Interview: Catherine Millet
Interessantes interview mit der ikone Catherine Millet in der Süddeutschen
Die seite 2 ist die interessantere, z.b.:
sueddeutsche.de: Aber gerade dieses Frauenbild aus Sex and the City, oder aus Ihren Büchern, wird auch viel kritisiert. Es heißt dann, Frauen, die glauben, beim Sex ihre eigenen Regeln zu machen, merken nicht, dass sie doch eigentlich immer nur Werkzeuge der Männer sind.
Millet: Ich glaube, wir sollten nicht immer voraussetzen, dass jede Frau ein Opfer ist. Jede Frau kann sich verteidigen, wenn sie sich angegriffen fühlt. Ich distanziere mich von dieser feministischen Sicht, dass Frauen immer Opfer der Männer sind. In Frankreich gibt es einen Neofeminismus, der sich gegen eine solche Sicht einsetzt: einen Feminismus pro Sex.
sueddeutsche.de: Den gibt es in Deutschland auch. Damit können Sie sich besser identifizieren?
Millet: Ich fühle mich diesen Neofeministinnen, die ja zum großen Teil viel jünger sind als ich, viel näher als den Feministinnen meiner Generation.
sueddeutsche.de: Sie glauben also, dass sich der Feminismus Ihrer Generation überlebt hat?
Millet: Ich glaube, das passt nicht mehr zu den jungen Frauen.
sueddeutsche.de: Aber ist das nicht eine naive Sicht, dass wir den Feminismus nicht mehr brauchen?
Millet: Dazu muss ich jetzt sehr generell werden. Ich glaube, dass Frauen eines wirklich besser können als Männer: Dinge zu pervertieren und Menschen zu manipulieren.
sueddeutsche.de: Also kein Kampf mehr nötig?
Millet: Nein, ich glaube das ist überholt.
