday, 11.06.2010, 22:44 (vor 5690 Tagen) @ Unterdrücker

Carl Sagan hatte im Lauf seines Lebens fünf Kinder gezeugt. Interessant, welche Konsequenz die großen Warner hinsichtlich ihrer Aussagen in Bezug auf die eigene Lebensführung an den Tag legen. Manche Schweine sind eben gleicher.

Carl Sagan

Unterdrücker, Friday, 11.06.2010, 23:14 (vor 5690 Tagen) @ Lurchmann

Carl Sagan hatte im Lauf seines Lebens fünf Kinder gezeugt.

Ha ha ha :-) ! Leider können wir ihn nicht mehr damit konfrontieren. Aber ich finde das witzig! Zudem ehrt es ihn doch, dass er dennoch zu Schlussfolgerungen kommt, die seiner Lebensart widersprechen!

Ich habe, wie gesagt, das Buch erst angefangen zu lesen, aber es fesselt bereits nach wenigen Seiten. Und die Überschriften einiger noch folgender Kapitel versprechen auch noch Interessantes:

- Croesus and Cassandra
- Where Hearts and Minds Collide
(Wenn Herz und Verstand aufeinander prallen)
- Abortion: Is it Possible to Be Both 'Pro-Life' and 'Pro-Choice'?
(Abtreibung: Ist es möglich für beides zu sein: 'Pro-Leben' und 'Pro-Wahlmöglichkeit'?)
[Zu diesem Thema hat übrigens Richard David Precht in seinem 2007 erschienenen Buch "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" einige interessante philosophische Sätze geschrieben]

Sollte es hier in dieses Forum passen, werde ich noch einmal darüber berichten.

Gruß vom Unterdrücker.

Carl Sagan

Dummerjan, Friday, 11.06.2010, 23:15 (vor 5690 Tagen) @ Unterdrücker

EIn Plagiator von THomas Malthus. Wird trotzdem auch nicht besser als das Original.

Carl Sagan

Unterdrücker, Friday, 11.06.2010, 23:26 (vor 5690 Tagen) @ Dummerjan

EIn Plagiator von THomas Malthus. Wird trotzdem auch nicht besser als das
Original.

Nein. Das wird ihm nicht gerecht. Dafür hat er zu viel eigene Leistung erbracht.
Zudem Malthus Geistlicher war, Sagan hingegen ein Gegner des Kreationismus, wofür seine Mitgliedschaft in der Skeptical Society sprach.

Carl Sagan

Unterdrücker, Friday, 11.06.2010, 23:29 (vor 5690 Tagen) @ Unterdrücker

Kreationismus, wofür seine Mitgliedschaft in der Skeptical Society sprach.

Verzeihung. Skeptics Society sollte es heissen ...

Carl Sagan

Lurchmann, Saturday, 12.06.2010, 02:52 (vor 5690 Tagen) @ Unterdrücker

Carl Sagan hatte im Lauf seines Lebens fünf Kinder gezeugt.


Ha ha ha :-) ! Leider können wir ihn nicht mehr damit konfrontieren. Aber
ich finde das witzig! Zudem ehrt es ihn doch, dass er dennoch zu
Schlussfolgerungen kommt, die seiner Lebensart widersprechen!

Ha,ha, sehr witzig, was hab' ich gelacht. Mal im Ernst, die mutmaßliche Überbevölkerungsproblematik wurde durch den Club of Rome erneut aufgekocht, zu dieser Zeit war Sagan als Wissenschaftler schon gut im Geschäft, er hätte zumindest auf die Zeugung weiterer Kinder verzichten können. Aber ich kenne derart Gestalten, mir fallen da noch andere ein, bei denen Reden und Handeln in dieser Hinsicht auseinanderklaffen. Aber, Hut ab!, vor der Chuzpe eines eiskalten Professors, legt er seinen Mitmenschen doch den Verzicht auf Fortpflanzung nahe und verschafft sich damit - aus seiner materialistischen Sicht - einen Vorteil in der Verbreitung seiner "eigenen" dämlich wertvollen Gene. Das ist konsequent zu Ende gedacht.

Carl Sagan

Unterdrücker, Saturday, 12.06.2010, 03:12 (vor 5690 Tagen) @ Lurchmann

er
hätte zumindest auf die Zeugung weiterer Kinder verzichten können. Aber ich
kenne derart Gestalten, mir fallen da noch andere ein, bei denen Reden und
Handeln in dieser Hinsicht auseinanderklaffen. Aber, Hut ab!, vor der
Chuzpe eines eiskalten Professors, legt er seinen Mitmenschen doch den
Verzicht auf Fortpflanzung nahe und verschafft sich damit - aus seiner
materialistischen Sicht - einen Vorteil in der Verbreitung seiner "eigenen"
dämlich wertvollen Gene. Das ist konsequent zu Ende gedacht.

Fein.Deine Meinung. Nur hat sie mit dem ursprünglichen Posting nur am Rande zu tun. Persönlich werden und keine weiteren Argumente zu bringen, sollten wir doch bitte weiterhin den Damen überlassen, die glauben, ihr Geschlecht sei die Lösung aller Probleme. Ich bin kein Sagan-Fan. Auch kein Gegner. Ich nehme lediglich die Aussagen zur Kenntnis und finde im hier diskutierten Fall haben sie Gewicht. Nur darauf gehst du nicht ein. Schade. Beschimpf ihn doch nicht, das ist ihm sowieso Wurst, der ist weg! Unabhängig von der Zahl seiner Kinder (die empirisch ohnehin nicht ins Gewcht fallen), habe ich Sagan zur Bevölkerungsproblematik zitiert. Es würde mich freuen, wenn du dich hier zum Thema äusserst, ohne persönlich zu werden, denn ich habe durchaus den Eindruck, dass du dazu etwas zu sagen hast. Tu es!

Carl Sagan

Lurchmann, Saturday, 12.06.2010, 04:09 (vor 5690 Tagen) @ Unterdrücker

Fein.Deine Meinung. Nur hat sie mit dem ursprünglichen Posting nur am
Rande zu tun. Persönlich werden und keine weiteren Argumente zu bringen,
sollten wir doch bitte weiterhin den Damen überlassen, die glauben, ihr
Geschlecht sei die Lösung aller Probleme.

Es lag nicht in meiner Absicht, dir gegenüber persönlich zu werden, gegenüber dem verstorbenen Herrn Sagan aber möglicherweise. Trotzdem, seine Sendereihe "Cosmos" fand ich sehr interessant.

Beschimpf ihn doch nicht, das ist ihm sowieso Wurst, der ist weg!
Unabhängig von der Zahl seiner Kinder (die empirisch ohnehin nicht ins
Gewcht fallen), habe ich Sagan zur Bevölkerungsproblematik zitiert.

Dass sie nicht ins Gewicht fallen steht im Widerspruch zu den Aussagen in deinem Ausgangsposting. Ich soll doch denken, wir haben es hier mit einem exponentiellen Wachstum zu tun. Na gut, lassen wir mal den Nachbarn mit der Bevölkerungsreduktion anfangen, die eigenen fünf Kinder fallen ja nicht ins Gewicht. Ich weiß nicht, ob es Herrn Sagan bewußt war, dass er mit seinem kühlen materialistischen Ansatz Teil des Problems war, das zu lösen er Vorschläge unterbreitet hat. Der Untergang der Vorbildfunktion steht damit in engem Zusammenhang.

Es würde mich freuen, wenn du dich hier zum Thema äusserst, ohne persönlich
zu werden, denn ich habe durchaus den Eindruck, dass du dazu etwas zu sagen
hast. Tu es!

Ich müsste u.a. religiöse Ansätze bemühen, wollte ich mich eingehender zu diesem Thema äußern. Das ist jedoch in diesem Forum wohl unerwünscht, deswegen unterlasse ich dergleichen. Im Rahmen der materialistischen Perspektive nur zwei naive, spinnerte Gedanken:

- Warum implizieren die Aussagen des Herrn Sagan, wie auch anderer, dass das Bevölkerungswachstum in der Zukunft unerreichte Höhen erklimmt, in einer Art, dass dereinst über Nacht Milliarden von Menschen ohne Nahrung dastehen. Ist es nicht vorstellbar, dass sich mit zunehmender Ressourcenverknappung auch das Bevölkerungswachstum langsam nivelliert?

- Könnte Bevölkerungswachstum nicht auch ein Wachstum an Brainpower und Innovation dergestalt bedeuten, dass künftige Raumfahrttechnologien der Ressourcenverknappung entgegenwirken könnten. Wäre die Erschließung anderer Welten nicht durchaus auch im Bereich des Denkbaren?

Carl Sagan

Unterdrücker, Saturday, 12.06.2010, 14:08 (vor 5690 Tagen) @ Lurchmann

Es lag nicht in meiner Absicht, dir gegenüber persönlich zu werden,
gegenüber dem verstorbenen Herrn Sagan aber möglicherweise.

So meinte ich das auch. Mich hast du ja nicht angegriffen. Aber verstehe mich bitte nicht falsch. Ich möchte Carl Sagan nicht verteidigen, stehe ihm völlig neutral gegenüber und bin auch offen für anderslautenden Meinungen

Unabhängig von der Zahl seiner Kinder (die empirisch ohnehin nicht ins
Gewcht fallen), habe ich Sagan zur Bevölkerungsproblematik zitiert.


Dass sie nicht ins Gewicht fallen steht im Widerspruch zu den Aussagen in
deinem Ausgangsposting. (...) Ich weiß nicht, ob es Herrn Sagan bewußt war, dass er mit seinem
kühlen materialistischen Ansatz Teil des Problems war, das zu lösen er
Vorschläge unterbreitet hat. Der Untergang der Vorbildfunktion steht damit
in engem Zusammenhang.

Da hast du natürlich vollkommen recht. Aber ich schrieb ja schon oben:"Zudem ehrt es ihn doch, dass er dennoch zu Schlussfolgerungen kommt, die seiner Lebensart widersprechen!"


Ich müsste u.a. religiöse Ansätze bemühen, wollte ich mich eingehender zu
diesem Thema äußern. Das ist jedoch in diesem Forum wohl unerwünscht,
deswegen unterlasse ich dergleichen. Im Rahmen der materialistischen
Perspektive nur zwei naive, spinnerte Gedanken:

- Warum implizieren die Aussagen des Herrn Sagan, wie auch anderer, dass
das Bevölkerungswachstum in der Zukunft unerreichte Höhen erklimmt, in
einer Art, dass dereinst über Nacht Milliarden von Menschen ohne Nahrung
dastehen. Ist es nicht vorstellbar, dass sich mit zunehmender
Ressourcenverknappung auch das Bevölkerungswachstum langsam nivelliert?

Schwierig. Einerseits denke ich das auch, dem steht aber Sagans Ergebnis gegenüber, dass eben gerade in armen Regionen (also Regionen mit knappen Resourcen)das Bevölkerungswachstum am größten ist. Dies ist auch nachvollziehbar und Sagan hat sich das nicht aus den Fingern gesogen.


- Könnte Bevölkerungswachstum nicht auch ein Wachstum an Brainpower und
Innovation dergestalt bedeuten, dass künftige Raumfahrttechnologien der
Ressourcenverknappung entgegenwirken könnten. Wäre die Erschließung anderer
Welten nicht durchaus auch im Bereich des Denkbaren?

Auf jeden Fall. Sagan wäre aber nicht Sagan, würde er sich nicht auch hierzu äußern:

[Unterdrücker übersetzt]
Ebenso gibt es keine extraterrestrische Lösung für dieses Problem. Derzeit werden täglich rund 240.000 Menschen mehr geboren, als Menschen sterben. Wir sind sehr weit von der Möglichkeit entfernt, täglich 240.000 Menschen in den Weltraum zu transportieren. (...) Selbst wenn es möglich wäre, die gesamte Weltbevölkerung zu anderen Planeten, oder entfernten Sternen zu transportieren, (...) würde sich nahezu nichts ändern. Alle bewohnbaren Planeten der Milchstraße würden wohl in einem Millenium voll bevölkert sein.
[Ende Übersetzung]

Das Kapitel des Buchs, das ich zitiere handelt übrigens nicht um die Bevölkerungsproblematik als eigentliches Thema, sondern heisst ja: The Persian Chessboard. Es geht in erster Linie um die Exponentialfunktion, welche er mit anschaulichen Beispielen erläutert. Eines davon ist das Bevölkerungswachstum und seine damit zusammenhängende Schlussfolgerung, dass neben der Armutsbeseitigung den Frauen in allen Bereichen mehr Macht gegeben werden muss, um das Bevölkerungswachstum zu stoppen. Genau das war ursprünglich mein Diskussionsansatz.

Diese Tabelle findet sich unter dem Absatz über Bevölkerungswachstum und zeigt, dass es wichtig ist, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen:

[image]

Meine Frage ist nun auch nicht, ob es richtig und wichtig ist, armen Ländern zu helfen, sondern ob das Bevölkerungswachstum beeinflusst werden kann, indem Frauen mehr "tatsächliche politische Macht (exekutive, legislative, judikative, militärische Macht, sowie in Institutionen, die die öffentliche Meinung beeinflussen)" bekommen.

Denn diese Schlussfolgerung kann ich nicht nachvollziehen!

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